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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1914-10-23 · Heft 43 (23.10.1914) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
78 (1914)
Issue
Heft 43 (23.10.1914)
Date
1914-10-23
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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■.) 2 vier Stunden. 2. Mischna für Hörer zwei Stunden-. 3. Talmud (Vorbereitung für Baneth) vier Stunden. 4. Iore Te'a HU. Schechita (Vorbereitung für Baneth) zwei Stunden. D r. B a r o l : I. Bibelkommentare zwei Stunden (für Präparanden). 2. Gebetbuch zwei Stunden. Alle Vorlesungen und Üebungen sind unentgeltlich. Die Eröffnung des Wintersemesterserfolgt Donnerstag, den 22. Oktober, 12 Uhr mittags. Näheres ist im Sekretariat der Lehranstalt, Artilleriestraße 14, zu erfahren. Als Zuhörer für die Vorlesungen sind in erster Linie rite immatrikulierte Studierende der hiesigen Universität — und zwar ohne Unterschied der Fakultät — in Aussicht genommen. Auch andere Personen können auf Grund besonderer Ermächtigung, an den Vorlesungen teilnehmen. Die Anmeldung erfolgt bei dem derzeitigen Vorsitzenden des Lehrerkollegiums, Herrn Dr. Tä ü bler, Montag, den 26. und Donnerstag, den 29. Oktober, 9 bis 10 Uhr, in: Sprechzimmer der Lehranstalt. Außerdem ist Herr Dr. Täubler stets nach seinen Vorlesungen zu sprechen. $$$ Berlin, 20. Oktober. Das Eiserne Kreuz erhielten: Dr. Bruno G l a s e r s e l d , Berlin, Oberarzt beim Stabe des Landwehrkorps von der Goltz, Unteroffizier Referendar Ernst T ü r k, Schn des Iustizrat Türk, Oberarzt d. R. Dr. Martin Hirschberg, Assistenzarzt d. R. Dr. med. Ernst Rosenfeld, Stabsarzt d. R. Tr. Maximilian Goldschmidt, der Vizefeldwebel Referendar Siegfried L oe b, der Chemiker Tr. Bernhard Landau, Stabsarzt der Landlvehr Dr. Hirsch, Wachtmeister Felix C z a p s k i, Mitinhaber der Firma Flatow u. Priemer, Stabsarzt! der Landwehr Dr. Ernst Michaelis, Stabsarzt Dr. A. Bamj b e r ger - Eharlottenburg, Dr. Felix K lop stock, Oberarzt der j Reserve Dr. Fritz Lewy, Sohn des Sanitätsrats Dr. Lewy, Stabsj arzt der Reserve Dr. S. Peltersohn, Sohn des Geh. Sauitäts-! rats Peltersohn. Tr. Heinrich Barth, Sohn des Geh. Regierungsrats! Prof. Dr. I. B a r t h. Tie gleiche Auszeichnung erhielten ferner, lvie! llns geschrieben wird, folgende Herren aus Nürnberg: Leutnant d. R. im! II. bayerischen Reserve-Infanterieregiment Karl Motzmann, j Direktor der Pfälzer Bank. Der Oberarzt der Landwehr im 1 14. Infanterieregiment Dr. Adolph G r ü n s p e ch t , der i Regimentsarzt und Stabsarzt d. R. Leonhard Rosenfeld, so- I wie dessen Assistenzarzt Dr. Lorenz Lehmann wegen hervorragender Leistungen in der Behandlung von Verwundeten während des stärksten Feuers. Der Einjährige im 6. bayerischen Infanterieregiment Emil Schwersenz, Sohn des Herrn Möbelhändler Max Schwersenz, hat als Radfahrer mitten tu der Nacht unter den schwierigsten Verhältnissen eine wichtige Niel düng dem Bataillonsstab übermittelt und durch sein mutvolles. Pflichtgetreues Verhalten sich die Anerkennung seines Bataillonskommandeurs und das Eiserne Kreuz erworben. Der Einjährige Otto Sahlmann vom 6. bayerischen Feldartillerieregiment, Sohn des Herrn Siegfried