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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1915-06-18 · Heft 25 (18.6.1915) · page 13

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
79 (1915)
Issue
Heft 25 (18.6.1915)
Date
1915-06-18
Page
– (sequence 13)
Language
German
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79. Jahrgang Nr. 25 Berlin. 18. Juni 1915 Der GemeindeLote. Betlase zur „Allgemeinen Leitung deF Judentums". ßorrrlpondrn?m und Aachrichten. SkUtschlsnd. (Va> Berlin, 15. Juni. Die W oh l tü t i g k e i t s z e n t r a l e d? r Berliner Kaufmannschaft, Flottwellstraße 4, veröffentl ht soeben ihren Geschäftsbericht über das Jahr 1914, t r im Hinblick auf die Erfahrungen des Kriegsjahres l sonder es Interesse beansprucht. Die Zentrale widmet sich i cht der direkten Fürsorge für Bedürftige. Sie wirkt aber seit Jahren > r eine bessere Organisation der Wohlfahrts-; lege und für überlegteres Geben. Damit bekämpft sie grund- ' ilich die Zersplitterung der Mittel und der Hilfsbereitschaft. Die - üwendigkeit, in diesem Sinne immer wieder auf das Publikum und i ^besondere auch auf die Kaufmannschaft, deren Mithilfe besonders o' beansprucht wird, einzuwirken, erwies sich an den zahllosen Neui' ündungen der Kriegsfürsorge. Die Wohltätigkeitszentrale darf es ' h mit zum Verdienst anrechnen, daß die Abwehr solcher Z e r - > litteru ngsvers u ch e doch häufiger war als in früheren Jah- :i. Erfolgreich waren die Bemühungen der Zentrale, eine bessere n s amm e nf a s s u n g der W e i h n a ch t s s a m m l u n g e n herl zuführen. Die Vorschläge, die auch den Firmen eine Vereinheit- : hung ihrer Spenden ermöglichen, wurden in G e m e i n s ch a f t mit w a 5 0 großen, in de r W o h l f a h r t s p f l e ge st e h e n d e n '' r g a n i s a t i o n e n aufgestellt. Es waren sowohl die städtische inen- und Waisenverwaltung, der Nationale Frauendienst, das Rote ' euz und die sozialdemokratischen Fürsorgeorganisationen wie kon- ' usuelle und interkonfesstonelle Wohlfahrtsvereine aller Zweige und chtungen beteiligt. Die A u s k u n s t s - und B e r a t u n a s - : tigkeit war naturgemäß in den ersten Kriegsmonaten einge- ' rankt. Immerhin sind etwa 1 2 0 0 Anfragen der itglieder nach Wohlfahrtsveranstaltungen bearbeitet worden.! m Beginn des Krieges stellte die Wohltätigkeits- Krale ihre gesamte verfügbare Arbeitskraft r „Zentrale für private Fürsorge" zur Vermag, die sich einem kaum zu bewältigenden Ansturm von Hilfsl dürftigen gegenübersah. Eine besondere Hilfstätigkeit tete sie auf Grund eines Antrages der „Groß-Berliner Bein n g s st e l l e des R o t e n K r e u z e s für deutsche n ch t l i n g e aus dem Ausland" um Beschaffung von Kleiugsstücken ein. Der Wohltätigkeitszentrale wurden von einigen er Mitglieder Kleidungsstücke bis zu einem Höchstwert zugesagt, c Beratungsstelle prüfte die Verhältnisse der Flüchtlinge, die als- ' UN von der Wohltätigkeitszentrale der zuständigen Firma zugewiesen ' rrden. Es beteiligten sich an dieser Hilfeleistung sechs F i r - en, die Anzüge, Mäntel, Wüsche, Stiefel und andere Klei- - ingsstücke i m Gesamtwerte v on 3500 Mark gespendet - [>en. 22 Berlin, 15. Juni. Dem soeben erschienenen VII. Rechen- ' aftsbericht des Vereins I s r a e l i t i s ch e E r z i e h u n g s a n st a l t ' r geistig z u r ü ck ge b l i e b e n e Kinder „Wilhelm- ■ u g u ste -Vi k to r i a - S ti f tu ng " in Beelitz (Mark) entnehmen i; x daß der Krieg, der während des größten Teiles der Berichtszeit - rschte, zwar viele Erschwerungen des Unterrichtsbetriebes durch die u litärische Einziehung der beiden Hilfslehrer und der Handsertigkeitsl uer mit sich gebracht hat, daß aber dennoch das Erziehungswerk : uf der pädagogischen Mithilfe der Gattin des Anstaltsleiters in gel 'hüten Bahnen weitergeführt werden konnte. Ja, die Anstalt hat ' m eine Vergrößerung erfahren durch einen Anbau an den Knäben- ' gel, der neben den erforderlichen Räumen für den Unterricht noch atz für weitere aufzunehmende 14 Knaben bietet. Der Erweiterungsl i ist für eine Lehrlingsabteilung bestimmt und soll den älteren Zög- : 'gen Gelegenheit geben, sich für den Uebergang in eine freie Handrkslehre vorzubereiten. Da aber zurzeit die, für die Aufgabe ge- - meten Handwerksmeister im Felde stehen, so sollen die neuen Räume -machst für jüngere Zöglinge im aufnahmefähigen Alter zwischen N und 14 