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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1913-11-14 · Heft 46 (14.11.1913) · page 13

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
77 (1913)
Issue
Heft 46 (14.11.1913)
Date
1913-11-14
Page
– (sequence 13)
Language
German
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77. Jahrgang Nr. 46 Der Oemetndebote. Berlin, 14. November 1913 Beilage zur „Allgemeinen Leitung deK Judentums". korrrlponden?rn und Sschrichten. Seutschlsnd. Berlin, 11. November. Der Deutsch-Israelitische Gemeindebglnd teilt in einem, den 6. November datierten Rundschreiben mit, daß der 14. ordentlicheGemeindetag am 7. Dezember 1913, vormittags 10 Uhr, in Berlin, K l e i st st r. 10, i m L o g e n h a u s, 1 Treppe, stattfindet. Tagesordnung: 1. Konstituierung des 14. Deutsch-Israelitischen Gemeindetages. 2. Reglement für die Mandats-Prüsungs-Kommission. 3. Bericht des geschäftsführenden Vorsitzenden. 4. Bericht der Kassenrevisoren und Entlastung des Ausschusses. 6. Wahl des Ausschusses und der Revisoren. 6. Bericht der Gemischten Kommission über dieVerhältniswahl. Referent: Herr Landgerichtsrat L o e w e. 7. Staatliche Beihilfen für notleidende Gemeinden. 8. Anträge von Mitgliedern. Die bei dem Vorsitzenden des Ausschusses des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes eingegangenen Anträge: des Verbandes der Westpreußischen Synagogengemeinden vom 6. Oktober 1913, des Ausschusses des Verbandes der Synagogengemeinden im RegierungsbeziU Vroiuberg vom 13. Oktober 1913, des Synagogenverbandes der Provinz Sachsen vom 22. Oktober 1913, sprechen sich dafür aus, die Volksschulsrage nicht aitj die Tagesordnung des nächsten Gemeindetages zu setzen. Ein Antrag des Verbandes der jüdischen Gemeinden Schleswig-Holsteins lautet: „Der Gemeindetag erklärt, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen im Interesse der religiösen Erziehung der jüdischen Jugend und im Interesse des jüdischen Lehrerstandes die Errichtung neuer jüdischer Volksschulen besonders in den Großgemeinden dringend erforderlich ist, und beauftragt den Ausschuß, für die Durchführung dieses Beschlusses bemüht zu sein." Der Ausschuß des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes unterbreitet nun diese Anträge dem Gemeindetag, und diesem wird es also überlassen sein, zu bestimmen, ob die Frage der jüdischen Volksschule aus dem Gemeindetag verhandelt werden soll oder nicht. Der Ausschuß des Deutsch-Israelitischen Gemeiudebundes hält seinerseits an seinem Beschlüsse vom 28. September d. I., welcher lautet: „Der Ausschuß steht aus dem Standpunkt, daß es der von ihm stets gewahrtem Autonomie der Gemeinden entspricht, wenn alle Gemeinden in der Schulsrage diejenige Stellung einnehmen, die sie auf Grund ihrer Beurteilung der örtlichen Verhältnisse für richtig halten", unbedingt fest. Er erachtet es im Interesse des Friedens und im Interesse einer jeden Genreinde sür unerläßlich, daß die'Frage der öffentlichen jüdischen Volksschule, unberührt von äußern Einflüssen, unbedingt dem S e l b st b e st i m m u n g s r e ch t jeder einzelnen Gemeinde Vorbehalten bleiben m u ß. Au dieser Auffassung haben sich auch die Ausschüsse der Provinzialverbände von Rheinland und Westfalen bekannt Md demgemäß ihre früheren Anträge, die Schulfrage aus die Tagesordnung des Gemeindetnges zu setzen, zurückgezogen. In demselben Sinne sind noch weitere Erklärungen eingegangen: von dem Provinzialverband Brandenburgischer Synagogengemeinden vom 28. Oktober 1913, von dein Ausschuß des Verbandes der Synagogengemeinden des Regierungsbezirks Breslau-Liegnitz vom 29. Oktober 1913, vom Verband der Israelitischen Religionsgemeinden im Königreich Sachsen vom 29. Oktober 1913 und vom Ausschuß des Provinzialverbandes von Pommern vom 1. November 1913. Diese 'Anträge können nicht mehr ausdie Tagesordnung gesetzt werden, weil sie nicht rechtzeitig eingegangen sind. Berlin, 11. November. Die jüdische Gemeinde zu Berlin versendet soeben mit dem Verwaltungsbericht für die Zeit vom 1. April 1910 bis 31. März 1913 die Stimmzettel für die am 27. November d. I. stattsindenden Repräsentantenwahlen. Es scheideil aus: a) die am 28. November 1907 gewählten Repräsentanten: Herren Kommerzienrat Gerson Simon, Geh. Sanitätsrat Dr. Julius V l u m e n t h a l, Bankier Oskar Loeivenberg, Iustizrat