Sahlmann, hat, als ein feindliches Geschoß auf einen Mull itionslvagen schlug, die schon brennenden Kartuschen mit großer Kaltblütigkeit herausgerissen und mit seinem Mantel erstickt, wodurch die Batterie von einem schweren Unfall verschont blieb. Er erhielt das Eiserne Kreuz und wurde zum Unteroffizier befördert. Die gleiche Auszeichnung hat der Einjährige Hermann Reichenberger aus Jchenhausen vom 6. Feldartillerieregiment in Fürth wegen -eines erfolgreichen Patrouillenrittes erhalten. Das Eiserne Kreuz erhielten ferner: Unterarzt Dr. Kurt Cohn, Sohn -des Herrn Moritz C o h w, Danzig-Langfuhr, Chirurg Dr. Karl S a l o m o n, Hannover, Rechtsanwalt Siegfried Popper, Frankfurt a. M., Vizefeldwebel Paul Süßholz- Kassel, Gefreiter Willy Oppenheim, Schenklengsfelde, Gefreiter Bernhard Victor, Rhina, Unteroffizier Felix Merzbach und Oberarzt der Landwehr Dr. G r eiffenber g, Magdeburg, Leutnant d. R. Dr. Walter W e i l l - Karlsruhe. B. T. Berlin, 20. Oktober. Die in Berlin ansässigen Rumänen jüdischen Glaubens veranstalteten am vergangenen Sonntag im Lehrervereinshaus am Alexanderplatz eine Trau e r k u n d - g e b u n g für den v e r st o r b e n e n König K a r o l. Unter den zahlreich erschienenen Gästen befand sich auch, der Gesandtschaftssekretär L a h o v a r y. Der Vorsitzende Rud. Z u l k i s gedachte in einer Ansprache der hohen Verdienste des verstorbenen Landesfürsten, der durch seine unausgesetzten Bemühungen um die Hebung der Kultur sein Land nach innen und nach außen groß gemacht habe und ein gerechter und weiser Vater seines Volkes gewesen sei. Dem neuen König bringe die Berliner rumänische Kolonie zu seiner Thronbesteigung die herzlichsten Glückwünsche dar. Es sei der innigste Wunsch aller Mitglieder, daß er auch das geistige Erbe seines Oheims antrete und die gleiche Politik verfolge wie dieser, um das Land vor Abenteuern zu bewahren und es in der Blüte zu erhalten, hi der er es von seinem Oheim übernvmmen habe. Sollten zwingende Umstände eintreten, die die Aufrechterhaltung der Neutralität in dem gegenwärtigen Weltkriege nicht möglich machten, so hege die Berliner Kolonie die feste Zuversicht, daß Rumänien Schulter an Schulter mit Deutschland kämpfen werde zur N i e d e r r i n g u n g des aller Kultur hohnsprechenden russischen M oskow i tertums. Nach einer kurzen Aussprache wurde beschlossen, an den neuen König ein Huldigungstelegramm abzusenden. W. Posen, 16. Oktober. Der Reservist Dietrich Malzdorf, der vor seiner Einberufung zur Fahne in Posen als junger Mann in einem Geschäfte tätig gewesen ist, machte die Kämpfe auf dem östlichen Kriegsschauplatz mit. In einem Gefecht gegen die Russen rettete er seinem schwerverwundeten Oberleutnant und Kompagnieführer das Leben, indem er ihn mitten aus dichtem Kugelregen aus der Gesechtslinie hinaustrug und in Deckung brachte. Der Gerettete bestimmte Malzdorf zu seinem Begleiter nach Breslau, wo er sich von ihm pflegen läßt. Der brave Soldat erhielt als Belohnung vorläufig einen vierzehntägigen Urlaub zum Besuche seiner Angehörigen. m. Hamburg, 16. Oktober. Der B -e rein s e l b st ä n d i g e r jüdischer Handwerker und Gewerbetreibender hielt int Logenheim seine Mitgliederversammlung unter Vorsitz -des Herrn