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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1914-06-19 · Heft 25 (19.6.1914) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
78 (1914)
Issue
Heft 25 (19.6.1914)
Date
1914-06-19
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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3 den Vorständen schon seit Jahren unterbreitet worden, bisher jedoch vergeblich. Auf Vorstellungen des Verbandsvorstandes jedoch an den Verband der Synagoaengomeiuden des Regierungsbezwks Posen ist von diesem in Aussicht gestellt worden, bei der nächsten Vakanz im Ausschüsse der Wahl eines sachverständigen Mitgliedes für Schul- und Unterrichtsangelegenheiten nähertreten zu wollen; vom Shnagogenverband Bromberg ist eine Antwort nicht eingegangen. Die jüdischen Volksschullehrer unserer Provinz hatten zum erstenmal trotz ihres Eintretens für die jüdische Volksschule die Genugtuung, einen der Ihrigen als Vertreter des Poseuer Provinziallehrervereins auf dem preußischen Lehrertage Zu sehen. — An den Freuden und Leiden unserer Berufsgenossen haben wir, wie stets, so auch im Berichtsjahre, herzlichen Anteil genommen. Wir durften zwei Brüdervereinen, dem Verein jüdischer Lehrer und Vorsänger in Württemberg, sowie dem Verein jüdischer Lehrer in der Provinz Hannover, zu ihrem 60jährigen Bestehen die besten Glückwünsche senden und empfingen selbst aus Anlaß unserer 25. Tagung herzliche Glückwünsche von den Vereinen jüdischer Lehrer in Schlesien und Posen. — Unser Verein Zählte 31t Beginn des Berichtsjahres 66 Mitglieder, ansgeschieden sind im Lause des Jahres zwei Mitglieder, mithin Bestand 53 Mitglieder. Auf den darauf folgenden Kassenbericht wurde dem Schatzmeister widerspruchslos die Entlastung erteilt. — Der Vortrag des Vorsitzenden: „Ter jüdische Lehrer im Kampfe gegen den Antisemitismus" fand allgemeinen Beifall. Einmütig gelangte folgende Resolution nach reger Debatte zur Annahme: „Die 26. Jahresversammlung des Vereins jüdischer Lehrerin den Ostprovinzen hält in unserem von religiösen und nationalen Kämpfen erfüllten Vereinsbezirk die Abwehr des Antisemitismus durch alle Vereinsmitglieder in ihrer amtlichen und außeramtlichen Tätigkeit für dringend geboten. In eifriger Mitarbeit mit dem Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, der in unserem Vereinsbezirk eine so segensreiche Abwehrtätigkeit entfaltet hat, erblickt der Verein jüdischer Lehrer in den Ost- Provinzen ein hervorragendes Mittel zur Lösung seiner Aufgabe. -- Die Delegierten, Lehrer Kadisch und Sander, berichteten über den Breslauer Verbandstag. Die hierauf folgende Wahl des Vorstandes ergab durch Zuruf die Wiederwahl sämtlicher Mitglieder. An dem gemeinsamen Mittagsmahl nahmen fast alle Mitglieder teil. Im Jahre 1915 findet die Versammlung wieder in Posen statt. M. Breslau, 14. Juni. Wie amtlich bekannt wurde, ist Dozent Tr. M. Br-ann, der seit über zwei Dezennien dem Lehrkörper des hiesigen jüdisch-theologischen Seminars angehört, zum Professor ernannt worden. Die Nachricht von dieser Auszeichnung dürfte die zahlreichen Verehrer, Freunde ilnd Schüler wohl mit lebhafter Genugtuung erfüllen. — Rabbiner Dr. L e tu k 0 w i tz, ein Schüler