Dr. Ignaz Cohn, Aron Hirsch, Adolf L e w i n s k i, Dr. Max G i n s b e r g. — Der im gleichen Termin gewählte Repräsentant Herr Geh. Medizinalrat Pros. Dr. Hermann Senator ist im Jahre 1911 durch Tod ausgeschieden; b) die am 28. November 1907 gewählten Repräsentantenstellvertreter: Herren Siegfried Kuzn i tz k y, Iustizrat Dr. Max G u t t s m a n n, Paul S ch l o ch a u e r, Sanitätsrat Dr. Benno Holz, Alexander Hahn; e) die am 24. November 1910 in der Ersatzwahl gewählten Repräsentanten: Herren Professor Dr. Salomon K a l i s ch e r, Stadtältester Dr. Max W eig er t. Dagegen bleiben im Amte: a) die am 24. November 1910 gewählten Repräsentanten: Herren Moritz Manheim er, Louis Sachs, Emil P i n c u s, Samuel Weile, Direktor Dr. Georg Mi n d e n, Oskar T i e tz, Willibald L ö w e n t h a l, Professor Dr. Sigismund B l a s ch k e, Siegfried Sachs; b) die am 24. November 1919 gewählten Repräsentantenstellvertreter: Herren Professor Dr. Moritz Türk, Benas Levy, Emil Cohn, Dr. Hermann R o s e n b e r g, Hugo Blankenburg. Es sind in der Ergänzungswahl am 27. d. M. gemäß § 17 Absatz 1 des revidierten Statuts (Nachtrag vom 13. Januar 1904) zu wählen zehn Repräsentanten und fünf Repräsentantenstellvertreter. Gleichzeitig finden gemäß Absatz 2 desselben Paragraphen für die am 24. November 1910 gewählten Repräsentanten, die in der Zwischenzeit ihr Amt niedergelegt haben, nämlich die Herren Moritz R v s e n o w und Geh. Iustizrat Dr. Herrn. Veit Simon, Ersatzwahlen statt, so daß im ganzerr zwölf Repräsentanten urid fünf Stellvertreter zrr wählen sind. Z u r A u s ü b u u g de s S t i m m r e ch t s und z u r V e r Meldung von Weitläufigkeiten ist es nv tw en d i g , den S t i mm ze t t el sorgfältig a usz u b ew a h r en. Berlin, 11. November. Es ist in den letzten Wochen mehrfach verbreitet worden, Herr Heinrich Simon, Sohn des Herrn Dr. James Simon, des ersten Vorsitzenden des Hilssvereins der deutschen Juden, sei zruu Christentum übergetreten. Wir sind derngegenüber in der Lage, feststellen zu können, d a ß Herr H e i n r i ch Simon nach wie vor dem Inden tum angehört. <ys> Berlin, 11. November. Die Königliche Akademie der bildenden Künste hat .soeben den 1. Michael- Beer - Preis (Nompreis) dem Bildhauer A r no l d Z a d i k o w verliehen. Ter Künstler, ein Sohn des Kantors in Treptow bei Kvlberg, ist 29 Jahre alt, war als Maurer, Bautechniker und Baugewerbler tätig und kam vor fünf Jahren nach Berlin, um sich an der Hochschule für bildende Künstler zum Bildhauer anszubilden. Dame ging er nach München und wurde dort Schüler von Professor Wabere. Im letzten Jahre ist Zadikow mit mehreren Arbeiten auf der Münchener Sezession und auf der Münchener Internationalen Ausstellung hervorgetreten und hat durch seine Plastiken und Plaketten bereits die Aufmerksamkeit der Oesfentlichkeit aus sich gelenkt. Besonders hervvrgehoben zu werden, verdienen zwei große Mouumentalfiguren, ein Hnlbakt und eine Judith, die in München ansgestellt waren. In dem Wettbewerb, in dem Zadikow den Preis erwarb, war ein Kindersries als Ausgabe gestellt. In Nr. 30 unserer Zeitschrift bildeten wir eine Plakette des jungen Künstlers ab, die er zum fünfzigjährigen Amtsjubiläum des Dr. Goldschmidt-Kolberg verfertigte. Berlin, 11. November. Der Verein „Freunde der Taubstununen — Jedide Jlmim" (Erziehungsanstalt Verlin-Weißensee) sendet uns mit der Bitte um Verösfentlichung folgenden an edeldenkenden Damen und Herren gerichteten Aufruf: Wiederum sind wir veranlaßt, Ihre Güte für unseren so segensreich wirkenden Verein in Anspruch zu nehmen und Sie anläßlich des bevorstehenden Chanukasestes zu bitten, den Kindern Ihrer Gemeinden und Schulen auch in diesem Jahre Gelegenheit zu geben, sich schon in srüh ester Iugend in den Dienst werktätiger Liebe zu stellen. Lassen Sie diese gütigst für uns sammeln, denn Bitten aus Kindermund werden ungern abgewiesen! Wir bedürfen dringend der Unterstützung für unsere von der Natur so sehr vernachlässigten Zöglinge, die wir nicht nur aus Berlin, sondern in der größeren Mehrzahl aus den Provinzen: Posen, Brandenburg, Sachsen, Pommern, Schlesien, Ostpreußen, Westprenßen, Westfalen, Hessen-Nassau, Rheinprovinz, dem Königreich Bayern, Württemberg, Großherzogtum Baden, Hessen, Mecklenburg bei uns erziehen. Wir

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