Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 78 (1914)
- Issue
- Heft 14 (3.4.1914)
- Date
- 1914-04-03
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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78. Jahrgang. Nr. 14 Berlin, Z. April 1914 Der Gemeindetzote. Beilage zur „Allgemeinen Leitung de§ Judentums". SorretzllnÜMHkn und Mchrichteu. Seutschlsnü. Berlin, 31. März. Die Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums gibt für das Sommersemester 1914 folgende Vorlesungen bekannt: Herr Dr. Bäck wird lesen: 1. Midrasch Tehillirn, 1 Stunde, Dienstag 8—9. 2. Neligionsgeschichtliche Hebungen (im Anschluß an die religionsgeschichtliche Vorlesung tut Wintersemester 1913/14), 1 Stunde, Dienstag 9—10. 3. Homiletische Hebungen für Anfänger, 1 Stunde, Freitag 9—10. 4. Homiletische Hebungen für Fortgeschrittene, 1 Stunde, Freitag 9—10. — Herr Dr. Baneth wird lesen: 1. Talmud Hnllin, K. V (Fortsetzung), 4 Stunden, Montag und Donnerstag 8—10. 2. Talmud Ketubot, K. VIII, 4 Stunden, Montag und Donnerstag 10—12. 3. Mischne Thora, 12. Buch, 2 Stunden, Sonntag 10—12. 4. Jo re De'a, Hil. Schechita, 2 Stunden, Mittwoch 8—19. 5. 'Eben ha'ezer, Hil. Gittin (Fortsetzung), 1 Stunde, Donnerstag 12—1. 6. Einleitung in den Talmud (Fortsetzung), 1 Stunde, Mittwoch 10—11. — Herr Dr. Elbogen wird lesen: 1. Talmud Megilla, Kap. II, 4 Stunden, Montag und Donnerstag 8—10. 2. Geschichte des Judentums von Saadja bis Maimuni, 2 Stunden, Dienstag und Freitag 10—11. 3. Die Masa'ot des Benjamin von Tudela, 2 Stunden, Montag und Donnerstag 11—12. 4. Historische Hebungen, 2 Stunden, Mittwoch 6—8. — Herr Dr. Täubler wird lesen: 1. Die Gliederung der jüdischen Geschichte, 2 Stunden, Montag und Donnerstag 10—11. 2. Die Quellen der jüdischen Geschichte in der hellenistisch-römischen Zeit, 2 Stunden, Mittwoch 8—10. 3. Hebungen über die Vorgeschichte der makkabäischen Erhebung, 2 Stunden, Dienstag 8—10. Herr Dr.?)ctfjitbn wird lesen: 1. Die Bücher der Könige im Zusammenhang mit der Chronik nebst Untersuchungen über die historischen Quellen nach textkritischen Gesichtspunkten, 2 Stunden, Mittwoch 5—7. 2. Bibel kursorisch, 2 Stunden, Dienstag und Freitag 12—1. 3. Psalmen, 2 Stunden, Dienstag und Freitag 11—12. 4. lieber die gesetzlichen Teile des Pentateuch verbunden mit Hebungen, 2 Stunden, Dienstag 6—8. 5. Hebungen über jüdisch - arabische Handschriftenkunde, 1 Stunde, Mittwoch 7—8. Herr Dr. Freund wird lesen: Die Nechtsgeschichte der Juden in Deutschland, 2 Stunden, Dienstag 6—8. Herr Dr. Hoebfeld wird lesen: Methodik des Unterrichts in der biblischen Geschichte, 2 Stunden, Dienstag 4—6. Das Mitglied des Kuratoriums, Herr Geheimer Negiernngsrat Professor Dr. Hermann Cohen, wird lesen: 1. Ethische Lehren nach den Quellen des Judentums, 1 Stunde, Dienstag 8—9 abends. 2. Hebungen im Anschluß an die Vorlesung, 1 Stunde, Dienstag 9—10 abends. 3. Philosophische Hebungen über Maimonides (Fortsetzung), 2 Stunden, Mittwoch 11—1. 4. Hebungen über die Psalmen, 1 Stunde, Mittwoch 1—2. In der Präparandie werden wie bisher Kurse über Bibel und Kommentare, hebräische Grammatik, Mifchna und das Gebetbuch gehalten werden. Näheres wird durch Anschlag am schwarzen Brett bekannt gemacht werden. Alle Vorlesungen und Hebungen sind unentgeltlich. Die Eröffnung des Sommersemesters erfolgt Donnerstag, den 23. April, 12 Uhr mittags. Als Zuhörer für die Vorlesungen sind in erster Linie rite immatrikulierte Studierende der hiesigen Universität — und Mar ohne Unterschied der Fakultät — in Aussicht genommen. Auch andere Personen können auf Grund besonderer Ermächtigung an den Vorlesungen teilnebmen. Die Anmeldung erfolgt bei dem derzeitigen Vorsitzenden des Lehrerkollegiums, Herrn Dr. Täubler, am Donnerstag, den 23. April, 12 Uhr, Montag, den 27., und Donnerstag, den 30. April, 9—10 Uhr im Sprechzimmer der Lehranstalt,?lußerdern ist Herr Dr. Täubler stets nach seinen Vorlesungen zu sprechen. Berlin, 31. März. Am Mittwoch, den 25. ds. Monats fand die 21. ordentliche Generalversammlung des Vereins für jüdisch e K r a n k e n p f l e g e r i n n e n zn Berlin im Sitzungssaal des Brüdervereins, Knrfurstenstraße 116, statt. Dem Verein gehörten Ende des Jahres 1913 75 Schwestern und 16 Schülerinnen an, die heutige Schülerinnenzahl beträgt 21. Durch die Schwestern sind im Berichtsjahr 404 Privatpslegen in