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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1914-05-01 · Heft 18 (1.5.1914) · page 13

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
78 (1914)
Issue
Heft 18 (1.5.1914)
Date
1914-05-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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78. Jahrgang. Nr. 18 Berlin, I. Mai 1914 Der Gemeindevote. Veilsge zur „Allgemeinen Leitung üeK Judentums". lkorrrlpondrnHm und Nachrichten. Srutkchlsnd. Berlin, *28. April. Ain Sonntag, den *26. d. M., fanden in den Räumen der Berliner Logen U.O.B.B. unter Vorsitz des Herrn Dr. James Simon die Tagungen des Zentralkomitees und der G e n -e r a l v e r s a m m l n n g des Hilfsver-ei-n-s der Deutschen Juden statt, zu denen sich -auch von auswärts zahlreiche Mitglieder aus allen Teilen des Reiches — u. a. aus Lissa, Tilsit, Thorn, Memel, München, Königshütte, Braunschweig, Frankfurt a. M., Hamburg, Posen — 'eingefnnden hatten. Wir berichten über die Generalversammlung ausführlich im Hauptblatt. Ueber den Verlauf der voraugegangenen Sitzung des Zentralkomitees, zu der die Vertreter der Presse keinen Zutritt hatten, wird uns vom Bureau des Hilssvereins folgendes mitgeteilt: Der Vorsitzende hielt zunächst einen warmen Nachruf aus die verstorbenen Mitglieder des Zentralkomitees, die Herren Jacob L i p p m a n n - Aachen, Julius E o h n - Berlin, Rabbiner Dr. S a l v e n d i - Karlsruhe, zugleich Mitglied des Geschästsführenden Ausschusses, Sally R -e i tz - Mannheim, zu deren Ehren sich die Bersnuuneltenvon ihren Plätzen -erhoben. Nach -einer Debatte, -deren Gegenstand der Schulstreit in Palästina war, und an der sich die Herren Professor W a r b u r g , Dr. N a t h an , Rabbiner Dr. W e r n e r - München, Landtagsabgeordneter Geheimer Justizrat E a s s e l, Geh. Justizrat Time n d o r f e r , Geh. Regierungsrat Professor Dr. Barth und der Vorsitzende beteiligten, wurde der Geschäftsbericht gutgeheißen mit dem Anheimgeben für den Vorstand, etwaige kleinere Aenderungen noch vorzunehmen. Herr Dr. Nathan stellte fest, daß das Schulwerk in Palästina, für dessen Fortsetzung die Leitung des Hilfsvereins sich nach ernstesteu Erwägungen im Interesse der treu zu ihm haltenden weiten Kreise der palästinensischen Bevölkerung, -entschieden habe, un-erschüttert heute fortbestehe. Kooptiert wurden daraus in das Zentralkomitee -die Herren Stadtrat a. D. G i m k i -e w i c z - Berlin. Landgerichtsrat Goldfeld- Breslau, Adolf Jacob- Thorn, Berthold K i r st ein- Berlin, Otto L i p p - mann-Aachen, Oberrabbiner Dr. Netter-Metz. In den Geschäftsführenden Ausschuß wurde Herr Ludwig Schiff-Frankfurt a. M. gewählt. 2/D Berlin, 28. April. Am Sonntag, den 30. Mai, wird die diesjährige Mitgliederversammlung der „D e u t s ch e n Zentralst e l l e für jüdische W a n d e r n r m e n f ü r f o r g e" im Bureau des „Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes" znsammentreten. Sie wird, wenn man die Gegenstünde und die Referate, die nnf der Tagesordnung stehen, in Betracht zieht, zum erstenmal auch eineninternationalen Charakter tragen. Mau hat schon heute zweifellos die Erfahrung gemacht, daß sich die Erfüllung der Aufgaben der Deutschen Zentralstelle am besten und erfolgreichsten nur erzielen läßt, wenn man in möglichst enge Beziehungen zu gleichstrebenden Instituten des Auslandes zu treten versucht. Die Reihe der Vorträge wird der bewährte Vorsitzende der Kölner Provinziattässe und um die Begründung der Zentralstelle so verdiente Herr B. F e i l ch e n f e l d mit einem Referate über die „A nfgabe n u ii b Ziele der d e u t s chen Organisation" eröffnen. „Die Einbeziehung Süddeutschlands in die Durchbeförderung nach Oesterreich" wird Herr Rabbiner Dr. Tänzer- Göppingen, der sich um dieses Ziel besonders bemühte, behandeln. Von außerordentlicher Wichtigkeit und wohl erheblichstem Interesse ist die Frage der Möglichkeit der A r b e i t s b e s ch ä f t i g n n g dl r m er in ihre n H eimatländer n; eine Frage, für welche, soweit R u ß l a n d in Betracht kommt, zivei hervorragende Sachkenner, die Herren Julius R o s e n t h a l - Lodz und D y st y l i e r - Wloclaloek, als Referenten gewonnen sind, während Herr Sekretär Siegfried Fleischer- Wien über die Möglichkeiten der Arbeitsbeschäftigung Armer in Oesterreich und über den Stand der österreichischen Organisation das Referat übernommen hat. Der Generalsekretär des „Hilfsvereins der deutschen Juden", Herr Tr. B. Kahn, endlich wird über „die r e i ch s g es etz li che Regelung der Wanderarmenfürsorge und die jüdische Wanderarmensürsorge" einen Vortrag halten. — Die Durchbeförderung über die Grenze der Provinzialkaffen ans den alten und neu eingerichteten Strecken ist ein weiterer Gegenstand, mit dem sich die Generalversammlung der Zentralstelle beschäftigen wird. Ueber gewisse interne Fragen, über die eine Beschlußfassung aber nicht möglich ist, wird bereits in einer Vorversammlung am Abend des 9. Mai beraten lverden. