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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1915-01-15 · Heft 3 (15.1.1915) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
79 (1915)
Issue
Heft 3 (15.1.1915)
Date
1915-01-15
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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Juden Augeschnitten, denn die Abstraktion, die Fähigkeit sich zu konzentrieren, sind ihm in hervorragender Weise eigen. Tie Gefahr der Vertuschung, in die jüdische Künstler so oft leicht verfallen, liegt in der Schauspielkunst.' Ferner sind die Juden als Chargenspieler hervorragend, weil sie sich besser in eine Nuance hiueinarbeiten als in die Hauptrolle. So sind die großen jüdischen Schauspieler als Charakterdarsteller berühmt geworden, nicht aber als Helden oder Liebhaber. Tie besondere Art, wie große jüdische Künstler sich am Theater betätigen, wird an drei Berliner Künstlern gezeigt, die alle drei den Shylock spielen, von denen der eine besonders groß ist in der Darstellung eines Menschen, der unschuldig leidet, der andere in der Darstellung der Charakterstärke, der dritte, den Kraftmenschen zu verkörpern. Nicht nur manche neue Gesichtspunkte bot der Redner, sondern er sprach auch recht gewandt, lebhaft und!vußte so seine Zuhörerschaft von Anfang bis zn Ende zu fesseln. Berlin, 1-2. Januar. Das Eiserne Kreuz erhielten, der Einjührig-Kriegsfreiwillige Walter Zadig, Volontär in der Habelbrauerei, Sohn des Direktors der Brauerei Königstadt A.-G. und der C. Habels Brauerei G. m. b. H. Julius Zadig, Assistenzarzt Tr. Remy Hirsch, Schwiegersohn des verstorbenen Tr. Hirsch Hildesheimer, Tr. Walter T r e i t e l, Tr. Hugo S i m 0 n st e i n, Referendar Max A r 0 n st e i n, Sohn des Rentiers S. Aronstein-Charlottenburg, Veterinär d. R. Tr. Edwin Wolfs, Unteroffizier Artur Levy, Tr. med. Fritz Levy, Tr. Leo Kristeller, Sohn des Mitglieds der Handelskammer All Berlin Moritz Kristeller, Kriegsfreiwilliger Ernst Blumenj h e i m, Unteroffizier Referendar Tr. Walter K r 0 n f e l d,! Sohn des Jnstizrats Dr. Sallh Kronseld, ferner Stabsarzt d. R. i Tr. Paul Seelig, Feldunterarzt Dr. Artur H. Rosenj b erg, Kürassierwachtmeister Alfred S a l 0 m 0 it, Ntitiuhaber der j Firma Salomon u. Kaminsky, Stabsarzt Tr. Krön er, Oberarzt i der Reserve Dr. Karl Perl, Unteroffizier d. R. Paul Cohn, der! Beamte der jüdischen Gemeinde Georg Arndt, Leutnant d. R.! Karl I a c 0 b i, Mitinhaber der Berliner Hausbangesellschaft in Berlin-Halensee, Leutnant d. N. Dr. Walther Sachs, Fabrikbesitzer William Abraham, Bataillonsarzt Dr. A. Lehmann, Bataillonsarzt Tr. Max Cohn, Oberarzt Dr. Joseph Ziegler, Stabsarzt Tr. Max Fränkel, Oberarzt d. R. Dr. Paul Alsb erg, Unterarzt Siegfried Wein st e i n , Oberarzt Dr. Siegfried! B a u e r , Willi L e s s e r , Inhaber der Firma Julius Lesser, Stabs-! arzt Dr. Fede r m a n n , Hans Z a d e k, Mitglied des Freiwilligen! Automobilkorps, Unterarzt d. L. Dr. Ernst I a l 0 w i c z, Vizefeldj lvebel d. R. Gerhard Freund, Oberarzt d. R. Dr. Alfred Bruck, i Stabsarzt d. R. Dr. Franz Meyer, Oberarzt d. R. Dr. Alexander! Wolf, Feldunterarzt