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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1914-07-31 · Heft 31 (31.7.1914) · p. Seite 372

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
78 (1914)
Issue
Heft 31 (31.7.1914)
Date
1914-07-31
Page
Seite 372 (sequence 12)
Language
German
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IPB. 372 dllrchweg so, dos; zunächst die äußeren Schicksale der Inden vorgeführt werden und dann eine Darstellung des geistigen Lebens folgt. Der Stofs ist -um hervorragende Männer gruppiert, deren Lebensbilder nach Möglichkeit pragmatisch verbunden worden sind. Lun allgemeinen sind diejenigen Ereignisse, Persönlichkeiten und Literaturerzeugnisse ausgewählt worden, deren unmittelbarer Einfluß auf die Gestaltung des religiösen Lebens der Gegenwart fvrtdanert. Keine Seite des jüdischen Geisteslebens ist übergangen, alle sind in sehr klarer und instruktiver Weise behandelt, meistens durch Auszüge aus den Originalen in treuer, aber gut lesbarer deutscher Uebersetzung dem Verständnis nähergebracht; in der dritten Auflage sind die Literaturproben vermehrt und um Auszüge aus dem Talmud und den mittelalterlichen Religionsphilosophen bereichert. Ebenso sind die Register am Schluß des Bandes und die sehr wertvollen Quellennachweise erweitert und ergänzt, so daß das Buch nicht nur für Lernende, sondern auch für Lehrende reichen Rußen und nachhaltige Anregung zu bieten vermag. Vielleicht könnte an manchen Stellen die Behandlung der Literatur gekürzt werden zugunsten einer ausführlicheren Darstellung der äußeren Schicksale der Juden, vielleicht könnten auch letztere durch Auszüge aus Gesehen, Privilegien, Briefen oder Gutachten anschaulich beleuchtet werden. Unbedingt zu wünschen ist eine Aenderung des letzten Kapitels, das „die inneren Wandlungen" in der Neuzeit behandelt. Der ganze Abschnitt muß entschieden erweitert werden; mit den vielen Anmerkungen von Seite 167 an werden die meisten Leser erst dann etwas anzufangen wissen, wenn der größte Teil ihres Inhalts in den Text hineingearbeitet sein wird. Vollends die religiöse Nesormbewegung des letzten Jahrhiluderts ist zu wichtig, als daß sie mit drei Seiten abzutun wäre, ihre Führer, ihre Beweggründe, ihre hauptsächlichsten Leistungen und Erscheinungsformen müßten weit eingehender gekennzeichnet werden, denn es ist eine unleugbare Tatsache, daß das religiöse Leben der Gegenwart von den Bestrebungen des vergangenen Jahr-! Hunderts am stärksten beeinflußt ist. Was sonst noch zu ändern wäre, betrifft Kleinigkeiten und kann dem Werte des Buches keinen Eintrag tun. Es wird in der neuen Form noch mehr als bisher seine hohe Aufgabe erfüllen, seiner Verbreitung wird die Teilung in drei Bände sicherlich förderlich sein. Wir können dem Wunsche des Verfassers, daß das Buch auch fernerhin segensreich für die religiöse Belehrung und Erziehung wirke, nur die Erfüllung wünschen. I. Elbogeu, Berlin. V i e r Synagogen- Gesänge und ein religiöses Lied von A. F r i e d m a n n , königl. Musik-Direktor und Hauptkantor der jüdischen Gemeinde Berlin. Selbstverlag des Verfassers. In den letzten Jahren ist Herr A. Friedmann, Berlin, aus seiner jahrzehntelang beobachteten Reserve herausgetreten und hat neben seinen musikhistorischen Abhandlungen manches wohlgelungene Opus seines kompositorischen Talents gespendet. Ta ist zunächst die Kantor-Rezitation für 3 Keduschas. Wer die Kompositionsfreudigkeit, die sich in der Darbietung gleich von 3 Keduschas kundgibt, verstehen will, muß wissen, was früher in jedem jüdischen Gottesdienst die Kednschn bedeutete, früher, da noch ein mit vollem Verständnis und mit gläubiger Begeisterung dem Kantor lauschendes Publikum die Synagoge füllte. Eine mit allen Feinheiten (textlich und musikalisch) vorgetragene Keduscha war das Gesprächsthema für die männlichen wie weiblichen Glieder der Gemeinde am Sabbat und Festtag, lind durch nichts konnte der Chasan sich mehr in die Herzen seiner Gemeindemitglieder singen als durch eine „schöne" Keduscha. So war dieses Gebet von jeher für jeden echten Ehasan das Feld, wo er Phantasie und religiöse Begeisterung am meisten offenbarte. Und da Friedmann nicht nur ein Kantor, sondern auch eilt Ehasan ist mit echtem Chasangemüt, so strömen ihm auch hier