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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1914-05-01 · Heft 18 (1.5.1914) · p. Seite 214

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
78 (1914)
Issue
Heft 18 (1.5.1914)
Date
1914-05-01
Page
Seite 214 (sequence 10)
Language
German
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- 214 zuzusenden, damit ich ihn sogleich korrigieren und Ihnen dann zum Stich wieder verabfolgen lassen kann. Auch den Titel haben Sie, trotz dessen ich Ihnen das Schema durch Ihren Kurier schickte, wieder willkürlich auf dem Klavierauszug umgeändert. Haben Sie die Güte, ihn — so wie ich es angedeutet - stechen zu lassen und nicht anders. Hochachtungsvoll verbleibe ich Ihr ergebenster G. Meyerbeer." „Mit etwas mehr billiger Rücksicht für meine notwendigen Andeutungen würden Sie nicht zwei Tage, wie es setzt der Fall sein wird, für den Stich verloren haben." Die Srgsmlstmn der Milchen Gemeinden Sumäniens. ie Organisierung unserer Gemeinden mit moralischer Stütze der Regierung ist nichts anderes als eine seit Jahrzehnten tief genährte, jedoch ungestillte Sehnsucht der gesamten rumänischen Judenheit. Es existiert kein Land, Rußland nicht ausgenommen, wo die jüdischen Gemeinden nicht mindestens insofern die moralische Unterstützung der Regierung hätten, daß sie als persona moralis Legate und sonstige Schenkungen entgegennehmen dürfen. Dieses Primitive Recht ist, mit Ausnahme von einigen wenigen gesonderten Vereinen, den jüdischen Gemeinden Rumäniens nicht gewährt. Viele, denen das Wohl unserer mit unsagbaren pekuniären Schwierigkeiten täglich kämpfenden Institutionen am Herzen liegt, hätten gern das Ihrige beigetragen, um diesen Kampf um etwas wenigstens zu erleichtern, sich zugleich durch solche Taten unsterblich machend. Aber die Hindernisse und die verwickelten Wege, die sie zu überwinden haben, um das Hinterlassene in sicheren Händen einer Ge - m e i n s ch a f t zu wissen, sind so ungeheure, daß schon der Betreffende ein ganz besonderer Idealist und Altruist sein muß, um trotz dieser vielfachen formellen Schwierigkeiten dennoch der Gemeinschaft, unter der er ein Leben verbrachte, etwas zu hinterlassen. Infolge dieser Schwierigkeiten zur Entgegennahme von Zuwendungen als Gemeindevertretung mit dem Recht von persona moralis sind unsere Gemeinden so verarmt geblieben, wie sie in keinem Lande der Welt sind. Die einzige Einnahmequelle einer jüdischen Gemeinde in Rumänien ist die Taxe auf das rituelle Schächten (die sogenannte „Gabeln"). Aber ist es denn wirklich möglich, alle Institutionen einer Gemeinde, wie zum Beispiel Schule, Spital und Klerus, davon zu erhalten? Dazu kommt noch, daß sich die Zahl derer immer mehrt, die auf rituelle Kost gar nicht achten, so daß auch diese einzige Einnahmequelle immer mehr z u s a m m e n s ch r u m Pst, und nur durch tägliche und stündliche, geradezu belästigend wirkende Betteleien um Einzelbeiträge ist es mit allerschwerster Mühe dann möglich, die erwähnten Institutionen, die eigentlich das ganze Wesen unserer Gemeinden bilden, zu erhalten. Wie aber trotz dieser Anstrengungen diese Institutionen der jüdischen Gemeinden des Landes finanziell noch kämpfen müssen, ist das Trostloseste, was man sich denken kann. In kleineren Städten, wo die Kosten zur Erhaltung der jüdischen Institutionen verhältnismäßig geringe sind, existiert doch eine Art Schein von Organisation. In der Großstadt, wo neben den vielen Schulen es noch sonst eine größere Zahl unterstützungsbedürftiger Institutionen