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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1913-09-26 · Heft 39 (26.9.1913) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
77 (1913)
Issue
Heft 39 (26.9.1913)
Date
1913-09-26
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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Gemeinde gereichen!" Nach einer photographischen Aufnahme wurde die Feier geschlossen. Sanitätsrat Dr. Lindemann brachte/ ehe die Versammelten auseinandergingen, noch ein Kaiserhoch aus.. 2-2 Brückenau, 19. September. Der langgehegte Wunsch der Gemeinde Brückenau nach einer neuen Shnagoge ging nun'in .Erfüllung. Nachdem wiederholte Gesuche um Gewährung von Zuschüssen aus Staatsmitteln wegen Mangel eines vordringlichen Bedürfnisses abgelehnt worden waren, entschloß sich die Gemeindehaus eigenen Mitteln eine neue Synagoge zu erbauen. Ein neben der alten Synagoge befindlicher Bauplatz konnte käuflich erworben werden; nach nicht ganz sechsmonatiger Bauzeit steht der Bau. mit einer hübschen, das Städtebild zierenden Kuppel vollendet da. Am 28. August nachmittags 3 Uhr versammelten sich vor der alten Shnagoge die Ehrengäste mit den Mitgliedern der Gemeinde. In feierlichem Zuge ging's von der alten in die neue Shnagoge, an deren Pforte der Gemeindepräses Nathan Grünebaum eine Ansprache hielt, dankend der Mitwirkung der Staats- und Gemeindebehörden gedenkend.. Nachdem in poetischer Weise Fräulein Rosa Lion bie Schlüssel zur Synagoge übergeben, königlicher Bezirksamtmann Freiherr v.' Ruffiu namens der Staatsbehörde, Bürgermeister und Landrat Reinwald namens der Stadt zum Neubau Glück gewünscht und auch fernere Fürsorge zugesichert hatten, erfolgte durch Distriktsrabbiner Dr. Bamberger, Kissingen, die Eröffnung der Synagogenpsorte. Unter Gesang zur Begrüßung des Gotteshauses fand der Einzug statt, dem sich die üblichen Zeremonien anschlossen. Das Städtchen hatte zu der Feier reichen Flaggenschmuck angelegt. CA) «ititlfimb, 19. September. Die hiesige jüdische Gemeinde konnte am 16. d. M. die feierliche Einweihung ihrer neuen Synagoge festlich begehen. Zu dem Festakte der Einweihung versammelte sich die jüdische Gemeinde nebst den geladenen Ehrengästen, unter denen wir neben den Herren Regierungspräsident B l o m eye r, Oberbürgermeister Gronow und Superintendent Dr. Hornburg zahlreiche angesehene Bürger unserer Stadt bemerkten. Zunächst sprach Fräulein Ella Moses einen Prolog, den Redakteur Dr. Leo W u l s f in Hainburg, ein geborener Strnlsunder, gedichtet hat. Sodann nahm Herr Oberbürgermeister Gronow den Schlüssel in Empfang und hielt eine Ansprache, in der er u. n. aussührte: Wenn mir als Vertreter der Stadt der Wunsch ausgesprochen ist/ dies Gotteshaus in den Schutz der Stadt zu übernehmen und dies durch die symbolische Uebergabe des Schlüssels angedeutet ist, so bedarf es nicht der Versicherung, daß die Stadt das gern tut. Ich glaube nicht, daß es eines besonderen Schutzes bedarf, denn wir leben nicht mehr im Mittelalter, in der Zeit der Judenverfolgungen. An Stelle des alten Tempels, der baufällig war, ist ein neues jüdisches Gotteshaus entstanden, und Sie stehen im Begriff, dies Gotteshaus einzuweihen. Ich spreche der jüdischen Gemeinde die herzlichen Glückwünsche der Stadt aus, daß es ihr gelungen ist, aus den: baufälligen Gotteshaus diesen neuen Tempel herzustellen, und schließe mit dem Wunsche, daß er bis in fernste Zeiten eine Stätte echter Gottesfurcht sein möge, und daß unsere jüdischen Mitbürger so wie bisher in dieser Stadt mit'ihren christlichen Mitbürgern in Frieden und Eintracht leben mögen. ..Damit schloß Herr Oberbürgermeister Gronow den Tempel auf, und die Festversammlung hielt unter den Klängen der Orgel Einzug in die.Synagoge. Nachdem sodann unter Orgelbegleitung der Chor: „Wie schön sind deine Zelte, Jakob! deine Wohnungen, Israel!" gesungen hatte, hielt Herr Felix B l a ch namens des Vorstandes der jüdischen Gemeinde eine Ansprache, in der er allen, die an dem schönen Werk mitarbeiteten, herzlichen Dank zum Ausdruck brachte, und schloß mit folgenden Worten: „So übergebe ich denn namens des Vorstandes dies neue Gotteshaus unserer Gemeinde; mögen wir uns noch lange Jahre zu gemeinsamem Gebet ■ hier einfinden, mögen unsere Gebete bei unserem Allvater Gehör finden, möge aber auch innerhalb der Gemeinde stets Friede und Eintracht herrschen, auf daß das Wort des Psalmisten sich bewahrheite: Sieh, wie schön und lieblich ist es, wenn Brüder einträchtig > beisammen wohnen." Sodann folgte ein feierlicher Gottes-! dienst mit Gesängen des Chores und des Vorbeters, Anzünden der ewigen Lampe durch den Rabbiner Dr. Worms-Stettin und Umzug mit den Thorarollen. Die Festpredigt hielt der Rabbiner Dr. Wiener- Stettin, der auch das Gebet für Kaiser und Reich sprach. Die Gesänge wurden von Kantor D e i l e x und dem Stettiner Synagogenchor in vortrefflicher Weise zu Gehör gebracht. CA) Frankfurt a. M., 19. September. Der „Jüdische Frauenbund" (Vorsitzende: Fräulein Bertha Pappenheim in Frankfurt a. M.) hat die Absicht, ein „Jüdisches F r a u e n b u ch " herauszugeben. Dieses Buch soll eineil Ueberblick über den gegenwärtigen Stand der literarischen, künstlerischen und .wissenschaftlichen Arbeit der deutschen jüdischen Frau, geben, selbstverständlich unter strenger Vermeidung konfessioneller Tendenzen. Frauen, die sich ernsthaft auf einem der genannten Gebiete betätigen, sind zur Einsendung von Beiträgen eingeladen. Die näheren Bedingungen werden auf Wunsch von der Schristleitung des Jüdischen Frauenbundes — Berlin SW 11, Königgrätzer Straße 97 — versandt. 22 Mannheim, 19. September. Die gesamte Presse hat kürzlich von der Ernennung des Herrn Morganthau in NewUorkzum amerikanischen Botschafter in Konstantinopel berichtet. Nun dürfe es viele interessieren, was die „Neue Badische Landeszeitung" über dessen Vater schreibt: Der Vater des Botschafters, Lazarus Morgant h a u, war ein Original. Man erzählt sich hier eine Menge Schnurren von ihm, und er machte durch seine Eigentümlichkeiten viel von sich reden. Er kam schon Ende der vierziger oder anfangs der fünfziger Jahre nach Lüdwigshafen und betrieb zuerst ein Casehaus und dann ein Herrenkl'eidergeschäst, bis er etwa Mitte der fünfziger FEINE PELZ WAREN in nur erstklassiger Verarbeitung. Vornehmer Schnitt, vollwertiges Material, gute Zutaten bei jeder Preislage. 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