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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1914-03-20 · Heft 12 (20.3.1914) · p. Seite 144

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
78 (1914)
Issue
Heft 12 (20.3.1914)
Date
1914-03-20
Page
Seite 144 (sequence 12)
Language
German
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Motiv abgab wie etwa Judenhaß; die Mörder lvurden zu je fünfzehn Jahren Gefängnis verurteilt. Die Darstellung dieses Prozesses wie -aller anderen, die in dem Buche gegeben werden, ist frisch und lebendig. L. G Mchrrrirrlsuk. Besprechung der Bücher Vorbehalten. Zurücksendung der Bücher findet in keinem Falle statt. Jur Geschichte der Juden Wiesbadens in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Von Dr. Adolf Kober. Sonderabdruck aus der „Festschrift zur Fünszigjahrfeier des Synagogen-Gesangvereins zu Wiesbaden". Wiesbaden, -Druckerei L. Friedmann. 1913. Gekrönte Preisarbeit der Gesellschaft für Rassenhygiene: Die Schädiguilg der Rasse durch soziales und wirtschaftliches Aufsteigen, bewiesen an den Berliner Juden. Bon Dr. Felix A. Theilhaber. 1914. Verlegt bei Louis Lamm in Berlin. Bilder aus der jüdischen Vergangenheit. Ein Quellenbuch für den Unterricht und zum Selbststudium, herausgegeben und bearbeitet von Prof. Dr. A. Sulzbach. I. Kauffmann, Frankfurt a. M. Rabbi Akiba und seine Zeit. Von Rabbiner Dr. Leopold Stein, Dresden. Berlin. Verlag von Louis Lamm 1913. Jüdische Monatshefte, unter Mitwirkung von Rabbiner Dr. Salomon Breuer in Frankfurt a. M., herausgegeben von Rabbiner Dr. P. Kohn in Ansbach. Jahrg. 1, Heft 1. Kislew 5674, Dezember 1913. Verlag Heidingsfeld, Frankfurt a. M., Röderbergweg 45. Jahresabonnement: 6 M., Einzelheft: 69 Pf. Die Prophetensprüche und -Zitate im religiösen Drama des deutschen Mittelalters. Von Dr. Phil. Josef Rudwin, Staatsuniversität Ohio 11. S. A. (Sonderabdruck aus „Saat und Hoffnung", 50. Jahrg., Heft 3.) 1913. Leipzig und Dresden-A. Kommissionsverlag von E. Ludwig Ungelenk. I! Messaggero Israelitico. Rivista Mensile. Gratuito ai con- Iribuenti della Comnnmitä Israelitica. No. 5. Trieste. 1 Gennaiv 1914. Direzione: Rabb. Magg. Prof. Dr. H. P. Chajes. TJn Numero 20 Centesimi. lieber den modernen Monismus. Rede zur Feier des Geburtstages Seiner Majestät des Kaisers und Königs, gehalten in der Aula der Königlichen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin am 27. Januar 1914 von Benno Erdmann. Berlin 1914. Druck der Norddeutschen Buchdruckerei und Verlagsanstalt. The Immigration Problem and the right of asylum for the persecuted. By Max J. Köhler, A. M. LL. B. Reprinted from Jewisli Commemt, Baltimore, October 24—31, 1913. Der alte israelitische Friedhof zu Worms a. Rh. Zwölf Kunstblätter mit Vorwort von Max Levy. Verlag von Christian Herbst, Hofphotograph, Worms. Preis: geb. 4,50 M. Sprrchlaal. Deutsche Zentralstelle Berlin, 25. Februar 1914. Nr. 1713. W a r n u n g. Unter der Angabe, früherer Zögling des Schechterschen Seminars in New Jork gewesen und nunmehr als Nachfolger Aschkenasys als Rabbiner nach Buenos Aires berufen zu sein, versucht ein gewisser D r. C h a s. Smolensk y unter Vorlegung einer großen Anzahl von Empfehlungen angesehener deutscher Rabbiner für ein von ihm herauszugebendes Werk bei wohltätigen Glaubensgenossen zu sammeln. Soweit uns bis jetzt Bescheide der Herren Rabbiner vorliegen, sind die Empfehlungen echt. Sie wurden erlangt, weil Sm. eine gute wissenschaftliche Ausbildung besitzt und viele der empfehlenden Herren sich auf die ihnen bekannten Unterschriften ihrer Vorgänger verlassen haben. Hingegen ergaben an wohlunterrichteter Stelle in New Jork sonne bei einem Vorstandsmitgliede der JCA. eingezogene Erkundigungen, daß S. weder auf dem Schechterschen Seminar ausgebildet noch von der JCA. nach Buenos Aires engagiert i st. Die Tätigkeit des Mannes bedeutet einen groben Mißbrauch der jüdischen Wohltätigkeit, und es ist nicht nur vor der Gewährung irgendwelcher Unterstützung zu warnen, sondern es empfehlen sich strengste Maßnahmen, um ihn, der übrigens an verschiedenen Plätzen