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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1915-05-21 · Heft 21 (21.5.1915) · p. Seite 245

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
79 (1915)
Issue
Heft 21 (21.5.1915)
Date
1915-05-21
Page
Seite 245 (sequence 5)
Language
German
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245 \itbe ist mit verschwindend wenig Ausnahmen kein bodenständiger Bauer, , bgleich er in Kolonien seine Befähigung dafür erwiesen hat. Er lebt i Polen als Arbeiter in den großen Fabrikzentren Lodz und Warschau,! nd er lebt als Handwerker, als Mittelstand und Kaufmann. Die ganze -kala der Besitzabstufung ist bei ihm vertreten, vom reichen vielfachen »tillionär bis zur überwiegenden Masse der allerärmsten, hungernden Proletarier. Der ganz reiche Jude ist im Gegensatz zum armen nicht mehr omm und ist nur noch Jude nach Abstammung, nicht mehr nach Wahl, i r ist Fabrikant, Rentier, Akademiker vielleicht; vermöge seines Reichtums l er unter dem russischen Regiment nicht schlecht gefahren. Mit der taffe der armen und rmst-en Glaubensrüder hatte der .'eiche nicht gern zu 'un, er entzog sich rgendwelchen sozian Aufgaben durch : iche Gelds pend en fü r wische Vereine und -ustaltenund glaubte amit genug getan u haben. Diese rchicht ist durchweg ussifiziert; ihr istunrhaglich zumute bei :m Gedanken, daß ine andere, nicht beechliche Verwaltung inen Unterschied -ehr zwischen reich iw arm machen und?.ß auch der reiche vabrikherr zu der rchicht der „Polnich-en Juden" gerechet werden würde Es gibt ferner eine acht geringe Schicht ulter den Juden, die uan als vollkommen olonistert bezeichnen arf. Zu ihr zählen ^besondere die jüi schen Rechtsamoälte nb Aerzte. Man rzählt Beispiele von üdischen Aerzten, die ns Krankenbett geufen werden und nur Polnisch sprechen, -bgleich der Patient uwon keine Ahnung iiat. Diese sogenannten „Assimilauteu" sehen ihr Heil in der vollständigen Anpas- 'ilug an das Polnische Mt und dessen ^taatsideal. Womöglich sind sie darin noch Polnischer als der Pole. Die Stärke dieser Schicht wird verschieden beurteilt, die Haltung der Polen zu ihr ebenfalls. Jedenialls nimmt die Masse des Polentums den Zuzug aus diesen Reihen nicht ungern auf, denn sie sind agitatorisch geschickt, haben Geld .und Aufopferungsfähigkeit. Trotzdem sind in den letzten Jahren unter dem Einfluß der russischen Herrschaft, die immer die Nationalitäten gegeneinander ausvielte, um sie desto leichter beherrschen zu können, Polen und Juden auseinandergekommen. Auch polnische Parteien, die früher Juden ausllahmen und begünstigten, die jedenfalls nicht antisemitisch gesinnt waren, sind es heute geworden, namentlich nach dem berühmten Warschauer .,Dumawähl-Fall". Die Juden verzichteten dort auf die Aufstellung eines eigenen Kandtdaten Und verlangten von den Polen nur, daß sie keinen 21 Reggeli imädsäg Sulyresz., a koszmszbö) (jotllatu ftt) tanket rCS*. a gyöinberhejböl havam es a fuszflrnädböl kilen.cz reit. Kars'njbol valo szappan, kilenci kab Tnei'teknyz. KaOiazbdl valö bai\ hdrom Tticrtek 4s harom kab. De ha nein talal katHszi bott vehet feher d bort, szodombeli sosfu egy negyed kab, fusttcrjesztöt akarniennyit, Nathan ^3.bbjM^)^*'Wvnzondutta AinbraboJ akdrnieunyit, te;r beie. akkor