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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1915-06-04 · Heft 23 (4.6.1915) · page 13

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
79 (1915)
Issue
Heft 23 (4.6.1915)
Date
1915-06-04
Page
– (sequence 13)
Language
German
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o. Jahrgang Nr. 23 Berlin, 4. Juni 1915 Der OemeindeLote. Vellage zur „Allgemeinen l»orrrlxonden?m und Nachrichten. Deutschland. V*> Berlin, 1. Juni. Autor dem Vorsitz des Prof. Philipph ü trat am 25. vorigen Monats der Ausschuß der Gesellschaft zur krderuug der Wissenschaft des Judentums zu einer Sitzung zusammen, k; Eintritt in die Tagesordnung dankte Rabbiner Prof. Dr. G u t t - h n n - Breslau für die ihm seitens der Gesellschaft durch die Heraus-! k? einer Festschrift zu seinem 70. Geburtstage bereitete Ehrung. Das j fi; x'itfen des um die Wissenschaft des Judentums hochverdienten der- -! denen Prof. Abr. Berliner ehrte die Versammlung durch Er- | >?it von den Sitzen. Allit Genugtuung lourde festgestellt, daß das j ) n're sie der Mitglieder an den Arbeiten der Gesellschaft durch den! n eg nicht gelitten habe, indes auch die Notwendigkeit ausgesprochen, j i; ■!) dein Kriege durch Gewinnung neuer Allitglieder Ersatz für den ' 1‘ > last zu schaffen, den die Gesellschaft jetzt durch den Tod so vieler j : ii'r Atitglieder erleidet. Jur weiteren Verlaufe der Besprechungen j r rde festgestellt, daß die wifsenschaftlichen Arbeiten der Gesellschaft im j izen keine Unterbrechungen erlitten hätten, und beschlossen, diese auch j ckerhin mit allen Kräften zu fördern, insbesondere init Rücksicht auf | große Bedeutung, welche namentlich das Wirken der Gesellschaft für! geistige Leben der jüdischen Gesamtheit besitzt. Im Vertrauen! auf, daß auch in diesen schwierigen Zeiten der Gesellschaft die für; i; Tätigkeit erforderlichen Mittel niemals fehlen würden, bewilligte Ausschuß aufs neue wie in den Vorjahren eine Reihe von Subtionen, namentlich für diejenigen wissenschaftlichen Unternehmungen, ans die Unterstützung der Gesellschaft in erster Reihe rechnen. Der ^schuß beschloß ferner, in diesem Jahre die satzungsgemäße Mitderversauuntung wieder stattfinden zu lassen; sie soll am 28. Leiber in Berlin stattfinden. Herr Prof. Pick- Gotha wird in dieser j ■ rsammlung über „Jüdische Münzen" reden. — Die soeben ausge- : ochene Hoffnung darauf, daß das Verständnis für die hohen Allsten der Gesellschaft und die Bereitwilligkeit, für diese auch finanzielle fer zu bringen, nie versagen werden, fand noch in der Sitzung eine nie Bestätigung: Herr Prof. Guttmanu war in der erfreulichen Lage, Gesellschaft als Grundstock einer künftig zu errichtenden S t i f - a g den Betrag von 1 0 00 9JI ark zur Verfügung zu stellen, den ■ - ein hochherziges Mitglied seiner Gemeinde, -Herr Lippmann och, an seinem Jubiläum für wissenschaftliche Zwecke zur Vereng gestellt und denen Herr Rabbiner Tr. Werner-München noch ' Mark hinzugefügt hatte. Berlin, 1. Juni. Am 26. v. M. ist nach kurzem Leiden der Inhaber der bekannten Firma M-eyerhof und Nathorff, Herr Louis 'senbaum, im 65. Lebensjahre verschieden. Der Entschlafene,? durch Edelmut und menschenfreundliche Herzenseigenschaften ausüchnete Persönlichkeit, zählte zu den vornehmsten und angefeheni Atitgliederu der Berliner jüdischen Gemeinde. Er war, wie ihm mit ht nachgerühmt lvird, „in Wahrheit ein Vater der Armen, an en edles Herzsich niemand vergeblich um Hilfe lvandte". Eine M Anzahl von Wohlfahrtsvereinen verliert in den: Heimgegange-; einen treuen Mitarbeiter und hochherzigen Förderer, der, ohne i) außen glänzen zu wollen, stets die Allahnung unserer Weisen begtc: Sprich ivenig, aber tue viel! In der Gemeinde wirkte er lange Are in treuer Hingebung als Aiitglied des Vorstandes der Synagoge wenstraße, beteiligte sich an den Arbeiten der Rabbinerwahtomission und bekundete lebhaftes Interesse für alle Bestrebungen, zur Hebung und Kräftigung des Judentums und seiner Jnstitutio-! dienen. Von der großen Verehrung und Wertschätzung, deren uis Rosen bäum bei Lebzeiten sich erfreute, zeugte die äußerest lieh große Beteiligung, an seiner am letzten Sonntag auf dem iedhof in Weißensee erfolgten Beisetzung. Von nah und fern waren - kannte und Freunde herbeigeeilt, um dein trefflichen Manne das Ae Geleit zu geben. Neben der Handels- und Finanzwelt, die be-!ders zahlreich vertreten war, hatten sich viele führende