Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 79 (1915)
- Issue
- Heft 7 (12.2.1915)
- Date
- 1915-02-12
- Page
- Seite 3 (sequence 15)
- Language
- German
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3 Bar-tholdys „Tann iverden die Gerechten leuchten". Dem Gebet für ( Kaiser und Reich schloß sich machtvoll ergreifend im hebräischen Text! der Gesang des Psalms 115 in der Kellermannschen Komposition an, i mit Orgelbegleitung von dem durch die liebenswürdige Mitwirkung! einzelner Gemeindemitglieder verstärkten Synagogenchor prächtig : vorgetragen. Ter brausende Chorgesang des Lewandowskischeu Halleluja-Psalms 150 und ein schönes Orgelnachspiel schlossen die eindrucksvolle Gedenkfeier der im jüdisch-religiösen Leben Posens hochbedeutsamen Brüdergemeinde. - L. B. Posen, 5. Februar. Tem Kaufmann Herrn Isidor Schmalz in Posen ist von dem Borgesetzten seines als Unterarzt im Felde stehenden Sohnes nachstehender bemerkenswerter Brief j zngegangen: „Bor B., 6w-1. 1915. Sehr geehrter Herr Schmalz! Nachdem Ihr Sohn Wilhelm das Eiserne Kreuz auf meine Ber-! anlassung erhalten hat, bereitet es mir eine ganz besondere Freude, Ihnen mitteilen zu können, daß Ihr Sohn sich das Kreuz durch j ganz besonders tüchtige Leistungen, durch hervorragende Pflicht- ' treue und Tapferkeit unter schwierigen Umstünden erworben hat. , Ich gratuliere Ihnen zu solchem Sohne und werde an meinem Teile dazu beitragen, seine Beförderung zum Sanitätsoffizier in die Wege zu leiten. In vorzüglicher Hochachtung sehr ergebenst! gez. Tr. Eckert, Stabsarzt II. Res.-Regt. 40."; Breslau, 5. Februar. F ü r st b i s ch o f D r. Bert r a m hat! am Tonnerstag, den 29. v. Bi., nachmittags von 3 bis X& Uhr die I im i s r a e litis ch e n K ranken h a u s e untergebrachten kranken; und verivundeten Soldaten besucht. Zn seiner Begleitung befand sieh! Geheimsekretär Tr. N e g w e r. Außerdem war von geistlicher Seite Domvikar Dr. Iedin anwesend. Der Fürstbischof wurde! an den Eingangstoren des Krankenhauses von zwei Herren des Borstandes empfangen, die ihm dann die Chefärzte vorstellten.! Unter Führung dieser Herren besuchte dann Fürstbischof Tr. Bertram alle im Krankenhause nntergebrachten kranken und verwundeten Soldaten, unterhielt sich mit jedem einzelnen in der liebenswürdigsten Weise und hatte für jeden herzliche und freund- > liche Worte des Trostes. Er ließ auch durch feinen Geheimsekretär! Zigarren und Zigaretten an die Verwundeten verteilen. Er be- , sichtigte ferner die übrigen Einrichtungen des Krankenhauses und die Operationsfäle und sprach sich den Herren des Vorstandes gegen-! über in der anerkennendsten Weife über die den Berwundeten gewidmete Fürsorge aus. Dann trug er sich in das „Goldene Buch" der Anstalt ein. M. Hamburg, 7. Februar. Tas R e p r ä s e n t a n t e n k o l l e - j g t it nt der Deut s ch - I s r a e l i t i s ch e n G e m e i n d e hielt l eine Sitzung unter Vorsitz des Herrn I. L i p p m a n n ab. Zunächst! wurde in die Kommission zur Beratung der Neuorganisation der! Gemeinde an Stelle des zum Gemeindevorsteher erwählten Herrn! I a k o b A l e x a n d e r Herr A l f r e d L i s s e r gewählt. ' Ter Ge-! ineindevorstand teilte mit, daß er beschlossen habe, von seinem Antrage auf Vermehrung der Mitglieder des Vorstandes bis auf weiteres Abstand zu nehmen. Tas Kollegium beschloß hierauf, auch seinen Antrag aus Vermehrung der Repräsentanten zurückzunehmen. Ter Gemeindevorstand teilte ferner mit, daß im Jahre 1914 außer z kleineir Stiftungen folgende Summen für Stiftungen bei der Gemeinde hinterlegt worden finb: 1. 