die gefälligen Weisen nur so zu. Und besonders packend wird er, wenn seine Melodie sich in der traditionellen Sangweise bewegt, so beim dritten Satz (Mimkaumau) in allen drei Kompositionen. Und so bin ich dessen sicher, daß diese Rezitation —- nebenbei gesagt, ist deren Allsführung auch dem nicht mit großen Stimmitteln ausgestatteten Vorbeter leicht möglich — jedem Ehasan eine willkolulnene Gabe sein wird, mag er im orthodoxen oder liberalen Gottesdienst vorbeten. Ter folgende Jahreskaddisch, eine Verwertung der charakteristischen Melodien aus der Liturgie des ganzen Festjahres, wird besonders ' in Westdeutschland von ben Kantoren gern als Schlußkaddisch am Abelld mld vor dein Altsheben am Simchas Thauro gesungell. Friedumnll hat ihll in recht ansprecherlder Form gebracht. Mehr Zll irgendeiner Schulfeier als für die Synagoge eignet sich das Lied: „Dies ist die Thora, dies das Wort", dessen Marschrhythmen iil Melodie xinb Begleitung jedenfalls ganz eigenartig wirken. So dürfte dieses neue Friedmannsche Opus gewiß bald weite Verbreitung finden. F a b i s ch , Göttingen. Süchrremlsuk. Bewrechnng der Bücher Vorbehalten. Znrücksendung der Bücher findet in keinem Falle statt. Gläserne Wände. Roman von Knobloch. Morawe & Scheffelt, Verlag. Berlin 1914. Gideon, der Arzt. Von Johannes Höfsner. Roman. Zweite Auflage. Wismar, Hillstvrffsche Verlagsbuchhandlung. 1914. Mio Jewish Quarterly Review. New Seriös. Edited by Cyrus Adler and S. Schoch ter. Vol. IV, No. 4. April, 1914. Published quarterly by the Dropsie College for Hebrew and Cognatc Learning. Broad and York Streets Philadelphia, Penna. London: MacmiJlan & Co. Ltd. Subscription price: 3 per annum. Genealogische Studien über die alten jüdischen Familien Hannovers. Im Allftrage der Direktion des Wohltätigkeitsvereins (Ehewra kaddischa) der Synagogengelneinde Hannover an der Hand der Inschriften des alten Friedhofs. Bearbeitet von Dr. S. Gronemann, Larldrabbiner zu Hannover. Erste Abteilung: Genealogie der Familien. Zweite Abteilung: Grabschriften und Gedächtnisworte. Berlin. Verlag von Louis Lamm. 1913. Preis: 6 Mark, gebunden 7 Mark. Religionsgeschichtliche Versuche und Vorarbeiten. Begründet von Al brecht Dieterich und Richard Wünsch. Herausgegeben von Richard Wünsch und Ludwig Deubner in Münster i. W. und in Königsberg i. Pr. XIV. Band. 3. Heft. Das stellvertretende Huhnopfer. Mit besonderer Berücksichtigung des jüdischen Volksglaubens. Von Isidor Schestelowitz. Gießen 1914.. Verlag von Alfred Töpelmann (vormals I. Nicker). Für Amerika: G. E. Stochert & Co., 151=155 West 25. St., New Port. Preis 2,40 Mark. Die Sagen der Juden. Gesammelt und bearbeitet von Micha Josef bin Gorion. Tie Erzväter. Jüdische Sagen und Mythen. 1914. Literarische Anstalt Rütten & Lvening. Frankfurt a. M. Preis: geh. 7 Mark, geb. 11 Mark. Revue des Lindes Juives. Publication Trimestrielle de la Societe des Etudes Juives. Tome LXVill. No. 133, 1 er Jan vier 1914. Paris. A la Librairie Durlacher. 142, Rue du Faubourg- Saint-Dcnis. Year Book of the Central Conference of American Rabbis. Volume XXIII. Edited by Samuel Schulman, Solomon Foster and Ephraim Frisch. Year Book Editorial Committee. 1913-*>6i3. Containing the Proceedinigs of the Convention held in Atlantic City, N. J. July 2 to 8, 1913. Lprechlsal. V c r c h r liche N edaktiou! Hierdurch bitten wir Sie, im Interesse der guten Sache, nachfolgender Notiz im redaktionellen Teil Ihres geschützten Blattes Aufnahme zu gewähren. Im voraus verbindlichsten Tank! Hochachtungsvoll Deut sch e Zentral st e l l e f ü r jüdische W a n d e r a r m e n s ü r s o r g e. Sanitätsrat Dr. W r e s ch n e r , I. Vorsitzender. Ein ca. 45 Jahre alter, sich Nappoport alias Spielke nennender Unbekannter hat es verstanden, in Frankfurt a. Oder durch die V^rspiegelrmg, daß er das Amt eines Vorstehers in Amsterdam verwaltet, und durch die Schaustellung seiner talmudischen Gelehrsamkeit einem wenig bemittelten Glaubensgenossen ein Darlehen von 150 Mark zu entlocken. Erkundigungen in Amsterdam haben ergeben, daß die Angaben unrichtig sind, daß es sich um einen Betrüger handelt, vor dem hiermit öffentlich gewarnt wird. Deutsche Zentralstelle für jüdische Wanderarmensürsorge, Berlin."

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