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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1913-12-05 · Heft 49 (5.12.1913) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
77 (1913)
Issue
Heft 49 (5.12.1913)
Date
1913-12-05
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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3 und milde Beiträge. Vorsitzender der Kinderheilstätte ist Rabbiner Dr. Wilhelm Münz in,Gbeiwitz. ££«> Breslau, 1. Dezember. In Breslau hat sich für die Vorbereitung der Tagung des Verbandes der jüdischen Lehrervereine am 28. bis 30. Dezember, ein Au ss chu ß gebildet, an dessen Spitze Herr Dr. M. Brann steht. Dieser Ausschuß hat Sorge für geselliges - Beisammensein nach den Sitzungen und für Besichtigungen von Erziehungsanstalten und sozialen Einrichtungen getroffen, so daß die Tagung sehr abwechslungsreich zu werden verspricht. Mne besondere Wohnungskommission hat es übernommen, den fremden Kollegen Passende Wohnungen in Hotels und Privathäusern nachzuweisen. Auskunft hierüber, wie über alle anderen Angelegenheiten des Verbandstages gibt Herr Lehrer M o o p s, Breslau, Ohlauer Straße 1. B. Schroda, 28. November. In der am 24. d. M. hierorts stattgefundenen Stadtberordnetenwahl ist der Buchdruckereibesitzer Jacob Bernstein als Stadtverordneter wiedergewählt worden. Diese Wiederwahl ist deshalb von Interesse, weil sic trotz der Wühlereien und Wahltreibereien der Antisemiten, die mit großem Trara ihr Deutschtum urbi et orbi verkünden, erfolgt ist. Hier wie dort in der Ostmark bilden die Juden einen integrierenden Teil des Deutschtums, ohne sie können die Deutschen bet einer 'Wahl auf Erfolg nicht rechnen. Der Sieg der jüdischen Wähler ist auch ein Sieg der evangelischen Deutschen. Denn enthielten sich die Juden der Stimmenabgabe, so würden die Deutschen ihre Majoriät in den städtischen Kollegien einbüßen. Rühmend wollen wir hervorheben, daß die jüdischen Wähler mit Energie für den jüdischen Kandidaten eintraten und alle wie ein Mann ihre Stimmen äbgaben. Hier hat sich wiederum der Satz bewährt: Einigkeit macht stark. A. G. Emden, 28. November. Am 18. d. M. fand hier im Schullokal der jüdischen Gemeinde unter erstmaligem Vorsitz des neuen Kreisschnlinspektors Herrn Landrabbiner Dr. Ho ff mann die „amtliche" Kreiskonferenz der jüdischen Lehrer der Regierungsbezirke Aurich-Osnabrück statt, an welcher 18 an einer öffentlichen Volksschule augestellte Lehrer teilnahmen. Herr Lehrer A b t aus Leer hielt mit den Schülern der Oberstufe eine wohlgelungene Probelektion über „Einführung der Schüler in das Lesen des Eisenbahnsahrplans". Darauf erstattete die Lesebuchkommission durch Lehrer Gottschalk- Esens und Strauß-Papenburg Bericht über ihre bisherige Tätigkeit betreffend Bearbeitung eines Lesebuches für die jüdischen Schulen des Bezirks. Seitens der Konferenz wurde folgender Antrag angenommen: Vorbehaltlich der Genehmigung der königlichen Negierungen soll im Regierungsbezirk Osnabrück das Lesebuch der Schürenstiftung eingeführt, im Regierungsbezirk Aurich dagegen sollen bis zum Erscheinen einer Neuauslage des „Ostfriesischen Lesebuches" die bisher in den jüdischen Schulen des Regierungsbezirks gebrauchten Lesebücher, und zwar für die Mittelstufe das Niedersächstsche, für die Oberstufe das für die jüdischen Schulen bearbeitete „Hannoversche Lesebuch" beibehalten werden. Zu beiden Lesebüchern (Schürenstiftung und Ostfriesisches Lesebuch) wird ein Anhang mit Stoffen speziell jüdischen Inhalts geschaffen. In den sich anschließenden freien Besprechungen nahmen die „Jugendpflege, Gründung von Jugendvercinen, Besoldung des Kultusamts" und dergleichen einen breiten Raum ein. Diese Lehrerversammlung ist wohl die einzige „amtliche" jüdische Lehrerkonferenz Preußens. Den Bemühungen des Landrabbiners war es gelungen, auch den Lehrern aus dem Regierungsbezirk Osnabrück, die bis jetzt niemals der „amtlichen" Konferenz beiwohnen konnten, die Teilnahme zu ermöglichen. S>2 Würzburg, 28. November. Im hiesigen Verein für das liberale Judentum sprach am Dienstag, den 18. November, Herr- Rabbiner Dr. Seligmann aus Frankfurt a. M. über die Werbekraft des liberalen Gedankens im Judentum. Der Redner gliederte seinen Vortrag in einen historischen und in einen praktischen Teil. In dem historischen Teil legte der Redner klar, daß in alter Zeit dem Judentum der Missionsgedanke nicht fremd gewesen sei, und erst in späterer Zeit, als die Juden in der Diaspora lebten, jede Werbetätigkeit durch die Ungunst der Verhältnisse unterblieb. Im praktischen Teil schilderte uns der Redner an der Hand der Frankfurter Verhältnisse, wie es möglich sei, die gebildeten Elemente, die bisher indifferent jüdischen Fragen gegenüberstanden, für eine religiöse Betätigung wieder zu gewinnen. In unserer Gemeinde, die aus Strenggläubigen und deren Mitläufern sowie Indifferenten sich zusammensetzt, wo die Gleichgültigkeit bis zur Gründung des Liberalen Vereins eine erschreckend große war, zeigte der Besuch des Vortrags, daß durch geeignete Werbung sicherlich Gemeindemitglieder wieder der religiösen Idee zugesührt werden können, wenn es verstanden wird, aufklärend, belehrend zu wirken und in geeigneter Art den Kern des Judentums klarzulegen. Dr. Seligmann verstand das geradezu in meisterhafter IN DEN APOTHEKEN l SO PFENNIGE. Lombard-Haus H Berlin SW ■ Ul OU Leipziger Str. 75, I d Brillanten Uhren Goldwaren. 25—50% unter Ladenpreis. petkvMiM!;en Haarausfall .potlieke, Friseur PI. »2.80 — Wanzen Mäuse, Sch Waben n. alles and. 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