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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1914-12-11 · Heft 50 (11.12.1914) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
78 (1914)
Issue
Heft 50 (11.12.1914)
Date
1914-12-11
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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Festgottesdienst im Rnssenlager, das Konzert znm Besten der Hinterbliebenen ustv." Ter Vortragende schließt mit einem warmen Appell, alle Kräfte noch in erhöhtem Maße anznspannen, man merk auch nach Beendigung des Krieges einige Monate in gleichem Weise Weiterarbeiten müssen. £2 Berlin, 8. Dezember. Zu den vielen Wohltätigkeitsv e r a n st a l t u n g e n während des Krieges gesellte sich auch das vom B o r st a n d der jüdischen Gemeinde arn 5. d. M. veranstaltete Konzert in der Neuen Synagoge. Tie Gesamteinnahme fällt der Nationalstiftung für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen zu. Das Programm bot eine reichliche Fülle sowohl vokaler wie instrumentaler Musiknununern und war naturgemäß dem örtlichen Charakter angepaßt. Neben den vereinigten Synagogenchören unter der Leitung der Herren Kapellmeister Keller m a n n und W e i n b a u m hatten sich Fräulein Emmi Leisner und die Herren Kammersänger v. R a a tz - B r o cf m a n n , Oberkantor W. Klein, Alfred Wittenb e r g und Professor D e ck e r t in den Dienst der guten Sache gestellt. Es galt wohl in erster Neihe, die Chöre in ihrer Bereinigung wirken zu lassen, was auch in ausgezeichneter Weise gelang. Eine ganz besondere Wirkung erzielte der von Herrn Kellermann dirigierte sechsstimmige Chor ans Handels „Samson", der in seiner schwierigen Stimmführung -mit Sicherheit und feinfühliger Nuancierung ausgeführt wurde und mit feinem zeitgemäßen Text: „O, rett' uns aus der Feinde Macht" einen ergreifenden Eindruck ans die Zuhörer machte. Tie von Herrn Weinbaum dirigierte „Hymne nach Worten der heiligen Schrift" mit Begleitung von Orgel, Harfe und Pauke von Max Bruch ist in ihrem Aufbau von pompöser und komplizierter Natur. Herr Weinbaum bemühte sich redlich, den Schwierigkeiten der Komposition gerecht zu werden. Von den Solisten ist zunächst Fräulein Leisner zu neunen, die mit dnnkelgefärbter, prachtvoller Stimmer und seindurchdachtem Bortrag „Vier biblische Lieder" von A. Dvorak zu Gehm brachte. Fräulein Leisner sang außerdem aus der Königs-kantnte von Constanz Berneker ein Duett zusammen mit Herrn v. Raatz-Brockmann, der seinerseits in Beethovens „Die Himmel rühmen" und besonders in der bekannten „Morgenhymne" von Georg Henschel seinen voluminösen Baß-Bariton zur Geltung brachte. Herr Wittenberg spielte ein Adagio von Fr. Gernsheim, Abendlied von Schumann und Beethovens 6-ckur-Romanze. Das Abendlied gelang ihm ganz vortrefflich. Schließlich sei noch die außerordentlich verdienstvolle Mitwirkung des Herrn Professor D e ck e r t erwähnt. Er hat nicht nur als Solist „Präludium und Fuge" in A-moll von Bach sowie zwei Sähe aus der Mendelssohnschen P-m oll-So mite für Orgel mit gewohm ter Sicherheit vorgetragen, sondern er betätigte sich auch den ganzen Abend, mit Ausnah ine der Bruchschen Hymne, die von Herrn Luedtke begleitet wurde, als Begleiter an