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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1914-09-04 · Heft 36 (4.9.1914) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
78 (1914)
Issue
Heft 36 (4.9.1914)
Date
1914-09-04
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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bereits in Anssicht genommen ist, und daß zu einem späteren Zeitpnnkt eine Vorlage der Versammlung zngehen werde. Teul Verein sür Statistik der Hilden werden für die Vorarbeiten zu einer statistischen Darstellung der jüdischen Gemeinde zu Berlin außer dem bereits bewilligten Betrag von 4275 Mart ein weiterer Betrag von 837,51 Mart bewilligt. Desgleichen stimmt die Versammlung dem Anträge des Vorstandes zu: Zu den kosten des jüdischen Religionsnnterrichts an dem Ullrichschen Lyzeum vom 1. Oktober ab einen Beitrag in Höhe von zwei Dritteln der Kosten, das heißt bei vier Abteilungen mit je zwei Wochenstunden zwei Drittel von MO Mart, also 533,40 Mark, jährlich unter der Bedingung zu bewilligen, daß der Gemeinde das Recht eingeräumt wird, die Lehrkraft zu präsentieren und den Unterricht zu inspizieren. — Ter öffentlichen Sitzung folgte eine geheime, in der Personalien zur Erledigung gelangten. 22 Berlin, 1. September. Ter Deutsch-israelitische Gemeindebund versendet an sämtliche jüdische Gemeinden in Deutschland folgendes Rundschreiben: Zu einem zeitgemäßen Hilfswerke, durch welches den Gemeinden keinerlei finanzielle Last ausgebürdet wird, erbitten wir die Mitwirkung des verehrlichen Vorstandes. Ten jüdischen Gemeinden ist bekannt, daß der Deutschisraelitische Gemeindebund durch Vereinbarung mit der Lebensversicherungsgesellschaft Victoria die Zukunft der jüdischen Beamten und deren Familien durch Abschluß von Lebensversicherungen günstiger gestaltet. Während der mehr als 30jährigen Dauer unseres Vertragsverhältnisses sind bereits 1620 Versicherungen über eine Gesamtsumme von 7lA Millionen, die von allen Arten der Beamten jüdischer Gemeinden und wohltätiger Anstalten bei der „Victoria" abgeschlossen sind, subventioniert worden. Doch hat es eine große Zahl von Beamten bisher versäumt, rechtzeitig solche Versicherungen einzngehen. Bei der Victoria können Lebensversicherungen von Personen mit sofortiger und vollständiger Kriegsversicherung, und zwar gegen folgende einmalige Extraprämie abgeschlossen werden: a) Angehörige des Landsturms, die weder gedient noch als Ersatzreservisten geübt haben: ohne Extraprämie. b) Die übrigen Angehörigen des Landsturms (gedienter Landsturm) gegen eine einmalige Extraprämie von 2 pro Hundert der Versicherungssumme, c.) Alle übrigen dienstpflichtigen Versicherungskandidaten gegen eine einmalige Extraprämie von 3 pro Hundert der Versicherungssumme. (1) Alle diejenigen, die freiwillig am Kriege teilnehmen, gegen eine einmalige Extraprämie von 3 pro Hundert der Bersichernngssnmme, die bei Sanitätspersonen ans 2 pro Hundert herabgesetzt wird. Soweit bei bereits bestehenden Versicherungen die Kriegsversicherung ausgeschlossen oder beschränkt ist, zum Beispiel bei freiwilliger Teilnahme am Kriege oder weil die Versicherung bei Beginn des Krieges noch nicht acht Wochen in Kraft war, ist sie bereit, die Kriegsversicherung gegen Entrichtung der oben angegebenen einmaligen Extraprämien mitznübernehmen. Gewiß muß jeder im militärpflichtigen Alter stehende noch nicht versicherte Beamte den lebhaftesten Wunsch hegen, schleunigst eine solche Versicherung zn besitzen. Aber die Extraprämie, so berechtigt sie ist, erscheint vielen von ihnen in der jetzigen Zeit unerschwinglich. Deshalb hat die Friedrich-Wilhelm-Victoria-Stiftung beschlossen, zu solchen Versicherungen außer der üblichen Subvention (bei Versicherungen von 2000 M. zirka 20 M., bei 3000 M. zirka 30 M., bei 4000 M. zirka 40 M., bei 5000 M. und darüber zirka 50 M. jährlich) auch noch die einmalige Extraprämie im vollen Umsange zu übernehmen. Wir bitten den verehrlichen Vorstand: seine Beamten, Rabbiner, Lehrer, Vorbeter, Schächter, Anstaltsleiter, Bureaubeamten im militärpflichtigen Alter daraus hinzuweisen, vor ihrer Einberufung diese Gelegenheit zu benutzen. Der Kürze halber sind die Anträge an das Bureau des Deutsch-israelitischen Gemeindebundes, Berlin \V. 35, Steglitzer Straße 85, zu richten. Die außerordentliche Beihilfe erfordert seitens der Friedrich-Wilhelm-Victoria- Stiftung große Opfer. Den Mitgliedern unserer Gemeinden ist Gelegenheit geboten, sie zu verringern und doch dabei dem eigenen Wohle zu dienen, indem sie, soweit sie im dienstpflichtigen Alter stehen, sich selbst bei der „Victoria" versichern. Zwar ist unsere Stiftung außerstande, auch Privatpersonen Subventionen zu gewähren, aber schon die Gelegenheit, eine Lebensversicherung mit Einsehluß des Kriegsfalls abzuschließen, bedeutet für jeden gewissenhaften Familienvater eine Herzenserleichterung. Daß die Victoria bei ihrer großen Leistungsfähigkeit und ihren allgemeinen günstigen Bedingungen sich in vorzüglicher Weise für diesen Zweck eignet, können wir ans Grund langjähriger Erfahrungen bestätigen. Deshalb bitten wir die verehrlichen Vorstände dringend, dieser Bekanntmachung in den Kreisen der in Betracht kommenden Gemeindemitglieder weitgehendste Verbreitung zu gewähren. 