Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1914-06-05 · Heft 23 (5.6.1914) · page 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
78 (1914)
Issue
Heft 23 (5.6.1914)
Date
1914-06-05
Page
– (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3224737-3229123-3229147--70473-3282820
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

MWWMMWWWßWMW Der Kemeindevott. Berlin, 5. Juni 1914 Vellage zur „Allgemelnen Leitung dr^ Judentums". Korrelpondcn?m und Aschrichten. Lkutschlsnd. 22 Berlin, 2. Juni. Tie diesjährige Generalversammlung des Vereins „Esra", welche am 24. v. M. im Sitzungssaale der jüdischen Gemeinde zu Berlin stattgefunden hat, ist von zahlreichen Delegierten besucht worden. Vertreten waren außer Berlin die Städte Breslau, Dortmund, Essen, Frankfurt a. 9JL, Hanau, Karlsruhe, München und Posen. Der Vorsitzende, Herr Moritz Dorn, erstattete den Bericht über die Tätigkeit des Vereins im Jahre 1913. Danach betrugen die Einnahmen des „Esra" im ganzen 19 688 Mark gegen 25 242 Mark im Vorjahre und 23 409 Mark im Jahre 1911. Dieser empfindliche Rückgang ist durch den Ausfall größerer Spenden und Sammlungen entstanden, welche im Vorjahre 6664 resp. 5121 Mark betrugen, während sie im Berichtsjahre sich nur aus 1040 Mark beliefen. Die regelmäßigen Einnahmen'haben dagegen mit 16 127 Mark die der Vorjahre nicht unwesentlich überstiegen. Von den Ausgaben für Palästina in Höhe von 15 821 Mark entfielen 8000 Mark aus die Ansiedlung von sechs Arbeiterfamilien als Vollbauern in Kastinje, 4100 Mark wurden für die Kolonie Bne-Jehuda verwendet, der Nest für Einwanderung von Jemeniten usw. verausgabt. Durch die Ansiedlung der jüdischen Arbeiter in Kastinje hat diese Kolonie frisches Blut und neue jugendliche Kräfte erhalten, wodurch sie dem ihr drohenden Arabertum gegenüber wesentlich gestärkt worden ist. Die 4000 Mark für Bne-Jehuda sind meistens Prozeßunkosten um den Besitztitel auf 150 Hektar Boden. Der Prozeß dürfte demnächst zugunsten der Kolonisten entschieden werden, wodurch der Verein „Esra" in den Besitz von etwa 500 Hektar Land gelangen und so in der Lage sein wird, eine große jüdische Kolonie aus Grund der neuesten Erfahrungen ins Leben zu rufen. Das Vermögen des Vereins, welches im Vorjahre zirka 57 000 Mark betragen hat, ist auf 54 000 Mark zurückgegangen. Der Vorsitzende macht darauf aufmerksam, daß der Verein „Esra" im Jahre 1914 vertraglich verpflichtet ist, zur Sanierung der Kolonie Chederah und Ansiedlung von 15 Arbeitern daselbst etwa 45 000 Mark auszugeben, und fordert daher alle Mitglieder, Freunde und Gönner des Vereins „Esra" aus, ihr Möglichstes zur Erhöhung der Einnahmen des „Esra" beizutragen. Die Generalversammlung ihrerseits hat nach erfolgter Dochargeerteilung und Wiederwahl der ausscheidenden Mitglieder des Zentralkomitees (Vorsitzender M. Dorn, Rabbiner Dr. Eschelbacher, Dr. Ed. Biberfcld, Professor Landau und Professor Dr. M. Sobernheim) eine Resolution gefaßt, in welcher das Zentralkomitee aufgesordert wird, eine tatkräftige Agitation in allen jüdischen Gemeinden Deutschlands eiuzuleiten, um so dem Verein „Esra" neue Einnahmequellen zu eröffnen. 2/D Berlin, 2. Juni. Rach längeren schriftlichen Vorbereitungen fand am 15. Mai in R o m int Anschluß an die dort tagenden Franentöngresse eine Zusammenkunft der Delegierten der großen jüdischen Frnueuorganisationen und einzelner jüdischen Frauen (insgesamt 50 bis 60) zur Gründung eines I n t e r n a t i o n a l e n jüdischen Frauenbundes statt. Acht Länder waren vertreten und aus Bombay, Australien, Tripolis usw. Zustimmnngsnachrichten eingegangen. Tie Notwendigkeit des Zusammenschlusses zur Erhöhung des Solidaritätsgefühls und der Verantwortlichkeit o h n e T r e n n u n g von der interkonfessionell e n , nationalen und internationalen Arbeit wurde allseitig anerkannt, die Gründung vollzogen und folgendes Komitee gewählt: Präsidentin: Bertha Pappenheim-Frankfurt a. Mg 1. Vorsitzende: Miß Sadie American-Rew-Vork; 2. Vorsitzende: Airs. Model-London; 1. Schriftführerin: Frau Henriette May-Berlin; 2. Schriftführerin: Mrs. Salis-Simon-Manchester. L2 Berlin, 2, Juni. Kürzlich fand im Israelitischen Lehrerinnenheim in Berlin-Lichterfelde, Karlstr. 