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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1914-04-24 · Heft 17 (24.4.1914) · page 13

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
78 (1914)
Issue
Heft 17 (24.4.1914)
Date
1914-04-24
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Berlin, 24. April 1914 mm mmmm WVWWWWM ' Mr Grmetndevore. Vellage zur „Allgemeinen Leitung de^ Judentums es LorrrlpondmZen und Kschrichtm. Deutschland. 2<D Berlin, 21. April. Auf die wiederholte Auslobung des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes betreffend „Methodik des jüdischen Religionsunterrichtes" sind drei Bearbeitungen bei dem Pveisrichkerkollegiurn eingelaufen, von denen zwei den Bedingungen nicht genügt haben. Als Verfasser der dritten mit dem halben Preise gekrönten Schrift Hab sich Herr B. Gottschalk, Berlin, Brciunsberger Straße 7, ergeben. Das Urteil lautet nne folgt: „Die Schrift mit dem Kennworte „Adonai zidkenu" ist -die Arbeit eines begeisterten Lehrers von tiefer Religiosität, von umfassender allgemeiner und religionswissenschaftlicher wie pädagogischer Bildung, der die Kindesseele kennt und weiß, was reifere Schüler in religiöser Hinsicht bewegt. Der Verfasser bekundet eine genaue Kenntnis und sorgsame Erwägung der den Religionsunterricht 116^x1)011^)1: betreffenden Fragen, eine tiefe Auffassung der Aufgabe und der meisten Zweige des Religionsunterrichts imb zeigt unter kritischer Berücksichtigung der methodischen — auch minder bekannter — Schriften nnd unt'r nachdrücklicher Betonung der religionspädagogischen Forderungen --- für einige Zweige des Unterrichts den rechten Weg. Er verfehlt aber diesen auf dem Gebiete des hebräischen Unterrichts und verfolgt auf dem der Religionslehre einen solchen, der zur Trennung von Zusammengehörigem führen muß. Sodann geht er aus den Religionsunterricht an den höheren Schulen, deren Berücksichtigung in dem Preisausschreiben ausdrücklich gefordert ist, nicht genügend ein. Aus diesen Gründen ist seiner Arbeit nur der halbe Preis zuerkannt worden. Berlin, im März 1914. Holzmann, Hochfeld, Galliner, Bogelskein, Tachau. - Ten Bearbeitern der beiden anderen Preisschriften wird vom Bureau des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes das Urteil des Preisrichterkollegiums über ihre Arbeiten auf Wunsch zugestellt werden. Y. Berlin, 21. April. Das von der Großloge für Deutschland II. C. B. B. begründete Jaffas ch e F ü r s o r g e - u n d W a i s e n - heim versendet soeben seinen fünften Bericht über die beiden letzten Jahre bis zum 31. Dezelnber 1913. Es verdient, daran erinnert 31t werden, daß für die Aufnahme eines Kindes in diese Anstalt, die das Problem: Waisenhaus- oder Familienerziehung dadurch zn lösen sucht, daß es die besten Grundsätze beider Erziehungsmethoden zu vereinen sucht, nur der Grad der Bedürftigkeit in Frage kommt. Ausländer finden ebenso Berücksichtigung wie Inländer, Auswärtige wie Ortsangehörige. Da ferner nicht nur Voll- und Halbwaisen, sondern auch unehelich geborene nnd solche Kinder Aufnahme finden, denen im Elternhaus aus irgendwelchen Ursachen keine genügende Erziehung zuteil werden kann, so stellt sich das Jaffa-Heim als eine segensreiche Ergänzung der großen öffentlichen jüdischen Waisenhäuser dar. Das Streben nach einem eigenen Heim, das im Interesse der Erweiterung des Waisenhauses dringend wünschenswert erscheint, hat zwar in der Berichtsperiode weitere Förderung erfahren, allein doch nur in beschränktem Maße, das die Erreichung des Zieles noch nicht ermöglicht. Die Verwaltung wendet sich daher mit einem warmen Appell an die jüdischen Wohltäter, den Baufonds durch Zuwendungen so zu stärken, daß man an die Krönung des Werkes herantreten könne. Die Mietränrne, in denen die Anstatt zurzeit untergebracht ist, gewähren eigentlich nur Raum für zwanzig Zöglinge. Trotzdem sind einundzwanzig untergebracht, das Haus also schon überfüllt, so 'daß eine große Anzahl von Aufuahmegesuchen leider abgelehnt werden mußte. Des weiteren mußte im Oktober 1912 der Beschluß gefaßt werden, daß Zöglinge über das 14. Lebensjahr hinaus im Heim nicht bleiben dürfen. Dementsprechend mußten drei Knaben und ein Mädchen am 1. Januar 1913 das Heim verlassen, um vier neuen Zöglingen sofort Platz zu machen. Ostern 1913 traten drei weitere Zöglinge ans, deren Stellen gleichsalls sofort besetzt wurden. Zurzeit befinden sich zehn Knaben und elf Mädchen im Heim, von denen drei Vollwaisen, zwei Halbwaisen sind, während die anderen Zöglinge noch Eltern haben. Sechs