Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 78 (1914)
- Issue
- Heft 14 (3.4.1914)
- Date
- 1914-04-03
- Page
- Seite 5 (sequence 17)
- Language
- German
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I wurde, und daß sich im Körper dieses Mädchens kein Tropfen Blut vorfand. Die Frau stellte das Dienstmädchen in Gegenwart der Frau Zimmermann zur Rede und es ergab sich, daß Frau Zimmermann einfach gelogen hat; die angebliche Aeußernng des Dienstmädchens war die plumpe Erfindung der Frau Zimnrernrann. Bei der in dieser Angelegenheit eingeleiteten Polizeilichen Vernehmung stellte es sich heraus, daß es sich um einen ganz gewöhnlichen Dienstbotentratsch handelte, den man von gewisser Seite aufzubauschen suchte. Das Judentum ist eben für alles verantwortlich, auch für die schamlosen Lugen von Dienstmädchen. — In einer der letzten Sitzungen des österreichischen Reichsrates beantwortete der Landesverteidigungsminister Baron Georg: die Interpellation des Abgeordneten Reizes über den Beitritt zahlreicher Reserveoffiziere zum Waidhofner Komment, der bekanntlich Juden die Satisfaktion verweigert. Der Minister erklärte, daß eine Verweigerung der Genugtuung den in der Armee herrschenden Ehrbegriffen widerspreche. Der Offizier hat sich den Ungehörigen jeder Nation und jeder Konfession gegenüber in jeder Richtung gleich zu verhalten. Es müßte sehr verurteilt werden, wenn Offiziere irgend jemanden beleidigen mit dem gleichzeitigen Vorsatze, keine Genugtuung zu leisten. Die Vorschriften über das ehrenrätliche Verfahren sprächen hierüber deutlich genug. — Aus Anlaß seines 25jährigen Jubiläums als Vorsteher der israelitischen Kultusgemeinde hat der österreichische Kaiser dem Fabrikanten Joseph Stein in Zwittau (Mähr.) den Titel kaiserlicher Rat verliehen. Am 25. März fand aus diesem Anlaß im herrlich geschmückten Tempel ein feierlicher Gottesdienst statt, an dem die Spitzen der Behörden, fast sämtliche Vereine und viele Abordnungen auswärtiger Gemeinden teilnahmen. Es hielten dabei Ansprachen: Bezirkshauptmann Ritter v. Khoß, Bürgermeister Schuster, Vorsteherstellvertreter F. Beamt und Professor Beran. Den gesanglichen Teil besorgte der Oberkantor von Olmütz, Schlesinger, mit seinem trefflich geschulten Quartett. Die Festrede des Ortsrabbiners Dr. Felix Kanter, ein oratorisches Meisterwerk, wurde auf allgemeines Verlangen dem Druck übergeben und wird der Kabinettskanzlei des Kaisers, sowie sämtlichen mährischen Gemeinden eingesendet werden. Lunigmen. 22 Bukarest, 27. März. Das Zentralkomitee des Verbandes -der eingeborenen Jaden hat cm die Blätter folgendes Communique gesendet: Das Zentralkomitee des „Verbandes der eingeborenen Juden" hielt jüngst eine Versammlung ob, um über die für die eingeborene jüdische Bevölkerung aus der Tatsache geschaffene Lage zu beraten, daß unter den der Abänderung unterworfenen Artikeln der Verfassung nicht auch der Artikel 7 figuriert. Der Verband beschloß, die Aktion für die Lösung der Judenfrage mit der gleichen Energie auf Grund der seit der Gründung des Verbandes gezogenen Richtlinie fortzusetzen. Das Zentralkomitee erklärt, daß die Lösung der Judenfrage nicht unbedingt von der Abänderung des Artikels 7 der Verfassung abhängt, da dieser Artikel die Verhältnisse der Fremden -in Rumänien regelt, während die eingeborenen Juden entsprechend -den alten Gesetzen und Gebräuchen des Landes als Rumänen betrachtet werden und zu betrachten sind. Die rumänische Regierung hat sich übrigens -im Jahre 1879 zur Zeit der Diskussion des Artikels 7 -und nach seiner Votierung durch den damaligen Minister des A-eußern, Bastle Bo re sc u, verpflichtet, daß die eingeborenen Inden, so wie es auch stets in der Vergangenheit der Fall war, als eine Kategorie von Rumänen betrachtet werden würden, und daß man gegen sie keine Ausnahmegesetze schaffen werde. Von diesen: Gesichtspunkte ausgehend, wird das Zentralkomitee bis zun: Schlüsse der Konstiuante den angekündigten Kampf führen und bei den konstituierenden Geroalten im Staate dahin einwirken, daß sie entweder durch die Feststellung in: Artikel 7, daß die ein geborenen Juden Rumänen sind, v-d-er durch das Finden einer Modalität gleicher Art in einen der Konstituante zur Abänderung unterwofenen Artikel die Judenfrage lösen. Das Zenträlkomibee appelliert neuerdings an die rumänische öffentliche Meinung und an alle diejenigen, welche nicht von Leidenschaft und Haß verblendet sind, daß sie es in den: übernommenen schweren Werke unterstützen, es nämlich zu bewirken, daß gleichzeitig mit den übrigen Reformen auch die große Reform der Emanzipation der jüdisch-rumänischen Bevölkerung durchgeführt werde. Es kann Soeben erschien in 7- Auflage: Wellhausen’s Israelitische und jüdische Geschichte. Broschiert 10 M. — Gebunden 12 M. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen. k 111 ie mache ich meinen Kranken oder schwachen Magen wieder gesund und kräftig? Antwort: Durch ein schnell und sicher wirkendes, altbewährtes Hausmittel. verlange sofort kostenlose Auskunft und ärztl. Gutachten von KLEWE & Co., Nährznittelfabrik, DRESDEN P 355. Hofrat Or. Schramm, Oberarzt am ..Carola'4-Krankenhaus, Dresden, schreibt: „Ich möchte Ihnen doch nicht die günstigen Erfolge verschweigen, welche ich mit dem mir seinerzeit gutigst übersandten Quantum auf meiner Abteilung bei neurasthenischer Verdauungsschwäclie und nervöser Dyspepsie erzielt habe. Auch in der Privatpraxis habe ich fast täglich Gelegenheit, das Mittel zu verordnen, dessen schnelle Wirkung in einzelnen FäLlen ich ganz überraschend land“. Verlag von Georg Reimer, Berlin W 10. C.Epner senior Hofl.S, M. d. Königs t Molkennarkt 4 Ausstattungen in jeder Preislage. Auf Wunsch. Sonderpreis liste Greilfeilberg l Schiet. ^yLvjßuAvdier* 3f. Ct/nter' eien; “J. A. 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