Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 79 (1915)
- Issue
- Heft 25 (18.6.1915)
- Date
- 1915-06-18
- Page
- Seite 300 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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300 daßes ein kultlirgeschichtlich höchst wichtiger Beitrag ist, reich an interessanten nnd fesselnden Einzelheiten, zngleich ein Zeugnis einer ungewöhnlichen Beobachtungsgabe nnd einer gewandten und fesselndere Erzählungsweise. L.G. lgücherriniauk. Besprechung der Bücher Vorbehalten. Zurücksendung der Bücher findet in keinem Falle statt. Der Bölkerkrieg und das Alte Testament. Ein Vortrag von Rabbiner Tr. Eckstein. Komm.-Verlag der Friedr. Kornschen Buchhandlung, Nürnberg. Der Reinertrag wird der Kriegs-' und Jnvalidensürsorge zugewendet. Und draußen ist Krieg! Bon Fritz Engel. Breslau, Schlesische Lnchdruckerei, vorm. S. Schottlaender. Preis 75 Pf. Fleuunings Karte des italienisch-österreichischen Kriegsschauplatzes: Nord- und Mittelitalien. Herausgegeben von Pros. Dr. Kettler. Preis 1 Mark. Karl Flemming Verlag, A.-G., Berlin und Glogau. Deutschland, sei wach! Vaterländische Gedichte von Ernst von Wildenbruch, gesammelt von Maria v. Wildenbruch. Berlin, G. Grotesche Verlagsbuchhandlung. 1915. 1,50 Mark. Der feldgraue Goethe. Goethe-Worte über den Krieg. Breslau, Verlag Priebatsche Buchhandlung. Preis 30 Pf. - Westermanns Monatshefte. Sonderabdruck aus dem 59. Jahrgang: Unbekannte Bildnisse Heinrich Heines und seiner Mutter. Von Friedrich Hirth. Festschrift. Professor Dr. Maybaum zum 70. Geburtstag (29. April 1914), gewidmet von seinen Schülern. Berlin 1914. Verlag von M. Poppelauer. Paizs es v6rt. Imädsägok izraelita katonäk szämära. II. Kiadäs. Az orszägos izraelita iroda költsegen kiadja az Orszägos habbiegyesület. 20 fillerert könyvärusi uton is megszerezheto. Magyar Könyvnyomda. Der Weltkrieg und das Schicksal des jüdischen Volkes. Stimme eines galizischen Juden an seine Glaubensgenossen in den neutralen Ländern, insbesondere in Amerika, von Binjamin Segel, Lemberg. Verlag von Georg Stille, Berlin NW 7. Festpredigten. Zweite Hälfte und Gelegenheitsreden von Dr. M. S. Zuckermandel, Rabbiner. Frankfurt a. M., Verlag von , I. Kauffmann. 1915. Preis 3 Mark. Veröffentlichungen des Hamburgischen Museums für Kunst und Gewerbe. Die Daguerreotypie in Hamburg 1839-1860. Ein Beitrag zur Geschichte der Photographie von Professor Wilhelm Weimar. Hamburg 1915. In Kommission bei Otto Meißners Verlag. Jüdisch-geschichtliches Quartettspiel, bearbeitet von Dr. Isaak Bamberger, Nürnberg. Preis 1 Mark. Nürnberg, Verlag „Jüdischer Kindersreund". Die Psalmen. Frankfurt a. M. Druck und Verlag von M. Lehrberger u. Co. 1915. ^be>vre Ir. Bon Dr. Jakob Horovitz, Rabbiner. Frankfurt a. M., I. Kauffmann. 1915. Preis 1 Mark. Von Liszka nach Berlin. Reifebilder von Rabbiner Dr. M. Horovitz i. A. Beilage zum Bericht der Israelitischen Religionsschule. Frankfurt a. M., I. Kauffmann. 1914. Preis 60 Pf. Jsak Bernhard Lamm. Der erste jüdische Volks-Schullehrer in Bayern. Aus alten Familienpapieren von Louis Lamm. Berlin, Verlag von L. Lamm. 1915. 1914. Der deutsche Krieg im deutschen Gedicht. 6. Neue Jugend. Ausgewählt von Julius Bab. Verlag Morawe u. Scheffelt, Berlin. Preis jedes Heft 50 Pf. Sprrchlsal. Wir erhalten mit der Bitte um Veröffentlichung folgenden Ausruf: Unsere Zeit duldet keine F e st e! Festpläne gingen kürzlich um zur Beschaffung von Geldmitteln uir die freie Liebestätigkeit im Dienst der Kriegshilfe. Berlin sollte der Schauplatz öffentlicher Veranstaltungen, lauter Betriebsamkeit, anderen Prunks werden. Ein „Programm der Straße" war ausgestellt. Sportliche Vorführungen, sonstige Schaustellungen, Vergünstigungen bei Einkäufen sollten einen breiten Menschenstrom aus Provinz und Reich nach Berlin ziehen. Man vermeinte, damit dem Ausland den Beweis ungebrochener Lebenskraft zu geben. Als Bürger Groß-Berlins mußten^ wir Einspruch erheben gege, diesen