Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 79 (1915)
- Issue
- Heft 3 (15.1.1915)
- Date
- 1915-01-15
- Page
- Seite 36 (sequence 12)
- Language
- German
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36 Doch nur gemach, ihr Feind' in Nord, Ost, West, Noch ist das einige Deutschland stark und fest. Noch greifet Deutschlands Manneshand pttt Schwert Für König, Vaterland und eigenen Herd. Kommt nur hierher und rühret an das Land, Dann sollt ihr spüren unsre starke Hand, Wagt euch hervor, so trifft euch deutscher Hieb, Der niemals je dem Feind was schuldig blieb. Und wieder wie die Väter stolz und treu. So kämpfen Söhne, Enkel heut aufs neu'. So streitet Deutschlands blühendes Geschlecht - Für seine Freiheit, für sein heilig' Recht, Und wieder sieht die Welt erstaunend nun Den deutschen Opfermut, der Liebe Tun, Wie nur ein Fühlen jedes Herz bewegt, Tie Not zu lindern, die die Kriegsart schlägt; Und wieder von der Etsch bis an den Belt, Von Maas bis Memel, durch die ganze Welt Tönt deutscher Wasfentaten Ruhm und Ehr', Wie Heldensang aus älter deutscher Mär. Wie einst Held Roland jenen Riesen schlug. Das köstlichste Juwel von dannen trug. So trag, mein Deutschland, du des Sieges Lohn Jin Kampf mit einer ganzen Welt davon. Neujahr 1 9 l 5. Friede auf Erden! Ich sinn' und frag': Wann kommt er, von dem die Botschaft sprach, Ter Friede, der einst in fernein Feld Verkündet ward der sehnenden Welt? Friede ans Erden, o bittrer Hohn! Den Frieden jagte man vom Thron Und setzte den Weltkrieg zum Herrscher ein, Des Atemzüge Verderben spein. Friede auf Erden, o Spott, o Schmach! Wir wissen ja alle, wer ihn brach; Ter falsche Freund, der als Räuber kam, Tein deutschen Volke sein Bestes nahm. Dil England, neidischer, gieriger Feind, Trägst einzig die Schuld, daß Deutschland weint. Du stählest den Frieden, zertratest sein Glück, Ans dich komm' all unser Weh zurück! Friede auf Erden, ein leerer Klang! Nun pocht an die Tür das Neujahr bang. Es schwebt in der Luft wie Trauerflor, Noch glänzt kein tröstlicher Stern hervor-, Noch wettert und tobt es im Schlachtgefild, Die Kugeln Pfeifen, die Salve brüllt, Sie wecket das Echo in tiefster Kluft — Ach, nicht der Friede die Antwort ruft. Noch lange nicht Friede; in großer Zahl Verenden Herzen in Todesqual, Es tränkt den Boden ihr teures Blut, Noch ist's nicht genug des Mordens, der Wut. Noch inehrt sich stetig die Kampfbegier Und macht den sanften Menschen zum Tier. Er fragt nicht nach Heimat, nach Weib und Kind, Solange die Feinde am Werke sind, Nicht kümmert es ihn, ob sein Feld bleibt leer, Tie stille Werkstatt kennt er nicht mehr; Nicht geistiges Schaffen, nicht Forschertrieb, Nur e i n Empfinden dem Deutschen blieb: Er lechzt nach Rache, Vergeltung am Feind, An ihm, durch den seine Heimat weint. L England, o Rußland, ihr bracht unser Glück, Auf euch komme all unser Weh zurück! Friede auf Erden! Du kommendes Jahr, O mache die Segensbotschaft wahr; Schenk' uns den Frieden, nichts wünschen wir mehr! Gott in der Höh' sei Lob und Ehr! Mchrrrmlsuk. Besprechung der Bücher Vorbehalten. Zurücksendung der Bücher findet in keinem Falle statt. Plato und der Sensualismus. Jnaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde der Hohen Philosophischen Fakultät der . Friedrich-Alexanders-Universität