Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 77 (1913)
- Issue
- Heft 40 (1.10.1913)
- Date
- 1913-10-01
- Page
- Seite 3 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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„:4f ländevgebühren, die an -er Technischen Hochschule .bereits seit sieben Jahren eingeführt sind, werden als eine Maßnahme ausgleichender Gerechtigkeit d-argestellt, da derjenige Betrag, der von Inländern oder ihren -Eltern in den allgemeinen Staatssteuern für den Unterhalt -der Universitäten mitentrichtet wird, von den Ansländern in Form einer besonderen Gebühr erhoben wird. - S2 Elberfeld, 26. September. Hier fand vor kurzem die erste ordentliche Mitgliederversammlung des Jüdischen Frauenbundes, Ortsgruppe Elberfeld, statt. Nach Erledigung des geschäftlichen Teiles brachte Frau Henny Rindskopf einen kurzen Bericht über Ortsgruppenarbeit/woraus hervorging, wie segensreich und vielseitig die Arbeit des Bundes ist. Hierauf referierte Frau Clara Benjamin über das Thema „Wie ich mir die Arbeit denke". Den Hauptpunkt ihrer Ausführungen bildete die Kinderfürsorge im Rahmen des hiesigen Frauenbundes, und an ihre äußerst anregenden Worte knüpfte sich eine lebhafte Debatte, welche Zeugnis ablegte von dem großen Interesse, die die Mitglieder dieser wichtigen Frage entgegenbringen. Um den jüdischen Frauen die noch vielfach mangelnde Kenntnis der jüdischen Geschichte zu vermitteln, hat sich Herr Dr. Norden auf Veranlassung des Vorstandes bereit erklärt, im Laufe des Winters eine Reihe von Vorträgen über jüdische Geschichte zu halten. Durch den Antrag eines Vereinsmitgliedes wurde die Versammlung ausgefordert, Schritte zu unternehmen, um der Unruhe während des Gottesdienstes abzuhelfen. Die gefaßte Entschließung wurde dem hiesigen Gemeindevorstand überreicht und ist in ihrem ersten Teile genehmigt worden. Sie lautet: An den verehrlichen Vorstand der israelitischen Gemeinde Elberfeld: Die Ortsgruppe Elberfeld des Jüdischen Frauenbundes sieht in dem vorzeitigen Verlassen der Synagoge vor Schluß nicht nur eine schwere Storung, sondern für die Zurückbleibenden eine starke Beeinträchtigung des Gottesdienstes. «Sie hofft, daß ihre Mitglieder durch gutes Vorbild dieser Unsitte abhelfen. Sie bittet aber auch die Verwaltung, dafür Sorge zu tragen, daß diesem Uebel mehr als bisher gesteuert werde. Wenn auch der Einwand erhoben werden mag, daß räumliche Verhältnisse den Aufenthalt in der Synagoge erschweren, so ist doch darauf zu erwidern, daß diejenigen, die bis zehn Minuten vor Ende des Gottesdienstes in der Synagoge bleiben, auch bis zum Schluß darin verharren könnten. Der Jüdische Frauenbund ist sich darüber' klar, daß ein Verbot in diesem Sinne nicht erlassen werden kann. Er gestattet sich aber, der Verwaltung den Vorschlag zu machen, ein Plakat mit der Aufschrift anbringen zu lassen: Es wird dringend gebeten, die Synagoge nicht vor Schluß des Gottesdienstes zu verlassen. Gleichzeitig erlaubt sich der Jüdische Frauenbund den Vorschlag, Kinder unter acht Jahren zu. dem festtäglichen Gottesdienst nicht zuzulassen. Verständnis bringen diese Kleinen dem Gottesdienste doch nicht entgegen, und ein Versuch, der Uebersüllung der Synagoge vorzubeugen. wäre hiermit gemacht'. 2^ Köln, 26. September. Das israelitische Lehrlingsheim Köln berichtet über das Vereinsjahr vom 1. April 1912 bis 31. Mürz 1913: Im Berichtsjahre waren in der Obhut des Heims 34 Zöglinge, die verschiedene Berufe ausüben. Ferner wohnten im Heim zwei Schneidergesellen während des Besuchs der Meisterkurse bzw. der Schneiderakademie. Es schieden aus im Laufe des Jahres sechs Lehrlinge nach abgelegter Gesellenprüfung, darunter ein Schüler der Kgl. Baugewerksschule nach bestandener Schlußprüsung. Auf den nun seit fast 25 Jahren erprobten Grundlagen baut der Verein rüstig und vertrauensvoll weiter und sucht zugleich die in immer reicherem Maße behördlicherseits geschaffenen Bildungs- und Erziehungsmittel für die Handwerker in steter Fühlung mit den gesetzlichen Vertretungen des Handwerks auch für seine Zwecke fruchtbar zu machen. Den obligatorischem 'Fortbildungsunterricht in den einzelnen Fachschulen, der wöchentlich sechs bis acht, Stunden umfaßt, ergänzt der Verein durch Unterricht im Heim, der in wöchentlich drei Stunden in zwei Abteilungen durch Herrn Lehrer G r ü n e b a u m erfolgreich erteilt wird, und durch Unterricht in den technischen Fächern seitens des Inspektors, Herrn Katzenberg, der auch mit Unterricht in den Fortbildungsschulen durch die städtische Verwaltung betraut ist. Lehrlinge, die aus der Fortbildungsschule entlassen sind, müssen die Abendkurse in der Maschinenbau- oder Kunstgewerbeschule besuchen. Auch die auf die körperliche Ertüchtigung und Förderung des Naturgenusses hinzielende moderne Jugendbewegung hat freudige Gefolgschaft gesunden: Außer regelmäßigem Turnunterricht wurden Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung an Sonn- und Feiertagen unternommen, zum Teil unter Anschluß an andere Vereinigungen, besonders an den Jugendverein Gabriele Rießer, an dessen Veranstaltungen und Unterrichtskursen sich auch viele Lehrlinge beteiligten. Für die Werkstattausbildung hat der Verein wie bisher, oft auch unterstützt durch die Jnnungsobermeister, stets gute Lehrmeister gefunden. Daß die vom Verckn geübte Methode die richtige ist. FEINE PELZ WAREN in nur erstklassiger Verarbeitung. Vornehmer Schnitt, vollwertiges Material/gute Zutaten bei jeder Preislage. 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