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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1914-05-08 · Heft 19 (8.5.1914) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
78 (1914)
Issue
Heft 19 (8.5.1914)
Date
1914-05-08
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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4 Summe von 50 000 Mark. Im Jahre 1908 bestimmte dann der gleichfalls bereits verstorbene Louis Burgfeld einen Betrag von 200 000 Mark für die Zwecke der Erweiterung des Krankenhauses, der der Anstatt nach seinem Ableben als Vermächtnis zufiel. Nachdem dann durch eine größere Neihe von Bettstiftungen und sonstigen Zuwendungen weitere sehr erhebliche Summen der Anstalt zugeflossen waren, tonnte das Werk zur Ausführung gebracht werden. W. Airs der Provinz Posen. Ende April. Pos cn. Der Verein liberaler Juden hielt seine ordentliche Generalversammlung ab. Den Vorsitz führte Herr Kommerzienrat N. H a nr b u r g e r. Der Kassenbericht wurde von dem praktischen Arzt Herrn Dr. Pehser erstattet. Die Gesamteinnahmen betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahre 4206,29 Mark, die Ausgaben 2576 Mark, so daß ein Kassenbestand von!600,29 Mark verblieb. Dem Vereinsrendanten wllrde die beantragte Decharge erteilt. Durch Zuruf wurden die bisherigen Mitglieder des Vorstandes und der Rechnungsprüfuugskommisfton lviedergelvählt. Lberinaenienr Mar K nczynski hielt dann einen Vortrag über das Thema: „Der Liberalismus in der jüdischen Gemeinde." Gs folgte eine lebhafte Diskussion. Die Erhöhung der Gemeindesteuern von 42 Prozent auf 45 Prozent sei gering angesichts der Tatsache, daß der Neubau der Synagoge A eine Million Mart und der Umbau der Synagoge B (Brüdergemeinde) 800 0000 Mark Ausgaben verursacht haben, außerdem müsse für das neue Friedhofsgelünde eine jährliche Amortisationsquote von zirka 9000 Mark entrichtet lverden. — Der verstorbene Kouunerzienrat Hermann A u e rb a ch in Berlin hat der hiesigen Stadtgemeinde ein Legat in Höhe von 5000 Mark zu wohltätigen und gemeinnützigen Zwecken vermacht. — W r esche n. Herr Jnstizrat L. P e y s e r beging am 25. April sein 25 jähriges Jubiläum als Anwalt. Er konnte gleichzeitig auch auf eine 25 jährige Tätigkeit in nuferer Stadt znrückblicken. Er hat sich in zahlreichen Ehrenämtern um das Allgemeinwohl verdient gemacht. Am 3. Januar 1894 wurde er u. a. zum Stadtverordneten gewählt und gleichzeitig auch zum Stadtverordnetenvorsteher. Dieses Amt verwaltete er 10 Jahre lang bis zu seinem freiwilligen Ausscheiden. Durch das Vertrauen der Synagogengemeinde wird er seit einer langen Neihe von Jahren alljährlich znm Vorsitzenden der Nepräsentantenverfammlung wiedergewählt. — Hamburg, 1. Mai. Auf leinen Antrag hat die Verwaltung des Hamburger Deutsch-Israelitischen Waiseniustitnts, den jetzigen Leiter dieses Waisenhauses, Herrn S. P l o ck i, unter Bewilligung seines zuletzt bezogenen Gehaltes als Pension, mit dem 1. Oktober dieses Jahres in den Nuhestand verseht. Herr Plvcki ist ein Zögling der Berliner Lehrerbildungsanstalt, war bis zum Jahre 1891 Lehrer an der Simnltamnittelschule in Ftatow, W.-Pr., lvurde dann an das hiesige Institut berufen, wo er 23 Jahre lang gewirkt hat und jetzt unter Anrechnung der in Preußen verbrachten Dienstzeit, also nach 44 Dienstjahren, der wohlverdienten Ruhe pflegen wird. Wie wir hören, behält Herr Plocki seinen Wohnsitz in Hamburg, wo er an der Spitze verschiedener jüdischer und auch christlicher Wohltätigkeitsvereine steht. H. P. Bielefeld, 3. Mai. Am l. d. M. waren 25 Jahre verflossen, seitdem Herr Rabbiner Dr. Eob lenz sein Amt in unserer Gemeinde angetreten hat: ein Vierteljahrhundert voll hingebender und schwerer Arbeit, aber auch voll schöner und großer Erfolge. Als Vertreter des jüdischen Reformgedankens und als hervorragender Redner, ist Herr Tr. Eoblenz weit über die Grenzen Bielefelds bekannt. Aber das Beste seines Wirkens, und was ihm selbst wohl die größte Genugtuung bereitet, liegt doch in der Arbeit zum Wohle der eigenen Gemeinde. Was er hier für die würdige "Ausgestaltung des Gottesdienstes, die Belebung des religiösen Interesses und schließlich für Herstellung der besten Beziehungen zwischen der jüdischen litib christlichen Bürgerschaft geleistet hat, fmm nicht genug anerkannt lverden. - Dem Wunsche des Jubilars entsprechend, wurde voll einer größeren ffeicr des Erinnernngstages Abstand geuoimueu. Die Gemeinde ehrte ihn durch Entsendung einer Deputation unter Führung des ersten Vorstehers, Herrn Julius Weiß, der dem Jubilar unter herzlicher Beglückwünschung im Namen der Synagogcrlgemeinde eine Ehrengabe überreichte. Beim gestrigen Sabbat- Gottesdienst gedachte Herr Dr. Coblenz vor einer zahlreichen Znhörerschast dankbar des Bandes der Liebe und Treue, das