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß hiernach die Verhandlungen der diesjährigen Mitgliederversammlung der Deutschen Zentralstelle das weitestgehende Interesse nicht mir der jüdischen Öffentlichkeit, sondern wohl aller sozialpolitisch Interessierten finden werden. M. D. Berlin, 28. April. In der am 23. April stattgefnndenen Generalversammlung des Vereins der Beamten der jüdischen Gemeind e zu Berlin lvurden die Wahlen zmn Vereinsvorstand vorgenommen. Ein aus vier Beamten bestehendes Wahlkomitee hatte in mehreren Vorberatungen eine Kandidatenliste ausgestellt und eindringlich zur Wahl dieser Kandidaten aufgefordert. Entsprechend der Wichtigkeit der vorznnehmenden Wahlen für die künftige Gestaltung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse der gesamten Beamtenschaft der Gemeinde hatten sich annähernd 150 Mitglieder zur Versammlung eiugefunden. Gewählt wurden ausnahmslos die vom Wahlkönntee noininierten Kandidaten. Im einzelnen war das Ergebnis wie folgt: 1. Vorsitzender Emil G o l d st e i n, 2. Vorsitzender Albert S ch w a r z , Rendant Paul Rubens o h n , Kassenführer Wilhelm R a w a ck , Schriftführer Meier Wolfs, Beisitzer Ludwig Schmal, Gustav Messow. Die überaus beifällige Aufnahme der Gewählten durch die Versammlung läßt die Hoffnung gerechtfertigt erscheinen, daß der neue Vorstand, getragen von dem Vertrauen der Mitglieder, in segensreicher Weise das Wohl der Beamtenschaft fördern wird. Berlin, 28. April. Im Berliner Bar Kochba gilt jetzt die Arbeit des Vorstandes und der Mitgliedschaft dem neuen Spielitnb Sportplatz, den der Verein in Friedrichsfelde-Karlshorst gepachtet hat. An jedem Sonntag und an vielen Wochentagen findet sich draußen eine Schar von Turnern ein und legt bei den notwendigen Arbeiten tüchtig mit Hand an, soweit nicht die Hilfe angestellter Kräfte unbedingt nötig ist. Dennoch sind die Kosten der ersten Anlage recht hohe, und der Bar Kochba muß auch weiterhin auf die Unterstützung seiner Freunde und Gönner rechnen, zumal der Sportplatzsonds sich zurzeit erst ans 6500 Mark beläuft, und auch für eine bescheidene Einrichtung etwa das Doppelte dieses Betrages benötigt wird. Spenden richte man an Earl Sobersky, SW 68, Hollmannstraße 18, Postscheckkonto 18 2 82. In den einzelnen Abteilungen wird bereits fleißig für das große Turn- und Sportfest geübt, mit dem der Platz am 17. Mai d. I. geweiht lverden soll. Dieses Fest wird zu einer großzügigen Kundgebung der jüdischen Jugend ansgestaltet werden, wie sie der Berliner Bevölkerung bisher noch nicht geboten wurde. Die Orj ganisationen und Vereine seien schon heute gebeten, den Termin für den Besuch des Festes seitens ihrer Mitglieder freizuhalten. J. P. B. Crrlm, 26. April. Nach langem, schwerem Krankenlager verschied in Eulm (Westpr.) am 20. d. M. das hochverehrte und geliebte Oberhaupt der Gemeinde, Herr Rabbiner Dr. Gnttmann. Sechs Monate lang hat der Verstorbene sein schweres Leiden mit unermeßlicher Geduld ertragen. Ein Strahl der Hoffnung durchzuckte alle ihm Nahestehenden, als er zur Heilung seiner Krankheit das jüdische Krankenhaus in Breslau aufsnchte. Die innige Liebe feiner Gemahlin, die treue Sorgfalt der Aerzte, die großen Ehrungen, die diesem edlen Manne dort zuteil wurden, brachten wohl noch etwas Sonnenschein in seine Krankenstube. Vor zirka fünf Wochen kehrte er dann hoffnungslos in die Stadt seines Wirkungskreises zurück. Siebennndzwanzig Jahre war Herr Rabbiner Dr. Gnttmann in der hiesigen Gemeinde tätig; in dieser Zeit verstand er es, sich weit über die Grenzen seiner Gemeinde, bei all seinen Kollegen, ja in der ganzen Bürgerschaft, allgemeine Liebe und Sympathie zu erwerben. Durch Gründung eines Literatur- und Jugendvereins hob er nicht allein die geistigen Interessen seiner Gemeinde, sondern verband die einzelnen Mitglieder durch sein persönliches Beispiel brüderlich miteinander. Sein ganzes Wirken war dem Dienst der Menschenliebe und der Wohl-

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