mit einem gewissen Ben Halevi Eisner (Stelzfuß), der der Deutschen Zentralstelle als Gewohnheitspekent bekannt ist, zusammen war, unschädlich zu machen. Deutsche Zentralstelle für jüdische Wanderarmenfürsorge. * Nürnberg, Ende Februar. Sehr geehrter Herr Geheimrat! Ich bedauere lebhaft, daß seit kurzer'Zeit in verschiedenen Artikeln eine gewisse Propaganda für die jüdischen Turnvereine (wohl meistens zionistischen Ursprungs) zum Ausdruck gebracht wird. Wer wie ich seit einigen Jahrzehnten die Tätigkeit der deutschen Turnerschaft beobachtet, muß die jüdische Absonderung aufs innigste beklagen. Die deutsche Turnerschaft duldet in ihrer Mitte keinen Antisemitismus und hat jederzeit dahinzielende Bestrebungen (zumeist von Oesterreich ausgehend) mit großer Majorität abgelehnt. Wohl in allen Turnvereinen oder wenigstens in den meisten Fällen werden Juden gern ausgenommen; speziell in Bayern stellen letztere einen großen Prozentsatz sowohl zu den aktiven wie auch zu den passiven Mitgliedern. Im Nürnberger Turnverein sitzen seit Jahren Juden im Turnrat, zuweilen auch in der Vorstandschaft. Jakob Kohn stamm. * Berlin, am 9. Februar. Zur Steuer der Wahrheit wolle die geehrte Redaktion von mir folgende Aufklärung entgegennehmen: In Nr. 5 dieser Zeitung wird berichtet, daß die jüdische Gemeinde für die hebräische Schule der galizischen Kreise eine Subvention beschlossen habe, wobei bemerkt wird: „Erwähnenswert ist noch, daß, wie im Referat hervorgehoben wurde, dieser Schule bisher durch den Vorstand der Adaß-Jisroel- Gemeinde eine Subvention zufloß, die ein begütertes Mitglied der Adaß-Jisroel-Gemeinde zuwandte. Als man erfuhr, daß der Vorstand des Vereins sich an die Gemeinde gewandt hatte, wurde ihm diese Zuwendung entzogen. Der Referent bezeichnet dies mit Recht als einen bemerkenswerten Akt der Intoleranz." Dieser Schlußpassus, von Anfang bis Ende unrichtig, wurde vom Referenten, Herrn Professor Dr. Kalischer dahin berichtigt, „daß er weder von dem Vorstand der Adaß-Jisroel-Gemeinde noch von einem begüterten Mitgliede derselben gesprochen habe". Zu gleicher Zeit wurde in Nr. 2 des „Gemeindeblattes" der Bericht über die beschlossene Subvention wiederholt und hierbei wiederum der Akt der Intoleranz hervorgehoben, wobei es heißt: „Durch die Bemühung einer einer anderen gesetzlich anerkannten Berliner Gemeinde ungehörigen hochangesehenen Persönlichkeit sei dem Verein bisher eine Subvention zugewendet worden. Als jedoch bekannt wurde, daß der Verein sich um eine Beihilfe an unsere Gemeinde gewandt habe, sei dem Verein die Zuwendung entzogen worden." Da i ch es war, der einige Jahre hindurch dafür gesorgt hatte, daß diese Schule aus ihrem Jargonzustande zur Regelmäßigkeit und Ordnung geführt wurde, indem ich ihr einen pädagogisch geschulten Leiter gab, dessen Besoldung ich durch freiwillige Beiträge infolge meines Aufrufs „Für die Aermsten der Armen" ausbringen konnte, so hatte ich natürlich großes Interesse daran, den (mir) aufgebürdeten Akt der Intoleranz aus der Welt zu schassen. Mein hierauf mit. Herrn Professor Dr. Kalischer eröffneter Briefwechsel hat als Endresultat das Geständnis, daß sein Gewährsmann nicht zuverlässig war, wie er (im Briefe vom 4. d. M.) wörtlich schreibt: . . und ich. habe mit meinen Vorwürfen nicht zurückgehalten, daß er Unrecht hatte, aus unbestimmten Aeußerungen einen ursächlichen Zusammenhang zwischen dem Gesuch an' die Gemeinde und der Zurückziehung der Beihilfe herzuleiten und mich durch seine mit aller Bestimmtheit gemachte Mitteilung in eine peinliche Situation zu bringen." Ohne in weitere Details noch einzugehen, komme ich dem schließlich von Professor Kalischer ausgedrückten Wunsche nach, in der „Zeitung des Judentums" durch eine Aufklärung die Sache klarzustellen und sie hierdurch beizulegen. Indem ich dies hiermit tue, erwarte ich von der Ehrenhaftigkeit des Professors Kalischer, daß er nunmehr auch im „Gemeindeblatt" „den Akt der Intoleranz" aufhebe — für den auch nicht ein Schemen vorhanden ist. Professor Dr. A. Berliner.

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