Dr. Ernst Picard, Unteroffizier d. R.! Alfred Bein, Oberarzt Dr. Fritz Levy, Unteroffizier d. R. Felix E p h r a i m s 0 n, Mitinhaber der Firma Ephraimson u. Reumann, Engen C 0 h n, genannt Conrad, Angestellter der Firma Gerson- Berlin, Kriegsfreiwilliger Kurt van Dam m, Sohn des Prokuristen der Tiskontogesellschaft Martin van Damm, Offizierstellvertreter Rechtsanwalt Tr. Martin C i t r 0 n , Dagobert Philipp, Direktor der Firma Loeb u. Co., Stabs- und Regimentsarzt Dr. Oskar Boden st ein, Stabs- und Regimentsarzt Dr. Richard Benjamin, Reisender Max Kunstmann, Assistenzarzt Dr. Ernst M a r c n s e, Wachtmeister Dr. Kurt M ü h s a m , Inhaber der Firma Philipp Mühsam, Stabsarzt Dr. Karl H a r t 0 g, Stabsarzt Dr. Kurt A u st e r l i tz - Groß-Berlin; Unterarzt Dr. Frensdorf, Assistent an der psychiatrischen Klinik in Göttingen, Reservist Moritz Plaut- Nordhausen, Feldunterarzt Erich I a r u s l a w s k y , Sohn des Stadtrats M. Jaruslawsky-Nastenburg, Rechtsanwalt Artur Ab r ah am - s 0 h n - Stettin, Eugen Hirsch- Würzburg, Assessor Dr. Heinrich E l k e l e s - Posen, der Mitinhaber der königlichen Kalkwerke Grameuz in Pommern Tr. Leo Levy, Gefreiter d. L. Leo L e w i n - Hamburg, Unteroffizier Richard N e u 111 a u n, Sohn des Rentiers David Neumann-Tresden, Unteroffizier d. R. Paul Hey m a n n - Dülmen, Unterarzt Dr. Karl R 0 s e n t h a l - Düsseldorf, Vizefeldwebel Heinrich K 0 p l 0 w i tz , Inhaber der Holzfirma W. Sternberg zu Königshütte in Oberschlesien, der praktische Arzt Dr. Paul Rosenthal- Spandau, Assistenzarzt Richard Sachs- Meißen, Unteroffizier d. L. Max Kristeller-Breslau, Unteroffizier Fabrikant Max N e t t e r - Göppingen, Stabsarzt Dr. K r a k a u e r - Brieg. Aus Memel wird uns geschrieben: Unteroffizier Louis Abelm a n n (Landsturm-Bataillon Memel) ist zum Feldwebel befördert worden. Sergeant Paul A b e l m a n n (auf dem westlichen Kriegsschauplatz) hat das Eiserne Kreuz erhalten. Beide sind Söhne des langjährigen Vorstehers der Synagogengemeinde Memel, Kaufmanns und Stadtverordneten Joseph A b e l m a n n. W. Posen, 8. Januar. Hier starb vor kurzem Frau Jenny S t r a n z geb. Schocken, 72 Jahre alt. Die Teilnahme an der Trauer war eine allgemeine. Mit regem Eifer und strenger Gewissenhaftigkeit wirkte sie 22 Jahre segensreich im Verein „Frauenhilfe" und widmete sich ihrer Aufgabe mit heiligem Ernst und selbstloser Hingabe. Dem Verein zur Förderung der Erwerbsfähigkeit unbemittelter Mädchen war sie stets eine treue und erfahrene Beraterin, und unterzog sich in selbstlosester Weise der Aufgabe, junge Mädchen einem ihren Anlagen entsprechenden Veruse zuzuführen. Als Ehrendame im Lntzschen Atters- und Siechenheim wirkte sie seit Jahrzehnten und uüdmete sich in unermüdlicher Arbeit, regem Eifer und pflichttreuer Gewissenhaftigkeit mitfühlenden Herzens den Alten und Siechen des Hauses. M. Hamburg, 8. Januar. Im Jüdischen Jugendbund sprach Herr Rabbiner und Prediger Dr. Leimdörfer über die Lehren des Krieges an unsere Jugend. In method-isch-systematischer Zusaunnensassung wurden vier Momente hervorgehoben, die sich aus der Idee des Weltkrieges für die