Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 77 (1913)
- Issue
- Heft 46 (14.11.1913)
- Date
- 1913-11-14
- Page
- Seite 550 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Die ernsten und ehrlichen Männer'-in der Leitung müssen sich dessen bewußt werden, welche Verantwortung sie auf sich laden, wenn sie-zu dem schädlichen Treiben in der Partei schweigen und es mit ihrem Namen decken. Es ist ihre Pflicht/ das steüerlos gewordene Schiff nicht seinem Schicksal zu überlassen. Im Kampfe gegen die eingerissenen Mißstände, den sie führen müssen, werden sie die weiten Kreise der Judenheit hinter sich haben. Denn im Herzen eines jeden Juden wurzelt die Liebe zum Judentum, zur hebräischen Sprache, der Sprache unserer Propheten und zum heiligen Lande, das jetzt vor unseren Augen aus den Trümmern neu ersteht. Und allen Juden, auch, denen, die außerhalb der zionistischen Bewegung stehen, muß es klar werden, daß wir die in Erscheinung getretenen Schäden des Zionismus -am wirksamsten nur dadurch bekämpfen können, daß wir die Pflege der heiligen Ideale des Judentums nicht jenen überlassen,, die sie zu. fördern vorgeben, in Wahrheit sie aber nur mißbrauchen. Die Stärkung des jüdisch - geschichtlichen Bewußtseins, die Verbreitung der Kenntnis der hebräischen Sprache und Literatur und die Förderung . des jüdischen Ansiedlungswerkes, im heiligen Lande -auf diesem Arbeitsboden können und müssen sich die besten Kräft-e im Judentum vereinigen." L. G. Untilemitilche Lerichterltsttung. Unter dem Titel „Die Wahrheit über den Beilisprozeß" bringt der „Hammer" (Nr. 273) eine Darstellung über das bisherige Verfahren. Diese „Wahrheit" sieht so aus: Es. werden nicht etwa Zeugenaussagen oder, sonstige Einzelheiten berichtet, sondern nur Tatsachen, die so dargestellt sind, als ob sie von keiner Seite bezweifelt werden können. Da wird zunächst erzählt, daß' die gesamte außerrussische Presse und auch der größte Teil der russischen Blätter nur durch „Hebräer" bedient werden. Diese Hebräerpresse arbeitet nicht nur mit unbeschränkten Mitteln, sondern hat es auch durch fortgesetzte Denunziationen und Bestechung von Richtern und anderen Beamten zu erreichen verstanden, daß die Erhebung der Anklage ständig verzögert wurde. So zuletzt noch um ein weiteres Jahr: „Was es der Judenschaft gekostet . haben mag, wer weiß es." (Wahrscheinlich können die,Juden dem „Wächter Beilis" die Freuden der Untersuchungshaft gar nicht lange genug gönnen.) Die „durchsichtige" Taktik „der fast die gesamte europäische Presse bedienenden jüdischen Berichterstattung" ist die, durch eine verworrene Darstellung allmählich den Leser zu langweilen, „bis er mit Ekel diese Berichte zurückweist, und das ist der Zweck der Üebung." Also die Presse bemüht sich, nicht Leser zu werben, sondern abzustoßen! Daß dieser Presse kein Opfer zu hoch ist, die Wahrheit zu verhüllen, darf danach nicht wundernehmen. Deshalb ist es anch gar nicht ausfallend, wenn sie die Wera Tscheberjak zu bestimmen sucht, „den Mord aus sich zu nehmen." „Man verhandelt mit ihr in Gegenwart der angesehensten Juden . . . Man bietet der bettelarmen Frau 40 000 Rubel und die besten Verteidiger." Natürlich vergeblich. Daß sie aus Edelmut.ablehnt, sagt der „Hammer" gerade nicht, aber seine Leser könnest das wenigstens glauben, denn weder von dieser Zeugin noch von ihren Freunden, die aus dem Zuchthause vorgeführt werden, ist mit einer Silbe angedeutet, daß sie u n b e st ritten dem Abschaum der Menschheit angehört, in deren Hause die gefährlichste