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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1913-11-28 · Heft 48 (28.11.1913) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
77 (1913)
Issue
Heft 48 (28.11.1913)
Date
1913-11-28
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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3 Guttmann-Culm wurde dem Kassenführer Entlastung erteilt. Hierauf. fand die Einteilung der Inspektionsbezirke folgendermaßen statt.? Es sollen gehören: zuBdrent: Schöneck; zu Briefen: Bischofswerder, Gollub, Schönste; zu Culm: Mewe, Neuenburg, Schwetz; zu Danzig: Dirschau, Karthaus, Neustadt, Putzig; zu Elbing: Ehristburg, Marienburg, Neuteich', Niesenburg, Rosenberg, Tiegenh^ zu Graudenz: Frehstadt, Lessen, Marienwerder, Stuhm; zu Konrtz: Baldenburg, Hannnerstein, Landeck, Pr.-Friedland, Schlochau, Tuchel; zu Stargard: Czersk; zu Strasburg: Dt.-Ehlau, Gorzno, Goßlershausen, Lautenburg, Loebau, Neumark; zrl Thorn: Culmsee; zu Zempelburg: Dt.-Krone, Flatow, Jastrow, Krojanke, Mark. - Friedland, Tütz, Vandsburg. Nach ausführlicher Besprechung der brennenden Frage betreffend die jüdischen Volksschulen wurde der Beschluß gefaßt, den Vorstand des Nabbinerverbandes in Deutschland zu ersuchen, diese Frage zum Gegenstand einer Verhandlung zu machen. Zum folgenden Punkte der Tagesordnung übergehend, teilte der Vorsitzende mit, daß die geplante Ersatzkasse für die Privatbeamtenversicherung infolge unüberwindlicher Schwierigkeiten nicht ins Leben gerufen werden konnte. Er empfahl jedoch den Gemeinden als beste Ersatzkasse, ihre Beamten lebenslänglich anzustellen und Ruhegehalt und Hinterbliebenenversorgung ihnen mindestens in demselben Maße wie der Staat zu gewähren. Eine lebhafte Auseindersetzung entspann sich über einen Antrag, in allen Religionsschul-en Westpreußens die gleichen Lehrbücher einzuführen. Sie endete mit dem Beschlüße, sich hierüber mit dem Lehrerverband in Verbindung zu setzen. Wegen einer.Erkältung des Vorsitzenden fiel desien angekündigter Vortrag: „lieber den hebräischen Unterricht in der Unterstufe" aus. Hingegen hat Pick-Strasburg für die nächste Tagung einen Vortrag über .Unterscheidungslehren Zwischen Judentum und Christentum" übernommen. Die Versammlung verlief zur allgemeinen Befriedigung, und die Teilnehmer trennten sich mit dem einstimmigen Wunsch, die Zusammenkünfte, welche eine Fülle von nützlichen Anregungen brächten, öfter als bisher stattfinden zu lassen. 0 Neumark (Westpr.), 23. November. Auf die bei dem hiesigen Kreisschulinspektor erhobene Beschwerde des Lehrers Afch> gegen die Verfügung des Regierungs- und Schulrats wegen der Entziehung des Unterrichts in Deutsch und Geschichte hat der Herr Regierungspräsident in Marienwerder entschieden, daß der Herr Schulrat sich im Irrtum befunden habe, und daß an dem bisherigen Zustand nichts geändert werden soll. Damit hat die Angelegenheit ihre Erledigung gefunden und ist auch zugleich der Beweis erbracht, daß die Autonomie der Gemeinden gewahrt werden kann, wenn dieselben in allen Schnlsragen diejenige Stellung einnehnwn und diejenigen Maßnahmen treffen, die sie auf Grund der Beurteilung der örtlichen Verhältnisse für zweckmäßig erachten und für richtig halten. B. Breslau, 21. November. Der Verband der jüdischen Lehrervereine im Deutschen Reiche hält in den Tagen vom 28. bis 30. Dezember in Breslau seinen Verbandstag ab. Die Verhandlungen finden in den Räumen der Lessiugloge, Agnesstraße, statt. Das Hauptthema beschäftigt sich mit der „ rechtlichen Stellung des jüdischen Religi'ons'nn.tewr i ch t s u n d des j ü dis ch e n L e h t e r lw!'