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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1914-08-14 · Heft 33 (14.8.1914) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
78 (1914)
Issue
Heft 33 (14.8.1914)
Date
1914-08-14
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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3 mt alle Behörden und Bereinigungen für die dein Bereu! geleistete Unterstützung und der Bitte, der Mstalt, die in ihren Zielen den Forderungen unserer Zeit zu genügen sucht, durch Zusührung größerer Mittel eine gesicherte Grundlage für ihre soziale Arbeit zu gewahren. Oppenheim <*♦ Rh., 7. August. Zum 5 0 jä h r i g e n I u - b i l ä u m des B e st e h e n s der Synagoge wird diese einer gründlichen Wiederherstellung unterzogen. Diese Arbeiten haben sich bedeutend umfangreicher erwiesen, als anfänglich angenommen wurde. Da gleichzeitig auch die Erweiterung des israelitischen Friedhofes mit einem Kostenaufwand von 3000 Mark vorgenommen werden mußte, so waren sehr bedeutende Mittel erforderlich. Nachdem aber nicht allein von den israelitischen Bürgern von Oppenheim, Dienheim und Nierstein, sondern auch von solchen, die mit der hiesigen israelitischen Gemeinde direkt oder indirekt in Verbindung stehen, namhafte Beträge gestiftet wurden, sind jetzt die gesamten Mittel aufgebracht. Das Jubiläum der Synagoge wird nach Beendigung des Krieges mit einer entsprechenden Feier begangen werden. Duisburg, 7. August. Am 23. v. M. rettete unser Glaubensgenosse, der Unterprimaner Fritz N a t h a n aus Ruhrort, einem zehnjährigen Knaben das Leben. Auf einer Wanderung bei Kettwig sah er vor der Nuhrbrücke gerade, wie ein Rudcrnachen konterte, dessen Insassen in die Ruhr stürzten. Mit Blitzesschnelle riß er die Kleider vvin Leibe und sprang den in Ertrinknngsgefahr schwebenden Bootsinsassen nach. Es gelang ihm auch, unter eigener großer Lebensgefahr den Sohn des Gastwirts Altmeier zu erreichen und mit großen Anstrengungen ans Land zu bringen. Tie beiden anderen ins Wasser gefallenen Bootsinsassen sind leider ertrunken. Tie mutige Tat des jugendlichen Retters verdient Anerkennung. Hamm i. W., 7. August. Am 26. v. M. lvurde hier der ehemalige Lehrer und Prediger unserer Gemeinde, Herr Julius M ü n d - h e i m unter großer Beteiligung der Gemeindemitglieder und der Bürger zu Grabe getragen. Der Entschlafene, der ein Alter von 30 Jahren erreicht hat, erfreute sich 13 Jahre lang des wohlverdienten Ruhestandes und hat nicht weniger als 47 Jahre treu und gewissenhaft seinen Beruf ausgeübt. Nach der Trauerfeier im Hause würdigte am Grabe Herr Lehrer und Prediger Nt. Wei ler in seiner Trauerrede die großen Verdienste des Entschlafenen um Gotteshaus und Schule. Mit dem Entschlafeuen ist wieder ein lieber, treuer Lehrveteran ins Grab gesunken. Ehre seinem Andenken! Frankfurt a. M., 7. August. Am 22. v. M. verstarb in Lehnta in der Mark, uw er zürn Besuche seiner Schwiegereltern weilte, Herr Tr. Phil. Max Joel ganz Plötzlich. Ter Verstorbene gehörte seit Jahrzehnten hindurch dem Lehrerkollegium des Hasselschen Instituts an, an dem er hauptsächlich Mathematik unterrichtete. Ein liebenswürdiger Lehrer und Mensch, bei seinen Schülern geachtet und hochbeliebt, ist mit ihm aus diesem Leben geschieden. Auch die Fortschrittliche Volkspartei verliert in ihm ein eifriges und treues Mitglied. Das Lehrerkollegium widmete ihm einen warmen Nachruf. ' * Gksterreick-Angara. N. N. Z. Wien, 7. August. Die gegewvärtigen Ereignisse rechtfertigen es gewiß, wenn wir heute das tapfere Verhalten der jüdischen Soldaten in den letzten Feldzügen unserer Armee Revue Passieren lassen. Da finden mir eine Reihe jüdischer Offiziere und Soldaten, welche durch ihre Haltung vor dem Feinde nicht nur ihren Namen mit Ruhm bedeckt, sondern auch dem Judentum Ehre verschafft haben. Wir folgen in den nachstehenden Aufzählungen den in M o r i tz F r ü h l i n g s „Biographischem Handbuch" angegebenen Daten. Vorerst sei der Name des Feldmarschallentnants Edler v. Schweitzer genannt, welcher den Feldzug vom Jahre 1866 noch als Infanterist mitgemacht und dann im Jahre 1878 in Bosnien als Oberleutnant und Regimentsadjutant für seine dienstlichen Gesamtleistungen den Orden der Eisernen Krone mit der Kriegsdekoration erhalten hat. Generalmajor Alexander Ritter v. E i s lvurde in der Schlacht von Magenta als Lelltnant mit der Allerhöchsten Belobung und in der Schlacht bei Eustozza als Oberleutnant für seine Tapferkeit mit der Eisernen Krone dritter Klasse mit der Kriegsdekoration ansgezeichnet. Einen glänzenden Namen in der Armee hatte der unlängst in Ezernolritz verstorbene Hnsarenmajor Wvlf B a r d a ch Edler v. E h l u