Erlangen vorgelegt von Adolf Jacobus (ans Zempelburg, Westpreußen). Tag der mündlichen Prüfung 29. April 1914. Berlin 1914. Universitäts-Bnchdruckerei i von Gustav Schade (Otto Francke), Linienstraße 158. Im Kriegsjahr 1914. Bittgebet für Kaiser, Volk und Vaterland. Von Abraham Glaßberg, Kultnsbeamter der jüdischen Gemeinde zu Berlin. Von: ewigen Frieden. — Von Professor Dr. Cohen. Separatabdrnck ans „Deutsche Weihnacht". Eine Liebesgabe deutscher Hochschüler. Preis 1,50 Mark. Furche-Verlag, Kassel. 1914. Druck von Pillardy u. Augustin, Kassel. Grabrede auf Herrn Ludwig Stern, Leutnant im bayerischen Landsturm-Jnfanterie-Ersatzbataillon Landau. Gehalten auf dem Ehrenfriedhof zu Aachen am 7. Dezember 1914 von Rabbiner Dr. Heinrich Jaulus. Der Sieg ist bei Gott! Predigt, gehalten beim Kriegsgottesdienst am Chanukafest 1914. Von Dr. Emanuel Schwartz. Prediger am Prager Tempel. Selbstverlag zugunsten der Flüchtlinge. Preis: 50 Heller. Prag 1914, Druck von Richard Brandels. Kriegsfürsorge in Groß-Berlin. Ein Führer, herausgegeben von der Zentrale für private Fürsorge. Berlin W 35, Flottwell straße 4. Gosche, Bekanntmachungen, Wohlfahrtseinrichtnngen, Berlin 1915. Borlag von W. u. S. Loewenthal. Preis 50 Pfennig. Jüdische Monatshefte unter Mitwirkung von Rabbiner Dr. Satomon Breuer iit Frankfurt a. M., herausgegeben voll Rabbiner Tr. P. Cohn in Ansbach. Inhalt: Gibt es noch Balsam in Gilead? —- Jüdische Chefs. — Die Autorität der Rabbinen. — Die noachidischen Gesetze. — Bremrhaß. — Ein Hirsch-Roman. — Kriegstagung der Frankfurter Gemeinde. — Notiz. — Verlag Heidingsfeld, Frankfurt a. M., Röderbergweg 45. — Jahrgang I Heft 12. Tewes 5674. Dezember 1914. Jahresabonnement M. 6,-Einzelheft 60 Pf. Sprrchsasl. Verehrter Herr Professor! Aus ungenannter Quelle veröffentlicht die „Allgem. Zeitung des Indent." in der Nummer vom 25. Dezember eine Notiz aus Stockholm, worin es heißt, daß ein jüdisches Gemeindeleben hier fast völlig fehle. Es ist mir nicht unbekannt, daß orthodoxe Blätter zu Lebzeiten meines seligen Vaters, des Rabbiners Professor Gottlieb Klein, solche Gerüchte verbreiteten im wohlverstandenen Zwecke, seine Tätigkeit als liberaler Religionslehrer herabzusetzen. Ihr verehrtes Blatt hat dabei früher nicht mitgeholsen (und hilft auch jetzt nicht mit, trotz der Veröffentlichung jener Notiz, die uns von glaubwürdiger liberaler Seite zu gegangen ist. D i e Ne d.) Es dürfte Ihnen, Herr Geheimer Regierungsrat, nicht unbekannt sein, daß es, insofern solches in einer kleinen, sehr heterogen zusammengesetzten jüdischen Gemeinde möglich ist, in Stockholm an jüdischem Gemeindeleben nicht fehlt. Die musikalische Betätigung des Herrn Saul sowie auch das schon bezeigte tätige Interesse des Herrn Rabbiner Dr. Ehrenpreis leiden durchaus nicht darunter, daß man sie in Zusammenhang mit dem hier schon existierenden jüdischen Leben stellt. Den Anspruch einer Schöpfung ex nihilo dürfen aber diese erfreulichen Tatsachen nicht erheben. Tie Frage vom Shnagogenchor kann ja kaum außerhalb unserer Gemeinde interessieren. So viel muß doch erwähnt werden, daß dieser Chor von einem der besten Stockholmer Dirigenten, dein Direktor Erik Akerberg, geleitet ist, und daß kaum zu irgendeiner Zeit jüdische Mitglieder gefehlt haben. Hochachtungsvoll Stockholm. Ernst Klein.