Persönlichneu der Berliner Judenheit, Rabbiner und Gelehrte, bekannte Mtt- 'eder der Bne-Brith-Logen, Abgeordnete großer Organisationen soe Vertreter fast sämtlicher jüdischer Wohlsahrtsvereine eingefunu. Die Trauerrede hielt nach vorangegangenem Gesang des Chors Leitung deK Judentums". der Synagoge Lindenstraße Rabbiner Tr. Blumcnthat, der mit ergreifenden Worten das Lebensbild des Verklärten, dessen zwei Söhne zurzeit im Felde stehen, zeichnete und den Hinterbliebenen den Trost der Religion spendete. Dann widmete Geh. Justizrat T i m endo r s e r dem eifrigen, überzeugungsvolleu „Bruder" einen warmempfundeueu Nachruf namens der Berthold-Auerbach-Loge, woraus zum Schluß ein Rllitinhaber der Firma Meherhbff und Nathorff, Herr Rosenbau m, dem langjährigen Freunde und Mitarbeiter die letzten Scheidegrüße nachrief und ein treues Gedenken über das Grab hinaus gelobte. Nach abermaligem Chorgesang und dem üblichen Gebet wurde die irdische Hülle des Prächtigen Mannes dem Schoße der Erde übergeben. Friede seiner Asche! L/D Berlin, 1. Juni. In der gut besuchten ordentlichen Mitgliederversammlung des Vereins I s x n c I i t i s ch e s L e h r e - rinnenheim, die im Heim Groß-Lichterfelde, Karlstraße 122a, stattfand, wurden in dem Geschäftsbericht hauptsächlich die scheinbar der Kriegsarbeit fernstehenden Aufgaben erwähnt. Außer der Neuaufnahme von zwei alten Lehrerinneu, die an Stelle von zwei durch den Tod abberufenen ausgenommen werden konnten, wurden Flüchtlinge aus Ostpreußen (Lehrerinnen) zum vorübergehenden Aufenthalt und elf Erholnngsbedürftige im Erholungsheim ausgenommen. Die Insassinnen des Heims beteiligten sich an der allgemeinen Strickarbeit, indem sie über hundert Paar Strümpfe lieferten. Wie in jedem Haushalt, war auch im Heim das Studium der Ernährung?--. Beleuchtungs- und Beheizungsfrage von größter Wichtigkeit. Allen Gönnern und Freunden des Heinis sprechen wir unseren Dank aus. daß diese segensreiche Tätigkeit möglich war, und bitten nur Besuch des Heims zur Gewinnung neuer Freunde und um ein treues Zusammenhalten aller an diesem Friedenshafen der müden Lehrerinnen Arbeitenden. Berlin, 1. Juni. Ein gleichnamiger Enkel Ludwig P hilippsons, Sohn des ordentlichen Professors der Geographie in Bonn Alfred Philippson, hat jetzt vor Mern das Eiserne Kreuz erhalten. Der Major, der es ihm übergab, sagte ihm, er erhalte es wegen der Tapferkeit, die er in siebeneinhalbmvnatigen Kämpfen unausgesetzt bewiesen habe: niemandem gebe er das Kreuz lieber als gerade ihm. Der 19jähcige Füsilier ist Ordonnanz bei dem Major 8. Bataillons des 286. Regiments. A Berlin, 1. Juni. Das Eiserne K r e u z erhielten: Feldprediger Rabbiner Dr. Baeck, Oberapotheker Erich Doberzins k i , Obergesreiter Fnßartillerist Friedrich S. L i P p m a n n , Offizierstellvertreter Hermann Stein, Bizewachtmeister Kurt Warschauer, Unterarzt Heinz Bieber, Gefreiter Werner I a c u b o w s k i, Unterarzt Fritz A P t, Bizewachtmeister Hans Simon, Sohn des Kommerzienrats Mar Simon. Kriegsgerichtsrat Rechtsanwalt Dr. Paul Herzberg, der Arzt Dr. Georg G e r s o n, Unterarzt Richard H n r w i tz, Assistenzarzt Dr. James Cohn, Oberarzt Dr. Bamberg, Sohn des Kommerzienrats und Stadtverordneten Bamberg, der die Feldzüge 1866 und 1870/71 mitgemacht hat, Assistenzarzt Dr. Alfred Benfey. Unterarzt Hans Schönlank, Unteroffizier Emil Meyer, Kriegsfreiwilliger Referendar Arthur Brandt, Ersatzreservist Michael S e n der- Groß-Berlin. Leutnant B i c t o r M a n h e i nt c r , Mitinhaber der Berliner Firma Fraenkel n. Roer, der bereits Ritter des bayerifchen Militärverdienstordens mit Schwertern war, hat nunmehr auch das Ei'fevne Kreuz erhalten. Die gleiche Auszeichnung erlüelten: Tr. chem. Martin Auerbach, Siegfried Blankenf e l d - Hamburg, Arnold Strauß- Gelnhausen, Dr. Arno P o d s ch u b s k i - Guben, Kanonier Mar F r ä n k e l, Unteroffizier Siegfried Baer und Feldunterarzt L u d w i g B a e r - Posen, Sohne des dortigen Kaufmanns Hermann Baer, dessen sämtliche fünf Söhne im Felde stehen, Sanitätsnnteroffizier Kurt Werner- Borek i. Posen, Max C o h n- Beuchen i. O.-S., Julius Glück a n f- Eisenach, Unterarzt Dr. Friedrich N o t h m a n n, Georg F l a t o w- Breslau, Siegmund H v x t e r - Marburg i. W., Offizierstellvertreter Isidor G u g g e n h e i m - Konstanz, S. M. tt l l m a n n - Frankfurt a. M., Professor D r e h f n ß - Straßburg i. E., Assistenz-

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