Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 78 (1914)
- Issue
- Heft 33 (14.8.1914)
- Date
- 1914-08-14
- Page
- Seite 396 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3224737-3229123-3229157--70646-3283003- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
396 Geschicke dieses Abenteurers großen Stiles zu verfolgen. Nur schade, daß er für das Judentum kein innerliches Interesse besaß. Denn wenn er auch eine jüdische Druckerei gründete, so zeigte er sich weder als ein Mäzen im wahren Sinne, noch als bedeutender Schriftsteller. Er starb, nachdem er in Ungnade gefallen war, 1579. Die Erinnerung an einen solchen Mann aufzufrischen, namentlich, wenn es, wie hier geschieht, an der Hand unbekannter Dokumente erfolgt, ist von großer Bedeutung. L. G. Halb - Maske. Aus dem Leben und dem Jenseits des Lebens. Eine tragische Philosophie in Bekenntnissen. Bon K u r t Walter G o l d s ch m i d t. Leipzig 1914. Walter Markgraf. Der Bersasser entwickelt in aphoristischer Weise Gedanken („Be» kenntnisse") über die verschiedenartigsten Probleme des Lebens, über den Wert desselben und seiner Güter, über die Lebenskunst, die wirkliche Stellung des Menschen in der Natur, über die noch ungelösten Welträtsel und Geheimnisse des Alls, die Unzulänglichkeit alles Irdischen und der menschlichen Einrichtungen (z. B. der Ehe) ins. besondere, über die Beziehungen der beiden Geschlechter zueinander und anderes mehr. Bon den vielen hübschen, tiefsinnigen, oft von feinster Welt- und Menschenkenntnis und einem eigenartigen philosophischen Geiste zeugenden Aphorismen seien folgende hier wiedergegeben. „Es ist die Unklugheit der großen Naturen, mit dem Gefühle allzu tief und fest in irgend etwas einzuwurzeln. Seine Wurzeln wieder herauszureißen, wenn es äußere oder innere Notwendigkeit gebietet, ist dann ein übermenschlicher Schmerz. Alles äußerste Gefühl, es mag sich nun an einen Menschen, ein Werk, einen Zustand, eine Heimat oder woran sonst immer klammern, wähnt sich und seinen Inhalt ewig oder strebt doch nach Verewigung des Zeitbedingten und frevelt eben damit gegen das große Gesetz der Wirklichkeit, den Wechsel. Sterne sind erloschen, Reiche gesunken, — und auch das Gefühl welkt dahin. Das Judentum mit seinen markanten Fehlern, aber auch mit seinen ins Uebermenschliche gesteigerten Tugenden, mit seinem absurd und fossil großen Konservativismus, der sich mit seinem Gegenteil, einem ebenso gewaltigen und ewigen Revolutionismus, paart, — das Judentum ist nicht nur ein uralt-ehrwürdiges, wie ein graues überlebtes Wunder in unsere Zeit hineinragendes Mysterium, nicht nur ein beispiellos unerschöpflich, durch Jahrtausende sprudelnder Kulturquell, sondern auch die Volkspersönlichkeit der stärksten Spannung zwischen Natur und Geist (Sündenfall-Mythos), wie sie in dieser vorbildlichen, urmenschlichen Tiefe von keinem andern Volke erlebt ist. Die Juden sind das extreme Volk — das Volk der tiefen Niederungen und der ganz leuchtenden Höhen." Das an kostbaren Geistesperlen reiche, zum Weiterdenken anregende Buch ist einem jeden, der ein Freund ist von ins Tiefe gehenden, feinsinnigen Betrachtungen bestens zu empfehlen. Mchrreinlsuk. Besprechung der Bücher Vorbehalten. Zurücksendung der Bücher findet in keinem Falle statt. Friedrich-Lnisen-Hospiz, Bad Dürrheim. Bericht 1912 und 1913. Movements in Judaism: Zionism by Richard J. H. Gottheii. Philadelphia. The Jewish Publication Society of America. 1914. Spinoza. Lebensbeschreibimgen und Gespräche. Uebertragen und hcransgegeben von Carl Gebhardt. Der philosophischen Bibliothek Band 96 b, Leipzig 1914. Verlag von Felix Meiner. Drosch. 2,50 M., geb. 3,— M. Spinoza. Briefwechsel. Uebertragen und mit Einleitung, Anmerkungen und Register versehen von Carl Gebhardt. Der philosophischen Bibliothek Band 96 a, Leipzig 1914. Verlag von Felix Meiner. Brosch. 4, M., geb. 5,-- M. Religiöse Bilder. Predigten von Dr. Georg Wilde, Rabbiner der Synagogengemeinde zu Magdeburg. Berlin 1914. Verlag von M. Poppelauer. Preis 3,— M. Religiöses Recht, von Dr. Mordche W. Rapaport. Separatabdrnck ans den Blättern für vergleichende Rechtswissenschaft und Volkswirtschaftslehre. 