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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1914-09-11 · Heft 37 (11.9.1914) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
78 (1914)
Issue
Heft 37 (11.9.1914)
Date
1914-09-11
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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2 T r. S\ o d) f d) c W a i s e n h a u s e r z i e h u n g s a n st a l t haben einen Teil ihrer Räume für Lazarettzwecke zur Verfügung, gestellt. I.. 8e!i. Memel, 3. September. Herr Rabbiner Tr. Beermauu, Insterburg, stellt in Nr. -35 dieser Wochenschrift eine Art Programm für die Andacht auf dem Felde imb bei Militürgottesdiensten in der Synagoge nuf. Unabhängig davon möchte ich das Programm am nügemeinen Bettag (5. August) in der Gemeindesynagoge zu Aiemel mitteilen. Tie Auswahl der Psalmen stammen von dem Berfasser des Nvda be-Jehuda ans den s r i d e r i c i a u i s ch e n Kriegen her, und mithin außer der altehrwürdigen, nberwültigenden Weise der Psalmen selbst dokmnentiert auch die Auswahl derselben eine Denkwürdigkeit. Es kamen zum Bortrag die Psalmen: M, 7, IS, 20, 26, 38, 85, 43, 54, 60, 63, 68, 72, 76, 91, 118,!2() und 140, eine schwungvolle patriotische Ansprache von Kantor und 9 eh rer Kahn, das Gebet für den Kaiser und für das Baterland und Psalm 144. Herr Kantor Kahn führte die geistlichen Funktionen aus, da Herr Rabbiner Tr. Stein von seiner Badereise noch nicht zurückgekehrt war. - Thorrr, 8. September. Bald nach der Kriegserklärung stellte fuu vkut Rabbiner T r. Ro send erg zur Verfügung der hiesigen Kommandantur als Militärgeistlicher und erbot sich, für die jüdischen Mannschaften besondere Militärgottesdienste abzuhalten. Seinem Wunsche, diese am Sabbat stattsinden zu lassen, konnte vorerst aus dienstlichen Gründen nicht entsprochen werden, und darum versammeln sich seit drei Wochen die jüdischen Soldaten am Sonntag morgen zu gemeinsamer Andacht. Durch Parolebefehl werden sie, fomcit sie dienstfrei sind, zu derselben beordert. — Auch innerhalb der Gemeinde macht sich eine große Opferwilligkeit im Dienst der vaterländischen Sache geltend. Ter israelitische Franenverein arbeitet Hand in Hand mit dem vaterländischen Frauenverein und hat diesen! 500 Mark zur Verfügung gestellt. Die Gabriel-Rießer- ^oge hat dein Roten Kreuz eine gleiche Summe gewidmet. Ter Lrhwesternbnnd der Gabriel-Rießer-Loge hat seinen Kinderhort für die Aufnahme der Kinder aller Konfessionen erweitert und viele junge Mädchen und Frauen halten sich für persönliche Dienste in beiden Frauenvereinen bereit. So herrscht in allen Kreisen hehre Begeisterung für die Sache des Vaterlandes. W. Posen, 4. September. Durch das erfolgte Hinscheiden des Herrn v donion »y r i c b c tt t f] a l hat unsere Shuago ge n ge me inde eineu herben Verlust erlitten. Gin volles Bierteljahrhnndert hat der Verblichene der Nepräseutantenversammlung angehört und während dieser taugen Zeit mit regeln Interesse und großem Eifer si'lr das Wohl der Gemeinde gewirkt. Besondere Berdienste hat er sich mn die Errichtung des jüdischen Kranken- und Siechenhauses erworben, für das er auch als Mitglied der Berwaltnngskommissiou eine segensreiche Tätigkeit entfaltet hat. Ter Tahingeschiedene gehörte fast drei Fahrzehnte lang dem Vorstände der Israelitischen Kranken- und Beerdigungsgeseltschast an und hat ihre Interessen mit reichhaltiger Erfahrung, treuer Pflichterfüllung und hilfsbereitem Eifer gefördert. Seit zirka 80 Fahren lvar er Mitglied des Vorstandes des Israelitischen Armenhilfsvereius und seit dem Jahre 1905 stellvertretender Vorsitzender des Vereins; er hat stets mit Herzengüte und Hingabe für die uneigennützigen Bestrebungen des Vereins segensreich gewirkt. Ten Armen lvar er immer ein wohltuender Berater. Ausgestattet mit reichen Geistesgaben hat der Verstorbene mit nimmer müdem, zähem Eifer für die Interessen des Vereins „Posener Haus- und Grundbesitzer" gekämpft, gern und freudig sein gereistes Urteil und seine umfassenden Erfahrungen in den Dienst der Allgemeinheit gestellt. Herr Friedenthat gehörte auch dem Kuratorium der Abraham und Henriette Rohrschen Handwerker- Stiftung an und bewährte sich auch hier als treuer Mitarbeiter zu jeder Zeit und Gelegenheit. (7 Krotoschin, 4. September. Tie hiesige jüdische Gein e i n d e hat an das Rote Kreuz 300 Mark, an die Nationalstiftung 200 Mark überwiesen. Von einzelnen Mitgliedern sind gleichfalls schon namhafte Spenden gegeben worden, die bis jetzt eine Höhe von fast 2000 Mark erreicht haben. Unter den ersten spendenden Vereinen war der jüdische Frauenverein, der dem Roten Kreuz 150 Mark überreichte. Auch der Krankemluterstütznngsvereiu hat eine