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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1913-12-19 · Heft 51 (19.12.1913) · p. Seite 610

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
77 (1913)
Issue
Heft 51 (19.12.1913)
Date
1913-12-19
Page
Seite 610 (sequence 10)
Language
German
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610 Pere z-: Ha n a n j a: Die Simon: H a nanja: S i m v n.: H a ii a n\ a : Eleasa r; H a u a n j a : Eleasa r : Simo n : Das ist wohl klar. Ist es, das Schwert zu führen, Verboten uns, darf man's auch nicht b e - . rühren. Denn mit dem Werke selbst ist stets gebannt Das Werk zeug auch, das leicht verführt die Hand. Gut, Perez, gut! Nun höret, was ich spreche ... Zweite Szene. Vorigen. S i m o n und E l e a s a r. Verzeihet, Meister, wenn ich unterbreche! Doch — es ist eine Sache, die sehr drängt. Was' kann am Sabbat drängen denn? — Bedenkt: Die Ruhe ist das oberste Gebot. Gibt's Ruhe noch, droht schon der sichere Tod? Ich bitte'Euch, im Namen meiner Brüder: Gebt diesmal nach und sprechet nicht zuwider! Wir haben alles reiflich uns bedacht Und das Bedachte zum Beschluß gebracht: Wir wollen kämpfen, wenn der tück'fche Feind Am Sabbat uns zu metzeln je erscheint. Ich bitt' Euch. Ist es denn nicht vorzuziehn. Den Kampf zu meiden, zeitig zu entsliehn? Wohin auch soll man fliehen, wenn wir umstellt. Wenn uns der Feind hier plötzlich überfällt? Wir können tatenlos hier nur verderben. Wir können kämpfen, siegen — oder sterben. So wollen sterben wir an diesem Ort, Wo wir gelebt, für Gott und Gottes Wort. So schützt Ihr wahrlich wenig unfern Glauben. Den Mut nur werdet Ihr den Kriegern rauben. Dritte Szene. Die Vorigen. Juda and Jonathan (beide mit Schwertern gegürtet). Juda: Wie steht's? Hält jeder Mann sein Schwert bereit? S i ni o n : Ach, wir sind mit Hananja noch in Streit. Juda: Jetzt ist die Stunde nicht für Wortgefechte. Uns sagt das Herz, was hier allein das Rechte. Schon sieht man drunten Syrerhelme blitzen. Wer kann da „lernen" noch und ruhig sitzen? Soll's uns ergehn wie unfern armen Brüdern, Die sich wie Opfertiere ließen schlachten? Ist das nicht Wahnsinn, wenn wir's recht betrachten? Nein, Freunde, darauf ist nichts zu erwidern. Nehmt eure Schwerter, daß wir diesen Horden, Die listig uns am Sabbattag beschleichen, Um uns behaglich, feige hinzumorden. Mit jähem Hieb die frechen Wangen streichen! Für Gott nur kämpfen wir und seine Lehren. Greift man uns an, so wollen wir uns wehren. Hananja: Jhu gebt ein schlechtes Beispiel, Juda, wrßt's. Wiegt Euch so leicht ein göttliches Gebot? Das Volk muß irre werden. Ach, mir ist's, Als packte mich im Herzen schon der Tod. Wofür denn kämpft Ihr, wenn nicht für das Recht, Das heilige Gesetz, die Religion? Jona t.h a n : Hananja, wißt, Ihr predigt ziemlich schlecht. - 's ist stets dieselbe Predigt — kenn' sie schon. Hananja: Schau, Jonathan! So kannst du auch schon lallen? Nun — mit der Lehre muß der Lehrer fallen! Was braucht ihr Sabbat noch! und Feiertag? Es tue jeder so, wie er es mag! , Mehr Furcht vor Feinden habt ihr als vor Gott. So kämpft nur! — ach, es ist der reine Spott! — Werd't griechisch g a n z, so spart ihr alle Müh', Ob euch auch schließlich wen'ger Lorbeer blüh'! I u da: Ich kann, Hananja, Euch nicht länger hören. Wir wissen, was wir tun, und was wir sind. Doch Ihr in Eurem Eifer scheint mir blind. Ihr könntet alles — Euch und uns zerstören. Doch wißt, ich habe auch gelernt daheim Und mich vertieft in unsres Gottes Lehre. In meiner Seele hat sich mancher Keim Des Guten sanft gelöst aus Erdenschwere Und manches Schöne blühend sich erschlossen. Kennt Rabbi Nathan Ihr, den großen Weifen? Er hat mir edlen Most ins Herz gegossen. So lang' ich lebe, werde ich ihn preisen. Im Kleinsten ließ er mich das Grosze sehen. Stets aus ein Ziel hin richten meinen Sinn, Den Zweck des Ganzen immer recht verstehen. Ihm dank' ich viel. Ihm schuld' ich, was ich bin. Hananja: O! - Rabbi Nathan ist ein weiser Mann. Ich folge selber ihm — soweit ich kann. Doch nimmer möchte er — ich kann's nicht - glauben — Den blullgen Kampf am Sabbattag erlauben. I u d a : Verzeihet! (Zu Eleasnr): Eleasar, geh' hinaus Zum ersten Posten, den Johannes führt, Ob man noch etwas von dem Feinde spürt! lEleasar ab.) Und nun, Hananja, laßt mich endlich aus! Zum Sterben hat's noch Zeit. Wir wollen leben Für unfern Gott. Gebt uns noch eine Frist! „Die Toten können ihn nicht mehr erheben," So heißt es in der heil'gen Rolle schon. -.Hananja: Ich sage nur dies eine Euch: es ist Nicht nach Gesetz und Recht und Religion. Juda: Bei Euch steht leider „Religion" zuletzt Und das „Gesetz" zuerst. So muß es kommen. Wohl. Hab' ich dieses nie gering geschätzt, Doch — wehe uns vor solchen Ueberfrommen! Jonathan: Ihr werdet nimmer einig. Kannst dir sparen Die Worte alle, schonen deine Kehle Für bessern Streit, wenn zwischen Feindesscharen Dein Ruf ertönt zu feurigem Befehle. Die Männer werden mich schon recht verstehen Und, wenn es not tut, alle mit uns gehen. (Viele, aber nicht alle, nicken zustimmend.) Hananja: Tut, was Ihr wollt! Ich wende mich zur Flucht. Juda: Dies laßt Ihr jetzt wohl besser unversucht. Daß uns der Feind nicht gar zu leicht entdecke. Kriecht er doch schon so nahe dem Verstecke. Jonathan: Sagt doch, Hananja, der Ihr mich gekränkt, Wie Ihr wohl über, jene Stelle denkt - Der heil'gen Schrift, die uns da irgendwo Berichtet von dem Sturm auf Jericho. Hat man nicht sieben Tage dort gestritten, . Jin vollen^ Waffenschmuck die'Stadt Umschnitten,

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