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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1915-04-16 · Heft 16 (16.4.1915) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
79 (1915)
Issue
Heft 16 (16.4.1915)
Date
1915-04-16
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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A r b e i t e r k o l o n i e" iit Weißensee Gelegenheit geboten ist, durch einmalige Zahlung des M i n d e st b e t r a g e s von 100 M a r k eine Iahrzeitstiftr: ng Zu begründen. In der Anstaltssynagoge befinden sich Ehrentafeln, auf denen die Namen der Verstorbenen verzeichnet sind; dort wird auch am Sterbetage beim Morgen- und Abendgottesdienst das Kaddischgebet verrichtet, auch wird in der Anstalt eine Jahrzeitlampe entzündet. Pietätvolle Angehörige können ein soziales Hilfswerk, das während seines 13 Jahre dauernden Bestehens an mehr als 7000 unglücklichen Glaubensgenossen eine segensreiche Wirksamkeit erprobt hat, fördern, indem sie zugleich den Nainen ihres Angehörigen, dem dadurch Dauer verliehen wird, mit einem gemeinnützigen Institut verknüpfen. Nähere Auskunft erteilt das Burvau des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes, Berlin, Steglitzer Straße 85. g/3 Berlin, 13. April. Am Freitag, den 9. d. M., fand auf dem Friedhof in der Schönhauser Allee unter großer Beteiligung die Beerdigung des Kommerzienrats G u st a v M a n h e i m e r statt. Ilm 11 Uhr vormittags versammelte sich in der mit würdigem Trauerschmuck versehenen Leichenhalle ein überaus zahlreiches Trauergefolge, bestehend aus dem großen Kreise der Angehörigen und Freunde des Verstorbenen und Vertretern von Konfektion und Handel. Von den vielen Kränzen, die gespendet worden waren, seien erwähnt der Kranz der Inhaber der Firma V. Manheimer, des Brüdervereins Z. g. U., des Personals der Firma V. Manheimer u. a. In dem großen Trauergefolge bemerkte man von der Handelskammer Kommerzienrat Alfred Loewenberg, vom Verband der deutschen Damen- und Müdchenmäntelsabrikanten dessen Vorsitzenden Kommerzienrat B a m b e r g , von der Dresdner Bank Direktor G u t t m a n n, Generaldirektor Oliven von Ludwig Loewe, Stadtverordneten I a c o b i, Kommerzienrat D. Lev in sowie Abordnungen des Personals der Firma V. Manheimer. Eingeleitet wurde die Feier durch den Synagogenchor Lützowstraße mit den: Gesang „Dort unten ist Friede", worauf Rabbiner Dr. Weiße die Gedächtnisrede hielt. Unter dem Gesang „Es ist bestimmt in Gottes Rat" erfolgte sodann die Beisetzung im Erbbegräbnis. B. T. Berlin, 13. April. Heute vormittag 11 Uhr fand in der alten Leichenhalle des Friedhofes der jüdischen Gemeinde in Weihenfee eine Trauerfeier für den verstorbenen früheren Oberlehrer Professor Dr. Josua Ho row i tz statt. Zu ihr hatte sich neben den Angehörigen ohne große Anzahl Studiengenossen und Freunde des Heimgegangenen eingefundeu. Nach einem Chorgesang, den der Shnagogenchor aus der Lützowstraße ausführte, hielt Rabbiner Dr. Rosenberg aus Thorn die Gedächtnisrede. Dann widmete Professor Dr. S. Kalischer dem Verstorbenen namens der Bibliothekkommission der jüdischen Gemeinde