Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 77 (1913)
- Issue
- Heft 40 (1.10.1913)
- Date
- 1913-10-01
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
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kräftige Mische Handwerker mit tüchtiger Fachausbildung voll Berufsstolz und Berufstreue heranzubilden, davon legt das weitere gute Fortkommen der meisten Zöglinge Zeugnis ab, und die bereits wieder in Angriff genommene statistische Erhebung über den ferneren Lebensgang der im Laufe der Jahre entlassenen Zöglinge kann dies auch Zahlenmäßig feststellen. Das verdient besonders betont zu werden, weil aus jüdischen Handwerkskreisen in letzter Zeit Aeußerungen und Vorschläge laut geworden sind, die leider auch ihren Weg in die Presse^ gefunden-haben, welche, sofern sie nicht durch Mißstimmung über Nichtberücksichtigung persönlicher Interessen veranlaßt sind, aus mangelnder Kenntnis der bei uns herrschenden Gepflogenheiten und völliger Verkennung unserer Ziele beruhen. Diese gehen einzig dahin, ohne alle Nebenrücksichten' den Knaben eine tüchtige Fachausbildung und sittliche Entwicklung, gepaart mit jüdischen Selbstbewußtsein, zu sichern. An den Freitagabenden brachten die Vorträge des Herrn Rabbiner Dr. Caro Belehrung und Erbauung in den Kreis der Insassen. Auch an dieser Stelle sei ihm herzlichster Dank hierfür, wie auch für die sorgsame Beaufsichtigung und Kontrolle, die er über das geistige und sittliche Verhalten der Zöglinge übt, ausgesprochen. In der ordentlichen Mitgliederversammlung vom 23. Mai 1912 wurden die ausscheidenden Vorstandsmitglieder, die Herren B. Veilchenseld, Josef Rosenw'ald und Herm. Löwenst e i n wiedergewählt. Zu Rechnungsprüfern wurden gewählt die Herren Herm. Leubsdorf und L. Goldberg. Der Bericht schließt mit folgenden Worten: „Unseren pflichtschuldigen Dank sagen wir der Handwerkskammer und den Jnnungsobermeistern, die uns bereitwillig Rat und Unterstützung leihen und allen Vereinen und Einzelpersonen, die durch Zuwendungen unser Werk fördern, besonders der hiesigen israelitischen Armenverwaltung und Synagogengemeinde, der Alexander und Fanny Simon-Stistung in Hannover, der Chewro Semichas Dalim, der Rheinlandloge und vielen anderen Logen U. O. B. B. Wie wir mit Freuden unsere Kräfte immer mehr geistig und körperlich gesunden jüdischen Knaben zu ihrer Ausbildung zur Verfügung stellen wollen, so hoffen wir auch auf die Hilfe der sozial enrpsindenden Kreise, daß sie uns die Mittel dazu gewähren." G. A. Essen, 26. September. Mit einer weihevollen Feier nahm gestern die Synagogengemeindx von ihrem neuen Gotteshause Besitz, das Edmund Körners Meisterhand ihr geschaffen, und das von: vollen, durch die kostbaren Fenster einslutenden Sonnenlicht magisch beleuchtet war. Das Wort der Prediger, die Klänge der Orgel und der Gesang des Chores einten sich zu einem Gesamtbilde von packender Eindruckskrast, .das allen Teilnehmern eine Stunde der Weihe gab. Schon lange vor 10 Uhr hatten sich die weiten Räume der Synagoge mit den Gläubigen gefüllt, und kurz nach 10 Uhr trat die Gemeindeverwaltung mit den Kultusbeamten, den Vertretern der weltlichen und kirchlichen Behörden und den sonstigen Ehrengästen den Gang zum Vorhof des Tempels an. Dort übergab, nachdem eine junge Dame einen Prolog gesprochen, Pros. Körner dem Vorsteher der Synagogengemeinde, Stadtverordneten Hermann Herz, den Schlüssel des Hauses, nrit einigen herzlichen Worten des festlichen Anlasses gedenkend. Nachdem Herr Herz die Bronzepsorte aufgeschlossen und d:e Ehrengäste den Vorraum betreten hatten, begrüßte er diese im Namen der Gemeinde, worauf das Innere des Tenrpels betreten wurde, und die Gäste, in den vorderen Reihen Platz nahmen. Unter den Ehrengästen waren erschienen. Oberbürgerineister Holle, verschiedene Beigeordnete und Stadtverordnete, Generalleutnant Sunkel, Landrat v. Eynern, Polizeipräsident v. Beinberg- Flamersheim, Landgerichtsrat Dr. Büscher, Superintendent Huyssen, ' Pfarrer Rachel. Dechant Euskirchen hatte sich wegen Verhinderung entschuldigt und erschien zur Feier am Nachmittag. Der Synagogenchor sang nun das Einleitungsgebet Ma tauwu, und daraus erfolgte der feierliche Umzug der Thorarollen und das Einheben in die'heilige Lade unter den üblichen Gesängen. .Rabbiner Dr. Cohn entzündete nun die ewige Lampe, die er in einer tief wirkenden Ansprache als Symbol der Erinnerung an die geschiedenen Seelen und als Flamme des Glaubens und der Freude bezeichnet« auf Grund des Schristwortes: Denn in Gott schauen wir die Quelle des Lebens — in deinem Licht schauen wir Licht. Rabbiner Dr. SemiteI hielt die Festpredigt auf Grund des Wortes: Du sollst deine Mauern Heil nennen, und deine Tore Ruhm. Er führte im einzelnen aus, wie die Synagoge sei ein Haus der Vereinigung, des Bekenntnisses, ein solches der Lehre und ein Haus des Gebetes, in dem der Gläubige Andacht und Sammlung finde. Wenn auch mancher hentigentages wohl denke, was ihm die alte Lehre Spandauer Strasse Propststrasse m- Aussiattunsen { Anfertigung \ in eigenen Ateliers Mel [> Ständige Ausstellung \ eingerichteter Zimmer / N AF|_ Königstrasse ■ WSI Poststrasse Kaufhaus N. Jsrael gegenüber dem Rathause. BERLIN C. Gegr. 1815 Gegr. 1815 IIP mmm v Herbste Neuheiten: Kleiderstoffe Seidenstoffe Konfektion (, in grosser Auswahl!- Gardinen,Teppiche Möbelstoffe \ in reichen Sortimenten i Carl LHuMli, Berlin G) 8, FrleMstnse 71. Kostenlose Probesteilung, Prospekte gratis und franko.