‘ Da die gdfetzliche Lage in den Bundesstaaten verschieden ist, so sind Referenten aus allen Teilen des Reiches gewonnen worden. Mit der Tagung ist eine Ausstellung von Jugendschristen und Lehr- und Lernmitteln verbunden. Die Hauptversammlungen sind öffentlich; Gäste haben also freien Zutritt. Alles Nähere wird später bekanntgegeben werden. S2 Dessau, 21. November. Am 16. d. M. fand hier die Wahl von fünf Repräsentanten statt. Der Ausfall der Wahl war besonders wichtig für die Zusammensetzung der Verwaltung der bekannten Baronin-von-Cohn-Oppenheim-Stiftung. Nach der bekannten Berliner Form hatten sich die Zionisten die, Maske eines „Neuen jüdischen Gemeindevereins" übergeworsen. Sie führten den Kampf in der gehässigsten Weise mit allerhand Entstellungen und Verdrehungen gerade gegen die verdientesten Männer der Gemeinde. Es half ihnen aber nichts, sie wurden mit allen ihren Kandidaten geschlagen. Auch ihr Führer, Dr. Ascher, Mitglied des deutschen zionistischen Zentralkomitees, fiel durch und wurde nicht wiedergewählt. 22 Hannover, 24. November. Am 23. d. M. beging das jüdische Töchterpensionat, von Fräulein Jenny Leh - nl a n n, Hannover, Rumanstraße 3, den Tag seines 25jährigen Bestehens. Das Institut, dein auch eine staatlich konzessionierte höhere Töchterschule angegliedert ist, hat es verstanden, durch den ausgezeichneten Geist, in dem es geleitet wird, sich im in- und ausländischen Judentum in weitesten Kreisen einen hervorragenden Ruf zu erwerben. Wir hoffen, daß es der Vorsteherin, die diesen Tag' in jugendlicher Frische feierte, noch lange vergönnt sein möge, ihre segensreiche Tätigkeit wirksam weiterzuführen. Oesterreich-Ungarn. K. Wien, 2l. November. Vor einigen Tagen beging der Direktor des Israelitischen Blindeninstituts auf der Hohen Warte, Herr Kaiserlicher Rat S. Heller, die Doppelseier seines 70. Geburtstages und zugleich seiner 40jährigen Tätigkeit als Leiter der genannten Blindenanstalt, die der Jubilar zu einer Musteranstalt gestaltete. Die Hochachtung und Wertschätzung, deren sich der Jubilar in den weitesten Kreisen als Mensch, als Gelehrter, als Pädagoge und Jugendschriftsteller erfreut, kamen besonders bei der zu Ehren des Direktors auf der Hohen Warte veranstalteten Jubelfeier zum Ausdruck. Der Vorstand der Wiener israelitischen Kultusgemeinde, das Kuratorium des Blindeninstituts, der Lehrkörper und Zöglinge der Anstalt brachten dem Jubilar viele Ovationen dar. An der Feier nahmen auch teil: Deputationen auswärtiger Blindenanstalten, der Israelitische Religivnslehrerbund, eine Deputation der Anstalt ftir Spüterbliudete und Vertreter vieler Tempel- und Frauenvereine. Es wurde beschlossen, zu Ehren des Jubilars eine „Heller-Stiftung zur Errichtung eines Mädchenblindenheims" ins Leben zu rufen, die schon anfangs Januar 19.14 aktiviert werden sollte. — Vorige Woche wurde in Prag Kaiserlicher Rat Moritz Hahn unter seltenen Ehren zu Grabe getragen. Der Heimgegangene, der ein Alter von 54 Jahren erreichte, war ein Wohltäter großen Stils. Er wurde schon bei seinen Lebzeiten der zweite „Mardechai Meist" genannt, denn gleich diesem spendete er für die Prager Kultusgemeinde und ihre Institutionen mit offenen Händen, wie er überhaupt überall zu finden war, Uw es galt, Gutes zu üben, Not und Elend zu lindern und. zu mildern. Groß^ßymneysetzlichi.ift her,Verlust, den die Prager Kultusgemeinde - dupH den plötzlichen Heimgang dieses ihres größten Förderers lind Helfers erlitten, .groß'ist buch der Verlust, den die vielen Armen . und Notleidenden erleiden. Einen solchen Helfer in der Not, wie es Moritz Hahn war, werden sie sicherlich nicht bald finden. Ehre seinem A.Lange&Söhne,Glashiittei.Sa. Deutsche TJhrenfabrikation. ■_ Gründer der Sächsischen Taschenuhren-industrie. - GegiUndet im Jahre 1845. OrigiaalaUetElashätterfabrlkaleu.Systeme Prämiierte Gangleistungen, — 41 erste Preise. Preisrichter: Paris, St.Louis, Brussel u. Turin., Anerkannt vorzüglichste deutsche Präzisions - Taschenuhren. Chronographen, Sportuhren in eleganten Gehäusen _ Durch alle besseren Uhrenhandlungen zu beziehen. Festschriften und Preislisten gratis und franko. Juwelenhaus C. SIEGELE BERLIN NW, Friedricbstrasse 88 zwiscbenllnter den Linden und Mittelst?. 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