ha»znälegy ftiuzer, akhor A ba-lzsa Gamtiel fia rnondutta ' mint nedv, mely a gyanta’ keil a karsmai szap- Tteil, hogy \ele a szegfuszeget Tiegnuwse»«., hogy az, tetszetds legyen. Hat » VüCriSM bov mirevalö? Hogy abban iztassjk a szegfüszeget, hogy szilirdabb legyen De hiizen erra a vizelet ts jo volna, Csakhogy viaei«tet nem hoziuk be a. 32entölybe, Tston iränti fs-to» Das Gebetbuch als Lebensretter. Aus: Moritz Frühling „Jüdisches Ariegsgedeukblatt", lvieir, lfalm & Goldmann, mit Erlaubnis der Verleger abgedruckt. Antisemiten aufstellten. Der polnische Kandidat hielt aber trotzdem Reden gegen die Inden, und so wählten diese geschlossen den Sozialdemokraten, der insolgdesseu den Nationalpolen besiegte. Ein langandauernder Boykott war die Folge, dessen Wirkungen noch heute zu spüren sind. Die rusiische Herrschaft trennte zwei ihrer schärfsten Gegner immer wieder durch solche unterirdischen Arbeiten und sicherte sich dadurch Einfluß und Dauer. Geringer an Zahl ist unter den Juden die Anhängerschaft des Zionismus, wenn man bei solcher Einteilung nur auf die Schichten Rücksicht nimmt, die politisch zu denken befähigt sind. Die Zionisten erblicken, ganz unabhängig von allem Streit der Gegenwart, ihr Heil in einer Ansiedelung des Judentums in Palästina: sie neigen vielleicht deshalb zum Deutschtumhin, weil Deutschland der Freund der Türken ist und sie nur in der Anlehnung an die Türkei ihr Ideal verwirklichen zu können glauben. Eine ausdrückliche Stellung für Deutschtum, Rufsentum oder Polentum lehnen sie natürlich ab. Größer als die Zahl der Russophilen und der Assimilanteu ist die Zahl der gebildeten Juden, die die deutsche Kultur so weit lieben und schützen, daß sie ehrliche Deutschenfreunde gelvorden sind. Sie verweisen ans die gute Lage der deutschen Juden, auf die Ehrlichkeit und Gerechtigkeit der deutschen Herrschaft im Gegensatz zur russischen, sie sprechen auch offen davon, gern deutsch werden zu wollen. Freilich ist bei vielen der Beweggrund solchen Denkens in letzter Linie geschäftlicher Natur. Aushebung der Beschränkung im Wohnen und im Handeln, Freizügigkeit und Wohnfreiheit erhosfeu sie von Deutschland. Dieses Ideal lebt auch unausgesprochen in der großen Masse des Judentums, in Hunderttausenden, die weder lesen noch schreiben können, und die nur von Deutschland als dem sagenhaften Lande haben erzählen hören, in dem es ihren Glaubeusbrüdern gut gehe. Diese Masse irgendwie in politische Berechnungen gu ziehen, ist wohl ein Fehler, weil sie selbst zu wenig Politisch denken kauu. Auch die elende soziale Lage der Armen und Unterdrückten hat in Polen keine gemeinsamen Bande zwischen Juden und Polen entstehen lassen. Zwar gibt es Kreise der polnischen Sozialdemokratie, die schon Verständnis für die Notwendigkeit eines Zusammengehens haben und auch einsehen, daß ohne die jüdische Arbeiterschaft Forderungen und Verbesserungen gar nicht durchzusiühren sind. Aber vor der Hand stehen solche sozialen Kämpfe im ganzen noch unter dem Zeichen der gleichzeitigen rmnip nSsn öwpo .r-op nute miD rr>te>r. ppi p n'?;snSri pp arpn p-rn ND2 -rpis ^22-2 c»'; ^tcti vrT\ )r>: : Ü7n r. ■o\s | -nw : .ffjvp.n ‘ rs N2 nxa S rvs"? - iu u 3 p*iQy.j na i3 eterp'7 Hpxpoj ü'Sxi V.

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