des Seminars, ist als Dozent in den Lehrkörper neu eingetreten. — Als zweiter Rabbiner und Religionslehrer der Gemeinde Essen wurde Dr. Paul Lazarus, Hörer des hiesigen Seminars, berufen. — Der Vorsitzende des Vorstandes der hiesigen Synagogengemeiude, Herr Eduard Sachs, der vor wenigen Wochen seinen 80. Geburtstag feiern konnte, beging am 14. Juni in stiller Zurückgezogenheit in Bad Reinerz, wo er mit seiner Gattin zur Erholung weilt, seine goldene Hochzeit. Breslau, 14. Juni. Der diesjährige Breslauer Ierienkursns in Religionswissenschaften beginnt Montag, den 6. Juli, und schließt Donnerstag, den 23. Juli. Es werden lesen Seminarrabbiner Professor D r. L e w y : Mischna (Berachoth) dreimal wöchentlich; D 0 - z e n t P r v f. D r. Braun: 1. Jüdische Geschichte: Geschichte der deutschen Juden bis zu den Krenzzügen: zweimal lvöchentlich, 2. Exegese: Der Prophete Jesain: zweimal wöchentlich, 3. Methodik und Didaktik des liebersetzens aus dem Gebetbuch mit anschließenden Probelektionen: einmal lvöchentlich; D 0 z e n t T r. H 0 r 0 vitz : 1. Religionsphilosophie: lieber Jehnda Halevi: zweimal lvöchentlich, 2. Homnletik: Uebungon: einmal wöchentlich; Dozent D r. Le w k 0 w i tz : Ethik des Judentums: zweimal wöchentlich; R a b b i u-e r D r. Zuck e r m anbei: Rit'ualgesetz über die Festtage. Der Kursus ist unentgeltlich und steht allen jüdischen Lehrern und Lehrerinnen offen. Auswärtigen Teilnehmern werden nach Maßgabe der vorhandenen Mittel Subventionen gewährt. Neben der wissenschastlichen Arbeit soll die Gelegenheit benutzt werden, um an freien Nachmittagen Museen, gerne innützige Institute usw. unter sachkundiger Führung kennen zu lernen. Auch für die Fortbildung im Kantorat wird Gelegenheit geboten sein. Anmeldungen zur Teilnahme sind baldigst an den Schriftführer der Kommission zur Vorbereitung der Kurse, Lehrer M v op s, Breslau 1, Ohlauer Straße 1, zu richten, der gern weitere AusAunst erteilt, den Studienplan übersendet und auch den Nachweis von Wohnungen mit und ohne Beköstigung übernehmen wird. H. Brrrgsternfurt, 14. Juni. Zu einer besonderen Kundgebung gestaltete sich am Dienstag, den 9. Juni, das 25 jährige Amtsjubiläum des hiesigen israelitischen Lehrers E m a n u e l.Seiteus eines evangelischen Kollegen loaren mit dm Schulkindern des Jubilars Gedichte und Gesänge eingeübt sowie das Klassenzimmer festlich geschmückt. Um 11 Uhr versammelten sich die Lehrer aller Konfessionen, der evangelische Ortsschulinspektor, der Schillvorstand, Schnlreprüsentanten und der Bürgermeister im Klassenzimmer. Nach Bortrag eines Festgesanges beglückwünschte der evangelische Rektor den Jubilar mib feierte ihn als Kollegen und Freund, der Ortsschulinspektor Pries ihn als treuen gewissenhaften Lehrer, der Bürgermeister als guten Bürger und Leiter der kaufmännischen Fortbildungsschule. Deklamationen, Gesang und eine Dankrede des Jubilars schlossen die ernste, schöne Feier. Sie wird allen gewiß unvergeßlich bleiben, legte sie doch ein beredtes Zeugnis ab von dem Geist, der unter den Lehrern unseres Städtchens herrscht. Möchte doch auch an anderen Orten alle, die an der Erziehung und Bildung der Jugend arbeiten, ein gleiches Band der Freundschaft und Eintracht