der Orgel. Den Schluß des Abends bildete der zur Freude vieler Besucher in hebräischer Sprache vorgetragene Psalm 72 (Köniaspsätm) für Chor, Solo und Orgel. Dirigent nnn* wiederum Herr Keller m a n n, während das Solo mit tiefem Empfinden in bekannter Meisterschaft von Herrn Oberkantor W i l - h e (in Klei n ausgeführt wurde. Die vom Komponisten noch zugesügte Hymne voll Haydn lvurde vom Publikum stehend allgehört und verfehlte auch hier nicht ihre Wirkung. - Soweit wäre das Konzert als gellnlgen zu betrachten. Schade llur, daß der in festlicher Beleuchtung erstrahlte, in feiner schlichten Pracht einzig dastehende Tenlpel in der Oranienburger Straße so viele leere Plätze aufwies. Vielleicht, daß ill einer Zeit, da denl Publiknul die auserlesensten Kunstgeilüsse zu ernläßigtell Preisen geboten loerdell, ein Eintrittspreis von 10 Mark viel zu hoch belnessen war. P. Berlin, 8. Dezember. Aln Sonlltag, den 8. v. M., veranstaltete der R o b e r t - S ch u m a n n - C h o r (Gesaugsabteitung des Indischen Jngendbnndes Berlill E. B.) im Lehrervereinshans lAleranderPtatz) ein Konzert zlim Besten des Vereins für Kindervolksküchen lnld Bolkskinderhorte. Der gänzlich allsverkaufte Saal bewies, daß der Chor sich bereits eines gliten Namens erfreut, und bot gleichzeitig Gewähr für das Gelingen des gllten Zwecks. Die Leistungen des Chors, all dessen Spitze Herr Max K o h n als umsichtiger Dirigent lvirkte, tonnten als durchans künstlerisch angesprochen lverden, loas nnl so anerkennenswerter ist, menn inan in Betracht zieht, daß der Chor znlll großen Teil ans Tilettaiten besteht. Die aufopfernde Hingabe seines Dirigenten verdient deshalb volle Anerkennung. Als Solisten hatten sich in den Dienst der guten Sache gestellt: Fräulein Xinette H a n n a ch (Violine), Fräulein Cilli Weile (Sopran), Herr Fritz N ichard vom Deutschen Theater und Herr Oberkantor N e u st a d t (Bariton)/ Dein Konzert gillg ein von Herrn Stud. jur. Georg S a l o mo nski verfaßte^ u.nd gesprochener Prolog vorauf, der M lebhaftem Beifall hinriß. Bon den Solisten, deren Leistungen alle auf künstlerischer Höhe standen und stark applaudiert wurden, sei besonders erwähnt Herr Fritz Richard, der mit seinen zeitgemäßen Borträgen die/Au'hör.er".M ivahten- Ovatiopen' hinrih, wie auch die von Herrn Neustadt italienisch gesüngene Arie „Caro mio ben" von Papi ni, zu der Fräulein HannachM obligate Molin- und Herr Fraenkel die Harlnoniumbegleitung aussührten, enthusiastischen Beifall hervvrrief. Ueberhaupt trug Herr Alfred Fraenkel, dessen bewährten Händen die Begleitnnig aller Solisten anveriraut war, durch sein unermüdliches diskretes Walten am Flügel und Harmonium viel zum Gelingen des Ganzen bei. So verlief der genußreiche Abend in ungeteilter Stimmung zur Zufriedenheit der zahlreich erschienenen Zuhörer, unter denen sich auch viel verwundete Soldaten befanden, die der Chor in hochherziger Weise (ungeladen hatte und bewirtete. Mögen die schönen Bestrebungen des Robert-Schnmann-Chors in diesen schweren Zeiten in gleicher Weise ihren ernten' Zweck auch fernerhin nicht verfehlen, und wir wünschen dem Chor zu seiner weiteren Tätigkeit, die ihn demnächst auch in die Lazarette vor unsere verwundeten Baterlandsverteidiger