Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 78 (1914)
- Issue
- Heft 25 (19.6.1914)
- Date
- 1914-06-19
- Page
- Seite 5 (sequence 17)
- Language
- German
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5 liches Mitglied der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Komtur des Franz-Josef-Ordens, Kommandant der französischen Ehrenlegion und vieler humanitärer Vereine und Körperschaften. Seine Beerdigung fand unter außerordentlicher Beteiligung der höchsten Gesellschaftskreise am 9. d. M. auf dem israelitischen Friedhof in Döbling statt. — Am selben Tage wurde auch Frau Rebecca Mauthner geb. Brodskh unter großer Beteiligung zu Grabe getragen. Die Verblichene, eine äußerst feinsinnige, überaus wohltätige Dame, eine Tochter des berühmten Brodskh in Kiew, war die Witwe des allzu früh verstorbenen ordentlichen Professors der Augenheilkunde Dr. Ludwig Mauthner in Wien. Die Verblichene hat ein Alter von 69 Jahren erreicht. Ihr Heimgang läßt eine unausfüllbare Lücke in den Herzen derer zurück, die sie kannten und denen sie Wohltäterin und Helferin in der Not war. Ehre ihrem Andenken. — Von der Zentralstelle der Israel. Allianz in Wien wurden im verflossenen Monat Mai insgesamt 144 Emigranten (davon allein 117 aus Rußland) nach den Vereinigten Staaten bzw. nach dem Auslande befördert. Die Weiterbe förderten gehörten zumeist dem Handwerkerstande an, nur 39 (meist Frauen) konnten einen bestimmten Beruf nicht angeben. Rumänien. §2 Bukarest, 12. Juni. In Silistria fand, einem dortigen Berichte zufolge, vor einigen Tagen die feierliche Einweihung einer neuen Synagoge der sephardischen Judengemeinde statt. Zur Feier waren Vertreter aller in Silistria wohnenden Nationalitäten, Rumänen, Bulgaren, Türken, Armenier erschienen. Nach den üblichen Gebeten, unter anderen auch dem Gebete für König Karol und die Königsfamilie, hielt der Sekretär der Gemeinde die Weiherede. Einen recht unangenehmen Eindruck matzte die Rede, welche hierauf der anwesende Unterpräsekt in der Synagoge hielt. Er forderte die Anwesenden auf, rumänische Patrioten zu werden, sich zu romanisieren und vor allem so rasch als möglich die rumänische Sprache zu erlernen und zu pflegen. „Ich habe die Empfindung," so schloß der Unterpräfekt seine Sittenpredigt, „daß viele unter euch mit der rumänischen Herrschaft unzufrieden sind, und wagt ihr es auch nicht selbst zu gestehen, so geht es mit Bestimmtheit aus Berichten in den ausländischen Zeitungen hervor, und daß noch keiner dieser Berichte von euch dementiert wurde, ist ein Beweis, daß ihr diese Unzufriedenheit teilet. Ich ermahne euch, alle diese Hintergedanken 311 lassen, euch keinen Illusionen hinzngeben, denn in diesen Dingen versteht Rumänien keinen Spaß, und es ist mächtig genug, um seinen Willen durchzusetzen." Von Nah und ssrrn. — Der Deutsch-Israelitische Gemeindebund wi rd bei Köpenick eine Mädchenfürsorgeanstalt errichten. Es ist zu diesem Zweck von der Stadt Köpenick ein Gelände von 6000 Quadratmetern, zwischen Köpenick und der Villenkolonie Uhlenhorst gelegen, angetanst worden. — Die Einweihung des neuen Schwestern- Heims des Vereins für jüdische Krankenpflegerinnen in Berlin, Exerzierstraße 11a, Ecke Schulstraße, findet am Sonntag, den 21. d. M., 12 Uhr mittags, statt. — Dr. Arthur Nußbaum, Rechtsanwalt am Kammergericht, hat sich, am 11. Juni in einer öffentlichen Vorlesung über „Die Umbildung des Handelszum Gewerberecht" an der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität als Privatdozent für Handelsrecht habilitiert. — Zu Ehren des Weltschachmeisters Dr. E m a n u e l L a s k e r, der nach seinem glänzenden Siege in Petersburg wieder nach Berlin zurückgekehrt ist, fand in der Schachgesellschaft eine Feier statt, zu der sich nicht nur die Mitglieder, sondern auch Gäste in großer Zahl eingefunden hatten. Der Vorsitzende, Schachmeister Post, hielt die Begrüßungsrede, in der er das Ehrenmitglied der Gesellschaft, Dr. Laster, beglückwünschte und seine schachliche Bedeutung würdigte. — Aus Posen wird uns geschrieben: Geh. Kommerzienrat Nazary Kantorowicz, Vorsitzender der Handelskammer, feierte seinen 70. Geburtstag. In Posen geboren, trat der Jubilar 1867 in die von seinem Schwager Moritz Milch gegründete chemische Düngerfabrik als Teilhaber ein. Er betätigte sich im städtischen Dienst als Stadtverordneter und als Stadtrat. Der Handelskammer gehört er seit 1883 an. — Dem neuen Fürstbischof von Breslau D r. Bertram geht der Ruf eines Mannes voraus, der von friedlicher Gesinnung gegenüber den Andersgläubigen beseelt -ist. Diese 'Gestninung hak er auch gegenüber den Juden als Bischof von Hildesheim betätigt. Als vor einigen Jahren in zwei größeren Orten der Diözese Hildesheim mit überwiegend katholischer Bevölkerung mehrfach von Vereinen, die unter Leitung eines Geistlichen standen, Theaterstücke aufgesührt wurden, die nach Form und Inhalt Meraner Hof "W2I | Berlin C, Königstrasse 34/36, 1. Etage. Amt Kgst.v Nr. 10946.1 Restaurant ersten Ranges am Platze, am Bahnhof Alexanderplatz unter Aufsicht des Rabbinats der hiesigen jüdischen Gemeinde. Diner yon 12bis4 Uhr k M. 1.60. - Reichhaltige Abendkarte. J AI,:1, Ausrichten yon Hochzeiten und Festlichkeiten in und I OlaQlltUUIIöi ausser dem Hanse. — Saal für Hochzeiten und Fest-1 I lichkeiten sowie für Vereine im Hause. Kornhauser A Kaufmann« Kinderheim Dr. Kullmann Bad Kreuznach, Philippstr. 6 Aerztliche Leitung: Dr. Kullmann. Wirtschaftliche Leitung: die Hitleiterin Fräulein H. loeb. Ganzjährig geöffnet. — Rituelle Küche. — Prospekte. 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