Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 79 (1915)
- Issue
- Heft 16 (16.4.1915)
- Date
- 1915-04-16
- Page
- Seite 185 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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185 idjt'll (: 1: er Jud -ii gbcutn ni passuiu Nach i,-v n@rin.^ tc Int n ctimi ’i, tftftvi; :(1 cntfnl! ii : jüdii i c tan f it Staat n sman Norgc >- »en s> h. ietc k v enzeit! .i, unt'ii= L'[)«ltl’ o;n Br Mähr ng UI? irend?r Va \'x Talm id gefül r Erwei irng u d ns nrch ) er i isie a > Phi asialr ii ndra ö ii> anv-tf ierha. ff die r >- 'esselv n novir te mltsck » elbst ii t Lehrer- Mer t chen ©tut»--'II, re sei :r arofai en Pflieitr wer ex Arbei i» g ein ,i>- ,ium rtan K:ilehörden anerkanntes Verdienst dadurch, daß er den verwaisten pädagogischen Unterricht übernahm. Nachdem er diesen hatte aufgeben können, wrrrde ihm ein i ebiet zur Bearbeitung überwiesen, auf dem es ihm beschieden i ar, zum Teil neue Wege zu bahnen. Er wurde Lehrer des Hei arischen an der 1885 eröffneten Präparandenklasse und überi rhm nach und nach den Unterricht in demselben Fache und i anderen Zweigen des Religionsunterrichts auf den veri gedenen Stufen der Lehrerbildungsanstalt. Schon in der Vorbereitungsklasse war er sich der Aufgabe c.-s hebräischen Unterrichts an einer jüdischen Lehrerbildungs- > -.statt bewußt, an der dieser das Zentrum des Religionsunter- . hts bildet. Die Schüler sollten nicht nur, aus der un- , trübten Urquelle schöpfend, sich in den Geist der Bibel ver- Mifen lernen, auf daß sie dadurch Stab und Stütze für ihr Leben i iö Wirken erhalten. Sie sollten auch in den Geist der hebräii wn Sprache als der Sprache der ii,'ligion allmählich eindringen. , ,i diesem Zwecke bestand Herr ' r. Sonnenschein nicht nur darauf, i ß sie sich wichtige Abschnitte des! textes aneignen. Eine. neue i ihn brechend, leitete er, auf dem . wen der Wissenschaft stehend, die hüler an, die innere Sprachform i ivohl des Sprachbaues wie des vrachschatzes soviel wie möglich bständig zu erkennen, und brachte ■ ' dazu, mannigfache Belege für t is Erkannte sich zu eigen zu i achen und über den erworbenen 'i esitz zu schalten. Eigenartig und verdienstvoll r ir auch die mit diesem Gemüt i id Geist bildenden Unterricht i ind in Hand gehende Einführung i:- das volle Verständnis der reli- >i Zen Praxis und deren geschicht- >i ge Entwicklung. Aber nicht nur M Wissen und Können eines Re- . ivnslehrers sollten sich die Schüu erwerben. Von der Tiefe ii ues religiösen Gefühls, das sich in seinem vorbildlichen Leben beki adete, getrieben, strebte er mit d i ganzen Stärke seines Willens tnach, die Schüler auch au die Erfüllung der Pflichten eines - >rers der jüdischen Religion zu gewöhnen. Diese erziehliche t «Wirkung suchte er im persönlichen Verkehr durch Eingehen a f das Willensleben und die Interessen der einzelnen Schüler, t s ihm durch seine reiche Welt- und Menschenkenntnis erli htert wuvde, zu befestigen und zu erweitern. Daß ein solcher Lehrer und Erzieher sich auch durch lebhi 'te und tatkräftige Teilnahme an dem äußeren Ergehen der T hüler als deren väterlicher Freund erwies, bedarf ebensow.nig der Erwähnung, wie daß seine gesamte Wirksamkeit das seihen auch der Anstalt kräftiglich förderte. Nahezu eiu ll.nschenalter konnte