Ansturm auf Ehre und Würde der Reichshauptstadt. Sollte., wir den Eindruck sich verschärfen lassen, daß noch allzu viele die V deutung und den gewaltigen Ernst des Völkerringens nicht begreifen: Sollten wir erleben, daß zahllose Elemente hergelockt würden, d? Berlins Ruf schädigen, die die unserer Jugend drohenden Versuchung! mehren? Um sittliche Gefahren handelt es sich. Das „Prograin der Straße" wird stets das der Schlemmerei und des Alkohols sei.. Sollten Väter unb Mütter, Gattinnen und Schwestern, den, : Trauer oder Sorge das Herz erfüllt, sehen, wie Schau- und Be gnügungslustige die Straßen durchziehen? Sollten unsere helde mütigen Krieger vernehmen, daß man in der Heimat Zeit und Lu zu Festen hat? Es gibt keinen Zweck, der solche Mittel heiligen könnte. Die Festpläne sind aufgegeben. Kein ähnlicher Plan darf Bod. gewinnen. An alle Organisationen der freien Liebestätigkeit erge : deshalb die dringende Bitte: Sorgt, daß die große Zeit uns nicht klein finde! Verschmäht b Beschaffung der Geldmittel für eure Ausgaben alle Veranstaltunge. die der Veräußerlichung, der Eitelkeit, dem Ehrgeiz, der Oberflm. lichkeit, der Vergnügungssucht dienen! Opferwille und Gebefreude haben sich in dieser ganzen schwer, Zeit erhebend bewährt. Sie werden auch ferner nicht versagen, w es sich um Beschaffung der Mittel für die Aufgaben der Barn Herzigkeit handelt. Es bedarf nicht der künstlichen, wahrem Wohltu wesensfremden Anregungsmittel zur Beflügelung der Hilfsberei schaft. Sie wird sich um so reicher, um so hingebender offenbare, je mehr die ganze Fürsorgetätigkeit erfüllt und getragen ist von de tiefen, frommen Ernst, den die gewaltige Zeit erfordert. An die ganze Bevölkerung ergeht die Bitte: Hört nicht auf zu geben, gebt um der Sache willen, ohne d, Anreiz des Vergnügens oder äußerer Anerkennung! Zeigt eu durchdrungen von dem Bewußtsein, daß keine Entbehrung Hera! reicht an die Opfer, die unsere Kämpfer zur Verteidigung unser. Vaterlandes, unserer Ehre und unserer Zukunft bringen! (Folgen Unterschriften.) Aeußerungen zu dieser Erklärung können an folgende Stell, gerichtet werden: Bureau f. Sozialpolitik, W 30, Nöllendorfstraße 29/30. — Zentra stelle f. Volkswohlsahrt, W 50, Augsburger Straße 61. — Geschäftstelle d. Mädchen- und Frauen-Gruppen f. soziale Hilfsarbei W 30, Barbarossastraße 65. - Zentrale f. private Fürsorge W 35, Flottwellstraße 4. * Herr Redakteur! Zu dem Artikel „Bismarcks Stellung zum Judentum und z? den Juden", Nr. 17, Seite 202, möchte ich bemerken, daß Jule Simon nicht Jude war und nach seinem eigenen Zeugnisse au, nicht von Juden abstammte. Für seine jüdische Abstammung i: außer dem alttestamentarischen Namen nie ein Beweis erbrao worden. Der Chevalier Henri Georges Stephan Adolphe de Blowitz, d, in demselben Artikel erwähnt wurde, war allerdings als Jude i Blowitz, Böhmen, geboren und hieß mit seinem rechtmäßige Namen Adolf Opper. In seinen, in seinem Todesjahre, 1903, e schienenen Memoiren hat er jedoch die Kühnheit, zu sagen, man hän ihm nachgesagt, er sei Jude, aber es täte ihm leid, die Juden in eine Berühmtheit berauben zu müssen, denn er sei als Nachkomm einer Hugenottenfamilie im „Chateau" von Blowitz geboren m am Tage nach seiner Geburt getauft worden. Damals lebte neu seine Schwester als Jüdin in Wien. Ich veröffentlichte die die bezüglichen Dokumente seinerzeit im „American Hebrew" und h „Jewish Chronicle" mit der Vermutung, daß „Chateau" wohl eil nicht ganz unbewußter Schreibfehler für Ghetto sei, und mit den Vorschläge, daß Herr de Blowitz, wenn er schon einen neuen Namewählte, sich „Bloffitz" (vom englischen „blukk" Schwindel) hätu nennen sollen. Die neueste Auflage der „Encyclopedia Britannica", 1910 m schienen, verschweigt seine jüdische Abstammung, gibt aber vorsicl, tigerweise an, Herr de Blowitz sei nach seiner eigenen Angabe n seinen Memoiren im „Chateau" seines Vaters in Böhmen geborei worden. Cincinnati, 18. Mai 1915. G o t t h a r d D e u t s ch.