Verbrecherbande ihr Geschäftslokal hat. Natürlich begnügt sich die russische Judenheit nicht mit den geschilderten Maßnahmen, sie ist es auch offenbar, welche gleich nach der endlichen Verhaftung, des Beilis die beiden Hauptbelastungszeugen schnell hintereinander „aus unbekannten Ursachen" sterben ließ. Sie kann ja alles, denn: „im jüdischen Lager sagt man sich: unsere Macht in der Oeffentlichkeit ist so groß usw. Die anderen merken es ja doch nicht, und wenn-dennoch, so bringen wir sie schon wieder auf andere Gedanken." Sie verfahren dabei lediglich nach den Rezepten unserer jüdischen Rechtsanwälte, die in den Prozessen durch gemeine Tricks die Sinne zu verwirren wissen . . ." ', Es ist nur gut, daß wenigstens die Geschworenen sämtlich Christen sind. V ' Aber nicht nur in Rußland leiden die arme Regierung und die Justiz unter dem Einflüsse der allmächtigen Juden — auch bei uns in Deutschland scheint vieles „faul im Staate" zu sein. Wenigstens meldet der „Hammer" in derselben Nummer (S. 584) unter der Spitzmarke „Bedenkliche Nechtszustände" folgendes Erlebnis eines Lesers „G. B.". Diesem Aermsten haben „die Hebräer einen Prozeß angehängt", der ihm außer 50 Mark Strafe, noch 600 Mark Kosten - bereitet hat. Und das, obwohl er nur in gerechter Entrüstung „einen jüdischen Schmutzfinken" an den Pranger gestellt hat, - der sich an Kindern vergangen hat. Zehn Zeugen haben seine Behauptung eidlich bestätigt, aber er wurde verurteilt, während der Jude frei ausging. Hat der brave „G. B." nicht recht, wenn er da „an der Gerechtigkeit verzweifelt?" Was müssen das eigentlich für Richter sein! Soll man da nicht die Kabinettsjustiz Friedrichs des Großen in dem berühmten Prozeß des Müllers Arnold zurücksehnen, oder muß man nicht doch lieber die Frage so stellen: gibt es wirklich Leser des „Hammer",- welche trotzdem noch wenigstens an dem guten Glauben solcher Berichterstatter nicht zweifeln? — Der Dntilrimt. Roman von E r n st The o d o r I u st i. ' . ' xx. V - ... . ch kann das trotz meiner gutdeutschen Gesinnung nicht für Y ein Unglück ansehen. Ich denke vielmehr mit Mommsen, daß das Schicksal gewußt hat, warum es dem germanischen Metall einige Prozent Israel.beigemischt hat. Sprach sich doch auch Fürst Bismarck eben so drastisch wie günstig über die aus jüdisch-christlichen Ehen hervorgegangenen Abkömmlinge aus. Ich glaube auch, daß etwas mehr orientalisches Feuer und Temperament einer. gewissen deutschen Schwerfälligkeit und Bequemlichkeit gegenüber nicht gerade schaden dürfte; Handel und Verkehr dürsten auch nur günstig beeinflußt werden durch den jüdischen Unternehmungsgeist, die „jüdische rastlose Energie", den jüdischen, „nicht von seinem Ziel abzubringenden Willen", vergessen wir auch nicht, daß die Juden' dem Alkoholismus weit weniger frönen als wir Germanen, und schließlich werden Sie eine gute Dosis Geist und Witz unseren jüdischen Mitbürgern auch nicht absprechen wollen." \ „Da bin ich denn doch einer ganz-anderen Ansicht," warf der Freiherr ein. „Gehen wir doch einmal Ihr Preislied durch. Vor der jüdischen Unermüdlichkeit vulgo Zudringlichkeit schütze uns der Himmel; Unternehmungsgeist besaß doch ehedem der - ehrbare christliche Kaufmann der Hansestädte auch ohne israelitische Mitwirkung gerade genug. Und obschon ich sehr wohl weiß, daß auch der christliche Kaufmann gegen die Versuchungen feines Berufs — Betrüg und Wucher — nicht allezeit gefeit war und ist, der Jude ist ihm darin doch bedeutend über, der Prozentsatz der verurteilten jüdischen