L. Heinemann ab. Der Vorsitzende teilte zunächst mit, daß bis jetzt 13 Mitglieder des Vereins im Felde stehen, ferner sei ein größerer Teil der Mitglieder durch die infolge der kriegerischen Ereignisse herrschenden großen Arbeitslosigkeit stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Vorstand habe sich deshalb in einem Rundschreiben an die Mitglieder gewandt, in welchem er diese um gegenseitige Unterstützung ersucht. Der Vorstand stellte hierauf folgenden Antrag auf Statutenänderung: „Die Verwaltung der Unterstützungskaffe ist berechtigt, zuzeiten einer allgemeinenwirtschaftlichen Notlage, insbesondere infolge voll Kriegen, Epidemien oder anderen außergewöhnlichen Ereignissen, über die Hälfte des jeweiligen Kapitalvermögens nach freiem Ermessen für Unterstützungen zugunsten hilfsbedürftiger Mitglieder zu verfügen." Dieser Antrag wurde ohne Debatte einstimmig angenommen. Der Vorsitzende teilte dann ferner mit, daß die freiwilligen Sammlungen aus den Kreisell der Mitglieder bis jetzt einen Betrag von 100 Mark ergeben hätten; ferner werden 200 Mark aus der Unterstützungskasse verfügbar sein. Beschlossen wurde, insgesamt 500 Mark der Kommission für das Wohlsahrtswesen der deutsch-israelitischen Gemeinde für Zwecke der Kriegshilse für jüdische Handwerker zur Verfügung zu stellen, und zwar unter der Bedingung, daß erstens ein Mitglied des Vorstandes des Handwerkervereins in der Wohlsahrtskommisston vertreten ist, und daß zweitens aus -diesem Betrage mir die Familien der im Felde stehenden Vereinsmitglieder unterstützt werden. Es wurde ferner beschlossen, allen ins Feld gezogenen Mitgiliedern den Beitrag bis auf weiteres unter völliger Wahrung ihrer Mitgliedsrechte zu erlassen. Die übrigen Mitglieder sollen ersucht werden, im Interesse des Zusammenhaltens des Vereins die Beiträge loeiter zu zahlen, damit der Verein auch ferner in der Lage ist, den durch den Krieg in Not geratenen Mitgliedern zu helfen. J. Kolberg, 16. Oktober. An sämtlichen Feiertagen waren die jüdischen Mannschaften aller hiesigen Truppen einschließlich der Verwundeten in den hiesigen Reservelazaretten vom Dienste beurlaubt und hatten Befehl, an dem Gottesdienste teilzunehmen. Da jedoch in den: Gemeindetempel wegen des beschränkten Raumes nur eine verhältnismäßig geringe Anzahl der Soldaten Platz fand, so wurde an den beiden Nachmittagen des Neujahrsfestes ein besonderer feierlicher Gottesdienst in der Haussynagoge des jüdischen Kurhospitals abgehalten, bei dem sämtliche jüdische Mannschaften anwesend waren; die beiden Rabbiner, Herr Dr. Goldschmidt und Herr Dr. Baron, hielten abwechselnd die Predigt. Vor dem Versöhnungsseste war ein großer Teil der Truppen ins Feld gerückt, so daß an diesem Tage und an den folgenden Festtagen alle Soldaten in der Gemeindesynagcge Platz fanden. Die verwundeten jüdischen Kriegsgefangenen aus Rußland dursten an diesen Gottesdiensten nicht teilnehmen. Statt dessen verlangte die Behörde die Abhaltung besonderer Andachten in den einzelnen Lazaretten. Das war jedoch unmöglich, da die elf .jüdischen Gesang,enen in verschiedenen Krankenhäusern, deren Zahl ungefähr 20 beträgt, untergebracht waren. Aber sie erhielten seel-

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