22 Berlin, 1. September. Die K r i e g s h i l f s k o m m i s s i o n der j ü d i s ch e n G e in eind c, Abteilung Jugendfürsorge, hat ihre Tätigkeit für die Mitglieder der Gemeinde ausgenommen. Hilse soll erwiesen werden durch Gewährung von Materialien, durch Speisung in Familien, Volksküchen, Horten, Kindergärten, durch Beschaffen von Arbeiten für die Mütter mit entsprechender Vergütung bzw. Verpflegung, Aussicht und Fürsorge über die in Betracht kommenden Kinder. Die erforderlichen Mittel sollen beschafft werden durch privates Sammeln von Liebesgaben, und zwar von Materialien (Eßlvaren), Geld zum Ankauf von Materialien und von Speisemarken. Das Bureau befindet sich Rosenstraße 2/4, Zimmer Nr. 12; Sprechstunden von IO bis VA. Uhr. In den verschiedenen Bezirken Groß- Berlins sind Kommissionen eingesetzt. Die Bureaus befinden sich: für das Zent r u m : Rosenthal er Straße 40/41, für Charlottenb n r g : Mommsenstraße 47, für Wilmersdorf: Mommsenstraße 47, für S ch ö n e b e r g : Neue Winterseldtstraße 9, für G e - o r g e n f i r ch st r a ß e, N e u e K ö n i g st r a ß e bis Friedrichsh a i n : Wallstraße 84, für Elbiuger Straße, Richtung W e i ß e n s e e: Landsberger Straße 12, für das H a n j a v i e r t e l: Jagowstraße 38, für W e inbe r g s w c g bis O d e r b e r g e r S t r a ß e u n d Ge s u n d b r u n neu: Lothringer Straße 44, für Stettiner Bahnhof bis Wedding: Koloniestraße 5, für Ritt e r st r a ß e bis K o t t b n s e r Ufer: Königgrätzer Straße 65, für N e u k ö l l n : Kaiser-Friedrich-Straße 40, für S ch ö n h a u s e r A l l e e bis S t a r g a r d e r Straße: Weinbergsweg 13, für Norden, Pankow bis S t a r g a r d e r S t r a ß e: Pankow, Berliner Straße 13a. Alle Eingaben werden all das Bureau Rosenstraße 2/4 erbeten. W. Posen, 28. August. Der Vor st and der hiesigen j ü d i s ch e n G e m e i n d e hat sich angesichts der gegenlvürtigen Verhältnisse veranlaßt gesehen, eine Hilfsaktion ins Leben zu rufen zugullsten derjenigen Gemeindemitglieder, die unter den unmittelbaren Eilllvirkungen des Kriegszustandes in Not geraten sind und von anderen Hilfsorganisationen nicht erfaßt werden. Unter Mitwirkung verschiedener innerhalb der Shnagogengemeinde bestehender Wohltütigkeiksvereine ist ein Kriegslwtstaudsfonds der Synagogengemeinde gestiftet und mit den erforderlichen Mitteln ausgestattet worden. Das vom Gemeindevorstand für den gedachten Zweck gewählte, ans Delegierten der Gemeindebehörden nni> Vertretern von Wohltätigsvereinen zusammengesetzte Hilfskomitee lvird demnächst seine Tätigkeit ausnehmen. — Dem hiesigen Komitee vom Noten Kreilz ist aus Gemeiudemitteln die Summe von 2000 Mark zur Verfügung gestellt worden. — In der Sitzung der Reprüsentantenversammlnng vom 23. dieses Monats sind diese Beschlüsse des Vorstandes einstiulmig genehmigt worden. J. A. Nürnberg, 28. August. Nachdem vor dem Abmarsch der hiesigen Truppenteile ins Feld schon zweimal Militärgottesdienste abgehalten wurden, fand am 25. d. M. anläßlich des Namensfestes S e t n e r 9N a j e st ä t K ö n i t] Ludwig III. v o n Bayer n mid der am gleichen Tage stattgesundenen Vereidigung der Kriegsfreiwilligen Feldgottesdienst in der Synagoge statt, bei welchem allster bell Soldaten Abordnungen der städtischen nnb staatlichen Behörden anwesend waren. Groß war die Zahl der jungen jüdischen Soldaten, welche sich in der bedeutsamen Zeit freiwillig zu den Fahnen gemeldet hatten, darunter and) der Sohn unseres Gemeinderabbiners Herrn Dr. >F r c n de ll t h n l. Der letztere betonte in seiner Ansprache, daß er mit hoher Befriedigung unter den Freilvilligen eine große Anzahl ehemaliger, lieber Schüler erblicke, und ermahnte alle diejenigen, welche berufen sind, dem Vaterland in ernster und schwerer Zeit zu dienen, zur treuesten Pflichterfüllung für König und Vaterland. Unter den im Gotteshause anwesenden Soldaten befand sich ein 62jähriger hiesiger Kansmann in der Uniform eines Chevauleger Vizewachtineister, welcher trotz seines hohen Alters als Kriegsfreiwilliger dem Vaterland seine Kräfte widmet. 22 Bamberg, 28. August. Ter Schreiber des nachfolgenden Briefes, Vater von sechs und demnächst sieben Kindern, ist anl 5. Anglist ins Feld gerückt. Ans frommem Herzen heraus, ans

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