10. Jahrg. Heft 1, 2, 3. Berlin 1914. R. v. Deckers Verlag. Jeschurun. Monatsschrift für Lehre und Leben im Judentum. Herausgeber Dr. I. Wohlgemnth. 1. Jahrg. Heft 6. Verlag des Jeschurun, Berlin N 24. Bibliographischer Vierteljahrsbericht für die jüdische Literatur. Heransgegeben vom Verlag M. W. Kaufmann, Leipzig. 1. Jahrg. Heft 1. Tire American Hebrew and jewish Messenger. A Weekly Journal for the Jewish Home. Vol. XCV. No. 6. June 5. 1914. The reform advocate. Chicago. May, Vol. XLVIL 241h Year. No. 16. Zwölfter Geschäftsbericht (1913) des Hilfsvereins der Deutschen Juden, erstattet der Generalversammlung am 26. April 1914. Berlin 1914. 58. Jahrg. Heft 3/4 Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums. Herausgegeben von Dr. M. Braun. Mürz—April 1914. Breslau, Koebnersche Verlagsbuchhandlung. Alks der Suche nach der Demokratie. Dr. Curt Abel-Musgrave. Germania-Verlag G. m. b. H. Bamberg. Preis 2,— M. Die moderne Pentateuchkritik und ihre neueste Bekämpfung, beurteilt von D. Dr. Eduard König. Preis 2,80 M. Leipzig 1914. A. Deichertsche Verlagsbuchhandlung Werner Scholl. Materialien zur Volksreligion Israels, von Lie. Theol. Dr. Phil. Anton Jirku, Privatdozent an der Universität Kiel. Leipzig 1914. A. Deichertsche Verlagsbuchhandlung. Werner Scholl. Preis 3,60 M. Gedenkbuch der Frankfurter Juden. Erster Band. 1914. Verlag von I. Kauffmann, Frankfurt a. M. Preis 15— M. Urknndenbuch zur Geschichte der Juden in Frankfurt a. M. von 1150 bis 1400, bearbeitet von I. Kracauer. Frankfurt a. M. Verlag von I. Kauffmann. 1914. Preis 30,— M. Correspondence School for religious school teachers. Conducted by The Jewish Chautauqua Society. Methods of teaching. Biblical History. Junior Grade. By Edward N. Calish, Ph. D. Philadelphia, Pa. Methods of teaching, Primary Grades. Course B. By Ella Jacobs. Philadelphia, Pa. Mitteilungen vom Deutsch-Jsraelilischen Gemeindebunde. Herausgegeben vom Ausschuß des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes. Nr. 86. 1914. Mai/Juni. Jüdische Monatshefte, unter Mitwirkung von Rabbiner Dr. S. Breuer in Frankfurt a. M. herausgegeben von Rabbiner Dr. P. Kohn in Ansbach. Jahrg. 1. Heft 8. Jahresabonnement 6,— M. Verlag Heidingsfeld, Frankfurt a. M. Lprkchlaal. Herzliche Bitte! Das jüdische Kinderheim, Fehrbelliner Straße 92, sieht sich veranlaßt, seine schon in Friedenszeiten geübte Fürsorge auf eine größere Anzahl unversorgt gebliebener Kinder auszudehnen, deren Väter jetzt zur Verteidigung des Vaterlandes einberufen sind. Unsere Hauptaufgabe wird daher jetzt die Speisung dieser ihrer Ernährer beraubten Kinder sein, deren Mütter fast ausnahmslos außerhalb ihres Hauses ihrem Erwerbe nachgehen müssen. Für diesen Zweck erbitten wir die opferfreudige Hilfe unserer Glaubensgenossen. Doppelt gibt, wer schnell gibt! Spenden bitten wir zu senden an unseren Schatzmeister Herrn Bankier Emil Nürnberg, Berlin W., Potsdamer Straße 132, oder auf des Postscheckkonto des jüdischen Kinderheims Nr. 18 029. Der Vorstand: Rabbiner Professor Dr. Mayb a u m. Frau Gertrud Seligsohn. Jnstizrat Ludwig A r n d t. Bankier Emil Nürnberg. Frau Lina Maybaum. Frau Helene Mühsam geb. Weigert. Frau Therese B e n j a m i n. Frau Alice D a v i d s o h n. Frau Professor Strauß. Druckkehlerberichtigung. Durch verspätetes Eintreffen der Autorkorrektur sind in dem Leitartikel von Behrens viele Fehler stehen geblieben. Es muß heißen: S. 373, Sp. 1, Z. 9: Taufe oder Tod oder Exil, statt: Tod: Exil; S. 373, Sp. 1, Z. 28: sich erschloß, statt: anschloh; S. 373, Sp. 1, l. Z./wer achtet diese, statt: entwuchsen sie -dieser; S. 373, Sp. 2, Z. 46: Harmlos, statt: Herrenlos; S. 374, Sp. 1, Z. 32: Leichtfertigkeit, statt: Leichthastigkeit; S. 374, Sp. 1, Z. 37: Anstrengungen, statt: Austragungen. Auch in M. Landaus Artikel sind sinnstörende Druckfehler. Es muß heißen Seite 381, Spalte 1, Zeile 18 von unten: „allen, alles" statt: „alles, alles"; daselbst Zeile 7 von unten: „Absichten so gut" statt „Ab-"; daselbst Anm. Zeile 3 von unten: „denn" statt „deass".