Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 78 (1914)
- Issue
- Heft 15 (10.4.1914)
- Date
- 1914-04-10
- Page
- Seite 3 (sequence 15)
- Language
- German
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3 Großväter betätigten, die sollten auch wir hinübernehmen in unsere Zeit- Er schilderte in eindrucksvollen Worten die Lage der Juden zu jener Zeit und stellte diese in Vergleich zu unserer. Er erinnerte daran, welchen Dnldermut unsere Väter besessen haben. Man versagte ihnen jeden Platz an der Sonne. Als aber der König von Preußen die Salzburger Protestanten in seinem Lande liebevoll aufnahm, da haben die unterdrückten Juden für die ihres Glaubens wegen verfolgten Protestanten in ihren Gotteshäusern Gelder gesammelt. Das zweite Gotteshaus war unseren Vätern die Familie. Aber gerade die Begründung einer Familie wurde ihnen erschwert. Trotzdem hing ihr Herz an dem Boden, Ulster dem ihre Väter schlummerten, sahen sie freudigen Herzens ihre Söhne in den Kampf für das Vaterland ziehen. Er mahnte zur Einheit und Bruderliebe, deren Stärkung und Förderung durch dieses Gotteshaus erfolgen möge. Mil einem Gebet für Kaiser und Reich schloß Herr Dr. Bergmann seine sehrgeistreiche Weiherede. Mit dem Vortrag des 150. Psalm durch den Ehor schloß die Feier. Berlin, 7. April. Wir erhalten von befreundeter Seite Kenntnis von folgender Zuschrift, die der Vorsitzende des Kreisausschusses von Niederbarnim an den Erbauer des zweiten Waisenhauses der Berliner jüdischen Gemeinde, Herrn Regierungsbaumeister Beer, gerichtet hat: „Hierdurch teile ich Ihnen ergebenst mit, daß der Kreisausschuß den von Ihnen entworfenen und ansgesührten Bau eines Waisenhauses in Pankow für den Vorstand der jüdischen Gemeinde in Berlin in Anerkennung der geschmackvollen und praktischen Ausgestaltung durch Verleihung eines Diploms an den Bauherrn ausgezeichnet hat." Es ist hoch anzuerkennen, daß auch die Staatsbehörden Veranlassung nahmen, dem Erbauer des prächtigen Waisenhauses die Anerkennung zu zollen, die er durch seinen gediegenen und praktisch ausgesührten Bau verdient. «XD Myslowrtz, 5. April. Während des Gottesdienstes am Freitag abend wurde nach beendetem Sabbatgesang der neugewählte Rabbiner-unserer Gemeinde, Herr Dr. Halpersohn, in sein Amt feierlich eingesührt. Der Vorsitzende des Vorstandes, Herr Dr. Blumenfeld, richtete an den neuen Seelsorger eine Ansprache, in der er ihn herzlich willkommen hieß und zu seiner Wahl beglückwünschte. Zugleich gab er der Hoffnung Ausdruck, daß die Amts- Wirksamkeit des. Rabbiners der Gemeinde zum Segen gereichen werde. Mit innigen Dankesworten erwiderte der Geistliche und legte die Ziele dar, die die Leitsterne seiner Bestrebungen bilden sollen. Aus alle Anwesenden machte die schlichte, aber erhebende Feier einen tiefen Eindruck. LXD Krotoschin, 3. April. Der Frankfurter Delegiertentag des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands hatte den Ver- Fernspr.-Anschluss AmtLiitzow TRAITEUR Berlin W 62, Kleiststrasse 10 Fernspr.-A n Schluss Amt Liitzow Oekonomie der vereinigten U. O. B. B. Logen. Ausrichtung von Hochzeiten und Festlichkeiten jeder Art im Hause und nach auswärts. Stadtküche. Restaurant. Festsäle. BOT Anerkannt beste, streng rituelle Küche ~lBGt unter Aufsicht des Rabbinats der Jüdischen Gemeinde, Berlin. Zur Förderung der Gesundheit! pll. aperientes Rleevem sind das beste, sicher und schmerzlos wirkende Abführmittel. 