Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 78 (1914)
- Issue
- Heft 16 (17.4.1914)
- Date
- 1914-04-17
- Page
- Seite 192 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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192 -- Kulturfragen, zur Erziehung, Ethik, Kunst. Religion usw, mit besonderer Berücksichtigung der Pflanzlichen Ernährung ausspricht. Non besonderem Interesse ist es, daß er auf das Gebot der Bibel: „Du sollst nicht töten!" hinweist, aus den Spruch im Alten Testament: „Der Gerechte erbarmt sich seines Viehs" und auf die Darstellung von Vorzügen vegetarischer Lebensweise im Buche Daniel. Auch derjenige, der nicht unbedingter Anhänger des Vegetarismus ist, wird dieses für Gebildete aller Kreise geschriebene philosophische Buch mit wirklichem Vergnügen und großem Nutzen lesen. Sani tätsrat Dr. Scherbel, Lissa. # — Else Kroner. Die moderne Jüdin. Charlottenburg, Karl Junker. Ein eigenartiges Buch! Geistreich, mit scharsem Verstand, feiner Beobachtungsgabe Personen, Zeitverhältnisse schildernd, offen, frei, mit nichts weniger als Leisetretereien geschrieben, was nicht ansschließt, daß die Verfasserin, die dem Judentum nicht mehr angehören soll, auch manchmal über das Ziel hinausfchießt. Gleich in ihrem Vorworte findet sich ein Unterschied Zwischen der Jüdin und der Deutschen, als ob die Rassentheorie nicht längst von namhaften Autoritäten abgetan wäre, als ob nicht längst die unbestrittene Tatsache feststände, daß keine Rasse sich rein, unvermischt erhalten hätte. Auch in allen folgenden Kapiteln ihres Buches steht E. Kroner auf zionistischem, also auf national-jüdischem Standpunkt. Es muß ausfallen, daß die Verfasserin von dem Milieu Berlin W aus generalisiert, als ob Berlin W schon das gesamte moderne Judentum bedeutete. Daß eine Art Lebenshunger, wie die Verfasserin bemerkt, Judas Töchter hinreißt, Luxus in Toilette, Wohnung zu treiben, Prunk, Aufwand zu entfalten, ist nicht zu. bestreiten, nur vergißt sie, daß dies gerade unjüdisch ist; diese Auswüchse mögen vielmehr mit dem Umschwung, den unser Wirtschaftsleben erfahren hat, zusammenhängen. Ganz besonders bedenklich aber ist, der Passus, die jüdische Geldheirat betreffend, wobei auch ein Zerrbild von dem Heiratsvermittler entworfen wird. Mag sich auch der Nichtjude darüber mokieren, die Verfasserin sollte als gewesene Jüdin wissen, daß besonders in jüdischen Kreisen bei Eheschließungen peinlich ebenso ans Charakter, Herkunft, Familie, Abstammung geachtet wird. Freilich, es muß der Verfasserin zugegeben werden, es fehlt der Liebesroman vor der Ehe, es fehlt das lange Liebesleben vor, aber auch das lange Leidens leben nach der Ehe. Daß Judentum und Frauenemanzipation sich diamentral gegenüberstehen, beweifeln wir, geben viel eher zu, daß sie sich decken; denn die Frau hatte in Israel neben dem Manne die gleiche Stellung, das gleiche Recht, die gleiche Pflicht. Sehr feinsinnig hebt E. Kroner die Wertschätzung und Verehrung, die der jüdischen Mutter gezollt wird, hervor. Es war ein guter Griff, daß sie dies mit den geist- und gemütvollen Versen des größten deutschen Lyrikers dokumentiert, welcher die zartesten Herzenstöne I für seine Mutter gefunden hat. Die Verfasserin meint, das Studium bringt der Jüdin kein Glück; auch damit sind wir nicht einverstanden. Der Gesichtskreis der Verfasserin ist zu eng. Nicht das ist ausschlaggebend, ob das Studium Reichtum, Glück oder Unglück bringt, sondern das, daß die Jüdin aus innerem Drang ihren Gelehrtenberus ergreift, und es darf zu ihrer Ehre gesagt werden, sie füllt ihren Platz aus, wohin immer sie gestellt wird. Im übrigen können wir mit der Verfasserin wünschen, daß es der modernen Jüdin bei den vielen Keimen des Guten, die in ihr Liegen, gelingen möchte, sich' zur Harmonie durchzuringen, damit sie werde, wie es die vorzüglichste Repräsentantin ihres Geschlechts, Nahet Varnhagen, gewesen: „Ruhig und doch bewegt", nach dem Ideal der Frau der Zukunft „ruhig und doch bewegt" werde. T r e i t e l. Mcheremlauk. Besprechung der Bücher Vorbehalten. Zurücksendung der Bücher findet in keinem Falle statt. Publications of the American Jewish llistorical Society. Number 21. The Lyons Collection, Volume 1. Published by the Society. 