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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1914-09-25 · Heft 39 (25.9.1914) · page 13

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
78 (1914)
Issue
Heft 39 (25.9.1914)
Date
1914-09-25
Page
– (sequence 13)
Language
German
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7 8. Jahrgang Nr. 39 Berlin, 25. September 1914 Der Kemeindevote. Beilsge zur „Allgemeine» Leitung deK IudentumK". Ikorrelpondrn?en und Aschrichten. Deutschland. Berlin, 23. September. Der Deutsch-Israelitische Gemeindebund ist bemüht, solchen Beamtensamilien, die durch den Ausbruch des Krieges in schwere Not geraten sind, insbesondere denjenigen, deren Ernährer im Felde stehen, einmalig Beihilfen zu gewähren. Zunächst hat er dem Verbände der Synagogen-Gemeinden Ostpreußens, der sich zur Milderung der Not der jüdischen Neligionslehrer jener beklagenswerten Provinz an alle Gemeinden gewendet hat, den Betrag von 500 Mark bewilligt. Ailch wird die Gemeinde-Un.terstützungskommission selbstverständlich für die Zeit der Unterbrechung des Unterrichts den Gemeinden die Unterstützungen weiter gewähren, damit die Lehrer in ihren Bezügen nicht verkürzt werden. In gleicher Weise wird überall, uw der Unterricht durch Einberufung der Lehrer verwaist ist, die Subvention weitergezahlt. Familien von Gemeindebeamten, die in der oben geschilderten Lage sich befinden, können Gesuche bis zum 15. Oktober beim Teutsck>Jsraelitischen Gemeindebund, Berlin, Steglitzer Straße 85, einreichen. 22 Berlin, 23. September. Unter dem Titel „Kol Mew a ss er" (Herold) ist soeben die erste Nummer einer Sammelschrift heransgekommen, die in jüdischer und hebräischer Sprache verfaßt ist. Sie wird in den von den deutschen und österreichischen Truppen besetzten Gebieten Rußlands unter der jüdischen Bevölkerung verbreitet und dient zur Aufklärung über den Krieg, seine Ursachen, seinen Verlauf und seine Ziele. Das Titelblatt zeigt die ergreifende Zeichnung von E. M. Lilien „Russischer Tod", die während des N u s s i s ch - j a p a n i s ch e n Krieges im Berliner „Ulk" erschienen ist. Zwei düstere Züge begegnen sich. Jüdische Jünglinge und Männer in russischen Uniformen ziehen ostwärts, Greise, Frauen und Kinder ziehen westwärts. Und darunter die Worte, die alles Leid, alle Empörung über unmenschliche Bosheit und Niedertracht einschließen: „Wohin des Weges, ihr Kinder?" „Gen O st e n -- das heilige Rußland schickt uns." „Und ihr, Väter?" „Gen Westen — das heilige Rußland verjagt uns." Ter Text enthält unter anderem einen Aufruf der verbündeten Armeen von Deutschland und Oesterreich-Ungarn an die Juden Polens, in dem ihnen volle Gleichberechtigung und Freiheit im kulturellen Leben» verheißen lvird. Dann folgt ein Aufsatz über „Die Ursachen des Krieges". Das Manifest, das der Zar an seine „lieben Juden" gerichtet hat, wird kritisch beleuchtet und durch die Aufzählung von Tatsachen ins rechte Licht gesetzt, die dem Kenner des russischjüdischen Elends nur zu wohlbekannt sind, eine erschütternde Liste von Gewalttaten und Wortbruch, Mord und Verbannung, Hohn und Verachtung, die in der Mahnung des alten Testaments ausklingt: „Gedenke, was dir Amalek angetan hat." Ten Schluß bildet ein volkstümlich gehaltenes Meisterstückchen: „Das böse Ende", ein versöhnender Ausklang, eine große, starke Hoffnung auf die Befreiung dieser Aermsten der Armen durch die Zertrümmerung des r i x s si s che n Barbaren r e i ch e s. Berlin, 23. September. Ter Vereill Mekize Mirdain i m versendet soeben den Bericht für das Jahr 1913. Die Leitung des Vereins spricht zunächst den Spendern, besonders der B'ne- Brith-Loge ihren Dank aus, gedenkt in warmen Worten des verstorbenen Komiteemitgliedes W. Bacher und teilt mit, daß au dessen Stelle der bekannte Gelehrte L. B l a u in Budapest getreten ist. Bon den in Aussicht gestellten Publikationen sind, lvie im Bericht mitgeteilt wird, in diesem Jahre folgende erschienen: 1. Einleitung zu Eliezer aus Beaugenchs Kommentar zu Ezechiel und den 12 kleinen Propheten von Tr. S. Poznanski. Diese Publikation gehört eigentlich noch zu den Lieferungen des vierten Jahrganges und sollte auch mit dem vorjährigen Bericht versandt werden, aber sie wuchs zu einer vollständigen Geschichte der nordfranzösischen Exegetenschule aus und ihr Umfang erweiterte sich so, daß her Druck erst jetzt fertiggestellt werden konnte. 