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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1915-04-02 · Heft 14 (2.4.1915) · p. Seite 163

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
79 (1915)
Issue
Heft 14 (2.4.1915)
Date
1915-04-02
Page
Seite 163 (sequence 7)
Language
German
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Mit benderer Liebe und Andacht versenkte er sich in die Betrachng der Natur und verstand es, ihr die feinsten Stimmungserte zu entlocken. — Als Schüler von Hermann Struck — ne Zeitlang auch von Paul aum — hat sich Gustav S chneider der graphischen Kunst l igewendet und im Steindruck l nd hauptsächlich in der! adierung eine bedeutende ^Meisterschaft erworben; eine > eihe von zarten Pastellen zei-?n ihn aber auch als einen inen Farbenkünstler. Seine andfchaftsmotive aus Altlerlin, Tirol, Dänemark und >r allem aus Italien geben eit mehr als die künstlerische! Wiedergabe eines wohlgelungei.'n Wirklichkeitsausschnittes: ' - sind seelenvolle Stimmungsylle, licht- und sonnendurchänkt, da die stille Natur in wer erhabenen Größe Leben gewinnt, die weiten Ebenen zu nmen beginnen und die großen ' ättme ihre Kronen wie zum üsternden Zwiegespräch hin nd her neigen. Die Zypresse ar sein Lieblingsbaum — ihre inkle, schwermütige Silho nette nrkt wie ein Ritardando in 'er lichten Fröhlichkeit des winteren Südens. In den verhiedensten Variationen kehrt e auf seinen zahlreichen blättern aus dem Lande seiner weiten Heimat, in der erst Milderung und Heilung ines Leidens suchte, wieder. . ieses Symbol einer verhaltenen Wehmut, das Sichbescheiden t der Freude und feinfühlige Bewundern der steten Ausgeglichenheit in der Natur erheben die Arbeiten des frühvollideten Künstlers zu Meisterwerken von hoher Vollendung, die rs Andenken ihres Schöpfers nicht in Vergessenheit geraten iffen und seinen Namen in Ehren bewahren werden. lein neues Luellenwrrk zur Geschichte der deutschen Juden". Von A. W a r s ch a u e r. or uns liegt ein überaus gewichtiges Werk, gewichtig nicht nur der wissenschaftlichen Bedeutung, sondern auch ler äußeren Erscheinung nach, denn der stattliche Quartband _ : «>«.*! x) Urkundenbuch zur Geschichte der Juden in Frankfurt am Main ien 1150—1400, bearbeitet von I. Kracauer. Band 1. Urkunden, Alter Jude aus Tarnow. 1909. von mehr als 1000 Seiten Text erfordert schon eine gewisse Muskelkraft zu seiner Handhabung. In keiner Weise handelt es sich also bei diesem Werk um eine „leichte" Lektüre. Man wird zugeben müssen, daß sein Inhalt auch für den gebildeten Laien, der sonst gewillt ist, eine wissenschaftliche Förderung durch geistige Anstrengung zu erkaufen, nicht recht zugänglich sein wird. Das Werk ist lediglich der gelehrten Forschung Vorbehalten, die berufen ist, das hier aufgespeicherte Rohmaterial zu bearbeiten und so erst großen Kreisen aus zweiter Hand verständlich zu machen. Aber gerade deshalb, weil das Werk selbst sich dem weiteren Publikum verschließt, wird es eine Pflicht gegenüber dem gelehrten Herausgeber, der viele Jahre entsagungsvoller und angespannter Arbeit dieser Veröffentlichunggewidmet hat, und der israelitischen Gemeinde zu Frankfurt a. M., durch deren verständnisvolle Förderung die kostspielige Herausgabe ermöglicht worden ist, auf die große Bedeutung und den weitgreifenden Nutzen derartiger Leistungen hinzuweisen. Wird doch durch ein solches Werk gewissermaßen ein Sammelbecken errichtet, das seinen Inhalt durch ein weitverzweigtes System von Röhren und Röhrchen in die Nähe und Ferne befruchtend ergießt. Die jüdische Gemeinde zu Frankfurt a. M. gehört nicht zu den ältesten auf deutschem Boden. Die zu Worms, Köln, Mainz und Speyer können ihre Geschichte bis in das frühere Mittelalter zurückführen, während die historischen Quellen über die Frankfurter Juden, abgesehen von gelegentlichen einzelnen Erwähnungen, erst um die Mitte des 13. Jahrhunderts in Fülle einsetzen. Von diesem Zeitpunkt an aber besitzt das Stadtarchiv von Frankfurt ein so reichhaltiges und fast lückenloses Material zur Geschichte der dortigen Inden, daß sich wohl keine andere vergleichen kann. Das vorliegende Werk, Jahre 1400 veröffentlicht, gibt 0 Gemeinde damit das die Quellen nur bis zum einen sprechenden Beweis hierfür; denn vor seinem Erscheinen hätte man es wohl nicht für möglich gehalten, daß zur Geschichte einer einzigen jüdischen Gemeinde eine solche Fülle von überliefertem urkundlichen Stofs aus vergleichsweise so früher Zeit zusammengetragen werden könne. Die jüdische Gemeinde selbst hat für die Sammlung kein einziges Stück beigesteuert, da die älteren Bestandteile ihres Archivs längst untergegangen sind. Einzelne Stücke sind dem fränkischen Kreisarchiv zu Würzburg entnommen. Im übrigen aber stammt fast alles aus dem Stadtarchiv von Frankfurt, dessen Leiter, Herr Professor Dr. Jung, das Unternehmen in aufopfernder Weise gefördert und durch einen unterrichtenden Rechenbücher, Bedebücher. Grabinschriften. Register. VII und 1056 S. 4». Band 2. Bürgcrbücher, Kcrichtsbücher, Frankfurt a. M. Kaufmann. 1914.

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