1913. Le Rayon. Organe Mensuel de l'Union Liberale Israelite. 2me Annte. No. 14.15. Decembre 1913. Direction: 24, Rue Copernic. Paris (16). Prix dü Nuinero: 6 fr. 60. Abonnement annuel: 6 francs. Die Makamen der arabischen Musik. Dargestellt von A. Z. Jdelsahn. (Jerusalem.) Sonderdruck ans „Sammelbünde der Internationalen Musikgesellschaft^.Jahrg. XV, Heft 1. Ringende Gewalt. Von A, Herzberg. Ein Posener Ghettoroman aus der Zeit des Siebenjährigen Krieges. Bromberg. Jena, Hermann Costenoble. 1913. - Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des. Judentums. Begründet von Z. Frankel. Organ der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums. Herausgegeben von Dr. M. Braun. 57. Jahrgang. Neue Folge, 21. Jahrgang. Juli-August 1913. Breslau. Koekmersche Verlagsbuchhandlung. (Barasch und Riesenfeld.) 57. Jahrgang. Heft 7/8. . ■ The Jewish Review. Edited by Normaai Bentwich, Dr. Joseph Hochman. Vol. IV, No. 22. Nvr. 1913. London. Geo. Routledge & Sons Ld. New York: The Bloch Publishing Company. Price: 1/6 net. Verband der deutschen Inden. Achter Geschäftsbericht für die Zeit vom 1. April 1912 bis 31. März 1913, erstattet von Dr. Feilchenfeld, Berlin SW 19, Beuthstr. 19. Agoudath Israel. Vers la Renaissance Juive. Conference faite ä Paris le 4 Mai 1913 par le Commandant A. Lipmaoi a la Reunion organisee par le Comite Parisien de l’Agoudath Israel. Cette Conference a ete imprimee ä JFImprimerie de la Revue „Foi et Reveil“., (Djrecteur: M~ le RabBin J. Ba!uer, 5, riie Deloye, ä Nice.) Kol Jehuda. Hebräische Fibel von M. Stengel, Religionslehrer der israelitischen Kultusgemeinde Wien. Wien, 1911. Verlag von Jos. Schlesingers Buchhandlung, Wien 1, Seitenstettengasse 5. Budapest VII, Königsgasse 1, Preis gebunden: 40 h. Israelitische und jüdische Geschichte von I. Wellhausen. Siebente Ausgabe. Berlin. Druck und Verlag von Georg Reimer. 1914. Preis broschiert: 10 Mk., gebunden: 12 Mk. Schatten im Licht. Zeitgemäße Betrachtung von W. Müller. Diese Broschüre enthält u. a. eine für die Oeffentlichkeit sehr wichtige Darstellung von Erwerbsgeschäften des Volksvereins für dos katholische Deutschland. Selbstverlag. — Hannover. Bibliothek, der israelitischen Kultusgemeinde Wien. Katalog der Salo Cohn schen Schenkungen. Von Dr. Bernhard Wachstein. I. Bücher aus der Sammlung des Rabbiners Nachum Beer Friedmarm-Sadagora. Wien. 1911. Gilhofer & Ranschburg. Die Matritelführnng der Israeliten in Oesterreich nach den bestehenden staatlichen Vorschriften. Gesammelt von Julius Rosenfeld, Martikelführerstellvertreter der israelitischen Kultusgemeinde Wien. Berlag R. Löwit, Wien L, Rotenturmstraße 22. Festpredigt aus Anlaß der Feier des hundertjährigen Bestehens der Synagogengemeinde in Ratibor am 26. November 1913, gehalten von Rabbiner Dr. Dienemann. In Druck gegeben vom Vorstand der Synagogengemeinde. Preis 1 Mk. . Das antisemitische Hauptdogma, beleuchtet von Eduard König, Dr. phil. ech Meol., ord. Professor und Geheimrat in Bonn. Bonn 1914. A. Marcus und E. Webers Verlag (Dr. iur. Albert Ahn). Hiob. Erzählung aus dem jüdischen Leben von Gertrud Epstein. Dresden und Leipzig. Verlag von Heinrich Minden. Preis: 1,80 Mk. Salons. Bilder gesellschaftlicher Kultur aus füns Jahrhunderten. Von Valerian Tornius. Erster und zweiter Band. Mit 24 Tafeln. Leipzig 1913. Verlag von Klinkhardt & Biermann. Sprechsaal. Sehr geschätzter Herr Gehermrat! Ein jüdischer Arzt und Naturforscher bedarf zur Vollendung eines auf seinen wissenschaftlichen Wert von allerersten Autoritüten anerkannten Buches, das Produkt vieljähriger mikroskopischer Forschungen, einer Summe von 500 bis 600 Mark. Der Verfasser würde einem Mäzen, der ihm diese Summe spenden würde, in Dankbarkeit sein Werk ividmen. Gefällige Anfragen beliebe man zu richten unter Chiffre Dr. Sch. an die Redaktion dieses Blattes. Charlottenburg, den 6. April 1914. Hochachtungsvoll Ihr ergebenster Dr. Arthur Kahn.