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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1914-04-10 · Heft 15 (10.4.1914) · page 13

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
78 (1914)
Issue
Heft 15 (10.4.1914)
Date
1914-04-10
Page
– (sequence 13)
Language
German
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78. Jahrgang. Nr. 15 Der Gemeindebote. Betlage zur „Allgemetnen Leitung deF Judentums" Berlin, IO. April 1914 SorrrhwndrnNll und Aschrichten. SeMschlsnL. y. Berlin, 5. April. Die heutige Sitzung der Repräsentant en v e r s a m m l u n g beschäftigte sich nach Entgegennahme einiger geschäftlicher Mitteilungen zunächst mit dem Rest der Vorlagen aus der vorigen Sitzung. Die seit dem Jahre 1911 für die Mittelschulen vorgesehenen Berechtigungen stehen nach einem Ministerialerlaß von 1912 nur öffentlichen Mittelschulen zu. Das veranlaßte den Gemeindevorstand, an den Herrn Unterrichtsminister die Anfrage zu richten, ob er bereit wäre, diese Berechtigungen der Knaben- und Mädchenschule der jüdischen Gemeinde im Falle ihrer Umwandlung in vollausgestaltete Mittelschulen zu gewähren. Unter Vorbehalt seiner Entscheidung, die genannten Schulanstalten als öffentliche anzuerkennen, sollte zunächst Bericht eingesordert werden, ob eine solche Umwandlung auch den Wünschen der Gemeind? entspricht. Ein Zustimmender Gemeindebeschluß müßte zugleich die ausdrückliche Erklärung enthalten, daß die Gemeinde sich allen für die öffentlichen Mittelschulen geltenden Bestimmungen und Verwaltungsvorschriften unterwirft. Der Schul- und Talmud-Thora- Vorstand empfiehlt, der Regierung zu erwidern, daß eine Umwandlung der beiden Schulanstalten in öffentliche Schulen zurzeit nicht in den Wünschen der Gemeinde liege. Bei der Wichtigkeit der Sache wünscht der Vorstand indessen die Beratung der Angelegenheit in einer gemischten Deputation. Die Versammlung, stimmt dem auf Vorschlag des Ausschusses bei und wählt aus ihrer Mitte die Herren Geheimrat Blumenthal, Prof. Blaschke, Justizrat Cohn und Prof. Kalischer in diese Deputation. Der Referent, Herr Professor Blaschke, spricht zugleich den Wunsch aus, daß auch zwei Herren des Schul- und Talmud-Thora-Vorstandes den Beratungen beiwohnen. - In die Stiftungskommission werden an Stelle der ausscheidenden und statutarisch nicht wieder wählbaren Herren Prof. Blaschke und Justizrat Cohn die Herren Prof. Türk und Blankenburg, in die Veranlagungskommission (Bezirk Oranienburger Vorstadt) Herr Wilh. Stein, in den Vorstand der Synagoge Nykestraße an Stelle des ausgeschiedenen Herrn W. Heilbrunn Herr Siegmund Rochelsohn und an Stelle des Herrn Jsmar Hamburger, der Vorstandsmitglied der Synagoge Levetzowstraße geworden ist, Herr Josef Himmel gewählt. — Für die Einrichtung einer neuen Heizungsanlage im Verwaltungsgebäude der Friedhofsinspektion Weißenfee werden nachträglich 3796,60 Mark, für Veränderungen bzw. Verbesserungen an der Heizanlage in der Mädchenschule nachträglich 985 Mark bewilligt. — Herr Direktor Dr. Gutmann hat es als wünschenswert bezeichnet, daß den Zöglingen der Lehrerbildungsanstalt ein Raum zur Verfügung gestellt werde, in dem sie in freien Stunden, wie sie namentlich den Lehrseminaristen zur Verfügung stehen, sich mit Arbeiten, der Lektüre pädagogischer Zeitschriften oder größerer Werke, die ihnen nicht mit nach Hause gegeben werden, beschäftigen können. Für diesen Zweck soll das Bibliothekzimmer des Seminars eingerichtet werden. Das erfordert einen Betrag von etwa 200 Mark, den die Versammlung bewilligt. — Für die an das II. Waisenhaus in Pankow angeschlossene Elementarschule sind die Errichtung einer dritten Klasse und die Anstellung eines weiteren Lehrers für diese seinerzeit beschlossen und 'der Beschluß seit dem 1. April auch bereits durchgeführt. Die Einrichtung des dem Lehrer zur Verfügung stehenden Zimmers erfordert einen Kostenaufwand von etwa 500 Mark, den die Versammlung bewilligt. — Dem Antrag des Vorstandes, den Beitrag für jüdischen Religionsunterricht an der höheren Mädchenschule von Dr. C. Lorenz in Berlin-Friedenau zwecks Hinzufügung einer weiteren Wochenstunde auf 200 Mark jährlich zu^rhöhen, stimmt die Versammlung zu, ebenso der Vorlage, für die Einrichtung einer elektrischen Beleuchtungsanlage in der alten Bethalle auf dem Friedhof in Weißensee an Stelle der Gasbeleuchtung den Kostenbetrag von etwa 2900 Mark zu bewilligen. Herr Justizrat Dr. Cohn macht bei diesem Punkte auf die Mißstände aufmerksam, die sich aus den kleinen Unterkunftsräumen in der neuen Bethalle ergeben. Bei