gibt, weil eine sehr große arme jüdische Masse dort nebeneinander lebt, wird das Zustandekommen einer Gemeindeorganisation, welche alle jüdischen Interessen nicht nur repräsentativ vertreten, sondern auch wirklich erhalten und verteidigen soll, um so mehr erschwert, je mehr eine solche Organisation bei ihren schwachen Geldmitteln dem Zustrom der finanziellen Ansprüche seitens der erwähnten Institutionen auf die Dauer nicht standhalten könnte. Nur diesem Umstande ist es zuzuschreiben, wenn für uns rumänische Juden der Schandfleck bleibt, daß unsere größten jüdischen Gemeinden: Bukarest und Jassy, desorganisiert sind. Es ist dies ein Fall, der einzig dasteht in der Geschichte des jüdischen Gemeindelebens. Infolge dieser Nichtorganisierung der Genieinden in den größten Städten entstand ein Separatismus, der nicht nur lästig wirkt, sondern auch unmöglich weiter geduldet werden darf. In solchen Gemeinden, wo nicht einmal ein loses Band, der Schein einer Organisation, die Juden zus a m m e n h ä l t, wie es sonst bei vielen Städten des Landes doch der Fall ist, ist es geradezu tragisch, zu sehen, wie manche Institutionen täglich auf das härteste um ihr Dasein kämpfen. Aus dem rumänischen Lager hören wir oft von uns auch gutgesinnten Stimmen den Vorwurf, daß wir in zu engen Relationen zu den großen Juden vom Auslande stehen. Aber diese unsere Beziehungen beschränken sich nur darauf, um unsere Glaubensbrüder von drüben um Beiträge für unsere Schulen anzuslehen, und wir sind immer glücklich, wenn man uns solche gewährt. Jenen Juden sollten nicht nur wir, sondern auch die Rumänen dankbar sein, denn die jüdischen Schulen in Rumänien sind eigentlich rumänische K u l t u r st ä t t e n. Schwer hat sich die orthodoxe Judenheit Rumäniens entschlossen, das „Cheder" mit der ,,„S ch u l e" zu vertauschen. Und wenn sie es getan, so war sie nur vom Gedanken getrieben, den Vorwurf von der gesamten Judenheit des Landes abzuschütteln, als ob sie niemal s, i n d e r K u l t u r >w e n i g st e n s, d e m R u m ä n e n - tum sich nähern wollte. Und zur Erhaltung dieser dein Rumänentum so nützlichen Institutionen müssen wir Juden so bitter kämpfen und an die Mildtätigkeit ausländischer Juden oft appellieren, nur weil wir nicht die moralische Unterstützung der Regierung zu einer festen und guten Gemeindeorganisation haben, der, ebenfalls kraft der Regierung, auch eine gesunde finanzielle Basis gesichert werden sollte. Dadurch, daß wir eine solche Organisation nicht haben, verlieren unsere Gemeinden auch immer mehr an Ansehen. Die letzten Ereignisse des Landes haben gezeigt, daß alle Schichten der jüdischen Bevölkerung Rumäniens ausnahmslos mit einem derartigen patriotischen Enthusiasmus den Pflichten des Staates nachzukommen suchten, daß es jetzt seitens der rumänischen Regierung als würdig erachtet werden sollte, sich ihrer Interessen anzunehmen. Dr. Meier Th^ nen, Rabbiner und Prediger zu Jassy. kallius' Skfehl. Von TadeuszKoüczy nski. Ilebersetzung von S. Horowi tz. (Schluß.) (Nachdruck verboten.) nd wo hast du diesen Stützpunkt gefunden," unterbrach er ihn drängend, „was für einen Krieg gedenkst du auszufechten, und welche Könige werden dir ihre Truppen zu Hilfe schicken, um Malichs Anhänger zu zerschmettern und deiner Rache die Zügel schießen zu lassen? Du hast selbst gesagt, Jerusalem geht unter ..." Aber Herodes fiel ihm ins Wort: „Bekümmerter Hyrkan, ich werde dir noch etwas mehr sagen, ich werde dir selbst das sagen, gegen was du deine

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