Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 78 (1914)
- Issue
- Heft 38 (18.9.1914)
- Date
- 1914-09-18
- Page
- Seite 5 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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- 5 -_ (Musik-, Sprach-, Malusw. Lehrer und Lehrerinnen) Groß-Berlins, welche durch den Krieg erwerbslos geworden und in Not geraten sind. — Der Vorstand des Vereins der Posener in Berlin erläßt folgende Bekanntmachung an seine Landsleute: „Der Krieg, der uns aufgezwungen ist, bringt allen wirtschaftliche Bedrängnis und droht schwere Nachteile an. Diesen außerordentlichen Nöten zu begegnen, bedarf es besonderer Mittel des Staates, wie des einzelnen, großer Verbände und kleiner Vereine. Um auch unsererseits rasch zu helfen, hat der Vorstand des Vereins der Posener beschlossen, aus dem fast 80 000 Mark betragenden Vereinsvermögen die Summe von 20 000 Mark zu entnehmen und hiervon 1. 7500 Mark an den Oberprästdenten der Provinz Posen zur Linderung der durch den Krieg hervorgerufenen Not von Einwohnern der Provinz Posen, 2. 5000 Mark an den Magistrat der Stadt Berlin zu gleichen Zwecken für die Einwohner Groß- Berlins, 3. 2500 Mark an das Rote Kreuz für dessen- Zwecke, 4. 1000 Mark an hiesige Wohltätigkeitsvereiue zu zahlen und 5. 4000 Mark für -außerordentliche Bedürfnisse der Verein srnitglieder bereit zu halten. — Frau Geheimrat Moritz Becker in Berlin, die am 6. d. M. ihren 81. Geburtstag feiern konnte, hatte 4000 Personen nach dem Landesausstellungspark geladen. Um drei Uhr begann das schöne Geburtstagssest, das den 4000 Geladenen, unter denen sich viele Frauen und Kinder befanden, ein kräftiges Mittagsbrot bescherte. Die Verteilung der Karten war verschiedenen Hilfsvereinigungen übergeben worden, so daß nur wirklich Bedürftige bedacht wurden. Diese seltene Form einer Geburtstagsfeier wird hoffentlich Nachahmung finden. — Der Hilfsverein f ü r die jüdischen T a u l> ft u m nx e n in Deutschla n d hat der Gemeinde Niederschönhausen bei Berlin alle verfügbaren Räume seines neuerbauten Altersheims in Niederschönhausen zu Zwecken des Roten Kreuzes für verwundete Krieger gur Verfügung gestellt. — Für das Note Kreuz wurde in Graudenz von jüdischen Vereinen gespendet: Israelitischer Frauenverein 300 Mark, israelitischer Krankenunterstützungsverein 300 Mark, israelitischer Wohltätigkeitsverein 300 Mark, israelitischer Jungfrauenverein 150 Mark, israelitischer Beerdigungsverein 100 Mark. — Der Rekord der Jugendlichkeit bei unseren Kriegsfreiwilligen ist wieder überboten worden. -Der Königsberger Bürger S. S ch e y e r teilt voller Stolz mit, daß sein Sohn, der Schüler Eugen S che her, der bei einem Ersatzbataillon als Kriegsfreiwilliger Aufnahme gefunden hat, erst 14 Jahre 11 Monate alt ist. — Die Syuagogengemeinde Oppeln hat 1000 Mark für Kriegswohlfahrtszwecke dem Oberbürgermeister überwiesen. Die Freiheitloge (U. O. B. B.) hat ihre Räume zu Lazarettzwecken hergegeben und 500 Mark in bar gespendet. Der Israelitische Frauenverein, Chewra, Jugendbund, Geselligkeitsverein haben sehr ansehnliche Spenden gegeben, welche zu sauunenge rechnet in die Tausende von Mark gehen. — Das jüdische Kurhaus in Warmbrunn mit 50 Betten ist .für Verwundete eingerichtet worden. — Die jüdi sch e Gemeinde in Hirschberg i. Schl, spendete dem Roten Kreuz 500 Mark, ferner der jüdische Frauenverein 500 Mark, die Chewra Kaddischa 