2 Pillen abends mit etwas Wasser genommen führen nach vollkommen ruhig.durchschlafener Nacht morgens einen reichlichen, vollkommen schmerzlosen Stuhlgang herbei. Preis pro Schachtel mit 50 Stück 2 Kronen ----- Mark 1.70, stärkere in Flakons 50 Stück 2 Kronen 40 Heller — 2 Mark. Zu beziehen durch alle Apotheken. Adler-Apotheke S. E. Kleewein, Krems bei Wien B. De: KonnenSien?erden ruennSieJhre Sfimemtf VAjterffiblßffen pflecjen.vprpcrriqr in aUenApoiheftenuncl Drocjerien Preis der» Orlcjlnal^diachfel'Pll bandsvorstand beauftragt, für einen engeren Zusammenschluß der Jugendvereine Ostdeutschlands Sorge zu tragen. Um die Verwirklichung dieses Beschlusses anzubahneu, fand hier am 22. v. M. die erste Bezirkstag u n g der Vereine aus Posen und Niederschlesieu statt. Außer einer stattlichen Zahl von Delegierten waren Vertreter des Verbandes der Posener Bne Brith-Logen sowie des Landesverbandes des Zentralvereins für die Provinz Posen und die hiesigen Gemeindebehörden erschienen. Mit der Tagung war eine große Versammlung verbunden, in der die Geschäftsführerin des Verbandes, Fräulein Gora Berliner, in einem vorzüglichen Bortrage über „Aufgaben der jüdischen Jugend" referierte. Die Versammlung war nicht allein seitens der Mitglieder unserer Gemeinde, sondern auch ans den benachbarten Gemeinden überaus zahlreich besucht. Der sehr rührige hiesige Jugendbuud, dessen Vorsitzender Rabbiner Dr. (Lohn in Gemeinschaft mit der Geschäftsführerin die Veranstaltung leitete, hatte die Vorbereitungen iu ausgezeichneter Weise durchgeführt und wurde durch einen vollen Erfolg belohnt. Es wurde die Gründung eines Bezirksverbandes beschlossen, der regelmäßige Tagungen abhalten wird, und die bevorstehende Konstituierung mehrerer neuer Jugendoereine angekündigt. 2/D Görlitz, 6. April. Die Abschiedsfeier für Herrn Rabbiner Dr. Freund nahm gestern morgen in der hiesigen Synagoge einen äußerst würdigen und feierlichen Verlauf. Die Synagogengemeiude hatte sich fast vollzählig eingesunden und bewies schon dadurch die Verehrung, die sie ihrem scheidenden Prediger entgegeu-! bringt. Dieser sprach in zu Herzen gehenden, von Herzen kommeni den Worten zum letztenmal zu seiner Gemeinde und gab einen knap-! Pen Ueberblick über seine gottgesegnete Tätigkeit. Es war ein überaus schöner und ergreifender Augenblick, als er, der 85jährige in feierlichen, mit der Würde des Alters gesprochenen Worten seinen Gott zum Zeugen dafür anrnfen konnte, daß er die heilige Stätte nie durch eine Unwahrheit entweiht, daß er alle Worte aus innerer Ueberzengung gesprochen habe und nie einer anderen Konfession zu-! nahe getreten sei. Diese letztere Tatsache wurde gleichsam bekräftigt! durch die Anwesenheit der städtischen Behörden, die bei der Feier! durch Herrn Oberbürgermeister S n a y, Stadtverordnetenvorsteher Justizrat R o t h und Stadtschulrat Dr. W i e d e m a n n vertreten waren. Herr Oberbürgermeister Snay überreichte Herrn Dr. Freund in der Synagoge den Noten Adlerorden 3. Klasse mit der Schleife, der ihm aus Anlaß seines Uebertritts iu den Ruhestand vom Könige verliehen worden ist. Der Vorsitzende des Vorstandes der Synagogengemeinde, Königlicher Kommerzienrat E nt nt a n n e l Katz, richtete mit bewegter Stimme recht herzliche Abschiedsworte an den Scheidenden, ihm für alles Gute dankend, das die Gemeinde ihm während seiner 57jährigen, so überaus segensreichen Amtstätig- Ernst Las amnick Dampfwäscherei undPlättanstalt Greifswalder Straße 201 Anerkannt erstklassigste Ausführung sämtlicher Leib- und Hauswäsche. / Gegründet 1892. / Ueber 100 Angestellte. Telephon: Amt Königstadt, Nr. 3673. Es 'wirdnurin kleinen Einzelposten gewaschen. Die VICTORIA zu BERLIN Allgemeine Versicherungs-Actien- Gesellschaft in den letzten 25 Jahren. Jahr Vermögen Einnahme an. Prämien und Zinsen Jahresgewinn Angesanuneltcr Gewinn für die Versicherten Lebens- Versiclierungs- Bestand in Millionen Mark: 1887 33,0 7,1 1,3 2,9 119,1 1892 68,0 18,2 3,9 8,6 260,7 1897 159,3 46,6 8,4 22,4 605,9 1902 368,6 85,8 18,2 66,0 995,6 1907 645,2 132,1 28,2 124,8 1506,5 1912 948,6 194,1 37,8 182,8 2293,5 Prospekte bei jedem Vertreter der Gesellschaft. Meldungen von Agenten an die Direktion Berlin SW 68, Lindenstr. 20-25