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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1913-08-22 · Heft 34 (22.8.1913) · page 13

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
77 (1913)
Issue
Heft 34 (22.8.1913)
Date
1913-08-22
Page
– (sequence 13)
Language
German
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77. Jahrgang Nr. 34 Der Oemetndrüote. *•* “■ *“g"1,15 Beilage zur „Allgemeinen Leitung drS Judentums". Sorrkkpandrnrrn und Sschrichten. Deutschland. ^2 Berlin, 19. August. Das soeben in 21, Auflage erschienene „Handbuch der jüdischen Gemeindeverwaltung und Wohlfahrtspflege" (Statistisches Jahrbuch) hat wiederum eine wesentliche Erweiterung gegenüber seinem letzten Vorgänger erfahren. Der Haupttext ist von 204 auf 231 Seiten antzewachsendie Zusammenstellung der wichtigsten Vereine und Institute ist um die Hälfte der bisherigen Seitenzahl vermehrt. Eine erwünschte Neuerung dürfte die Angabe des prozentualen Verhältnisses der jüdischen Bewohner zur Gesamtbevölkerung sein. Interessant ist die statistische Tabelle über die Bewegung dev jüdischen Bevölkerung seit dem Jahre. 1871.. Die zahlveicheti Angabe» von Telephonnummern werden den Benutzern willkommen fein. Es dürfte, hinsichtlich der statistischen Personal- und Besteuerungsfragen kaum uvch ein wesentlicher Gesichtspunkt übergangen sein. Die Zuverlässigkeit der Namen- und Zahlenangaben hat Zugenommen, wenn auch einzelne Jrrtümer unvermeidlicherweise mit unterlaufen. Für den Statistiker, der die einzelnen Fragen ziffernmäßig behandeln will, ist das Buch eine wahre Fundgrube. Aber die praktische Brauchbarkeit des Werkes ist nUr die eine Seite. Das scheinbar so trockene Nachschlagebuch hat noch einen idealen Wert. Indem das Werk wie in einem Brennpunkt alles vereinigt, was die deutsche Judenheit für Zwecke, des Gemeindewesens, für Wissenschaft UUd Humanität leistet, ist es die schlagendste Darstellung vvm Wesen des Judentums und bietet zugleich einen Querschnitt der inneren historischen Entwicklung, die dieses genommen hat. Die Opferwilligkeit für ideale Zweckedie sich aus den Namen Und Zahlen ergibt, muß jedem gerecht Denkenden mit Ehrfurcht erfüllen und ist die augenfälligste Widerlegung aller Bezichtigungen der materialistischen oder, wie unsere Gegner gern sagen: mammonistischen Gesinnung der Juden. — Dem Handbuch ist das eben erschienene stenographische Protokoll des 6. Deutsch-Israelitischen Verbandstages beigefügt. Obgleich, oder vielmehr weil über den Verlaus des Verbandstages so viele lebhafte Presseerörterungen von gewissen einseitigen Standpunkten aus erschienen sind, wird jedem, der sich ein Objektives Bild der Verhandlungen über den Hauptgegenstand, die jüdische Volksschule, machen will, die eingehende Lektüre des Schristchens All empfehlen sein. Berlin, 19. August. Das Kuratorium der Le h r a n st a l t f ü r d i e W i s s e u s ch a f t d e s I u d e n t u m s versendet soeben das Verzeichnis der Vorlesungen für das Wiiltersemester 1913/14. Herr Dr. Baeck wird lesen: 1. Hebungen über Midrasch Tehillim, eine Stunde, Dienstag 8—9. 