Jahren Verwendung finden. Bereits liegen zahlreiche Neu- 'Meldungen vor, die beweisen, einem wie dringenden Bedürfnis die Anstalt entspricht. Während des verflossenen Jahres waren die alten Anstaltsräume mit 33 Knaben und 12 Mädchen voll besetzt; während ihres siebenjährigen Bestehens wurden in ihr unterrichtet, erzogen und verpflegt 59 Knaben und 38 Mädchen, zusammen 97 Zöglinge. §2 Berlin, 15. Juni. Im Gotteshause der Jüdischen R e f o r m g e m e i n d e fand am 30. Mai die feierliche Einsegnung von 28 Knaben und Mädchen statt. Der Einsegnung folgte am 6. d. M. die Entlassungsfeier. Die Einsegnung, die Herr Prediger Dr. Lehmann vollzog, stand unter dem Eindruck der großen vaterländischen Ereignisse, die sowohl in den Reden des Predigers wie in den Vorträgen der Konfirmanden einen starken Widerhall fanden. ### Berlin, 15. Juni. Das Eiserne Kreuz erhielten: Ofsizierstellvertreter Gerichtsassessor Hans Rosen thal, Kriegsfreiwilliger Stnd. jur. Hans Loewy, Kriegsfreinülliger Gefreiter Gerhard L ö w i n s k i. Gefreiter Willi B l u me n f e l d, Oberarzt Dr. Julius Schlesinger, Student der Physik Vizewachtmeister Franz S i m o n, Einjährig-Freiwilliger Fritz Schiff, Stabsarzt Tr. Edmund W e r n e r, Unteroffizier Siegfried Loeser, Unteroffizier Edmund M aher, Feldunterarzt Karl Rosenberger, Dr. med. Felix D y r e n f u r t h, Sohn des Geheimen Sanitätsrats Tr. Dyrenfurth, Telegraphist Alfred Gold st ein, Vizefeldwebel Jakob Mendelsohn, Geheimrat Professor Dr. Georg Meyer, Unterarzt Kurt Leiser, Kriegsfreiwilliger Architekt Alfred Bieber, Offizierstellvertreter Adolf Cohn, Sanitätsgefreiter Werner V a r a s ch , Gardeschütze Erich P e ritz, Wehrmann Leopold Prinz, Gefreiter Alfred L e v y, Rechtsanwalt Dr. Ernst Rieß, Sanitätsunterossizier Cand. med. Herbert F l a t a u c r, Kriegsfreiwilliger Alwin Steinitz, Offizierstellvertreter Georg Heß, Oberarzt Dr. Julius Simon, Stabsarzt Tr. D o m lt a uer , Kriegsfreinülliger Unteroffizier Referendar Georg R a d t, Kolonnenführer Gustav P i n e u s , Siegfried Warschauer, Gefreiter Paul Munk, Sohn des Herrn Hermann Munk, dessen Großvater schon in den Freiheitskriegen mitgekämpft hat; sämtlich in Groß-Berlin. Dr. Alfred P e y s e r -Charlottenburg, Stabs- und Regimentsarzt in einem Landwehrinfanterieregiment, der sich bereits das Eiserne Kreuz Zweiter Klasse und den bayerischen Militärverdienstorden mit Schwertern erwarb, hat vorn König von Württemberg das Ritterkreuz erster Klasse des Friedrichsordens mit.Schwertern erhalten. Der im Felde stehende bekannte Forschungsreisende Dr. Max Moszkowski, der bereits das Eiserne Kreuz erhielt, ist neuerdings durch die Verleihung des bayerischen Militärsanitätsordens zweiter Klasse ausgezeichnet worden. -- Das Eiserne Kreuz zweiter Klasse erhielten ferner: Unteroffizier Fritz Wehl-Elberfeld, die Brüder Assistenzarzt Dr. Samson H i r s ch und Unterarzt Julius Hirsch- Frankfurt a. M., Vizefeldwebel Fritz L e v h - Köln, Vizefeldwebel Martin N e u f e l d- Grimma i. Sa., Stabsarzt Dr. Walter Simon- Köingsberg i. Pr., Ingenieur Feldwebel Max G o l d s ch m i d t - Posen, Bataillonsarzt Dr. Ludwig L a n d s b e r g - Joachimsthal i. U., Referendar Unteroffizier Willy D a n z i g e r - Küstrin, Gefreiter Ludwig L e v h - Segeberg. — Aus Darmstadt wird uns mitgeteilt: Professor Dr. Julius G o l d st e i n, zurzeit Leutnant beim 1. Landsturmbataillon Darmstadt, jetzt im Felde, hat die hessische Tapferkeitsmedaille erhalten. - Der „Reichsauzeiger" veröffentlicht folgende, vom 4. Juni datierte Königliche Verordnung, betreffend Erweiterung der Urkunde über die Erneuerung des Eisernen Kreuzes vom 5. August 1914: „Tie Inhaber des Eisernen Kreuzes zweiter Klasse von 1870/71, die sich im jetzigen Kriege auf dem Kriegsschauplätze oder in der Heimat besondere Verdienste erwerben, erhalten als Auszeichnung eine auf dem Bande des Eisernen Kreuzes über dem silbernen Eichenlaub Zu tragende silberne Spange, auf der ein verkleinertes Eisernes Kreuz mit der Jahreszahl 1914 angebracht ist." Berlin, 15. Juni. Ucber die Lage in Palästina wird uns geschrieben: Im allgemeinen war in den letzten Wochen eine Beruhigung unter den Juden Palästinas eingetreten, da längere Zeit weitere Maßnahmen der Behörden gegenüber den jüdischen Untertanen fremder Länder nicht erfolgten. Mit Genugtuung begrüßte

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