50 000 Mark laut letztwilliger Ver-? fügung des Herrn S a l o m o n S t e i n d e ck e r zur Errichtung! einer „Satomon-Steindecker-Stistung" zur Unterstützung armer i Israeliten. 2. 75 000 Mark laut letztwilliger Verfügung des Herrn : I o s e P h K r o n h e i m e r in Melbourne zur Errichtung einer Braut-Ausstattungs-Stiftung. Tie Genehmigung des Senats für; beide Stiftungen ist bereits erfolgt. Endlich ist unter Aufsicht der! Gemeinde eine „Henry-und-Therese-Nteherhof-Stiftung" mit einem; Kapital von 40000 Mark errichtet worden, deren Erträgnisse alleinj stehenden weiblichen Personen ein Heim bieten sollen. Das Kapital ' ist dem Heim für jüdische Mädchen als „Meyerhof-Stiftuug" überj wiesen worden. Ter nächste Punkt der Tagesordnung betraf die j Tepositenkasse milder Stiftungen der Gemeinde. Der Vorstand hat j - die Bestimmung wieder hergestellt, wonach ein Mitglied des Vor-! standes, das zugleich Mitglied der Depositenkasse ist, auch Zusammen j mit einein Beamten der Gemeinde den Banken gegenüber verfügungsberechtigt sein soll. Herr L i s s e r berichtet namens der Statutenkommission, daß diese seinerzeit von dem Grundsatz ausgegangen sei, daß nur die Mitglieder des Vorstandes, und zwar stets zwei, emp-! sangsberechtigt zur Erhebung der Depositen und daher auch nur diese verfügungsberechtigt gegenüber.den Banken sind, nicht aber, wie der Gemeindevorstand es wünsche, ein Vorsteher in Verbindung mit einem Gemeindebeamten. Nach kurzer Debatte beschloß das Kollegium, bei seinem früheren Beschluß zu bleiben und den Antrag des Gemeindevorstandes abzulehnen. In einer gemeinschaftlichen Sitzung des Vorstandes und der Repräsentanten wurde das ausscheidende Mitglied des Gemeindevorstandes, Herr A. L e lv a n d o w s k y , einstimmig wiedergewühlt. Er gehört dem Vorstand bereits seit dem Jahre 1903 an und ist seit mehreren Jahren Vorsitzender des Schullvesens der Gemeinde. Ter neugewählte Gemeindevorsteher, Herr Jakob Alexander, ist für den ausscheidenden Herrn Beit Vorsitzender des Siechenheims geworden, auch ist er Präses der Besteuerungskommission der Gemeinde. J. A. Nürnberg, 5. Februar. T a s Eifer n e K r e u z erhielten: Kaufmann Albert S ch l o ß h e i m e r aus Nürnberg, Offizierstellvertreter im 7. bayerischen Landwehrinsauterieregiment; Trainleutnant Ernst Werner aus Bamberg, Sohn des Iustizrats Werner in Bamberg, 1. Vorstand der dortigen Kultusgemeinde; Chemiker Dr. Otto Rosenthal aus Nürnberg, Unteroffizier im 8. Feldartillerieregiment; Julius H i r s ch m a n u , Gefreiter im 6. Landlvehrinfanterieregiment, Vertreter der Metallwarenfabrik Gebrüder Bing A.