Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 77 (1913)
- Issue
- Heft 41 (10.10.1913)
- Date
- 1913-10-10
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3224737-3229069-3229111--69834-3282157- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Zusammeng epf>ercht. Ein Massengralb des .gesunden Körpers und jeder Seele, eine Brutstätte aller gefährlichen-Krankheiten, eine ungeheure in den Konsequenzen gar nicht absehbare Gefahr im Falle von Epidemien." Der Aufruf schließt mit einem warmen Appell an das bekannte, goldene, jüdische Herz, hier. helfend einzugreifen. Hoffen nur, daß dieser Appell vom schönsten Erfolge gekrönt sein wird. Denn das jüdische Herz hat noch nie versagt. — Vor einiger Zeit hat der Stadtrat in Tetschen (Böhmen) im „Nordböhmischen Tageblatt" die Besetzung einer Sekretärstelle ausgeschrieben und von dem Bewerber den Nachweis der Taufe gefordert. Die „Israel-Union" wandte sich beschwerdeführend an die Bezivkshauptmannschaft, die in Stattgebung dieser Beschwerde anordnete, eine neuerliche Ausschreibung der Sekretärstelle Vvrzunehmen, da die erste ungesetzlich sei. Ein schönes Beispiel, das allen Behörden zur Nachahmung empfohlen werden kann. i* . Afrika. Johannesburg (Transvaal), 10. September. Am Mittwoch, den -3. September, nachmittags 3 Uhr, sand hier die Grundsteinlegung zn einer neuen Synagoge statt. Die Feier war sehr schön und wurde eingeleitet vom Chor mit Mombachs „Baruch Habbo". Dann ergriff Herr Siegfried Raphaely das Wort und erklärte nach längerer Rede den Grundstein als „w eil and t r u 1 y 1 a i d“. Er gab ein anschauliches Bild von der Geschichte der Gemeinde sowie von der Einrichtung der Synagoge, die 800 Plätze für Männer und 600 für Frauen haben soll, wobei letztere sämtlich an der Brüstung sitzen werden und nicht eine hinter der anderen. Ein weiser und gerechter Mann, der diesen Plan erdacht hat! — Herr Rabbiner Dr. Landau sprach sodann und stattete allen, die an dem Zustandekommen des Baues gearbeitet haben, seinen Dank ab. Er erwähnte in seiner Rede den ergötzlichen Vorfall, der sich hier vor Jahren zutrug. Der alte Ohm Krüger hatte der jüdischen Gemeinde einen Bauplatz für eine Synagoge geschenkt, der sich als zu klein erwies. Als man ihm sagte, daß der Bauplatz kdum die Hälfte dessen betrage, wessen man zürn Bau der geplanten Synagoge benötige, meinte er: Die Juden glaubten ja auch nur an einen Teil der Bibel, so sollten sie auch nur einen Teil des Bauplatzes haben. Ferner betonte Dr. Landau: „Die Juden würden nicht an weitere Teile der Bibel Ansprüche, machen, als an den Teil, den sie seit Menschengedenken - als ihr geistiges -Eigentum erkannt hätten." — Mit einem „Hallelujah halleluel bekodsha-u" von Mumbach schloß die Feier, nachdem Herr Raphaely den Grundstein nochmals als „well and truly laid“ erklärt hatte. Der Stein trägt die Inschrift: „Johannesburg Hebrevv Congregation. The foundation 8tone was laid by Siegfried Raphaely Esq. Sept. 3d. 1913. Die alte Synagoge an der Parkeisenbahnstation, die an die Eisenbahnbehördc verkauft wurde, sowie die dort befindliche jüdische Schule und das Rabbinatsgebäude werden nunmehr abgebrochen. Dabei kommt einem ein nicht minder komischer Vorfall in Erinnerung, der sich vor Jahren ereignete, als man den alten Krüger gebeten hatte, das damals neue Gebethaus zu eröffnen. Er drehte den Schlüssel um mit den Worten: „In the name of our Lord Jesus Christ do open this-place for public worship.