gegenwärtigen und kommenden Geschlechter notwendig ergeben. Erstens in bezug auf die Religion. Durch den Krieg ist die religiöse Idee wesentlich gefördert worden. Wie im Volke überhaupt, so ganz besonders bei der Jugend, der infolge des Materialismus im Leben und in der Wissenschaft das religiöse Gefühl abhanden gekommen zu sein schien. Ferner ist die Ethik der Prinzipien der Sittlichkeit wesentlich beeinflußt worden durch die Vermehrung des auf das Praktische gerichteten modernen Strebens; Prunk und Flitter, Tand und Genußsucht in Verbindung mit laxem Brotstudium haben vielfach den ernst-idealen Charakter erschüttert. Ter Weltkrieg hat mit dem Gottesgedanken den Ernst und das Ideal der Ewigkeitswerte im deutschen Volke schon durch das Vorbild des Landesvaters und der geistigen Führer auch in der Jugend gefestigt. Nicht minder wirkte die glänzende Einheit von hoch und niedrig, die Verbrüderung aller Parteien besonders wohltuend aus alle Richtungen in konfessioneller Hinsicht, und diese Harmonie aller Stünde und Ränge übertrug sich auch auf die Herzen der Jugend. Endlich hat durch den Krieg das Selbstbewußtsein jenen Gedanken fruchtbar gemacht, der unerläßlich ist, wo es gilt, den hohen Wert der Selbstschätzung im Leben der Gesellschaft darzutun. Die vielfach feindlichen Angriffe und Beschuldigungen der Vaterlandslosigkeit, der Feigheit, des Strebens nach Herrschaft des Geldes schaffen eine Verteidigung, eine geistige Abwehr, die uns nottut, um Mißverständnisse, Vorurteile im redlichen Forschen und wissenschaftlicher Tiefe zu beseitigen, und dieses letzte Moment führt zu gegenseitigem Verständnis und zu innerer Einigung der sich widersprechenden Elemente innerhalb und außerhalb der Konfessionen. An der Hand vieler historischer Belege sind diese vier Momente und ihre Bedeutsamkeit für unsere Tage erläutert worden. Aber die gründlichste Beleuchtung der Lehren des Krieges an unsere Jugend fand der Redner in der Geschichte des Weih- und Lichtfestes der Makkabäer. Auch da war es ein Jugendbund, der den heiligen Krieg für Gott und Vaterland geführt hat, der uns die Triumphe und Siege schauen ließ des Neuauflebens von Religion und Ethik, von Einheit und Apologetik. Tie interessanten Ausführungen des Redners wurden am Schluß von der äußerst zahlreichen Versammlung durch jubelnden Beifall belohnt. München, 8. Januar. In den Räumen des i s r a e l i t i - s eh e n Sch w e st e r n heim s, Hermann-Schmid-Straße, fand vor kurzem eine ebenso schlichte als 'ernste Abschiedsfeier für die zum Kriegsschauplätze abgehenden fünf Schwestern des Vereins statt. Nach einigen einleitenden Worten des Vorsitzenden richtete Rabbiner Dr. Werner eine dem Ernste des Augenblicks entsprechende begeisterte und begeisternde Ansprache an die scheidenden Schwestern. Der Vorsitzende des israelitischen Krankenheims, in welchem die hier verbleibenden Schwestern der Pflege der dort untergebrachten Verwundeten sich widmen, richtete noch einige Worte der Aufmunterung und Begeisterung für ihren hohen Dienst an die abgehenden Schwestern, womit die Feier ihren Abschluß fand.

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