verbinden! Es wäre dann mit dem konfessionellen Frieden besser bestellt. Daß dem Jubilar nicht nur seitens seiner Gemeinde, sondern auch aus lveiteren Kreisen Aufmerksamkeiten aller Art zuteil wurden, und daß eine Nckchseier im Hause des Jubilars, getragen von fröhlichster Stimmung, die zahlreich erschienenen Gäste in angenehmster Weise vereinte, inag auch ein Zeugnis ablegen von der besonderen Achtling, die sich der Jubilar in Gemeinde und Stadt im Laufe seiner langjährigen Tätigkeit erworben hat. y. Wolfenbirttel, 12. Juni. Dem Jahresbericht der hiesigen S a m s 0 n sch u l e (Realschule) entnehmen wir, daß die Gesanltfrequenz im Schuljahre 1913/14 sich ans 163 Schüler belief, von denen fast alle — bis auf 2 — Hausschüter und sämtliche jüdischer Religion loaren. Ausländischer Herkunft waren 22, und zwar 16 aus Rußland, 1 ans Oesterreich, 4 aus Rumänien und 1 aus Serbien. Die Abschlußprüfung bestanden' im Herbst 1913 drei Zöglinge, Ostern 1914 19 Schiller. — Aus der Geschichte der Schule ist erwähnenswert, daß am 16. April d. I. der geschäftsführende Administrator des Samsonschen Legatenfonds, Herr Gustav Cohen, sein 30. Lebensjahr und das Administrationsmitglied Herr Isidor S a nt s 0 n seinen 70. Geburtstag am 30. Juli feiern konnte. Die patriotischen Feiern des vergangenen Jahres wurden von der Anstalt in würdevoller Weise festlich bedangen, so das Regierungsjnbilämn des Kaisers, die Hundertjahrfeier der Schlacht bei Leipzig usw. Bon den sonstigen Veranstaltungen, wie Ausflügen, zwanglosen Vorträgen usw. sei hier nur erwähnt, daß 23 mustkoerständige Zöglinge die Ausführung der „Meistersinger" im herzoglichen Hostheater zu Braunschweig besuchen durften, nachdem der Musiklehrer Herr Grün borg für eine vorherige gründliche Aufklärung gesorgt hatte. Fürth, 12. Juni. In der hier kürzlich abgehaltenen Generalversammlung des Jugendsürsorgeverbandes hielt Herr Oberlehrer Karl H i l l e r einen interessanten Vortrag über: „Die Unterbringung Jugendlicher in Anstalten". Nach einer ausführlichen und eingehenden Behandlung der für diesen Zweck bestehenden Wohlfahrtsinstitnte, deren Vorzüge itnb Fehler, kam der Redner auch aus die hiesige i s r a e l i t i s ch e W a i s e n n n st a l t 31t sprechen und führte in bezug aus dieselbe alls: „An dieser Stelle drängt sich mir unwillkürlich das Bedürfnis aus, im Vorbeigehen mit einem herzlichen Worte auch der hiesigen israelitischen Waisenanstalt Erwähnung zu Out. Sie erhält ihre Zöglinge meist aus ländlichen Gemeinden der drei Fraukenlande, Schwabens und der Rheinpsalz, also aus den verschiedenartigsten Herkuustsverhältnissen. Während die Knaben gewöhnlich die israelitische Realschule besuchen, werden die Mädchen meist der städtischen Bolksschille zugewiesen. Hier ist nun der ttnter den Kindern allenthalben wahrnehmbare Geist heiterer Gemütsart und froher Zufriedenheit mit besonderer Genugtuung hervorzuheben." — Regensburg, 12. Juni. Die hier erscheinende „Deutsche Israelitische Zeitung" bringt in Nr. 23 dieses Jahrganges folgende interessante Mitteilung: In Rothenburg 0. T. wurden aus dent Gebiete des ehemaligen jüdischen Friedhofe-s 18 Grabsteine bloß-

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