Berlin mit 6570 Pflegetagen ausgeübt worden, davon 123 Pflegen mit 2215 Tagen völlig unentgeltlich bei armen Familien, sowie im Krankenhause der jüdischen Gemeinde und anderen Anstalten 10112 Pflegetage, so daß die Berliner Schwestern 16 695 Pflegetage ausgeübt haben. Die Ausbildung der Schwestern liegt in den Händen der Herren Professor Dr. James Israel und Professor Dr. H. Strauß; die staatliche Prüfung wurde von 11 Schülerinnen mit guten Prädikvten bestanden. Eine neuere Einrichtung zur Erfrischung der Schwestern an Geist und Gemüt ist durch Vortragsabende über ethische und Berufsfragen geschaffen worden, zu welchen die Herren Rabbiner Tr. Bäck und Warschauer sich bereit erklärt haben. Die Vortrüge finden allmonatlich statt und sind von der Schwesternschaft dankbar begrüßt worden. Die Gesamtausgaben weisen einen Verbrauch von 81500 Mark aus, wovon allein 31 700 Mark für die Gehälter der Schwestern und 24 6OO Mark für die Beköstigung benötigt wurden. Der Pensionssonds der Schwestern betrügt 367 O0O Mark. Gleichzeitig mit der in den nächsten Monaten zn erwartenden Uebersiedelung des jetzigen Krankenhauses in der Auguststcaße nach der neu errichteten Anstalt in der Exerzier- Ecke Schulstraße muß auch das jetzige Schwesternheim nach dem von der Gemeinde errichteten neuen Schwesternhenn übersiedeln. Tie Einrichtungskosten des Heims betragen voraussichtlich 40 000 Mark und sind von dem Verein für jüdische Krankenpflegerinnen zu tragen. Es ist hiervon jedoch noch ein erheblicher Betrag zu beschaffen. Auf Antrag des Vorstandes beschloß die Generalversammlung erhebliche Aufbesserung der Schwesterngehülter und Pension, und zwar die Erhöhung des Höchstgehalts von 6OO Mark auf 720 Mark sowie die Erhöhung des Höchstpensionssatzes von 1000 Mark ans 1200 Mark jährlich. Auch sollen Schwestern nach 25 jähriger Dienstzeit und zurückgelegtem 55. Lebensjahre auch bei Dienstfähigkeit Anspruch auf Ruhegehalt haben. Bei der vollzogenen Vvrstandswahl sind die ansscheidenden Herren Negierungsrat Dr. Rathenau, Professor Dr. Strauß und die Damen Frau Dr. Frankl und Rosa Sachs wieder und die Herren Kgl. Gewerberat Pl o t k e und Redakteur Dr. Levy sowie Frau Sanitätsrat Dr. Bock neu in den Vorstand gewählt worden. Der langjährige Schatzmeister, Herr Stadtverordneter Witkowski, hatte sich wegen seines hohen Alters genötigt gesehen, sein Amt niederzulegen. Mit der Uebersiedelung in das neue Schwesternheim wird wieder eine Anzahl Lehrschwestern eingestellt werden können. Anfragen und Gesuche nur Pflegeschwestern sind bis auf weiteres an Frau Oberin Rosa Blau, Anguststraße 17, und später nach dem neuen Schwesternheim Ererzierstraße zu richten. Berlin, 31. März. Am 8. April feiert Herr M. D. Feilchenseld, ein wegen seiner gemeinnützigen Tätigkeit in den weitesten Kreisen unserer Gemeinde bekannter und geschätzter Mann, seinen achtzigsten Geburtstag. Aus diesem Anlaß hat das Kuratorium des Vereins „Lehrlingsheim Pankow", zu dessen eifrigsten Mitgliedern der Jubilar seit vielen Jahren zählt, beschlossen, ihn in Anerkennung seiner Verdienste um die Anstalt zum Ehrenmitglied zu ernennen und sein Bildnis für die Aula zu stiften. Die Zöglinge der Anstalt haben ihrem warmherzigen Freund und Gönner einen prachtvollen Zigarrenschrauk gearbeitet, der eine entsprechende Widmung trägt. Mögen dem Jubilar, der diesen Tag, um allen Ehrungen zu entgehen, fern von Berlin begeht, noch viele glückliche Jahre bc-schieden sein. C/a Berlin, 31. März. Das Hilfskomitee für die hemenitischen Juden, Berlin, teilt mit, daß bis Ende 1913 für den Häuserban in Palästina Mark 261 681,41 eingegangen sind, hiervon ans Deutschland über Mark 54 000. Weitere große Zuwendungen insbesondere aus Amerika, sind in sichere Aussicht gestellt. Die Häuser können gegenüber dem ursprünglichen Plan etwas besser ausgestattet werden, da der Jüdische Nationalsonds, der den Ban übernommen hat, sich bereit erklärte, den Grund und Boden in Erbpacht zu geben, daß also die gespendeten Beträge ganz für den eigentlichen Hausbau verwendet werden können. Bisher sind zirka 150 Häuser gebaut. Der Bau weiterer 100 420 Hauser ist für das Jahr 1914 beschlossen worden. Da die Einwanderung der Jemeniten in Palästina noch immer anhält, sind fernere Znwendnngen dringend erforderlich. Zahlstelle: Bankhaus Veit, Selberg u. Eie., Berlin, Postscheckkonto 4396.