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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1914-05-15 · Heft 20 (15.5.1914) · page 13

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
78 (1914)
Issue
Heft 20 (15.5.1914)
Date
1914-05-15
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Berlin, 15. Mal 1914 SPP 78. Jahrgang. Nr. 20 ----- -- -» ~ <rr ■ Der Gemeindevote. Beilage zur „Allgemeinen Leitung desi Judentums. korrelponLkn?m und Sschrichtm. Lmtschlsnd. Berlin, 12. Mm. Die Gesellschaft zur Fürb e tu n (| b n r Wissenschaft des Judentums tritt am 3. Juni d. I. in Frankfurt a. M. zu einer Tagung zusammen. Die Verhandlungen beginnen morgens mit einer Sitzung des Ausschusses, der sich am Nachmittag die öffentliche Mitgliederversammlung anschließt; in dieser werden u. a. die Herren Rabb. Prof. Dr. Guttmnun, Breslau, Oberlehrer Prof. Dr. Kra c a uer, Frankfurt a. M. und Universitätsprosessor Dr. M a r t i n P h i t i p P s o n , Berlin, der Geschäftsführende Vorsitzende der Gesellschaft, das Wort ergreifen. In Frankfurt ist aus diesem Anlaß ein größeres Lokalkomitee zusammengetreten, um durch eine Reihe von Veranstaltungen die Tagung, der Bedeutung der Gesellschaft entsprechend, besonders eindrucksvoll zu gestalten. Am 3. Juni, zwischen der Sitzung des Ausschusses und der Mitgliederversammlung, findet unter der sachkundigen Führung des bekannten Herrn Prof. Dr. I. H ü l s e n , Frankfurt a. M., eine Besichtigung Alt-Frankfurts statt, bei welcher den jüdischen Altertümern besondere Aufmerksamkeit gewidmet wird. Am 4. Juni, vormittags, erfolgt gemeinsame Fahrt der Teilnehmer der Versammlung nach Worms, wo sie von der Gemeinde und den städtischen Behörden empfangen werden. Die Gemeinde veranstaltet eine Führung durch die jüdischen Altertümer und eine Besichtigung des Friedhofes, auf dem bekanntlich eine Reihe bedeutender jüdischer Männer ruht, während die Stadt bei einem offiziellen Empfang im Rathause in einer besonderen Ausstellung die auf die Wormser Juden bezüglichen Urkunden vorführt. Mit Rücksicht auf die günstige Zeit rechnet man in Frankfurt mit einer großen Beteiligung auch auswärtiger Gäste, zumal die Teilnahme von Nichtmitgliedern der Gesellschaft zugelassen ist. Ans Wunsch versendet die Gesellschaft (Berlin, Gr. Hamburger Straße 29) ausführliche Programme. 22 Berlin, 12. Mai. Eine Besichtigung der in der Exerzierstrahe gelegenen A l t e r s v e r s o r g n n g s a n st a l t der jüdischen Gemeinde veranstaltete am 4. d. M. die Auskunftsstelle des Verbandes für jüdische Wohlfahrtspflege. Das großzügig angelegte stattliche Hans mit seinem schönen Garten erregte die Bewunderung der Zahlreich erschienenen Teilnehmer, denen eine sachkundige Führung weder die guteingerichtete Küche noch die Rollkammern vorenthielt. Die größte Freude aber löste der Anblick der alten Leutchen ans, die in ihren behaglichen Zimmern unter Blumen und Vögeln einen wohlverdienten sorgenfreien Lebensabend verbringen. Ter Senior der 106 Insassen zählt 97 Jahre, das „Baby" der Anstalt 60 Jahre. Als Gegenstand der nächsten Besichtigung ist für Juui von der Anskunftsstelle das Genesungsheim Lehnitz vorgesehen; Einladungen dazu in sehr beschränkter Zahl werden an Interessenten vom Bureau der Anskunftsstelle, Rofenstraße 2—4, auf schriftliche Angabe der Adresse ausgegeben. 6. L. Berlin, 12. Mai. Am Sonntag, den 10. d. M., wurde der in weiten Kreisen der hiesigen Gemeinde hochaugesehene und durch seine hervorragende Tüchtigkeit ausgezeichnete Justizrat und Notar Siegfried R-einberger auf dem Friedhof in Weißensee bestattet. Eine große Anzahl von Standesgenossen, darunter Laudtagsabgeordneter Geheimer Justizrat Cassel, die Justizräte Bernhard Breslauer und Eduard Goldmanu sowie zahlreiche hervorragende Mitglieder der Kaufmannschaft gaben dem Verstorbenen das letzte Geleit. Herr Rabbiner Dr. M. Warschauer hielt die Trauerrede und im Anschluß daran richtete Herr Justizrat Leo Lilie nthal, der Syndikus der hiesigen Gemeinde, tief empfundene und ergreifende Abschiedsworte an seinen verstorbenen Freund und Sozius, mit dem er seit dreißig Jahren beruflich verbunden war. $$$- Berlin, 12. Mai. Das große Turn- und Sportfest, das tzer Berliner Turnverein Bar Kochba zur Weihe seines neuen Spielplatzes in Karlshorst, Treskowallee, am Sonntag, den 17. d. M., veranstaltet, verspricht einen überaus glänzenden Verlauf zu nehmen. AuS