“ Und so unpassend seine Rede war, so waren die Juden doch viel zu großmütig, als daß sie dem alten Mann seine „Maladresse" übel genommen hätten. Vielleicht ftitben Sie es für interessant für ihre Leser, dies zu' veröffentlichen. Ich selbst bin Christ, war aber 11 Jahre laug Chordirigent in großen Synagogen. Angela Castraghi. * , Von MH und ssrrn. — Wie das Berliner Tageblatt erfährt, wird der hochverdiente Präsident der Handelskammer zu Berlin, Exzellenz Geheimer Rat Wilhelm Herz, seines hohen Alters wegen am 1. Januar von dem Präsidentenposten, den er seit der Begründung der Berliner Handelskammer -i-nnohat, z-urücktveten. Die Wahl des neuen Präsidenten wird in der ersten Sitzung des Jahres 1914 vorgenommen werden. — Der Verband der deutschen Juden veröffentlicht zu seiner diesjährigen Hauptversammlung nicht wie bisher regelmäßig eine statistische Denkschrift, sondern ein etwa acht Bogen starkes Buch, das unter dem Titel „Soziale Ethik im Judentum", Aufsätze von Rabbiner Dr.Ba eck, Dr. Berg m a n n , Dr. B e r n s e l d, Professor Dr. B l v ch, Justizrat B r-e s l a u e r , Dr. M. Eschelbacher, Oberrabbiner Dr. G ü d e - mann und Dr. Nobel mit einem Schlußwort von Professor Hermann C o h e n vereinigen wird. Das Buch erscheint im Verlage von I. Kaufsmann, Frankfurt a. M., und wird vom Tage der Hauptversammlung an auch im Buchhandel zu haben sein.' — Der Jüdische T n r n v e r e i n B >a r K o ch b a veranstaltet am Dienstag, den 14. Oktober, Sy, Uhr abends, ein Zusammenturnen aller Jvgendabteilungen in der Turnhalle der III. Jugendabteilung in Charlottenburg, Bleib-. treustraße 43. Es soll dieses Zusammenarbeiten zeigen, was die Sommerarbeit des Bar Kvchba in den Jugendabteilungen geleistet hat und den einzelnen Mitgliedern Anregungen für die Winterärbeit geben. Es wird daher um recht zahlreiches Erscheinen gebeten. — Am 8. d. M. feierte der Kaufmann Louis Wättenb e r g, Kottbuser Damm 7, seine silberne Hochzeit und zugleich sein 25 jähriges Geschäftsjubiläum und sein 25 jähriges Mieterjubiläum. — Aus Birnbaum wird uns geschrieben: .Anläßlich des 100 jährigen Geschäftsjubiläums der Firma Gebrüder Tietz in Berlin spendeten deren Inhaber zugunsten der Armen ohne Unterschied der Konfession ihrer Vaterstadt Birnbaum, eintausendfünfhundert Mark. — Am 17. v. M. beging der Kultusbeamte I ul i u s I a kob in Schrimm sein 50jähriges Amtsjubiläum. Seitens der Gemeindebehörde und vieler Private wurden dem treuen., pflichteifrigen Beamten Ehrungen zuteil. — Aus Nordhausen wird uns geschrieben: Am 22. v. M. fanden unter Leitung des Wahlkommissars Bürgermeister B e ck e r die Ergänzungswahlen für die Repräsentantenversammlung statt. Gewählt sind auf sechs Jahre: Reut. Jos. Marburg, Fabr. Ed. Mautner, Fabr. Georg Cohn, Rechtsanw. | Dr. Frohn h a u s e n, Kaufmann W. K a tz, auf drei Jahre (als I Ersatz für Kaufmann Collin) Bankdirektor a. D. Jak. Ball in; als Dr. med. Lohmann’s HfiMz-Coao ist ein Cacaopulver, welches im Gegensatz zu dem nach der gebräuchlichen Methode hergestellten Cacaopulver nicht mit Chemikalien, wie Pottasche, Magnesia usw., leichtlöslich gemach.t wird. Die gleiche Wirkung der Leichtlöslichkeit erzielt Dr. Lahmann durch Behandlung des Pulvers mit seinem Fflanzen-Nährsalz-Extract. Dabei entsteht der Vorteil, dass dem Cacao wertvolle, aus Pflanzen herrührende Blutbildungsstoffe (Nährsalze), wie Kalk, Natron, Eisen, Kieselsäure, Phosphor usw. zugeführt werden. Das mit diesem Dr. Lahmann’schen Mahrsalz-Cacaopulver hergestellte Getränk hat den wohltuendsten Einfluss auf Magen und Darm. Verstopfungen, sonst bei Cacaogenuss vielfach vorkommend, sind bei regelmässigem Genuss von Dr. Lahmann’s Nährsalz-Cacao gänzlich ausgeschlossen. Seit annähernd 30 Jahren im Gebrauch, hat er sich durch seine vorzüglichen Eigenschaften viele Freunde über den ganzen Erdball erworben. Alleinige Fabrikanten: HCWdl & VcithGR Kaiserliche Königliche Oesterreichisch-Ungarische Hoflieferanten, Köln und Wien, Nur echt, wenn in Originalpackung und mit folgender Schutzmarke versehen.