führen wird, viel Glück und Erfolg! Berlin, 8. Dezember. Das Eiserne Kreuz erhielten: Ter Augenarzt Tr. Fritz Mendel, Sohn des verstorbenen Geh. Medizinalrats Prof. Tr. Emanuel Mendel, dem die gleiche Anszeichnyng im Kriege von 1870/71 verliehen wurde; der Ofsizierstellvertreter, Chemiker Dr. Willy Dorn; der Vizewachtmeister, Kandidat der Technik Fritz Mecklenburg; der Vizewachtmeister d. L. Max Wollen b erg; Sanitätsrat Tr.. Georg H e i lm ann; Oberarzt und stellvertretender Regimentsarzt Tr. Siegfried Marcus; Oberarzt Dr. Karl Eisenberg; Vataillonsarzt Dr. Moritz L e h f e l d t; Unteroffizier Albert Jacob; Sallh C a s p a r h , Angestellter der Firma Königl. Hoflieferant Walter Silberstein, Friedrichstraße 87; Stabsbataillonsarzt Dr. Hermann S P a n g e n t h a l; Stabsapotheker Max Rynarzewski; Kriegsfreiwilliger stud. mg. Günther Simonson; Unterarzt Dr. Ludwig Cohn; Stabsarzt Dr. Robert Cohn; Vizefeldwebel d. R. Referendar Fritz Jacob sohn; Ofsizierstellvertreter Robert Haberland; Stabsarzt Tr. Kurt Landsberger; Bizewachtmeister d. R. Referendar Dr. jur Martin Levy, Groß- Berlin. — Das Eiserne Kreuz erhielten ferner: Ingenieur Leopold H e i m a n n , vom 6. bayerischen Reserveinfanterieregiment, unter gleichzeitiger Beförderung zum Bizeseldwebel, Leutnant d. R. und Rechtspraktikant Robert Ottensooser, Kriegsfreiwilliger Kurt Ottensooser, beide vom 20. bayerischen Reserveinfanteriercgilnent, Söhne des Bankiers Wilhelm Ottensooser - Nürnberg; Kurt Löwenthal, Unteroffizier im 9. Infanterieregiment,Sohn des Großkanfmanns Simon Löwenthal, Wilhelm Oestrei cher, Mitinhaber der Firma M. Hanauer u. Sohn-Würzburg; Bizewachtmeister Emil F r i e d m a n n , Sohn des Kaufmanns Emanuel Friedmann, Fürth; Kriegsfreiwilliger stud. germ. M nrx - Karlsruhe i. B.; Osfizierstellvertreter Dr. Walter R i n - t e l n , Sohn des Landgerichtsrats Geh. Jnstizrat Dr. Rinteln, Mitglied des Borstcheramtes der Israeliten, Kassel; Ernst Sondh e i m e r , Darmstadt; Zahnarzt Felix R o s e n o w , Bütow i. P.; Oberarzt Dr. Alfred Laudon, Elbing; Kaufmann Julius Robert, Graudenz; Unteroffizier d, L. Emil U h l m a n n in Firma Uhlmann Söhne,Münster in Wests.; Feldunterarzt Dr. Willy Weil, Frankfurt a. M.; Leo Grünberger, Ratibor; M. Hirsch, Oberingenienr der Maschinenfabrik A. Freundlich in Düsseldorf; Vizewachtmeister d. R. Assessor Dr. Hermann B a d t, Sohn des verstorbenen Ghmnasialoberlehrers Pros. Dr. Badt in Breslau: Unteroffizier M. M i ch a e l s e n , Gefreiter Josef K ü h n - be r g, Regimentsarzt Dr. Nicolai- Breslau; Dr. Georg U n g e r , Sohn der Frau Salomon Unger, Schildberg; Einjährig- Freiwillige Gefreite Max S a l o m o n s k h und Max M a r c u s , Pinne; Unteroffizier d. R. Referendar Ernst Loeb, Sohn des Vorstehers der jüdischen Gemeinde in Sobernheim, Herrn Leopold Loeb; Unteroffizier Ernst Sch ein mann, Sohn des Kommisstonsrats I. Scheinmann-Johannisbnrg in Ostpreußen. §2 Fiirstenberg a. Oder, 4. Dezember. In vorletzter Woche wurde unserm allverehrten Mitbürger, dem Kaufmann Isidor Baron, eine besondere Ehrung zuteil. Derselbe feierte seinen 74. Geburtstag, und zu diesem wurde er zum Ehrenbürger unserer

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