und des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes einen ehrenden Nachruf; eine weitere Ansprache hielt Rabbiner Dr. Walter aus Bromberg. Chorgesang beschloß die Feier, der die Beisetzung folgte. Berlin, 13. April. Herr M a r Weiß in Berlin W, Kursürstendamm 241, sendet uns den Auszug eines von seinem ältesten Sohne an ihn gerichteten Briefes, dem wir folgende bemerkenswerte Notiz entnehmen: Eine den Pessach-Festgottesdienst betreffende Stelle aus unserem Divisionsbefehl von: 25. März wird Dich wiederum interessieren. Sie lautet: „Gottesdienst am Passahfest: 30. 3., 31. 3., 5. und 0. 4. Am 29. 3., abends 7 Uhr, findet Gottesdienst in Avion, Hauptstraße 91, mit anschließenden: S e d e r statt. Die Truppenteile melden zum 28. 3., wie viele Viani:schäften jüdischen Glaubens daran teilnehmen wollen. Den Mannschaften ist nach Möglichkeit die Teilnahme an diesen: Abend und an den übrigen Festgottesdiensten zu gestatten." %%% Berlin, 13. April. Das Eiserne Kreuz erhielten: Unteroffizier d. R. Willi Eisenberg, Oberarzt Dr. Bruno Moses, Alexander Lew in, Direktor der Berlin-Gubener Hutsabrik, Unteroffizier >d. R. Max Albert H e i m a n n , Dr. Haus Reiner, Kriessre:- willigcr Kurt Herr m a n n , Stabsarzt Dr. Jjaac Zw i r n, Stabs- und Regimentsarzt Dr. Abraham, Bataillonsarzt Dr. Richard Z i u: m t, Sohn des Herrn A. Zinunt, Altonaer Straße 17, Assistenzarzt Tr. Simon. Oberarzt Dr. Emil Hey mann, Unteroffizier d. R. Jos. I u l i u s b u r g e r, Rechtsanwalt Dr. Rudolf G o l d st e i n . Sanitätsrat Dr. R o s e n b e r g, Oberarzt Dr. S. S ch r a g e n h e i m , Stabs- und Regimentsarzt Dr. Michael Sachs, Gefreiter Alfred H o l z m a n n - Groß-Berlin; Oberapotheker Siegfried W o l l e n b e r g - Gnesen, Einjähriger, Kriegsfreiwilliger Gefreiter Stefan Cohn-Breslau, Vizefeldwebel Juli»? S a l i n g e r - Neustettin, Unteroffizier d. N. Markus L e h m an», Sohn des Schriftstellers Oskar Lehmann-Mainz^. Enkel des selige Rabbiners und Begründers des „Israelit" Dr. Lehman: Assistenzarzt Dr. Siegfried I a c o b i - Herzogenrath, Stabsarzt d. : . Dr. Peiser - Ostrowo, Kriegsfreiwilliger Gefreiter Kurt Mülle heim, Sohn des Kaufmanns Adolf Müllerheim-Schwedt a. l Das Eiserne Kreuz erhielten in Nürnberg: Feldlazare; infpektor Isaak G r ü n e b a u m, Sohn des bekannte! Philanthropen Abraham Grünebaum, Vizefeldwebel Leo Frau. Mitinhaber der Firma Adolf Frank, Dr. Ernst Ger st, Stabsar : in: 22. bayerischen Feldartillerieregiment, Dr. Julius Heßdörfe früherer Assistenzarzt im städtischen Krankenhaus Nürnberg, Arth'. Bärlein aus Fürth, Offizierstellvertreter im 1. bayerisch i Reserve-Feldartillerieregiment. Das bayerische Militärverdienstkre!; zweiter Klasse erhielten: Jakob Emden aus Nürnberg, Vizewach meister bei der 2. Munitionstöloune des 3. bayerischen Armeekorp Feldmagazininspektor H e ch i n g e r aus Nürnberg, Feldmagazi inspektor Leo Sturm aus Nürnberg (bereits Inhaber des Eisern : Kreuzes). Albert S ch l o ß h e i m e r , Osfizierstellvertreter i 7. bayerischen Laudwehrinfanterieregiment (bereits Jichaber d Eisernen Kreuzes). 