Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 77 (1913)
- Issue
- Heft 48 (28.11.1913)
- Date
- 1913-11-28
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
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Andenken. — Der jüdische Abgeordnete Reizes brachte im Reichsrat eine Interpellation ein wegen der Landt'agswahlresorm in Galizien. Redner führte aus: Die Landtagswahlreform in Galizien gehe nunmehr ihrer Finalisierung entgegen, ohne daß die Entrechtung der Juden irgendwie behoben erscheint. Er appelliere in zwölfter Stunde an die Negierung, nicht zuzugeben, daß die jüdische Bevölkerung Galiziens, welche ihrer Zahl, Intelligenz und Steuerkrast nach 30 Mandate zu beanspruchen das Recht hätte, zum Schaden des Reiches und des Landes und in geradezu hohnsprechender Art benachteiligt werde. Nunmehr wird aus Galizien berichtet, daß der Polenklub mit Zustimmung der jüdischen Mitglieder beschlossen habe, von den zu schassenden fünf städtischen Doppelmandaten fünf Mandate der jüdischen Bevölkerung zu überlassen. Alle Fraktionen des Polenklubs haben zugestimmt, daß je ein Mandat in Krakau und Lemberg den Juden zufalle. Die Gesamtzahl der jüdischen Mandate dürste sich somit aus zehn belaufen, die jüdischen Mandate der Handelskammern nicht mit eingerechnet. Jedenfalls eine kleine Wendung zum Besseren. Outzland. 22 Kiew, 21. November. Am 16. d. M. fand hier dieGeneral - v e r s a m m l u n g der Jüdischen E m i g r a t i o n s g e s e l l - s ch a f t (Jto) statt. An Stelle des verstorbenen Präsidenten Professor M a n d e l st a m m wurde der bekannte Großindustrielle Lew B r o d s k i zum Präsidenten der Gesellschaft gewählt. Die Vorschläge des Herrn Brodski, das Tätigkeitsprogramm zu erweitern und ans allgemeine jüdische Kolonisation auszudehnen, ist einstimmig angenommen worden. Außerdem ist eine Kommission eingesetzt worden, der die Vorarbeiten zur Schaffung eines Emigrationsfonds übertragen worden sind. Dem von Dr. Iochel m a n n vorgelegten Tätigkeitsbericht ist zu entnehmen, daß die Arbeit der Gesellschaft von Erfolg begleitet war. Hauptzweck der Gesellschaft sind die Erweiterung und Verbesserung aus dem Gebiet der jüdischen Emigration und Ablenkung des Verkehrs von dem überfüllten Osten der Vereinigten Staaten nach dem Süden und Westen über den Hasen Galveston. Im Jahre 1911, kurz nach der Emigrantenkrisis, wurden nach Galveston 1196 Auswanderer expediert, im Jahre 1912 stieg die Zahl der Auswanderer auf 1502, und in der ersten Hälfte des lausenden Jahres 1913 (Januar—Juni) belief sich die Zahl der Emigranten aus 1482, so daß im ersten Halbjahr des Jahres 1913 die Gesellschaft fast ebenso viele Emigranten nach Galveston expedierte wie im ganzen Jahr 1912. Die Leitung konstatiert mit Genugtuung, daß Klagen von Emigranten gegenwärtig immer seltener werdende Ausnahmen bilden. Die große Anzahl von Brimsen, die die Gesellschaft von den Galvestoner Emigranten selbst oder von deren zurückgebliebenen Angehörigen erhält, ist ausgefüllt mit Dankesworten für den brüderlichen Empfang und die Hilfe, die den Auswanderern unterwegs und bei der Ankunft in der neuen Heimat erwiesen werden. Wie man aus dem Bericht des Jüdisch-Amerikanischen Komitees, an dessen Spitze Mr. Jakob H. Schiff steht, ersehen kann, bekommen die Auswanderer drüben gleich in den ersten Tagen Arbeit, und schon nach kurzer Zeit wächst der Verdienst. Von Jahr zu Jahr erhöht sich die Zahl der Verwandten, die von den bereits nach drüben Ausgewanderten nachgerufen werden. Abgesehen von der Galvestonauswanderung, erteilt die Gesellschaft allen anderen, sich an sie wendenden Auswanderern jede gewünschte Auskunft und Ratschläge, die Emigration betreffend. Im Berichtsjahr 1912 wurden im ganzen 11 589 schriftliche Anfragen bearbeitet. Den Bemühungen der Gesellschaft ist es auch gelungen, Ermäßigung bei den russischen Staatsbahnen bis zur Grenze für diejenigen Emigranten zu erwirken, die durch Vermittlung der Gesellschaft auswandern; diese Ermäßigung beträgt 75 Prozent von dem Tarif. Sehr große Aufmerksamkeit wurde seitens der Gesellschaft auf die ärztliche Untersuchung gelegt. Vor der Ausreise aus Rußland werden die Emigranten von Aerzten der Gesellschaft umsonst untersucht. Auch wird seitens der Gesellschaft für die zurückgebliebenen Frauen der Emigranten sehr viel getan. Die Zahl der Abteilungen und der Bevollmächtigten der Jüdischen Emigrationsgesellschast beträgt jetzt 301. Die bisher von der Jto erzielten Erfolge gestatten es ihr, ihr Tätigkeitsgebiet wesentlich zu erweitern. Da die jüdische Emigration aus Rußland im Wachsen begriffen ist, so steht Einrichtung einer Herrschattskuelie. . 4 Gebrüder Hammer Hoflieferanten Seiner Majestät des Kaisers und Königs BERLINW8 Mohrenstrasse 56 Telephon: Amt Zentrum, 685 5457 Moderne Küchen für Schlösser, Villen, Landsitze, Hotels, Restaurants, Cafes, Krankenhäuser und Kantinen. Wäscherei-, Warmwasseru. Kühlanlagen, Kamine, Heizkörper-Verkleidungen in gediegensterAusführung. Öfen aller Systeme. Mignon-Schreibmaschine Fabrikat der Allgemeinen Elektrizitäts - Gesellschaft zeichnet sich durch hervorragende Leistungen und ausserordentlich dauerhafte Konstruktion aus, ist seit Jahren in Handel und Industrie, bei staatlichen und städtischen Behörden, in zirka 75000 Exemplaren im Gebrauch und kostet nur Unsere Zeugnisbroschüre, die eine grosse Anzahl Urteile aus obigen Kreisen enthält, wird auf Wunsch franko zugesandt. — Vorführung der Maschine durch unsereVertreter bereitwilligst ohne Kaufverpflichtung. 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