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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1914-09-04 · Heft 36 (4.9.1914) · p. Seite 431

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
78 (1914)
Issue
Heft 36 (4.9.1914)
Date
1914-09-04
Page
Seite 431 (sequence 11)
Language
German
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431 amm, Die Mittel der Stiftung sollen verwendet werden, um jüdischen Kindern in Volksschulen und ähnlichen Anstalten Hnndfertigkeitsunterricht erteilen zu lassen, in den Bildungsanstalten Praktische Kurse in Handfertigkeit, ferner in Garten- und Obstzucht zu veranstalten, Prämien für besonders geschickte Lehrer zu geben, Arbeiter, Handwerker, Landwirte und Gärtner, namentlich in den Anfängen ihrer Tätigkeit zu unterstützen. Die Stiftung ha t ungemein segensreich gewirkt. Ihr oder der Initiative ihres Stifters ist die Begründung der Anstalt Ahlem zuzuschreiben (1893). lieber diese Ahlemsche Anstalt entnehmen wir der angeführten .Schrift die folgenden Sätze: DieseAnstalt besteht in der Hauptsache aus einer Lehrgärtnerei, einer Volksschule und einer weiblichen Haushaltungsschule; hinzukv Minen einige Lehrwerkstätten. Schüler und Lehrlinge leben im Internat. Die Schüler werden vom frühesten Alter an intensiv mit Gartenarbeit und Handfertigkeitstätigkeit befaßt. Die Schulorganisation ähnelt der einer „Arbeitsschule". Ziel des Unterrichts und der Ausbildung in der Schule ist, neben der Vermittlung des üblichen und geforderten Wissensstoffes, vor allem die Erweckung der Neigung zur Berufstätigkeit in Bodenkultur oder produktivem Gewerbe. Die Ausbildung der Lehrlinge geschieht mit dein Ziel der Erweckung größtmöglicher Berufstüchtigkeit. Der Erfolg des Wirkens von Ahlem bis Herste ist, daß nicht nur von den abgehenden Schülern der weit überwiegende Teil sich gärtnerischer oder handwerklicher Tätigkeit zugewandt hat, sondern daß auch bisher 224 jüdische Gärtner ausgebildet wurden, die sich als durchaus konkurrenzfähig erwiesen haben. Ebenso ist die häufig geäußerte Vermutung, die in die neuen Berufsarten eingesührten Juden würden ihnen, nach empfangener Ausbildung, schnell wieder abspenstig werden, durch das Ahlemer Beispiel glänzend widerlegt worden. Im Jahre 1907 wurde nun, um eine möglichst große Zahl Seminar für Gartenbau und Handfertigkeit in Peine Minterkursistcn (Volksschullchrer) i') 15' (4 in der lsolzivcrksrätte. Zinseinnahmen der Siinonschen Seminar für Gartenbau^und"^andfertigkeit in Peine Blick in die Gbst- und Gemüsepflanzungen. junger Leute;ia° Landwirtschaft auszubilden, das Lehrgut Steinhorst gegründet. Es wurde ferner Handfertigkeitsunterricht in deutschen und Palästinensischen Schulen rurterstützt. Außerdem wurde zur Ausbildung von Lehrern das Simvnsche Seminar für Ackerbau und Handfertigkeit in Peine errichtet und endlich eine Beteiligung an der Gründung des Kinderhorts zu Hannover vorgenommen, das vor seiner Einweihung steht. Die Simvnsche Stiftung gab für die Errichtung dieser Anstalt 10 000 Mark und garantierte für die ersten fünf Betriebsjahre je 4500 Mark, lieber die Mittel und die Absichten der Stiftung geben wir dem Verfasser der dieser Skizze zugrunde liegenden Schrift das Wort: Er sagt: „Die sicheren Stiftung betragen vorläufig im Jahre nur etwa 100 000 Mark. Ein sehr erheblicher Teil des Stiftungsvermögens liegt in ertraglvsen Grundstücken fest, die wir vom Stifter übernommen haben und vorläufig noch nicht veräußern können. Hätte unsere Stiftung nicht bisher sehr erhebliche außerordentliche Zuwendungen erhalten, wäre es uns nicht gelungen, uns in vielen Fällen mit Gleichgesinnten zu gemeinsamem Werke zu vereinigen, hätten wir nicht anch behördliche Förderung gesunden: so hätte nur ein kleiner Teil der seit 1907 geleisteten Arbeit unternominen werden können. Aber auch wann unsere Mittel wachsen, iverdeir sie stets gering bleiben müssen im Verhältnis zu der Ausgabe, die der Lösung harrt. Es wird in unseren Tagen so viel von innerer Kolonisation gesprochen, und man versteht hierunter die Seßhaftmachung von Staatsbürgern auf eigener Scholle im heimischen Lande. Von ihr erwartet man die Versetzung vieler Tausender Familien in gesunde Verhältnisse des Lebens, das Neuentstehen ganzer ländlicher Volksschichten, die das Vaterland ehren und stärken. Auch wir sind im Begriff, uns an diesem Werke zu beteiligen, soweit die Ansiedelung desjenigen Teils der von

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