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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1915-03-26 · Heft 13 (26.3.1915) · p. Seite 156

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
79 (1915)
Issue
Heft 13 (26.3.1915)
Date
1915-03-26
Page
Seite 156 (sequence 12)
Language
German
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156 Frvh reibt sich Mutter Erde Vom Auq' des Schlafes Spur. Und wie der Lenzhauch milde Das weite All durchrinnt. Aufwachen die Gefilde, Das Leben neu beginnt. Ein wunderbares Leben, Ein Wirken fern und nah, Ein siegesfrisch Sichhoben Durchpulst Germania. Bald ist's, als hätte nimmer Der Lenz so hold geblüht. Der Sonne goldner Schimmer Nie reich're Auch durchglüht, Als hält' man so viel Kräfte, Mut, Hoffnung, froh Vertran'n Zu jeglichem Geschäfte, Nie vorher können schan'n. Ein einzig starkes Fühlen Das ganze Volk durchdringt, Es weiß, das; höchsten Zielen Nur Fleiß uns nahe bringt. Es denkt bei jedem Hiebe, Bei jedem Spatenstich, Für dich schaff' ich in Liebe Mein deutsches Land, für dich. Du läßt dein Volk nicht darben, Wir schaffen stolz und frei, Ob Tausende auch starben, Ein jeder jetzt für zwei. Wir Deutsche wollen Proben Das Wort, das Kraft enthält: Wir fürchten Gott dort oben Und nichts sonst auf der Welt. Uns soll nicht schrecken, drücken Ter Feinde vieles Droh'u, Wir spotten ihrer Tücken Und ihrer Wut, der roh'n. lind selbst die bittern Tränen, Die dieser Krieg erpreßt. Sie machen Herz und Sehnen, Den Acut uns felsenfest. Bald sollen unbestritten Die deutschen Farben weh'n. Trotz Franzen, Russen, Briten Die deutschen Schiffe gehn. Ja, glaubt nur deutschem Schaffen Und deutschem Geistesflug; Das deutsche Volk in Waffen Ist groß und stark genug, Jedweden Feind zu zwingen. Mit aller Welt im Krieg. Ter Heimat zu erringen Mit Gott gerechten Sieg. Wie einst in grauen Zeiten, So klingt die Ostermär': Ter Herr sein Volk ließ schreiten Mit trvck'nem Fuß durchs Meer, Und wie die Feinde sanken Zur Tiefe Roß und Mann, So knüpf' ich dem Gedanken Den Wunsch, mein Deutschland, an: Das Meer der Feinde weiche Vor deutscher Kraft zurück! Gib Gott dem Deutschen Reiche, Dem Kaiser Sieg und Glück! Keklgch. j V|^enn der Frühling naht mit Hoffen, V'V' Kehrt mit seinem Prangen wieder,! Denkt zcrbroch'ner Sklavenketten, Israel, singt Freiheitslieder! So war's stets in diesen Tagen, Weil geschirmt uns Gottes Macht, Die einst führte uns're Ahnen Aus Aegyptens finst rer Nacht. Doch in diesem Jahre mischt sich Frohgefühl mit wildem Schmerz. Feinde ringsum, bange Sorgen; Sie bedrücken schwer das Herz. Pharao ist tot, doch leben Pharaonen sonder Zahl, Die dem teuren Vaterlande Schmerz bereiten, Not und Onal. Heldenblut durchtränkt die Erde, Und es wütet rings der Krieg, Doch wir harren, weil wir glauben An gerechter Sache Sieg! Fest der Freiheit, stärk' die Hoffnung, Steig' mit deinem Segen nieder! Wenn die Feinde sind bezwungen, Tönen Dank- und Freiheitslieder! N a t h a n C v h n. Sprechfaul. Perehrliche Redaktion! Tor Perband der Dentschen Juden versendet wie zu Chanuka 1914 auch zum bevorstehenden Passahfest eine kleine Druckschrift als „Gruß an die jüdischen Soldaten im. deutschen Heer". Tie Schrift enthält eine dem Fest entsprechende Zusammenstellung von biblischen und Haggadahstellen und Psalmen sowie eine Predigt von Rabbiner Tr. Cohn-Bonn. Sie wird vom Perbande cm die jüdischen Feldgeistlichen gur Verteilung unter die Mannschaften ihres Bereiches versandt sowie nach Möglichkeit auch anderweitig an jüdische Soldaten im Felde übermittelt. Gemeinden oder sonstige jüdische Organisationen, die die Druckschrift jüdischen Soldaten im Felde oder in Garnisonen oder Lazaretten zukommen lassen wollen, erhalten ans Wunsch Exemplare vom Bureau des Verbandes, Berlin W 35, Potsdamer Straße 45. Ter Perband hat außerdem eine hebräische Haggadah an die Feldrabbinen zur Perteilung an diejenigen Soldaten versandt, die den hebräischen Text verwenden möchten und nicht etwa von anderer Seite ins Feld gesandt erhalten haben. Tie Feldrabbinen aller Armeen haben dem Verbände mitgeteilt, daß sie nach Möglichkeit für die Abhaltung von Sederabenden in den Truppenteilen ihrer Armee sorgen wollen. Hochachtungsvoll Verband der Deut s ch e n Juden. I. A.: Dr, L o ew enth a l, Generalsekretär. Berichtigung. Zu meinem Artikel in Nr. 10 ist nachzutragen, daß wir England noch weniger Dank schulden, als ich annahm. Mir wird nämlich folgendes mitgeteilt: Die I. C. A. ist nicht englischen Ursprungs, sondern eine Stiftung des Barons Moritz v. Hirsch, der seinerzeit das gesamte Aktienkapital von 200 Millionen Franken aus seiner Tasche hergegeben und nur deshalb die Form einer englischen Aktiengesellschaft für seine Stiftung gewählt hat, weil die englische Gesetzgebung die Gründung von Aktiengesellschaften besonders erleichtert und auf diese Weise die enorme französische Stempelgebühr erspart wurde. L. G.

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