dem uns übermittelten Programm erwähnen wir: Ansprache Privatdozent Dr. Franz Oppenheimer. — Aufmarsch der jüdischen Turn-, Sport-, Studenten- und Wandervereine Berlins. - Freiübungen der Männer-, Frauen- und Jngendabteilungen. - Volkstümliches Riegenturnen. — Spiele der Jugendabteilungen. - Sportliche Konkurrenzen. — Stasettenläufe. — Fußballwettspiel Bar Kochba-Hmnbnrg—Bar Kochba-Berlin. — Der jüdische Turnverein Bar Kochba, der jetzt 16 Turn- und Sportabtei Lungen ini t zirka 300 Mitgliedern zählt, erstrebt die Erziehung der jüdischen Jugend Berlins zu kraftvollen, selbstbewußten Menschen. Seine bisherigen Erfolge haben viel zu der stetig wachsenden Achtung vor dem sportlichen Können der Juden beigetragen. Der Sportplatz soll der jüdischen Jugend Berlins die Möglichkeit einer weiteren, zielbewußten Ausbildung gewähren. W. Posen, 8. Mai. Zu einem weihevollen Akte gestaltete sich die am vergangenen Dienstag abend in der Synagoge A veranstaltete Seelengcdenkfeier für den vor einem Jahre verstorbenen Oberrabbiner Dr. Wolfs Feilchenfeld. Das Gotteshaus war hell erleuchtet und in seinen Räumen stark besetzt. Mitglieder des Vorstandes und der Neprä'sentantenWersammlungi, sowie -her Kultu-Uommission hatten gegenüber der heiligen Lade Platz genommen. Die Feier begann mit der Verrichtung des Minchagebets. Hierauf trug Kantor Reinhard Psalm 23 stimmungsvoll vor, wonach der Chor mit Enosch Kechuzir jomow einsetzte. Es folgte die Rezitation des Psalm 17, ebenfalls durch Kantor Reinhard. Herr Rabbiner Dr. Silber borg hielt die Gedächtnisrede. Er schilderte das vierzigjährige Walten des Dr. Feilchenfeld in hiesiger Gemeinde, seine vornehme Gesinnung, seinen festen Charakter, das schöne Band der Eintracht zwischen ihm und der Gemeinde, die gewaltige, mächtige, unerschütterliche Liebe zur Thora, welche die Grundlage seiner seelischen Bervollkommm'mg gewesen. Zum Schluß seiner Rede ermahnte der -Redner, das Andenken des ehemaligen Rabbiners Dr. Feilchenfeld durch Betätigung seines Einflusses in Lehre und Leben hochzuhnlten. Bor geöffneter Lade trug Kantor Reinhard noch das El mole rachamim vor, welches tiefe Empfindungen hervorrief. Mit dem Mariwgebet schloß die eine Stunde währende nachhaltige Seelengedenkfeier. Am kommenden Morgen versammelten sich die Gemeindebehörden und auch viele Gemeiudemitglieder auf dem Friedhofe, um die üblichen Gebete des Jahrzeirstages zu verrichten. M. Breslau, 10. Mai. Die 36. ordentliche Generalversammlung des Vereins israelitischer Lehrer in S ch l e s i e n und Posen findet am Donnerstag, den 21. Mai 1914, vormittags 10 Uhr, in Breslau im Sitzungssaale der Repräsentanten der Synagogengemeinde, Wallstraße 14, 2 Treppen, statt. Tagesordnung: 1. Bericht über das letzte Vereinsjahr und über die Tätigkeit des Verbandes der jüdischen Lehrervereine im Deutschen Reiche. 2. Rechnungslegung der Kaffenverwaltung. 3. Neuwahl des Vorstandes. 4. Wie gestalten wir den Unterricht im Hebräischen fruchtbar für unsere Jugend? (Referenten: H e l l m a n n - Oels und Block- Hirschberg.) 5. Bericht über den vierten Verbandstag (F a lken stein - Landeshut). 6. Bericht über Neuerscheinungen auf dem Gebiete des jüdischen Religionsunterrichtes. 7. Anträge aus der Mitte der Versammlung. An die Versammlung, deren Schluß etwa um 1 Uhr stattfinden wird, soll sich, wie üblich, ein gemeinsames Mahl in den Räumen der Lessing-Loge, Agnesstraße 5, anschliehen. Der Preis eines Kuverts wird 1,75 Mark nicht übersteigen. Anmeldungen zur Teilnahme an dem gemeinsamen Mahle bittet man, an den Schriftführer des Vereins, Lehrer Moops, Breslau, Ohlauer Straße 1, zu richten. e»/t> Nürnberg, 8. Mai. In der Zeit vom 19. bis zum 21. April tagte hier der Allgemeine Deutsche Kantorenverband. In würdiger und feierlicher Weise wurde am Abend des 19. April die Tagung mit einem Konzert in der Hauptsynagoge eingeleitet, dem ein interessanter Vortrag des Oberkantors Frankel voranging. Der ausgezeichnete, geschulte Chor sowie die beiden Solisten F r ü n ke l -Nürnberg und D a v i d s o h n - Berlin brachten eine Reihe wertvoller Synagogenkompositionen zur Aufführung, die eine tiefgehende Wirkung auslösten. Welch einen bedeutsamen Wert derartige Synagogenkonzerte haben, ersah man aus dem starken Interesse, das die Nürnberger Gemeinde, die das Gotteshaus bis aus den letzten Platz füllte.

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