2. Homiletische Hebungen für Anfänger, 1 Stunde, Freitag 8—9. 3. Homiletische Hebungen für Fortgeschrittene, 1 Stunde, Freitag 9—10. 4. Das Werden der Religion, 1 Stunde, Mittwoch 8—9 abends. Herr Dr. Baneth wird lesen: 1. Talmud Hlillill. K. V, 4 Stunden, Montag und Donnerstag 8—10. 2. Talmud Ketubot, K. III, 4 Stunden, Montag und Donnerstag 10—12. 3. Mischne Tora, 11. Buch (Fortsetzung), 2 Stunden, Sonntag 10—12. 4. Jure Dcka, Hilch. Mikwaot (Schluß), 2 Stunden, Mittwoch 8—10. 5. ^Eben ha'ezer, Hilch. Gittin, 1 Stunde, Donnerstag 12—1. 6. Mischua, Seder Mo'ed, 1 Stlmde, Mittwoch 10—11. -Herr Dr. E l - bogen wird lesen: 1. Einleitung in die Wissenschaft des Judentums, 1 Stunde, Montag 10—11. 2. Pentateuch mit alten Komlnentaren, 2 Stunden, Dienstag 11—1. 3. Talmud Sukka K. IV, 4 Stunden, Montag und Donnerstag 8—10. 4. Geschichte der Juden int gaonäischen Zeitalter, 2 Stunden, Dienstag und Freitag 10—11. 5. Historische Hebungen, 2 Stunden, Mittwoch 6—8 nachm. Herr Dr. Täübler wird lesen: 1. Jüdische Geschichte, die Zeit des Exils und der Restauration, 1 Stunde, Freitag 12—1. 2. Geschichte der Juden in Deutschland in der Neuzeit, 2 Stunden, Montag und Donnerstag 8—9. 3. Kolloquium über die jüdische Geschichte von den Anfängen bis zlun Exil, 2 Stunden, Dienstag 8—10. 4. Historischdiplomatische Uebungen zur Geschichte der Juden in Deutschland, 2 Stunden, Mittwoch 8—10. Herr Dr. Dahuda wird lesen: 1. Deuterojesaja, 2 Stunden, Dienstag und Freitag 11—12. 2. Die Bücher Samuelis und das erste Buch der Chronik, 2 Stunden, Mittwoch 6—8 NachMi 3- Spezielle Einleitung in die Bibel, prophetischer Deik, in Verbindung mit Uebungen über die ältesten Prophetentexte, 2 Stunden, Dienstag 6—8 nachm. 4. Hebräische Grammatik, zwei Stunden, Mittwoch 4—6 Nachm. 5. Einführung in die jüdischarabische Handschristenkunde, 1 Stunde, Dienstag 5—6 nachm. — Herr Dr. Freund wird lesen: Das Staatskirchenrecht der Juden in Preußen und den übrigen deutschen Bundesstaaten, II- Teil, zwei Stunden, Dienstag 6—8 nachm. Herr Dr. Hochfeld wird lesen: Methodik des Unterrichts in der biblischen Geschichte, 2 Stunden, Dienstag 4—6. — Das Mitglied des Kuratoriums, Herr Geheimer RegierNNgsrät Professor Dr. Hermann Cohen wird lesen: i. Die Grundbegriffe der jüdischen Religion in ethischer Würdigung, Dienstag 8—9 abends. 2. Erklärung auf die Vorlesung bezüglicher Textstellen, Dienstag 9—10 abends. — 3. Philosophische Hebungen über Maimvnidcs' More (Fortsetzung), 2 Stunden, Mittwoch 11—1. P r ä p a r a n d i e : Herr Dr. B a n e t h : Talmud Baba Kamwa, K. IX (Fortsetzung), 2 Stunden, Sonntag 8—10. Herr Dr. E l - bogen: Zehner, Auswahl historischer Texte, 1 Stunde, Freitag 11—12. Herr Dr. I a h u d a : Hastaroth, 1 Stunde, Freitag 1—2. Herr Dr. Barol: 1. Pentateuch, 2 Stunden, Dienstag 6—7 nachm., Freitag 8—9. 2. Raschi zum Pentateuch, 2 Stunden, Mittwoch und Freitag 9—10. 