2. Chibbur Ha-Mischicha weha-Tischboreth. Lehrbuch der Geometrie des Abraham bar Ehija, herausgegeben und mit Anmerkungen und Tafeln versehen von Dr. Michael Guttmanu. 2. (Schluß-) Heft. 3. u. 4. Sefer Nabiah, enthaltend Tezisionen, Novellen, Nesponsen zum Talmud von Rabbi Elieser den Rabbi Joel Ha-Levi. Nach Handschriften ediert und mit kritischen und erläuternden Anmerkungen versehen von Tr. B. Aptowitzer. Schluß von Band 1 (Schabbath bis zu Ende und Erubin) und Anfang von Band 2. (Anfang von Pesachim.) 5. Midrasch Ha-Gadol, ein jalkutähnlicher Konunentar zum Pentateuch aus Jemen. Exodus, herausgegeben von Rektor Tr. D. Hofsmann. Lief. 1. Herr Oberrnbbiuer Tr. H. Brody konnte wegen der aus ihm lastenden vielen Amtsarbeiten leider auch dieses Jahr die Bemerkungen zum dritten Bande des Divans des Jehuda Ha-Levi nicht fertigstellen. Sie kommen aber nächstens in Druck und werden hoffentlich schon künftiges Jahr geliefert werden können. Einnahme und Ausgaben, die beide mit 8706,05 Mark abschließen, sind aus dem Berichte des Herrn Schatzmeisters zu ersehen. Besonders sei hervorgehobeu, wie wichtig die Sammlung eines Fonds für Abschriften, Photographier unb Kollationen ist, dem zu beschaffen eine hervorragende Ausgabe sein muß. Gar manche Publikation bedarf jahrelanger Vorbereitung und verursacht Kosten, die aus den Beiträgen der Mitglieder zu bestreiten nicht möglich ist. Das Komiteemitglied Herr Abr. Epstein in Wien hat 500 Mark für diesen Fonds zur Verfügung gestellt. Für das Jahr 1914 ist außer den Bemerkungen zum Divan des Jehuda ha-Levi noch die Herausgabe folgender Werke in Aussicht genommen, mit deren Drucklegung zum Teil bereits begonnen worden ist: 1. Halachot Pesukot. Sammlung der wichtigsten Vorschriften des Talmuds mit Erläuterungen, den Schülern des Jehudai Gaon ben Nachmann zugeschrieben. In aramäischer (Original) Sprache nach der einzigen in Bagdad aufgefundenen Handschrift herausgegeben von dem Besitzer derselben Herrn David Sassoon unter Mitwirkung, von Rabbiner Dr. I. Freimann und Oberrabbiner Tr. Immanuel Löw. 2. Megillat ha-Megalle (Buch der Enthüllung). lieber die Zeit des Messias von Abraham bar Ehija, nach allen vorhandenen Handschriften herausgegeben und mit Anmerkungen und einer Einleitung versehen von Dr. Adolf Posnanski in Wien. 3. Midrasch ha-Gadol zu Exodus, herausgegeben von Rektor Dr. D. Hoffmann. Lief. 2. 4. Maagal Tob. Reisetagebuch des Rabbi Chajim Josef David Asulai, nach den Autographen in Ancona und- New Dork (Jew. Theol. Seminary) zum ersten Male vollständig herausgegeben und mit Anmerkungen und Einleitung versehen von Dr. A. Freimann. Der Bericht erinnert die Mitglieder an die Vereinbarung des Vereins mit Herrn Professor Dr. Blau, daß sie die von ihm herausgeaebene hebräische wissenschaftliche Quartalsschrift n£15£n für den bedeutend ermäßigten Preis von 3 Mark jährlich - sonst 5 Mark — erhalten können, und schließt mit folgenden Worten: Wir danken allen, die unserem Vereine im vergangenen Jahre ihr Wohlwollen bewiesen haben, insbesondere den Herren Bearbeitern der veröffentlichten Schriften für ihre selbstlose Mühewaltnng. Unser Dank gilt auch den Organen der jüdischen Presse > für die Bereitwilligkeit, mit der sie unsere Bestrebungen förderten. Wir hoffen in Zukunft auf die gleiche Unterstützung. P. Kottbrrs, 18. September. In der hiesigen Gemeinde sind folgende Summen für Kriegswohlsahrt gespendet worden: Synagogen gemeinde 500 Mark, Vereinigung der Brüder der Viktoria-Loge (Görlitz) U. O. B. B. in Kottbus 500 Mark, Israelitischer Franenverein 300 Mark, Chewra Kaddischa 200 Mark, Dienstag-Kegelklub 150 Mark, Jüdischer Jugendbund 35 Mark. Um der Not unter den Juden am Ort zu steuern (wir haben hier viele Marktfahrer, die ihrem Berufe nicht nachgehen können), sind bereitgestellt worden; von

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