-G.; die Unteroffiziere Paul und Hans Schottländer, Söhne der Witlve Elise Schottländer, unter gleichzeitiger Beförderung zum Vizeseldwebel; Oberleutnant Martin Rauh im 3. bayerischen Traiubataillon, Malzfabrikant, unter gleichzeitiger Beförderung zum Rittmeister. D e n M i l i t ä r v e r d i e u st o r d en 4. K l a s s e erhielt: Oberleutnant d. L. Fritz I g l a ue r. D a s M i l i t ä r v e r d i e n st k r e u z 3. K l a s s e erhielt e n : Ei ujahrig-Freiwilliger Norbert Neu manu im 6. bayerischen Infanterieregiment, unter Beförderung Zum Unteroffizier; Hugo Kohllitniin, Unteroffizier d. L. im 3. bayerischen Reservesußartillerieregiment, Sohn des langjährigen Vorstandsmitgliedes und Kassierers der israelitischen Kulknsgemeinde Laz. Kohlmann. D a s M ilitürv e r d i e n st k r e u z z w eite r K l a s s e erhielt: Feldtazarettmspektor Berthold T r i e st aus Bamberg. Tas b a y r. SM ilit ür v e r d i e n st k r e u z II K l affe erhi e l t: Feldmagaziuinspektor Siegfried B e r g m a n n aus Nürnberg. Tie König l. Sachs. Verdienstmedaille erhielt: Unteroffizier Max Strimpel, Sohn des Kultusbeamten Strimpel in Nürnberg, unter gleichzeitiger Beförderung zum Sergeanten. Ss. Göttingen, 5. Februar. Mit der Seelsorge für die jüdischen Kriegsgefangenen im hiesigen Gefangenenlager ist Herr Stadtrabbi ne r Dr. Be h r e n s betrank worden, ebenso liegt ihm die Seelsorge für die jüdischen Verwundeten in den hiesigen zahlreichen Lazaretten ob. - Die hiesige Nt o r i tz - L a z a r u s - L o g e veranstaltete am 2. Februar einen Vortragsabend. Ter Vizepräsident R a b b i u e r D r. V e h r e n s Hielt einen Vortrag über das Thema T e r K r i e g u n d die deutschen Juden. — Dem Leutnant der Reserve Marimiliau G a n s wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Ter mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnete Herr Max P o h l y erhielt mm auch eine braunschweigische Ordensnuszeichnung. 4. W. Metz, 5. Februar. Mit Ermächtigung des kommandierenden Generals des 10. Armeekorps begab sich am 12. Januar der Oberrabbiner -Tr. N e t t e r in Begleitung von Herrn A. G l a s e r - zurzeit Nlitglied der freiwilligen Sanitätskolonne Metz ins Hauptquartier und überbrachte die Liebesgaben, die er in seiner Gemeinde gesammelt und zu denen eine jede Familie ihren Beitrag geliefert hatte. Bei dieser Gelegenheit wurde in der Kirche ein Festgottesdienst abgehalten, dem auch der kommandierende General, begleitet von seinem Adjutanten, beiwohnte. Ter Oberrabbiner hielt eine Ansprache, in der er ausging von der vaterländischen Begeisterung des ganzen deutschen Volkes und den Dank der Metzer Bevölkerung aussprach für die treue Wacht, die an der Westmark gehalten würde, so daß die Kriegsfurie das Heimatland nicht belästigen konnte, sondern ihre Schrecken ins Feindesland hineintrug. Die heroische Leistung des Heeres iverde von der ganzen Welt anerkannt. Nachdem der Zusammenschluß aller erfolgt, der Klassen- und Rassenhaß dahingeschwunden und alle ohne Unterschied des Ranges, des Standes und des Bekenntnisses Schulter an Schulter stehen, zu dem größten Opfer bereit, iverde vom deutschen Volke Großes für die Zukunft zu erwarten sein. Der Oberrabbiner war