3. Mifchna: Ausgewählte Traktate aus Ordnung Seraim, 2 Stunde», Dienstag 7—8 nachm., Mittwoch 10—11. Herr Dr. S o n n e n s ch e i n: 1. Hebräische Grammatik, 2 Stunden. 2. Lektüre der Bibel, 2 Stunden. 3. Lektüre des Gebetbuchs, 2 Stunden. — Alle Vorlesungen und.Uebungen sind unentgeltlich. Die Eröffnung des Wintersemesters erfolgt Montag den 27. Oktober. 12 Uhr mittags. Als Zuhörer für die Vorlesungen sind in erster Linie rite immatrikulierte Studierende der hiesigen Universität — und zwar ohne Unterschied der Fakultät — in Aussicht genommen. Auch andere Personen können aus Grund besonderer Ermächtigung an den Vorlesungen teilnehmen. Die Anmeldung erfolgt bei dem derzeitigen Vorsitzenden des Lehrerkollegiums, Herrn Dr. Elbogen, am Montag den 27., Dienstag den 28. und Mittwoch den 29. Oktober 12—1 Uhr im Sprechzimmer der Lehranstalt. D. Berlin, 19. August. Zu einem sechswöchigen Kursus, der von dem A l l g e m e i n e n deutsch e n Kontore n v e r b a n d e in Verbindung mit der H i l f s k a s s e f ü r K u l t u s b e a m te veranstaltet wurde, hatte sich eine Anzahl jüngerer Kantoren aus den verschiedensten Teilen Deutschlands in Berlin eingesunden. Getreu dem . Prinzip der beiden Vereinigungen, dem Kantorat eine Bildungsstätte zu schassen, aus der Kantoren mit allem wissenschaftlichen und praktischen Rüstzeug für ihren Berus versehen hervorgehen sollen, war dieser Kursus als eine Vorarbeit für das in Angriff zu nehmende ideelle Bildungswerk gedacht. „Studien für den Gottesdienst an den drei Wallfahrtssesten" waren zur Aufgabe gestellt. Daneben Einführung in die wichtigsten Kapitel der Stimmbildung, und musikwissenschaftliche Vorlesungen. Der vorher festgelegte Lehrplan enthielt ein großes Arbeitspensum, das in kurzer Zeit zu erledigen war. Mit vielem Eifer unterzogen sich' die drei Hauptkantoren der Berliner jüdischen Gemeinde A s ch, D av i d s o h n und Klein sowie der Musikhistoriker Hans L u e d t k e der Aufgabe. Anregend und fruchtbar war diese Fortbildungsarbeit. Jeder der Lehrer war bemüht, aus seiner reichen beruflichen Erfahrung dem jungen Kollegen praktische Lehren in Vortragskunde und Gestaltung auf den Weg zu geben wie auch sein Wissen zu bereichern. Mit Ausdauer und Fleiß folgten die Teilnehmer dem Unterricht und den Uebungen. Kein Teil des Pensums blieb unerörtert. Die Abschlußprüfung, an der der Vorsitzende der Hilfskasse Herr Louis I o n a s und Herr Hauptkantor Siegfried N e u st a d t, 'das Ausschüßmitglied des Kantoreuverbandes, als Delegierte ihrer Vereinigungen beiwohnten, ergab ein treffliches Resultat der geleisteten Arbeit. In warmen und herzlichen Worten dankte Herr I o n a s dem Lehrerkollegium für die bedeutsame Tätigkeit, die sie im Interesse einer gedeihlichen Fortbildung ihrer Kollegen entfaltet. Der Leiter des Ortsausschusses, Herr Gawidsohn, entließ nun die Teilnehmer mit der Bitte, die empfangenen Lehren weiter zu tragen in die Kreise der Kantoren, damit dem jüdischen Gottesdienste die Tradition - seiner Melodien und Gesänge erhalten bleibe.

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