der Zöglinge sind Ausländer, die meisten (12) ans Berlin und drei aus schlesischen Gemeinden. Sämtliche Zöglinge, mit Ausnahme von zwei Mädchen, deren eines das städtische Lyzeum, ein anderes eine Mädchenmittelschnle besucht, sind Schüler der Charlottenburger Gemeindeschulen; den Religionsunterricht erhalten fast alle in der 10. Gemeindereligionsschule. In den Sommerferien fanden sie Aufn-ahme in den Ferienkolonien Misdroy, Elmen, Hohensalza und Hirschberg. — Die Bilanz der Anstalt schließt pro 1912 mit 125 042,15 Mark, pro 1913 mit 127 913,45 Mark ab. Ten Rechnungsabschlüssen der beiden Berichtsjahre ist zu entnehmen, daß die Jahresbeiträge der Mitglieder in 1913 gegenüber 1912 zwar -etwas gestiegen sind, und zwar von 13 690,35 Mark auf 14 360,05 Mart, dagegen die einmaligen Beiträge des letzten Jahres ganz erheblich hinter denen in 1912 zurückölieben, und zwar betrugen sie 1912: 7410 Mark, in 1913 jedoch nur 2887 Mark. Auch die Jahresbeiträge der Logen verminderten sich 1913 gegenüber 1912 um 65 Mark, so daß das letzte Berichtsjahr 1913 mit einem Fehlbetrag von 1755,60 Mark abschloß, während 1912 einen Ueberschuß von 557,80 Mark ergab. Die Gesamteinnahmen betrugen 1912 27 427,65 Mark, die Gesamtausgaben rund 27 579, im Jahre 1913 die Einnahmen 25 672,05, die Ausgaben 27 427,65 Mark. Zu beachten ist freilich, daß das Rechnungsjahr 1913 nur deshalb mit einem Defizit abschlvsz, weil ans die Wertverminderung der Anlagepapiere 3220 Mark als Ausgabe in Rechnung gestellt sind. Berlin, 21 April. Dem uns übermittelten 45. Bericht der Religionsschnlen der Israelitischen Synagogeugeinein.de (Adaß Jisroel) entnehmen wir folgende Angaben: Die Religionsschnle 1 (Gipsstraße 23a) wurde im Berichtsjahre von 451 Kindern, und zwar 246 Knaben nnd 265 Mädchen besucht. Die Ktassenzahl blieb die gleiche: Es waren nenn Knabennnd sieben Mädchenktassen, zn denen je eine Selekta hinzukam. Die 8. Knaben- und 6. Mädchenklasse ist in je zwei Goten mit Jahreskursns geteilt worden. In Wirklichkeit sind also jetzt 11 Knaben- und 9 Mädchenklassen vorhanden und die Pensen für Knaben auf 13, für Mädchen ans 11 Schuljahre verteilt. Der Lehrstoff ist gleichsalls im allgemeinen unverändert geblieben. In Religionsschnle II (Eharlvttenburg, ' Bleibtrenstraße 43), wo gleichsalls der Schulbesuch mit zirka 60 Kindern dem Vorjahre gleichgeblieben ist. fand der Unterricht in vier Klassen, in denen Knaben nnd Mädchen vereinigt waren, statt. Unterrichtsgegenstände waren in den beiden unteren Klassen Hebräischlesen und Gebetnbersetzen. biblische Geschichte und Pflichtenlehre. In der 2. Klasse traten Pentateuch und Grammatik hinzu, in der obersten wurde an Stelle der Gebete Bibel übersetzt, und zwar ausgewählte Teile aus Jesaia. Psalmen nnd den übrigen Haggiographenbüchern: in einer Sonderklasse wurde Mischna unterri-chtet. Der Jugendgottesdienst wurde in der gleichen Weise wie bisher, am Schlüsse des Schulunterrichts in den einzelnen Klassen, am Sabbatnachmittag in der Synagoge der Gemeinde und am Rösch haschanah nnd Jom kippur in eigens hierfür eingerichteten Räumen abgehalten. Sämtliche Funktionen wurden von Schülern der Anstalt übernommen. Im April 1913 wurde der 25 Jahre zuvor erfolgte Eintritt des jetzigen Schuldirigenten Dr. M e i e r H i l d e s h e i in e r in das Lehrerkollegium der Religionsschnle von dnn Schulvorstand, dem Lehrerkollegium und den Schülern durch eine eindrucksvolle Feier festlich begangen. Einenerfreulichen Fortschritt hat die Schule auch dadurch zu verzeichnen, daß sie ihrem Ziele, zn einer Mittelschule ausgebaut zu werden, um ein Stück näher gekommen ist. Die Gemeinde hat nämlich ans Anlaß des Regiernngsjubitäums Seiner Majestät des Kaisers ritmi „Kcnser-Wilheün-und-Kaiserin-Angilste- Vittvria-Fonds" in Höhe von 20 000 Mark errichtet, der, mit den bereits aufgesammelten Fonds vereinigt, die Grundlage zur Errichtung einer jüdischen Schule bilden soll. Die unter Leitung des Schuldirigenten im Vorjahre unternommenen vier- bis fünftägigen Schülerfahrten wurden fortgesetzt. An ihnen beteiligten sich außer mehreren Lehrern, Lehrerinnen usw. zirka 30 bis 35 Zöglinge der Schulen. Als Zweck dieser Fahrten wird neben der ^Freude an den Naturschönheiken der engere Anschluß von Schule und Haus erstrebt, vor allem-aber sollen die Schüler lernen, daß und wie sie als fromme Juden leben können, ohne sich den Genuß einer Reise zu versagen. Vom „Israelitischen Kinderverein" wurden zu Ehanukah ungefähr 1 i 1 \

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