angemessene Summe bewilligt. Tie hiesige Bahnhofserfrischun gsstelle steht unter Leitung einer jüdischen Dame; jüdische Frauen befassen sich in selbstlosester Meise mit der hier geplanten allgemeuVea Suppenküche, von der selbstverständlich seitens jüdischer in Not geratener Familien kein Gebrauch gemacht werden kann So stehen auch wir auf unserem Platze in der allgemeinen Kriegsfürsorge! y Breslau, 4. September. Dem Berwaltnngsbericht des Bezirks-Gemeindeverbandes Breslau-Liegnitz, der kürzlich sein siebzehntes Geschäftsjahr abgeschlossen hak, entnehmen wir, daß das letzte Jahr weniger der Lösung neuer Aufgaben, als vielmehr der Erhaltung und Festigung der alten bewährten Einrichtungen gewidmet war. In einer Schn li nstzektorenkonserenz wurde eine größere Anzahl von Fragen erörtert, so die Aufstellung eines Normalplans, die Erteilung systematischen Religionsunterrichts, Zahl und Zeit der Inspektionen nsw. Inspiziert wurde der Unterricht im abgelaufenen Jahre von den Herren Rabbinern Tr. Lueas-Glogau, Tr. Lewin-Kempen, Tr. Goldmann-Oppeln, Tr. Peritz-Liegnitz, Tr. Levi-Breslau und Direktor Fabian-Breslau, und zwar in 19 Verbandsgemeinden mit 172 Kindern (93 Knaben und 79 Mädchen). In neun Gemeinden unterblieb die Inspektion, weil in dreien derselben überhaupt kein Kind, in den anderen nur ein bis zwei Kinder vorhanden waren. Als Prämien für fleißige Schüler gelangten Bibeln zur Verwendung, und es sollen fortan an abgehende Schüler gleichfalls Erinnerungsbücher zur Verteilung gelangen. -- Der Bericht betont die bekannte Tatsache, daß die Klagen der Gemeinden, daß sie durch Tod oder Wegzug besonders vermögender Gemeindemitglieder in ihrer Existenz immer mehr bedroht werden, von Jahr zu Jahr zunehmen. Demzufolge sei auch die Zahl der Gemeinden, denen Subvention gewährt werden mußte, gestiegen. Es wurden im Geschäftsjahr 15 Gemeinden mit 1850 Mark subventioniert. Gestiegen sind auch die Versicherungsbeihilfen, die der Verband diesmal im Betrage von 650 Mark an 13 Beamte von 12 Gemeinden gewährte. Wie in früheren erfolgte auch im letzten Jahre Aussendung von Predigern für die hohen Feste, Gewährung von Vorbeterbeihilfen, Beschaffung von Minjanlenken. Tie Wanderbibliothek des Verbandes erfreut sich steigender Beliebtheit und wird stark benutzt. — Aus der Wanderarmenfürsorge erwähnt der Bericht, daß insgesamt 2655 Wanderarme an der Kasse vorsprachen, von denen 2051 mit 7418 Mark unterstützt wurden, 240 erhielten Arbeit bei der Peah. Beiträge leistete der Verband wie in den früheren Jahren auch diesmal zur Witwen- und Waisenkaffe der Rabbiner und zu den Ferienkursen der Lehrer. Tie Gesamteinnahmen des Verbandes einschließlich 5337,62 Mark Bestand aus dem Vorjahr betrugen 10 182,12 Mark, die Ausgaben 49 22,89 Mark, so daß für 1914/15 ein Kassenbestand von 5259,23 Mark verblieb. CA) Dresden, 4. September. Unter Bezugnahme auf den Artikel Seite 2 des „Gemeindeboten" Nr. 35 vom 28. August 1914 bitten lvir, in die nächste Nummer Ihres geschätzten Blattes folgende Berichtigung nufzunehmen: In den Zentralausschuh der unter Leitung des Oberbürgermeisters stehenden Kriegsorganisation Dresdener Vereine ist nicht, wie irrtümlich angegeben worden, der Sekretär des Verbandes der Israelitischen Religionsgemeinden im Königreich Sachsen, sondern dessen Vorsitzender, Herr Kommerzienrat M a x E l b in Dresden, als Vertreter der Israelitischen Reliqionsgemeinde Dresdens berufen worden. <*/V Seesen a. H., 4. September. Nachdem an der Jacobson- S ch u l e zu Seesen a. H. in der ersten Woche des Monats August eine „beschleunigte" Prüfung für die Herbstprüflinge veranstaltet wurde, wobei sämtliche 14 Schüler, die zur Prüfung zugelassen wurden, bestanden haben, ist in der vergangenen Woche eine zweite Notprüfnng auch für diejenigen Schüler, welche erst ein Vierteljahr der Untersekunda angehören, angeordnet worden. Die Schüler, welche sich zur Prüfung gemeldet haben, haben diese bestanden und erhalten das Einjährigenzeugnis, sobald sie bei einen! Truppenteil eingestellt sind. Die Zulassung zu der Prüfung wird nämlich bedingt durch die Erklärung seitens der zu prüfenden Schüler, daß sie bereit sind, sich als Kriegsfreiwillige zu melden. Es ist eine erfreuliche Tatsache, daß alle 17jährigen Schüler der obersten Klasse sich freiwillig dem Vaterland zur Verfügung gestellt haben. Die 7 Prüflinge sind sämtlich Hausschüler, welche militärärztlich als tauglich befunden worden sind; drei davon erschienen bereits als Soldaten, da sie mittlerweile bei verschiedenen Regimentern angenommen worden waren. Von den Lehrern der Anstalt sind zurzeit drei unter den Fahnen, doch ist Ersatz

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