22 Berlin, 13. April. Von der Weitherzigkeit, mit der d Kommandanten der Gefangenenlager in Deutschland das Leber: b Kriegsgefangener: regeln, zeugt eine Theatervorstellung, die am 6. Ap: im Kriegsgefangenenlager zu Parchim in Mecklenburg stattfinb durste. Veranstaltet wurde die Vorstellung von der: j ü d i s ch >' : Soldaten unter den r u s s i s ch e n Kriegsgefangenen, und das ri - vorliegende, sauber gedruckte Programm enthält hauptsächlich jüdch Theater- und Musikstücke. Die Vorstellung begann nachmittags u ' 3>2 Uhr und wurde eröffnet durch die Ouvertüre „Der Schwur : Tempel", „ausgeführt von dem Virtuosen Gap enko". Solist Gl witzki sang dann, von einem Chor begleitet, zwei Arien aus d Oper „Barkochba", und schließlich wurde aus dieser Oper auch noch >b : dramatische Bild „Der Prinz Ismail" dargestellt. Nach einer Par folgte der zweite Teil. Einer der Gefangenen sang drei •beittjc:. „komische Couplets", nämlich „Tra-laAa", „Ich fürchte zu schlaf : alleine" und Habe keine Furcht, Gott ist mit dir". Eine gedrücl. Stimmung kam: in dem Lager kann: herrschen, denn ein komisch ■ Stück — „Zwei Lumpen" — bildete den Mittelpunkt auch des drit; Teils. Das Programm verzeichnet zwei Regisseure, einen Dekoratei Souffleur, Derigeur und Programmverlvalter. W. Danzig, 9. April. Das Oberkriegsgericht in Tanz verhandelte in mehrstündiger Verhandlung gegen der: Lau wehrmann Schmul aus Marienburg wegen versucht Landesverrats. Der Angeklagte war zu Beginn des Krieg auf dern Bezirkskomm arrdo zrr Marienburg beschäftigt und lourde d mals wegen versuchten Landesverrats zu vier Jahren Gesang» verurteilt. Gegen das Urteil hatte der Gerichtsherr Berufung ei gelegt, zumal der Vertreter der Anklage damals eine weit h ö h c i Strafe beantragt hatte. Auch vor den: Oberkriegsgericht Hände: es sich wieder um eine sehr hohe Strafe, doch wurde der A geklagte schließlich dem Anträge des Verteidigers, Justizrats Re- Danzig, entsprecherrd fveigesprocherr. N. 8. Liegnitz, 9. April. Rege Tätigkeit entfaltet der „I i d i s ch e Iugendbund" unserer Gemeinde während des Krieg/ Da seine Mitglieder zum bei weitem größten Teile Heeresdien . leisten und daher Sitzungen nicht stattfinden können, hat er es V n zur Aufgabe gemacht, sich der jüdischen Soldaten, die in der hiesig ’ Garnison ihre Ausbildung erfahren, anzunehmen. Diese Best: bungen, die von schönstem Erfolge begleitet find, werden von feit; der inaktiven Mitglieder durch Beiträge verschiedener Art geförde Die Silesia-Loge hat dem Jugendbund ihre Räume hierfür zur Ve sügung gestellt, und so vereinigen sich jeden Sonnabendabend durschnittlich 30—40 Soldaten zu einem gemütlichen Beisammense und werden unentgeltlich rnit warmem Abendbrot und Getränke bewirtet. Den Höhepunkt erreichte die den Soldaten gewährte Ga freundschaft in einem Sederabende, zu welchen: 62 Soldaten nr Zivilpersonen erschienen waren. Es war ein erhebendes Bild, in de festlich erleuchteten Saale an den schön gedeckten Tafeln die Mar jünger, die für das rauhe Kriegshandwerk erzogen werden, andächr den bekannten Melodien, die so manchen im Geiste ins ferne Elte:»

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