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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1913-12-05 · Heft 49 (5.12.1913) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
77 (1913)
Issue
Heft 49 (5.12.1913)
Date
1913-12-05
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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4 Weise, und die große Zuhörerschar folgte den fast zweistündigen Ausführungen mit regem Interesse. Wenn 'der Liberale Verein es versucht, durch Heranziehung geeigneter Redner die nicht strenggläubigen Mitglieder der Gemeinde über den wahren Gehalt des Judentums zu unterrichten, dann haben hier die vielverschrienen Richtlinien segensreich gewirkt, da ohne diese niemals ein Verein für religiöse Interessen hätte gegründet werden können. .7. A. Nürnberg, 28. November. Unser Landsmann und Glaubensgenosse Herr Siegfried Vettmann wurde einstimmig zum Bürgermeister von Coventry, einer englischen Industrie- und Handelsstadt mit 160 000 Einwohnern, gewählt. Herr Bettmann kam vor 27 Jahren nach London und gründete wenige Jahre nachher die Triumph Cycle Co., Ltd., in Coventry. Er hat es verstanden, das ursprünglich kleine Unternehmen nach und nach zu einem der angesehensten in der Fahrrad- und Motorbranche zu heben. Herr Bettmann wurde schonim Jahre 1903 als Magistratsrat der Stadt Coventry gewählt und später zum Friedensrichter ernannt. Er war auch schon Präsident der Handelskammer und bekleidet noch jetzt verschiedene kommerzielle Ehrenposten. Oesterreich-Ungarn. k. Wien, 28. November. Gestern erschien eine Deputation der Preßburger israelitischen Kultusgemeinde in Audienz in Schönbrunn beim Kaiser, um ihre Huldigung darzubringen und die traditionellen Martinigänse zu überreichen. Die Deputation bestand aus dem Oberrabbiner Akiba Schreiber, dem Präses Lazar Gestettner und dem Vizepräses David Kraus. Da allgemeine Audienzen nicht erteilt wurden, lvar es eine besondere Auszeichnung, daß der Kaiser die Deputation empfing. Zunächst bat Oberrabbiner Schreiber, den vorgeschriebenen Segen in hebräischer Sprache bedeckten Hauptes erteilen zu dürfen, wozu der Kaiser seine Erlaubnis erteilte. Sodann hielt der Oberrabbiner eine Ansprache, in welcher er die Anhänglichkeit und angestammte Loyalität der Preßburger Kultusgemeinde zum Ausdruck brachte, wofür der Kaiser gnädigst dankte. Hieraus zeichnete der Monarch die Mitglieder der Deputation durch eine Ansprache aus. Unter anderem erkundigte sich der Kaiser über die Brandkatastrophe, die am 17. Mai in Preßburg gewütet und der bekanntlich die ehemalige Judengasse zum Opfer fiel, und erkundigte sich teilnahmsvoll über die Dimensionen des angerichteten Schadens und des dadurch verursachten Elends. Präses Lazar Gestettner benutzte diese Gelegenheit, um dem Kaiser für seine munifizente Spende zum Wohle der vom Brande Heimgesuchten den Dank abzustatten. Der Monarch verabschiedete zum Schluß die Deputation gnädigst und in huldvollster Weise. — Vor einigen Tagen fand in Mödling bei Wien die Schlußsteinlegung der neuerbauten Synagoge statt. Diese Feier begann mit der Verlesung der Urkunde durch den Architekten Ignaz Reiser, den Erbauer dieser herrlichen Synagoge, der auch den nunmehr fertiggestellten Bau dem Präsidenten der Gemeinde, Herrn Ignaz Belai, übergab. Zum Schluß wurden von allen Anwesenden die traditionellen Hammerschläge geleistet, woraus diese interne Feier ihren Abschluß fand. Die eigentliche (religiöse) Einweihung dieses Gotteshauses findet erst im kommenden Frühjahr statt, da der Bau überwintern muß. Wien ist um eine schöne Synagoge reicher. Numeinien. — Bukarest, 28. November. Die rumänische Regierung läßt durch die offiziöse Presse verkünden, der Ministerrat habe beschlossen, sofort Erhebungen wegen der Juden, die am jüngsten Kriege teilgenommen haben, anzustellen und in einer Gesetzesvorlage ihre Naturalisation zu beantragen. In einem erstaunlichen Widerspruche zu dieser halbamtlichen Meldung steht eine Geheimorder des rumänischen Gcneralstabs an die Regimentskommandeure, deren vollen Wortlaut sich die rumänische Zeitung „Scara" verschafft hat und unter der Ueberschrist: „Ein Akt der Undankbarkeit. Die Mobilisierung und! die Juden" veröffentlicht. Diese Geheimorder enthält unter anderem folgende Anweisungen: „Die Kompagniekommandenre müssen die,Gesinnung der nichtrumönischen, besonders aber der jüdischen Soldaten genau kennen zu lernen suchen. Entsprechend einer früher erteilten Order bleibt es weiter wünschenswert, daß Juden nicht befördert werden. Um jedoch keine Mißstimmung hervorzurusen. UijlkersttilactU-Denkmal-Münzen Dreimark - Stücke, pro Stück M. 4.— 100-Jahr.-F. 3.75 Reg.-Jub.-Mz.3,75 Rob. Ball Nchf. Berlin. Wilhelmstrasse 46/47. An- und Verkauf Münzen aller Art. «Lechsteinstüael. Duvfenflüael Blüthrrerstügel, ' DÜHsenflügel, wie neu, äußerst billig. Stutzflügel 600. Hoffmeister. Berlin. 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CARL SCH8NDLER-BARHAY, BERLIN-WIEN. r\as vorstehende Warenzeichen ist auf Grund des Gesetzes zum Schutz der Warenbezeichnungen vom 12. Mai 1894, gemäss der Anmeldung vom 24. April 1908 für Firma Dr. Carl Schindler-Barnay, Berlin, Weinstrasse 20a, am 17. August 1908 unter 109 996 in die Leichen rolle eingetragen. — Aktenzeichen Sch. 10 444 Klasse 2. — Geschäftsbetrieb, in welchem das Zeichen verwendet werden soll: Fabrik pharmazeutischer Präparate. Waren, für welche das Zeichen bestimmt ist: Marienbader Reduktionspillen. Kaiserliches Patentamt. (Stempel des Kaiserlichen Patentamtes.)

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