diese sich seiner Kraft erfreuen. Der Dank dafür wurde dem verehrten Manne, wie schon ii her gelegentlich, so besonders bei seinem Scheiden von der >li statt im Jahre 1910, zu dem ihn ein längeres Leiden zwang, All der königlichen Behörde und den Amtsgenossen zum Ausblick gebracht. Mit ungeschwächter Geisteskraft lebt er jetzt seinen philo- 'i -hischen und biblischen Studien, die er noch als Dozent der Piitel-Heine-Ephraim-Stiftung verwertet. Dr. Simon Sonnenschein Daß Herr Dr. Sonnenschein sich dieser Studien noch lange in körperlicher Rüstigkeit erfreuen möge, dieser Wunsch sei ihm zu dem Tage dargebracht, an dem er die erste von dem Psalmdichter angegebene Lebensgrenze überschreitet. Änlere „stillen lknegstrilnehmer" Von I. H e r z b e r g, Bromberg. Beit Beginn des Krieges ist wiederholt die ernste und dringende Mahnung ausgesprochen worden, auf jede nur mögliche Art und Weise festzustellen, in welchem Maße wir Juden in dem gegenwärtig tobenden Weltkampfe öffentlich Mitwirken, um dereinst kundtun zu können, daß wir bei der Betätigung unserer Vaterlandsliebe keinem andersgläubigen deutschen Staatsbürger nachstehen und uns mit vollstem Rechte „d e u t s ch e Staatsbürger jüdischen Glaubens" nennen dürfen. Ist diese Feststellung schon an und für sich für jeden deutschen Inden von höchstem Interesse, so wird sie zur Notwendigkeit angesichts der immer deutlicher in die Erscheinung tretenden Tatsache, daß unsere „lieben" Feinde im deutschen Vaterlande im Hinblick auf die hervorragende Betätigung der Juden sowohl in Feindesland als auch in der Heimat schon ein Mißbehagen erfaßt hat, darob, daß die Grundlagen für ihre verhetzende Tätigkeit immer schwankender werden und der Kreis derjenigen, welche ihren lügenhaften Darstellungen und verleumderischen Ausführungen Glauben schenken, immer kleiner wird. Wie stets bisher, wollen sie auch in den gegenwärtigen großen Tagen nicht anerkennen, daß auch bei den Juden Dtut und Tapferkeit, Opferwilligkeit und Menschenfreundlichkeit anzutreffen sind, und sie geben zu verstehen, daß Jude und — Feigheit, Eigennutz, Lug und Trug untrennbare Begriffe seien. Und diese Gesinnung wagen sie in ihrer Verlogenheit und Verbissenheit selbst in den jetzigen schweren Tagen durch gewissenlose Verleumdungen und schmähliche Verdrehung von feststehenden Tatsachen öffentlich in allen Tonarten zum Ausdruck zu bringen, i»rt in einer Zeit, wo der Friede und die Eintracht im Innern uns so not tun, wo die Kräfte aller, selbst des Geringsten, dem Vaterlande von Nutzen sein können, Haß und Zwietracht, Zersplitterung und Schwächung herbeizuführen, so daß die Militärbehörde sich veranlaßt sieht, gegen ein solches Treiben, das geradezu als ein Verbrechen gegen die Wohlfahrt des Vaterlandes bezeichnet werden muß, mit scharfen Maßnahmen einzuschreiten. Die jüdischen Zeitschriften, unter ihnen auch die „Allgemeine Zeitung des Judentums", sind daher von Anfang an bemüht gewesen, in ausführlicher Weise darüber zu berichten, in welch hervorragendem Maße sich Juden auf den Schlachtfeldern auszeichnen. Sie verzeichnen fortlaufend die Namen all derjenigen Tapferen, welche vor dem Feinde sich das Eiserne Kreuz nicht nur zweiter, sondern in einigen Fällen sogar e r st e r Klasse erworben haben, und sie liefern gleichzeitig den