einigermaßen größerem Gefolge müßten zahlreiche Besucher auf der Straße stehen, was bei Winterszeit oder strömendem Regen nicht gerade angenehm sei. Die Klagen hierüber häuften sich. Vom Vorstandstisch wird daraufhin mitgeteilt, daß sich bereits eine Kommission, unter Vorsitz des Herrn Kommerzienrats Netter mit^der Angelegenheit beschäftigt, und Herr Willibald Löwenthal ergänzt die Mitteilung dahin, daß wahrscheinlich eine neue große Anlage kommen werde. - Zur Anschaffung von Schwellenfundamenten aus dein. Friedhofe in Weihensee werden 6400 Mark bewilligt. Für die hohen Festtage werden zur Abhaltung von Fest- bzw. Jugendgottesdieusten die seit Jahren benutzten Säle wieder gemietet. Dann erfolgte die Annahme einer Reihe von Zu.w-endun-g.en. unter diesen die -letztwillige Zuwendung der Eheleute Siegmnnd und Philippine Rosenblüth in Höhe von 30 000 Mark für die Altersversorgungsanstalt. — An Stelle der bisherigen gemischten Deputation zur Vorbereitung der Rabbinerwahlen ist seinerzeit eine ständige Verwaltungskommission eingesetzt worden, deren Statut einiger kleiner Abänderungen rein formaler Bedeutung bedarf. Ter Vorstand beantragt und die Versammlung beschließt demgemäß, daß zwecks Einführung eines dreijährigen Turnus für die Wahlen zur Rabbinerkommission bestimmt werde: „Mit dein Ablauf jedes Kalenderjahres, das erste Mal am 31. Dezember 1914, scheidet das älteste Drittel einer jeden Gruppe der Kommissionsmitglieder aus. Bis sich ein regelmäßiger Turnus gebildet hat, werden die Ausscheidenden durch das Los bestimmt, das der Vorsitzende der Kommission zieht." Zugleich wurden für die Rabbinerkommission die Wahlen, oorgeuvmmen und aus der Gruppe der Synagogenvorsteher gewählt die Herren Mar Weiß, Gewerberat P l o t ke und Herr Felix G o t d s ch m i b t, aus der Gruppe der Gemeindemitglieder die Herren Dr. S o ti n e n schein, Landgerichts rat Löwe, Max Berg m a n n , Benno Brau n und Prof. Heinrich R o s i n. Ans der Repräsentantenversammlung wurden in die Rabbinerioah-ltonunission die Herren Professor Blaschke, Justizrat C o h n , Willibald L ö w e n t h a 1, Dr. M i n d e n, Oscar T i e tz und Oscar L v w e n b e r g gewählt. — In die Für so r gekomm ission werden an Stelle des verstorbenen Herrn Julius Cohn Herr Baumeister Kuznitzky und an Stelle des verblichenen Herrn Prof. Dr. Grabower Herr T o b y Cohn gewählt. An Stelle des Herrn Lefeber, der infolge schwerer Erkrankung dies Amt niedergelegt hat, wurde Herr Max Dresel in den Vorstand der Synagoge Levetzowstraße gewählt.—Für den Religionsunterricht an dein Lyzeum des Herrn Dr. Böhm wird eine jährliche Beihilfe von 266,67 Mark, und sobald auch in der Oberklasse Religionsunterricht mit zwei Wochenstunden eingerichtet wird, weitere 133,33 Mark bewilligt. — Von dem Dirigenten der zehnten Religionsschule in Charlottenburg Herrn Rabbiner Dr. Galliner ist anläßlich eines Spezialfälles darauf aufmerksam gemacht worden, daß in Charlottenburg drei Hilfsschulen mit 428 Kindern und drei Schwerhörigenklassen mit 68 Kindern bestehen, unter denen sich auch eine Anzahl jüdischer Kinder befindet, die zum Teil keinen Religionsunterricht genießen. Seinem Vorschlag, je einen Sonderkursus für Schwerhörige und einen solchen für Hilfsschu.lkin.der zunächst in der zehnten Religionsschule in Charlvttenburg einzurichten, sind Talmud-Thora-Vorstand und Gemeindevorstand beigetreten. Auch die Versammlung beschließt demgemäß, die Einrichtung je eines Sonderkursus für Schwerhörige und Hilfsschnlkinder mit je zwei Wochen stunden an der zehnten Religionsschule einzuführen. Der erforderliche Betrag in Höhe von 400 Mark jährlich wird bewilligt und mit der Unterrichtserteilung Herr Kolvdzinsky, der Leiter der Taubstummenanstalt in Weißensee, betraut. — Für die Gewährung von Reise- und Aufenthaltstosten an auswärtige Bewerber um die erste Knnrorenstelle an der Synagoge Levetzowstraße werden nachträglich 630 Mark bewilligt. — Dem Prediger der Gemeinde in Kiel Herrn L. K a tz werden zur rituellen Verpflegung der dortigen jüdischen Mannschaften der Kaiserlichen Marine während der Pessachfeiertage 150 Mark gewährt. Es dienen dort zurzeit bei der Marine 32 Juden, von denen sechs aus Berlin und der Provinz Brandenburg stammen. — In den Synagogen Lützowstraße, Kaiserstraße, Fasanenstraße und Levetzowstraße sind unter den Klappsitzen Gummipuffer angebracht, die das laute Geräusch beim Herunterklappen der Sitze verhindern. Die Einrichtung soll nunmehr auch in den anderen ■ i;l ü , y r 1 st 'S

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