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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1915-04-09 · Heft 15 (9.4.1915) · p. Seite 173

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
79 (1915)
Issue
Heft 15 (9.4.1915)
Date
1915-04-09
Page
Seite 173 (sequence 5)
Language
German
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173 Voge, die Initiative zur Hilfeleistung und suchte die in der i iieten Moldau zu sammelnden Gelder möglichst zu zentralilcren, damit die,Unterstützung systematisiert und wirksam sei. Zu diesem Zwecke konstituierte sie aus ihrer Mitte ein Komitee, zusammengesetzt aus folgenden Herren: Logen-! ispektor Dr. H. Burstin. Logenpräsident Dr. Salomovici, : ientvr Rabbiner Dr. Meier Thenen, Kassierer Schönberg, . ekretär Schächter, Wechsler, Pineles und Apter. In erster Reihe hat das Komitee einen Aufruf in jüdischer i,ab in rumänischer Sprache erlassen, der nicht nur in Jassy erteilt, sondern auch nach anderen Orten der Moldau r/rschickt wurde, zur Sammlung von Geldern, die so nötig i aren, um den täglich von unseren Glaubensbrüdern aus den ■ rten in der Nähe der Grenze einlaufenden Gesuchen um I nterstützung Genüge leisten zu können. Zu gleicher Zeit hat man an verschiedene Ortschaften Sub-! riptionslisten und Carnets, die je > Blättchen ä 30 Bani (einem Brote l itsprechend) enthielten, verschickt. Diese Couponbüchelchen sind mit m Zwecke verteilt worden, daß auch : ejenigen, die nicht imstande sind, ößere Summen auf den Listen zu ichnen, wenigstens mit kleinen ' oben an dem Werke mithelfen. Um sich von der realen Lage der flüchteten zu überzeugen, hat die ' Immission mehrere Delegierte mit i eld nach Burdujeni (rumänischi ikowinische Grenze) geschickt. Das i vmitee hat besonders nach Jtzkany id Suceava, von deren Gemeindeirstehern es mit Klagen über die; aurigen Zustände der dorthin vom utrum der Bukowina Geflüchteten i drängt wurde, mehreremal größere < träge geschickt. Als dann das Durchreisen der Get achteten über Rumänien nach! ligarn begann, mußte man einerits für die Armen das Fahrgeld behlen, andererseits nach den Städten ' aschkani, Adjud und Tg. Ocna ver- > siedene Summen zur Berspeisung i r diese Stationen passierenden Ge-! lichteten senden. Zu gleicher Zeit l men Haufen von russischen Juden, de auf dem Wege von Palästina >' :ch Rußland Jassy passieren mußten, l tan verpflegte auch diese nach Möglichkeit. Das 1 unitee hat außerdem noch für mehrere arme Flüchtlinge, t e vorübergehend in Jassy sich aufhalten, zu sorgen. Vielen ran diesen hat man Kleidung und Wäsche besorgt. Noch jetzt besorgt das Komitee täglich die Berspeisung am l ahnhos sowohl solcher, die von verschiedenen Ländern nach Rußland zurückkehren (russische Untertanen), als auch öster- > ichischer und deutscher Bürger, die von Rußland kommen. . >n übrigen nehmen sich der österreichischen und deutschen i ntertanen die betreffenden Konsuln in weitem Maße an. Angesichts der Tatsache, daß alle von der Bukowina vor in Greueltaten der Russen Geflüchteten (ohne Ausnahme alle) wirklich hart betroffen waren, fühlte es das Komitee als eine elementare menschliche Pflicht, bei dieser Hilseleistung nicht um ein Haar einen Unterschied der Nationalität der Notleidenden zu machen, obwohl darunter euch viele rumänische Familien waren, die in weiterem Maße und viel eher von ihren Brüdern unterstützt werden konnten. Das Komitee tat dies nicht aus Reklame gegenüber der andersgläubigen Bevölkerung, sondern weil es unmöglich die Leiden anderer untätig ansehen konnte, während es in seiner Kraft stand zu helfen. Das Los der Bukowiner Juden geht dem rumänischen Juden über alle Maßen nahe und ergreift ihn sehr, doch ist er seelisch glücklich, daß er, der oft Unterstützte, auch einiual in die Lage kam, anderen zu helfen. Änlere MLprkdigrr. (Fortsetzung von Nr. 7.) err Rabbiner Dr. C h o n e, Feldgeistlicher beim 14. Armeekorps, 19. Division, dessen Bild wir hier folgen lassen, schreibt mir: Meurchin.... 1915. Sehr geehrter Herr Regierungsrat! Wer hätte das gedacht, daß der Krieg auch noch die Folge zeitigt? Mein Bild soll urbi et orbi durch die Zeitung bekanntgegeben werden! Da ich diese Ehre auf die Bedeutung meiner leider noch ungeschriebenen Werke nicht zurückführen kann, muß ich mir selber gestehen: das ist dein Steckbrief! Unsere Braven im Felde, denen ich begegne, sollen mich gleich erkennen. Für diese schöne Absicht bin ich Ihnen, sehr geehrter Herr Geheimrat, außerordentlich dankbar; denn alles, was ein leichteres Finden fördert, ist zu begrüßen. Kollege Wilde glaubt das durch ein an die Armbinde angezeichnetes Mögen Dowid zu erreichen. Mir haben beim Abzug aus der Heimat liebe weibliche Hände ein schönes Mögen Dowid in Violett zum Anhesten an den Rock angefertigt. Nichtsdestoweniger halte ich es mit unserem Vater Joseph: 68 achaj onochi m’vvackesch: ich suche die einzelnen, nicht nur in Lazaretten, sondern auch auf den Märschen, an Haltepunkten, in den Quartieren, bei der Bagage. Viele habe ich so schon gefunden: Schüler aus früherer Zeit und solche, die noch vor wenigen Monaten auf der Schulbank vor mir gesessen haben, Menschen aus den verschiedensten Teilen des deutschen Vaterlandes. Besonders oft bin ich mit den Söhnen meiner Konstanzer Gemeinde zusammen, von denen leider so manche den Heldentod gestorben sind. Aber auch Angehörige der Gemeinde, an der ich früher tätig war, der Nürnberger, habe ich bei Gottesdiensten und auch sonst getroffen; wir halten ja in unserer (der 6.) Armee brüderliche Kameradschaft mit den tüchtigen Bayern. Ich bin als Feldgeistlicher dem 14. Armeekorps zugeteilt, genieße also insofern eine Vorzugsstellung vor den anderen Kollegen, als ich, bei der Begrenztheit meines Wirkungskreises, besser an die einzelnen herankomme und mich nicht nur auf ein einmaliges Beisammensein mit den jüdischen Mannschaften der badischen Truppenteile beschränken muß. Sie kennen auch schon meine Kalesche mit dem eingespannten Fuchs (früher war's ein Rappen, er ist zur Auffrischung seiner Rabbiner Dr. Chone, Ronstanz Feldgeistlicher des Armeekorps.

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