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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1914-05-01 · Heft 18 (1.5.1914) · p. Seite 216

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
78 (1914)
Issue
Heft 18 (1.5.1914)
Date
1914-05-01
Page
Seite 216 (sequence 12)
Language
German
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.Einen solchen gibt es nicht! Kein Atom bliebe von dem, ber es wagte, gegen Malich die Rechte drohend zu erheben, um so weniger mit einem Schwerte. Wir würden Judas Boden dreimal umwenden, und unsere Schwerter und Brandlegung würden Palästina dreifach zerstören, wenn ein Haar von deinem Haupte fiele!" Der Hohepriester erbebte. Er war in den Händen des zukünftigen Herrschers. Eine Angst bemächtigte sich seines ganzen Wesens. Er drückte Malichs Rechte und sagte mit zitternder Stimme: „Auch ich bin mit dir!" Malich lächelte spöttisch und erwiderte nichts mehr. Als der ganze Zug der Biegung des Weges, der sich knapp am Meeresufer dahinzog, sich näherte, und als man die Abteilung der römischen Soldaten erblickte, ries der Hohepriester mit schwacher Stimme: „Es lebe Kassius!" Aber sein Gefährte winkte den Seinigen mit der Hand, daß sie schwiegen, und zu Hyrkan sagte er brüsk: „Hoherpriester, ich, Malich, fahre mit dir. Ueberlaß diese Zurufe mir." Die Berittenen brachen in ein höhnisches Lachen aus. Im selben Moment war die römische Abteilung in einer Linie mit dem Wagen. „Halt!" erscholl ein Befehl. Der Kutscher brachte die Pferde auf dem Fleck zum Halten. Der Anführer mit geschwungenem Säbel schrie: „Ist Malich unter euch?" „Hier bin ich!" rief der Aufgeforderte aufstehend aus. „Ich erkenne dich!" lautete die Antwort des Tribuns, dann wandte er sich an die Soldaten: „Hier ist er! Tut eure Pflicht!" Sechs Schwerter glitzerten in der Luft, und sechs Klingen bohrten sich in Malichs Leib. Sein Leichnam fiel auf den Wagensitz, die Gewänder des Hohenpriesters mit Blut bespritzend. Eine Raserei hatte sich der Reisigen bemächtigt. Schwerter flimmerten in der Lust. Rings um den Trupp der römischen Zenturionen entstand ein höllischer Tumult. Sie aber standen in Schlachtordnung, unbeweglich wie Bronzestatuen. Aber Hyrkan schnellte empor, und ehe es zum Kampfe kam, frag er laut schreiend: „Wer hat Malich getötet?" Der römische Tribun warf zwei kurze, donnernde Worte hin: „Kassius' Befehl!" Die gezückten Schwerter erbebten. Eine Blässe bedeckte alle. Niemand fragte weiter etwas. Die flammende Sonne versank in die Meerestiese, das angefachte Farbenspiel verlöschend . . . Im Nachtdunkel eilte der Gesandtschaftszug gegen Jerusalem, den blutigen Leichnam schweigend mit sich führend. Und der Hohepriester betete im Geiste: „Jehova, du bist groß! Du beschirmst die Lebenden und rächst die Toten mit der römischen Macht." Mcheremlsuk. Besprechung der Bücher Vorbehalten. Zurücksendung der Bücher findet in keinem Falle statt. Jean Barral. Die Offenbarung, das größte historische Mißverständnis! Nene Gedanken zum sozialen Frieden. 1914. Berlin- Wilmersdorf. Gr. Gornitzka, Buchhandlung, Motzstraße 49. The Jewish Immigration Bulletin. Entered as second-class matter January 17, 1913, at the P. O. at New York, N. Y., under the act ok March 3, 1879. Vol. IV. No. % February 1914. Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums. Begründet von Z. Frankel. Organ der Gesellschaft zur Forderung der Wissenlchaft des Judentums. Herausgegeben von Dr. M. Brann. 