200 Mark. — Aus Guben wird uns geschrieben: Am 1. d. M. beging der Kaufmann Herr Louis Kahser das 25jährige Geschäftsjubiläum. Aus diesem Anlaß stiftete er 5000 Mark für das Erholungsheim armer Kinder hiesiger Stadt, 3000 Mark, deren Zinsen den Angestellten seines Geschäfts zugute kommen sollen, 500 Mark der hiesigen israelitischen Gemeinde, 300 Mark zur Verteilung an Arme ohne Unterschied der Religion, 50 Mark der israelitischen Armenkasse und 1000 Mark für das Kaufmannserholungsheim. — Aus Wreschen wird uns geschrieben: Nachdem die Hilfsvereine innerhalb unserer Gemeinde dem Roten Kreuz etwa 150 Mark überwiesen haben, beschloß die Gemeindevertretung, für den gleichen Zweck 500 Mark aus der Gemeindekafse zuzusteuern. Außerdem sollen die Familien der in den Krieg gezogenen Gemeindemitgliedev, soweit sie die Staatsunterstützung beziehen, diese bis zum Betrage von 50 Mark pro Monat ergänzt erhalten. Herr Aron Katz aus Schwersenz spendete 1000 Mark für das Rote Kreuz und 100 Mark für sonstige Zwecke der Kriegshilfe. — Der Konsul und Schiffsreeder Arthur Kunstmann in Stettin hat dem Roten Kreuz 5000 Mark, dem Bürgerhilfsschatz in Stettin 5000 Mark und dem Marinehilfslazarett in Stettin 1000 Mark gespendet. — Die jüdische Gemeinde in Bremen hat aus ihrer Sammlung für die durch den Krieg Geschädigten 4000 Mark dem Roten Kreuz überwiesen, 3000 Mark wurden für dringende Fälle bereitgestellt. — Die Synagogengerueinde in Celle überwies dem Magistrat der Stadt die Summe von 1000 Mark zur Verwendung für die Familien der im Felde stehenden Krieger. Zum selben Zwecke hat auch der dortige Frauenverein 100 Mark hergegeben. — Von den Juden nt Heilbronn a. N. sind bis Ende Anglist 9000 Mark für das Rote Kreuz gespendet worden. Hierzu wurden von den israelitischen Vereinen 1500 Mark beigesteuert. Ueberdies hat der Unterstützungsverein beschlossen, an die bedürftigen Frauen der einbernfenen israelitischen Mannschaften der Gemeinde eine monatliche .Unterstützung von 24 Mark zu vergüten. — Eine mutige Tat vollbrachte ein jüdischer Mitbürger, Kaufmann Schwarz von Rexingen, Oberamt Horb, der als Unteroffizier bei dem schweren Gefecht bei Mülhausen mitbeteiligt war. Schwarz und ein Gefreiter seiner Kompagnie wurden abends 9 Uhr von einer sechs Mann starken französischen Patrouille überfallen, aber kurz entschlossen, schossen die beiden tapferen Männer vier von den Franzosen nieder und die übrigen zwei Mann brachten sie gefangen zur Kompagnie zurück. Ehre diesen Mürruern! — Aus Autsterdam wird geschrieben: Neben den großen Sorgen, die der Krieg den: großen handeltreibenden jüdischen Mittelstand unseres Landes gebracht hat — darunter besonders der Diamautenindustrie — kommen noch die Hilfeleistungen, die die aus Belgien geflüchteten Deutschen und Oesterreicher — zum großen Teil Juden — beanspruchten und beanspruchen. Ein Teil der Geflüchteten ist jetzt bereits über Rosendaal nach Deutschland befördert. — Bis zum Ausbruche des Krieges lebten in Lüttich viele russische Inden, welche bei Lütticher Fabrikanten als Verkäufer und sonstige Handelsangestellte tätig Fis, Torten, Speisen, Cremes Butter- Posener und Bobes, täglich frisch. ff. Dessert-Makronen, ff. schwere Sandtorten. Illustrierte Preisliste auf Wunsch gratis und franko. GuniDßlt s ™1M1A1 m U. Ausliegend: 250 Zeitungen. und Wasserbarches. Ä cröß. 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