ihn alle die Jahre lnit seiner Gemeinde verknüpft hat, und schloß daran das Gelöbnis, daß er, solange Gott es ihm vergömw, auf dem von ihm als recht erkannten Wege fortschreiten werde. — Am Abend hielt ein Festmahl den Jubilar nebst seiner Gattin noch einige Stunden mit den Mitgliedern des Vorstandes urrd den Repräsentanten in fröhlicher Stimmung zusanunen. n. Nürnberg, 1. Mai. Ans der vierten Generalversammlung des Allgemeinen D e ll t s ch e n Kantorenverb a n i> e s nln 20. v. M. in Nürnberg wurde nachfolgende Entschließn n g angenommen: 1. Der 4. Kantorentag des Allgemeinen Deutschen 'Kantorenverbandes nimmt nach eingehender Besprechung mit Bedauern davon Kenntnis, daß die Anstellung nicht einwandfreier und allgemein wie fachlich ungenügend vorgebildeter Beamten, entgegen den bestehenden Anstellungsvorschriften und unter gänzlich unzureichenden Gehaltsverhältnissen, insbesondere in den östlichen Provinzen Preußens in erschreckendem Maße zunimmt. Der All gemeine Deutsche Kantorenverband protestiert aufs schärfste gegeu eine derartige Herabwürdigung des Kantorenberufs und die dadurch bedingte Schädigung des jüdischen Gemeindelebens und erwartet von den Gemeinden und den zuständigen Behörden tatkräftige Unterstützung in seinem Bestreben, einen nach jeder Richtung geeigneten, seiner hohen Aufgabe durchaus würdigen deutschen Kantorenstand heranzubilden. 2. Allsgehend von der Erkenntnis, daß inländisches Beamtenmaterial zurzeit in Deutschland nicht ausreichend vorhanden ist, weist der Allgemeine Deutsche Kantoren^ verband auf folgende Wege zur Beseitigung der oben bezeichneteu Mißstände hin: a) Gründung einer Kantorenfachschule bzw. Umgestaltung bestehender Lehrerbildungsanstalten in solche zur Ausbildung von Kantoren und Lehrern, b) Unterstützung finanziell schwacher Gemeinden bei Anstelllrng von Beamten, e) Schaffung bon Stipendien zur Gewinnung deutscher Jünglinge zlnn Kantorenberuf. 3. Der 4. Kantorentag beauftragt den Ausschuß des Allgemeinen Deutschen Kantorenverbandes, geeignete Maßnahmen zur Ausführung dieser Vorschläge zu treffen. — Nürnberg, 1. Mai. Einer der bekanntesten und angesehensten Bürger unserer Stadt, Herr Geh. Komm.-Rat Ludwig v. G e r n g r o s, begeht heute seinen 75. Geburtstag. Wenn er auch stets — zum lebhaften Bedauern seiner politischen Freunde — die Uebernahme gemeindlicher Ehrenämter abgelehnt hat, so kann man doch mit vollen: Recht sagen, daß der Großteil seines Lebens seiner zweiten Vaterstadt Nürnberg gehört hat. Es gibt innerhalb der letzten Dezennien fauni ein gemeinnütziges Unternehmen größerer Art in Nürnberg, mit dem nicht der Name Ludwig v. Gerngros' dauernd verknüpft ist. Unl aus den reichen Erfolgen, die Ludwig v. Gerngros erzielen konnte, nur einige, ganz markante, hervorzuheben, sei an seine Tätigkeit zugunsten der Errichtung des neuen Bahnhofsgebäudes mit der Umgestaltung des Bahnhofplatzes, an seine erfolgreichen Bemühungen zur Beschaffung der für den Neubau des Germanischen Museums nötigell Mittel, an die Landesausstellungen, an die Stiftung des Neptunbrlinnens, an die Schenkung einer langen Reihe trefflicher Gemälde für die städtische Galerie und nicht zuletzt an die reiche Stiftung zugunsten der magistratischen Beamten der Stadt Nürnberg erinnert. Wie bei diesen großen Dingen, so konnte man bei allen gemeinnützigen, wohltätigen und künstlerischen Veranstaltungen uiHchlbar auf die stets opferbereite Hilfe Ludwig v. Gerngros' rechnen, dessen aus vielfachen Erfahrungen gestärkter und stets bewährter Rat in gleicher Weise willkommen war. Die städtischen Kollegien haben diese aufopfernde Tätigkeit, dieses Aufgehen in den Interessen der Allgemeinheit durch die Verleihung des Ehrenbürgerrechtes und der goldenen Bürgermedaille, die Krone durch eine Neihe der höchsten Auszeichnungen anerkannt. Immer hat sein Herz der freien Entwickelung des deutschen Vaterlandes gehört: aber er begnügte sich nicht mit der Hochhaltung seiner Ideale allein, sondern er suchte auch diese 'seine Ideale im öffentlichen Leben praktisch durchzusetzen. — Kassel, 1. Mai. Am 19. v. M. fand hier die 45. Jahresversammlung der „Freien Vereinigung israelitischer Lehrer im Regierungsbezirk Kassel" statt. Der Vorsitzende Lehrer Plaut, Grebenstein leitete die Versammlung, die sich eines recht guten Besuches zu erfreuen hatte. In dem Jahresbericht erstattete Herr Plaut Bericht über die wichtigsten Arbeiten des Verbandes der jüdischen Lehrervereine im Deutschen Reiche. Im Mittelpunkte stand der Verbandstag zu Breslau. Zu dieser Tagung gab Herr H o r w i tz, Kassel, interessante Mitteilungen. Den Vortrag für die Jahresversammlung hatte Herr Rosenbusch, Hartmuthsachsen übernommen. Er gab sehr interessante und lehrreiche Darstellungen

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