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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1914-03-27 · Heft 13 (27.3.1914) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
78 (1914)
Issue
Heft 13 (27.3.1914)
Date
1914-03-27
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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L2 Frankfurt a. M., 20. Marz. Der Ende Mai 1913 verstorbene Ignatz Sichel, ehemals Prokurist des Nothschildschen Bankhauses, hatte, wie wir seinerzeit berichtet haben, einen großen Teil seines Vermögens der israelitischen Gemeinde testamentarisch vermacht. Es handelte sich um mehr als -eine Million Mark, die zur Erziehung jüdischer Knaben verwendet werden soll. Für diesen Zweck soll ein eigenes Gebäude errichtet werden. Ferner hat H^r Sichel 50 WO Mark für Legate an etwa 3t) Wohltätigkeitsvereine ausgesetzt und eine Reihe von Kuustgegenständen.dem Mitteldeutschen Knnstgewerbeverein überwiesen. Die Stiftung für die israelitische Gemeinde und die übrigen Bestimmungen des Teftaurents treten nun jetzt, nachdem Frau Sichel gestorben ist, in Kraft. Frau Sichel hat selbst noch eine größere Summe für wohltätige Zwecke bestimmt. jfrgvkreich. z. Paris, 20. Mnrz. „L'llnivers Jsraelite" schreibt in seiner Rümmer vom 6. März: Am 28. Januar hat die Kammer die marokkanische Anleihe votiert. Fünf Millionen sollen für die Opfer der Vorgänge in Fez, Marakesch usw. verwendet werden. Bon dieser Summe soll, glauben nur, eine Million für die jüdischen Opfer des Melloh nott Fez verwendet werden. Tiefe Ziffer ist ausfallend gering, nicht nur im Verhältnisse zu den Ansprüchen der Interessenten, sondern glich bei der noch so gerechten und peinlichen Bewertung der erlittenen Schäden. Würde man in Frankreich wissen, unter welchen Umständen das Mellah, das heißt das Ghetto von Fez, geplündert 4 - wurde, man hätte sich vielleicht nicht berechtigt gefühlt, die Ansprüche der Opfer zu reduzieren. Im Verlaufe der Debatte in der-Kammer wurden natürlich die Namen der marokkanischen Juden, dieser Pioniere des französischen Protektorates, nicht erwähnt. Selbst gelegentlich der Besprechung der Schulen und des französischen Unterrichtes in Marokko wurde wohl die Fakultät in Behsmouth, aber nicht der unter den schwierigsten Verhältnissen tätigen Schulen der Alliauce Jsraelite Universelle in Marokko Erwähnung getan. * Von MH und Lern. — Wie wir hören, hat der Kaiser die von dem Senat der Kaiser- Wilhelm-Gesellschast zur Förderung der Wissenschaften beschlossene Aufnahme des Rentiers und Kommerzienrats Georg Lieber m ann in Berlin als Mitglied der Gesellschaft bestätigt. — Zur Erinnerung an Geheimrat Professor Karl L i e b e r m a n n , den jetzt scheidenden hervorragenden Chemiker der Berliner Technischen Hochschule, an der er 40 Jahre lang gewirkt hat, soll in seinem Hörsaal eine lebensgroße Bronzeplakette neben der Büste Adolf Baeyers angebracht werden. — Der F r a u e n v e r e i n d e r Berliner Logen ll. O. B. B. (Vorsitzende Frau Minna Schwarz), dessen Zweck in der Pflege jüdischer, der Niederkunft entgegensetzender Frauen und in der Pflege jüdischer Wöchnerinnen und deren Kinder besteht, hat mtf seinem Grundstück Brunnenstratze 41 nach den Plänen des Negierungsbaumeisters Richard Bloch mit dem Neubau eines > Mütter- und Kinderheims begonnen. Vorige Woche hat im Beisein Otto Schoening Berlin C, Alexanderplatz Größtes Spezialgeschäft für Kaffee / Tee / Schokolade Kakao / Zucker im' hob bv Empfehle zum Osterfest sämtliche Kolonialwaren, Weine u. Liköre^ Eingetragene Zum nDa-Feste empfehlen wir unsere auf der Pariser Weltausstellung mit der goldenen. Medaille prämiierten ree bv *rco Weine und Kognaks aus den jüdischen Kolonien Palästinas Gefällige Aufträge nehmen sowohl wir als auch die Herren: David Bauer, Frankfurt a. M.; A. Birnbaum, Fürth i. B.; Adolf Zinner jr., Hamburg, Grindelallee 138, Salomon Bergei, Posen; D. Bartnitzki, Königsberg i. 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