58. Jahrgang. Neue Folge, 22. Jahrgang. Januar-Februar 1914. Heft 1/2. Breslau. Koebnersche Verlagsbuchhandlung. (Barasch und Riesenfeld.) Sprrchsaal. An die Redaktion der „Allgemeinen Zeitung des Judentums" Berlin. Tie Unterzeichnete Kommission bittet die verehrliche Redaktion um gefällige Aufnahme folgender Berichtigung: „Die falsche und zugleich sinnentstellende Fassung des § 1 des Normalvertrages, wie sie in der ersten Veröffentlichung des Deutsch- Israelitischen Gemeindebundes erfolgte, beruht auf einer irrtümlichen Benachrichtigung des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes durch den Vorsitzenden Unterzeichneter Kommission, dem natürlich jede Absicht serngelegen hat, so daß alle in dieser Angelegenheit in der Presse gegen den Deutsch-Israelitischen Gemeindebund erhobenen Beschuldigungen völlig unberechtigt sind. Der § 1 des Normalvertrages muß lauten: „Die Gemeinde überträgt dem Herrn . . . aus drei Jahre (bei den zum erstenmal ins Amt tretenden Beamten auf fünf Jahre) vom . . . 19 . . bis zum . . . 19 . . das Amt eines ... Der Gemeinde steht das Recht zu, sechs Monate vor Ablauf der Vertragszeit den Vertrag zu kündigen. Geschieht dies nicht, so ist Herr . . . damit aus Lebenszeit angestellt. Herrn. . . steht nach Ablauf des ersten Vertragsjahres jederzeit ein dreimonatliches Kündigungsrecht zu. Handelt es sich um die Berufung an eine öffentliche Volksschule, so ist das dreimonatliche Kündigungsrecht nicht an den Ablauf des ersten Vertragsjahres gebunden." Die Kommission zur Beratung eines Normalkontrakts und einer Schiedsgerichtsordnung. I. A.: H. Fabisch, Schriftführer. G ö t t i n g e n , den 15. April 1914. * Plauen, 24. April 1914. S c h r geeh r t e r Herr G e h e i m rat! Zn den, Artikel „Wahre Geschichten und interessante Geschichten" in Nr. 17 der „Allgemeinen Zeitung des Judentums" gestattete ich mir folgende Bemerkungen: Rabbi Simon Spiro, nicht Spira, war ein Borfahre meiner Frau. Gr ist nn Jahre 1600 als Sohn des Rabbi Wolf Spiro, Rabbinatsassessors in Prag, gestorben 7. Gheschwan 5391 (1630), Sohn des Gaon Rabbi Jechiel Michl, geboren. Er war Rabbiner in Frankfurt, Lemberg, Breez, Lublin, Krakau, Wien und zuletzt 40 Jahre Oberrabbiner von Böhmen. Gr starb am 28. Kislew 5440 (1679), also, wie Herr Deutsch ansührt, 31 Jahre nach Abschluß des westfälischen Friedens. Sein Bruder war Rabbi David Spiro, gestorben 16. Gheschwan 5395 (163 5). Bon den Söhnen Simon Spiros ist der Familie nichts bekannt. David Spiros Kinder Michael und Inda wurden, da David früh verstarb, von Simon Spiro erzogen. Juda Spiro starb am 5. Jjar 5463 (1703), dessen Sohn Hirsch Spiro am 18. Tischri 5500 (1739). Juda war verheiratet mit Maria (gestorben 27. Adar 5459 (1699), Tochter von Salomon Porges, Enkelin von Hirsch Porges, Rabbiner der Pinkaßshnagoge in Prag. Bon den Sagen betreffend der Verteidigung Prags sind in der Familie keine Ueberlieferungen. Mit vorzüglicher Hochachtung Joseph Kausfmann. * Sohr geehrte Redaktion! Der Rabbinerverband in Deutschland veranstaltet gegenwärtig eine Enquete über den an den höheren Lehranstalten erteilten jüdischen Religionsnnterricht. Die zu diesem Zwecke von dem beauftragten Unterzeichneten an die Rabbiner und Gemeindevorstände versandten Fragebogen werden nur iw spärlicher Weise beantwortet. Es sei deshalb hierdurch das höflichste Ersuchen ausgesprochen, im Interesse des sehr löblichen Unternehmens die erhaltenen Fragebogen möglichst bald zu beantworten. T h o x n , den 24. April 1914. Dr. R o 's e n b e r g.

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