112 a, die alljährliche Mitgliederversammlung statt. Aus dem letzten Bericht der Aufnahmekommission geht hervor, daß 34 Lehrerinnen der Aufnahme harren, und daß ihre Gesuche auf unbekannte Zeit zurückgestellt werden mußten. Augenblicklich befinden sich im Heim 26 Jnsasstnneu, und im vergangenen Jahre wurden außerdem viele Rekonvaleszentinnen vorübergehend im Heim beherbergt. Leider ist die Ausnahmefähigkeit des Heims, obwohl genügend Raum vorhanden ist, beschränkt, da die Geldmittel fehlen, um die Verpflegung aus Lebenszeit übernehmen zu können. Ter Verein richtet daher an die Gemeiudevorstände, Fraue-nvereine wie an alle Glaubensgenossen die Bitte, sein Unternehmen zu rmterstützen. - 22 Berlin, 2. Juni. Tie Baruch - Auerba ch s ch c n W a i s e n - E r z i e h u n g sa nst a l t e n unterhalten nach ihrem eben ausgegebenen 81. Jahresbericht 90 Zöglinge, 59 Knaben und 31 Mädchen im Alter von 6 bis 18 Jahren, die in der überlviegenden Mehrzahl höhere Schulen besuchen, die Knaben fast durchweg bis zur Einjährig-Freiwilligen-Berechtigung, besonders begabte und würdige sogar bis zur Reifeprüfung, während die Mädchen in der Regel noch von der Anstalt aus ihrer beruflichen Ausbildung obliegen. Im ganzen haben bisher 700 Zöglinge in den Anstalten Pflege, Erziehung und Ausbildung und weit ins Leben hinaus reichende Fürsorge genossen. Diese wird durch zahlreiche, besonders verwaltete Stiftungen ermöglicht, die wiederum namentlich zur Selbständigkeit und Verheiratung früherer Zöglinge größere Summen beigesteuert haben. Tie unmittelbaren Anstaltsbedürfnisse erforderten fast genau so viel wie im Vorjahr, und zwar einschließlich Gottesdienst und legatarischer Verpflichtungen 92 510 Mark; die Verpflegung etwa 62 Pfennig für den Kops und Tag. An Zinsen stehen 55 000 Mart, an Renten 1650 Mark, an Jahresbeiträgen, die leider wieder zurückgegangen sind, 8200 Mark zur Verfügung; im übrigen bleiben die Anstalten, die weder Stadt noch Gemeinde in Anspruch nehmen, sondern auf dem Boden der Nächstenliebe erwachsen und emporgediehen sind, ans diese auch für ihre weitere Entwicklung durchaus und dringend angewiesen. Den Vorstand bilden neben dem Direktor Professor Tr. S t r e l i tz die Herren Kommerzienrat E. Lohn st e i n, Generalkonsul E. Land a u, Professor Tr. F. Li ober mann, Dr. P. L a ch m a n n, Bankdirektor P. M a nk i e w i tz, Direktor C. Oliven, Regierungsrat Tr. F. R a t h en a u und Kommerzienrat M. v. W a s s e r m a n n. Ehrenmütter sind: Frau Professor C ä c i l i e L i e b e r m a n n, Frau Konsul Flora Frankel, Frau Kommerzienrat Else I s r a e l und Frau Geh. Sanitätsrat Anna Lewy. &&& Berlin, 2 Juni. Die letzte Veröffentlichung der „Wohltat i g k e i t s z e n t r a l e der Berliner Kaufmannschaft" hat in vielen Kreisen reges Interesse, hervorgerufen und mehrfache Rückfragen veranlaßt. Besonders bemerkenswert ist eine Erklärung des „Schutzverbandes deutscher Schriftsteller", daß er mit aller Schärfe und aus das entschiedenste die Bettelei von Journalisten und Schriftstellern bei Angehörigen eines anderen Standes verurteilt. Der „Reichsverband der deutschen Presse" nimmt die gleiche Stellung zu dieser Frage ein. Von mehreren größeren Orten des Auslandes ist Information behufs Schaffung einer gleichen Organisation eingeholt worden. Auch dort haben sich die gleichen Mißstände unberechtigter Inanspruchnahme der Handelswelt und mangelnder Sorgfalt beim Geben unangenehm bemerkbar gemacht. Wir machen darauf aufmerksam, daß der Geschäftsbericht der Wohltätigkeitszellt rale über das Jahr 1913 soeben im Druck erschienen und von der Geschäftsstelle, Flottwellst r a ß e 4, unentgeltlich zu beziehen ist. Er enthält in kurzen Umrissen eine Darstellung der Grundsätze der Wohltätigkeitszentrale, eine Statistik ihrer Prüfungsarbeit, einige interessante Einzelheiten über mit Wohltätigkeitsvereinigungen getroffene Vereinbarungen und manches andere. §2 Zoppot, 26. Mai. Die von dem Berliner Rentier K a s p « r Silberstein hier .errichtete Synagoge ist heute eingeweiht worden und in den Besitz der hiesigen jüdischen Gemeinde übergegangen. Wie schon mehrfach erwähnt, datiert die Selbständigkeit der Zoppoter Synagogengemeinde seit 1913, als im Juli d. I. die Satzungen der neugegründeten Gemeinde die Genehmigung des Regierungspräsidenten fanden. Die Verhandlungen, die die Ablösung der Zoppoter Israeliten von der Neustädter Gemeinde zum Zwecke hatten, gehen bis zum Jahre 1911 zurück. Zur heutigen Einweihung der Synagoge hatte sich eine stattliche Zahl von geladenen Ehrengästen eingefunden,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.