in - be rg. In der Schlacht bei Königgrätz war er am Berge Ehlum als Feuerwerker und Halbbatteriekommandant postiert. Für seine Tapferkeit lvurde er mit der goldenen Tapserteitsmedaille ausgezeichnet. Er avancierte später bis znm Hnsarenmajor und lvurde auch geadelt. Generalmajor Heinrich v. N l l r i ch - T r e n k h e i ui nahm als Piouierleutnant au den Feldzügel! im Jahre 1860 gegen Italien und Preußen teil. Der leider allzufrüh verstorbene Artillerieoberst Adolf Beer hat als Leutnant respektive als Oberleutnant die Feldzüge im Jahre 1859 und 1866 mitgemacht. Oberstleutnant Wilhelm Ritter v. H a r t m a n n machte im Jahre 1878 als Oberleutnant die bosnische Okkupation mit und wurde hierfür mit dem Orden der Eisernen Krone dritter Klasse mit der Kriegsdekoration ausgezeichnet. Major Joseph Kohn erhielt für seine Leistungen in der Schlacht bei Eustozza als Leutnant das Militärverdienstkreuz mit der Kriegsdekoration. Major Jakob Schoßberger machte im Jahre 1866 den Feldzug gegen Preußen als Feldwebel mit: er lvurde lvegen seines tapferen Verhaltens am Schlachtfelde zum Leutnant ernannt und erhielt überdies die große silberne Tapserteitsmedaille erster Klasse. Für das tapfere Verhalten vor dem Feinde lvurde in der Schlacht bei Eustozza Hauptmann Bernhard B alt i nest e r ausgezeichnet, während Oberleutnant Mvritz Fränkl für seine Tapferkeit tut Gefechte bei Wysokow am 27. Juni 1866 vom Armeekommaudo als Feldwebel öffentlich belobt und bald daraus zum Leutnant befördert lvurde. Eine glänzende Leistung hat der Leutnant Ignaz G o l d - stein an den Tag gelegt, indem er als Bauer verkleidet durch die feindliche Armee durchschlüpfte, um dem Feldzeugmeister Benedek Nachrichten aus der Festung Königgrätz zu überbringeu. Er erhielt das Rtilitürverdienstkreuz mit der Kriegsdekoration. Jrn Feldzug des Jahres 1866 hat unter anderen der Feldwebel Moritz G r ü n h u t die silberne Tapferkeitsmedaille erworben. Nicht uninteressant dürfte es sein, daß der Kadett Jakob Strauß im schleswig-holsteiuscheu Feldzug zuerst die silberne Tapserteitsmedaille und dann die Allerhöchste Belobung erhielt, überdies von der Gemeinde Wyk auf Föhr zum Ehrenbürger ernannt wurde. In der Marine erregt unsere besondere Aufmerksamkeit die Persönlichkeit des nachmaligen Linienschiffskapitäns Friedrich Pick Edler v. Seewart. Derselbe wurde anläßlich des schleslvig-holsteinschen Feldzuges mit der silbernen Tapferkeitsmedaille und im Jahre 1866 anläßlich des Seekrieges mit Italien mit der Allerhöchsten Belobung ausgezeichnet. Weitaus größer war noch die Zahl jener Juden, die auf dem Felde der Ehre gefallen sind, ohne daß sie Gelegenheit hätten, sich besonders ausznzeichnen oder irgendeine hervorragende Waffentat mit ihrem Nanren zu verknüpfen. Allen jenen, die im Feldzuge des Jahres 1866 gefallen sind, ist eine besondere Schrift gewidmet, die vom „Hilfskomitee für Soldaten israelitischer Religion" im Jahre 1866 unter dein Titel „Liste der im letzten Kriege auf den Schlachtfeldern gefallenen Soldaten israelitischer Konfession" heransgegebeu lvurde. Z. .Strafau, 4. August. Die Aufregung in Galizien spottet jeder Beschreibung. Das herzzerreißende Weinen der Mütter und Frauen an den Bahnhöfen, lvv sie Abschied von Söhnen und Gatten nehmen, wird laut übertönt von den begeisterten patriotischen Ausbrüchen der Abziehenden und Begleitenden. Tie Begeisterung und Beteiligung der jüdischen Jugend sind über alles Erwarten groß. Unter dem Titel *1^3 IWpm bringt der „Tog" einen Aufruf im Jargon, der ungefähr so tautet: „Der Kaiser rnst. Und seinein Ruf folgen alle Völker lvillig. Die Kriegsbegeisternng in ganz Oesterreich- Ungarn ist eine gewaltige. Alle Völker lvetteisern, um ihren Patriotismus, ihre Anhänglichkeit au Kaiser uud Vaterland zu bekunden. Noch bevor ein Schuß gefallen ist, hat schon Oesterreich damit einen gewaltigen moralischen Sieg errungen. Die Hoffnung der Feinde ans die innere Zerrüttung im Lande lvurde getäuscht. Einig und mächtig steht Oesterreich da in der Liebe und dein Patriotismus seiner Völker. In dieser ernsten Stunde dürfen mir Juden nicht zurückstehen! In diesem Chore darf unsere Stimme nicht fehlen! Gut und Blut für Kaiser und Vaterland! Vor aller Welt wollen wir beweisen, lvie dankbar wir unserem glorreichen, edlen Monarchen sind für die Gleichberechtigung und den Schutz, den wir ungeschmälert unter seinem Szepter genießen, für die vielen Beweise von Gnade und Wohlwollen, die rvir allezeit vom Throne erhalten haben. Ist doch Oesterreich der einzige Staat in Europa, in dem zlvei Millionen Inden ohne Beschränkung und Begrenzung leben können. Hier sind die Tore

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